Freitag, 18. September 2026

endlich Wochenende

Endlich etwas ausspannen. Falls ihr euch fragt, wie die Kombination aus Tour-de-France-Training und Nachtschicht im Botanischen Garten aussieht: Schaut mich an. Diese Woche mit dem Dreirad runde 140 Km ins BĂŒro geradelt und jeden Abend volles Programm im Zoozimmer. 

Die To-Do-Liste war lang (und ist es irgendwie immer noch): Der Brummer hat neues Licht bekommen, ein Wabikusa wurde frisch aufgesetzt, zwei neue Wabikusas warten noch auf ihr Makeover und in einem  Terrarium wachsen jetzt Baumpilze. Ein Aquarium im Block kriegt noch BambusstĂ€be (wenn ich mich aufgerafft habe) und – ach ja – das neue Projekt namens Carnivorium wurde zum Abschluss gebracht.  

Das war (und ist auch noch) eine Menge Arbeit. Aber jetzt ist erst mal Wochenende. Und bevor ich mich genau dorthin verabschiede, will ich noch schnell ein Bild vom ZuckerstĂŒck der Woche zeigen:  die 'Königin der Anthurien' Anthurium warocqueanum hat im Elysium ein wunderschönes Blatt getrieben. Ein absoluter Traum -  schaut selbst. 

  



Macht’s gut, ich bin dann mal weg. Musik an, Kopf aus, Wochenende! 😎

Frank

 


 

Samstag, 12. September 2026

Mesonautas ziehen aus, asiatische Taskforce zieht ein

Ich habe es getan. Ich habe die Mesonauta egregius abgegeben und dafĂŒr den auf knapp 15 Tieren zusammengeschrumpften Schwarm an Rotkopfsalmlern auf stolze 110 Tiere wieder aufgestockt. Danke an mein StammgeschĂ€ft Aquaristik Partner in Lampertheim, dass ihr meine drei Paare aufgenommen habt. Dort kann man die Tiere auch erwerben - vielleicht am besten am 26.09.2026 im Zusammenhang mit einem Besuch der Faszination Fisch, die an diesem Wochenende ebenfalls in Lampertheim stattfinden wird. 

Meine Mesonauta abzugeben ist mir nicht leichtgefallen, denn auch wenn sie sich an den Salmlern vergriffen haben, so hatten sie doch gewisse Persönlichkeiten entwickelt. Wenn es z.B. ans futtern ging war es ihnen egal, ob der Finger des Pflegers sie mal spaßeshalber wegzuschupsen versuchte - das hat sie null beeindruckt. 

Ich war deshalb schon versucht, ihnen Namen zu geben. Den Weibchen gemĂ€ĂŸ dem Alphabet die Namen Alexandra, Birgit und Celine. Die ABC-Girls. Bei den Jungs wĂ€re ich nicht so kreativ gewesen, da fiel mir nur der Name Sebastian ein. Sebastian 1, Sebastian 2 und Sebastian 3. 

Vor allem bei Fisch-Alexandra war ich immer wieder verblĂŒfft wie sie die Welt um sich herum komplett vergessen hat, wenn ich mit der Fischfutterdose vorm Aquarium aufgetaucht bin.

 

meine Mesonauta im HĂ€ndlerbecken


Zum GlĂŒck hab ich keine Namenstaufe durchgefĂŒhrt, denn dann wĂ€r mir der Abschied heute noch schwerer gefallen wenn ich wĂŒsste, dass Alexandra, Birgit und Celine sowie die drei Sebastians nun in einem ZoogeschĂ€ft abhĂ€ngen. Dieses Lied fĂŒr Euch

Warum habe ich es jetzt trotzdem getan ? Weil ich insbesondere bei der futterverrĂŒckten Alexandra und den drei Sebastians mich nicht mehr getraut habe, kleinere Fische einzusetzen und weil ich genau das jetzt tun musste, da der Pinselalgenbewuchs im Pott mit dem Einbau der neuen Beleuchtung rasant angestiegen ist. Deshalb habe ich neben den Rotkopfsalmlern auch noch gleich zehn Pinselalgenfresser Crossocheilus reticulatus mitgebracht, die hier Abhilfe schaffen sollen. Dass diese Jungs Pinselalgen zum Fressen gern haben, konnten sie schon im Brummer eindrucksvoll unter Beweis stellen. 

Ich habe mit ihrem Erwerb sogar gegen meinen bisher eisernen Grundsatz "Nur Fische aus derselben Region werden zusammengehalten "verstoßen, denn der Pott war bislang als reines SĂŒdamerikabecken konzipiert. Die Crossocheilus sind jedoch eine asiatische Taskforce und stammen aus Thailand, Laos oder Kambodscha.

Nun gut. SĂŒdamerika trifft SĂŒdostasien. 

Ab heute also Multikulti im Zoozimmer ! Auf zu neuen Ufern in meinem Flagschiff, dem Pott. 

Frank 

Mittwoch, 9. September 2026

Neues aus dem Zoozimmer: Pleiten, Pech und Bromelien

Eines meiner jĂŒngsten Projekte ist nicht so verlaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Greenhouse stand erst seit Anfang 2025 im Zoozimmer und war zur Heimat tropischer Aroid-Schönheiten geworden.  Mit diesen Regenwaldbewohnern hat es mir viel Freude bereitet und gut ins Zoozimmer gepasst.

O.k. zugegeben, es hat nicht immer Freude bereitet, wie das Beispiel meiner Begonia darthvaderiana gezeigt hat, die zwischendurch beschlossen hatte, die dunkle Seite der Macht zu wĂ€hlen und deshalb als botanisch-medizinischer Notfall in ein Terrarium umziehen musste. Mittlerweile hat sie sich dort aber wieder berappelt. 

Als jedoch im Winter 2025 dann die ersten Weißen Fliegen auftauchten war Feierabend mit dem Spaß an der  tropischen Idylle. Ab da liefen fĂŒr mich im Greenhouse eigentlich nur noch die Imagine Dragons mit "Demons" in Dauerschleife, denn es ging mit den Bewohnern richtig bergab.

Weiße Fliegen sind typische GewĂ€chshausschĂ€dlinge und saugen den Pflanzensaft aus ihren Opfern, was dazu fĂŒhrt, dass deren BlĂ€tter komplett vergilben und absterben. Genau das haben diese Mini-DĂ€monen meinen Lieblingen angetan und ihnen sprichwörtlich den Saft abgedreht. Es gab einige TodesfĂ€lle 😱. 

Auch die eingeleiteten Abwehrmassnahmen mit Gelbtafeln oder dem mehrmaligen  Einnebeln aller Pflanzen mit  azadirachtinhaltigen PrĂ€paraten hat nichts geholfen. Die Weißen Fliegen sind immer wieder zurĂŒckgekommen und haben munter nĂ€chste Generationen gezeugt 😡. 

Ich habe deshalb einen radikalen Entschluss gefasst und mich bis auf zwei zĂ€he Überlebende von allen befallenen Pflanzen getrennt, das Greenhouse radikal abgespritzt.und desinfiziert.

 

wir kennen uns


Jetzt wohnen dort kleinbleibende Bromlien und Tillandsien. Diese Jungs kenne ich schon lange aus der Terraristik, die kennen mich - das funktioniert.

Hoffentlich. 

Auf ein langes Leben der neuen Crew !

Frank 

  

 

 

Dienstag, 8. September 2026

Der heilige Gral der Ostafrikaner

Keine Urlaubsreise ohne den obligatorischen Abstecher in ein Aquarien- oder TerrariengeschĂ€ft. Doch was mich dieses Mal erwartete, sprengte schlichtweg jede Vorstellungskraft. Ich durfte den heiligen Gral der Aquaristik fĂŒr Ostafrikaner betreten.

In meinen mittlerweile fast 40 Jahren als aktiver Aquarianer habe ich viel gesehen. Sehr viel. Aber das hier ? Das war eine völlig andere Dimension: das Aquahaus-Gaus in Willinghausen-Wasenberg (Hessen). Ich schreibe nicht von einem normalen Laden, sondern von der wahrscheinlich grĂ¶ĂŸten Zucht- und Verkaufsanlage der Welt fĂŒr Cichliden aus den ostafrikanischen Grabenseen !

 

Eingangsbereich

 Die nackten Zahlen allein jagen einem schon einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken:

  • 3.500 qm BetriebsflĂ€che ! 
  • Mehr als eine Million Liter ! 
  • Runde 3200 Becken ! 
  • Riesige Zierfischzuchtanlge ! 
  • Weltweiter Versand ! 

Diese gigantische Anlage wird von gerade einmal fĂŒnf Mitarbeitern in einem absolut makellosen Top-Zustand gehalten. Ich habe keine einzige veralgte Scheibe, keine schmuddeligen Ecke gesehen. Wenn ich da im Stillen an meine eigenen elf Aquarien zu Hause denke… kann ich vor Ehrfurcht nur den Hut ziehen 😼.

 

gigantische Anlage

Der optische Eindruck war absolut erstklassig, phÀnomenal und meisterhaft !

Wer mich kennt, weiß, dass Ostafrikaner – mit Ausnahme der charmanten Tanganjika-Schneckenbuntbarsche im Treppenhausaquarium  – eigentlich nicht auf meiner Favoritenliste stehen. Aber diese Hallen haben mich komplett ĂŒberwĂ€ltigt und maximal geflasht. Die scheinbar endlosen GĂ€nge sind akribisch nach Fanggebieten gegliedert, riesige Areale exklusiv fĂŒr die professionelle Zucht reserviert.  

 

Gliederung nach Fanggebieten

 

Und die Artenvielfalt ist einfach ĂŒberwĂ€ltigend - alleine wenn man sieht, was da so an Scheibensalmlern rumschwimmt - Hammer ! Das muss man einfach mal gesehen haben. Musikalisch fĂ€llt mir dazu nur Hubert Parrry's Jerusalem ein.

 

Scheibensalmler

 

Ich bin trotzdem bescheiden geblieben: habe aus dem Bereich Asien (es gibt bei weitem nicht nur Ostafrikaner zu sehen) ein paar KielbauchbÀrblinge (Chela dadyburjoni) und QuerstreifenbÀrblinge (Danio erythromicron) zur ErgÀnzung meiner vorhandenen BestÀnde mitgenommen.

Und im GepĂ€ck eine Erinnerung an das grĂ¶ĂŸte und  spektakulĂ€rste AquariengeschĂ€ft meines bisherigen Aquarianerlebens. 

Frank 

Donnerstag, 13. August 2026

Moderlieschen

Ich gebe es zu: zwei Jahre lang war ich der festen Überzeugung, dass in den Gartenteich keine Fische eingesetzt werden. Punkt. Keine Diskussion !

Und jetzt ? Jetzt schwimmen da ein paar Moderlieschen drin rum. 

'Tempora mutantur nos et mutamur in illis' - die Zeiten Àndern sich und wir in ihnen. Oder: 'sag niemals nie'.

Aber wie kam es zu meinem Sinneswandel ? Im Zusammenhang mit meiner SchwimmschlammbekĂ€mpfungsaktion hatte ich ja im benachbarten Saarland Krebsscheren erworben. Und im GewĂ€sser des freundlichen Teichbesitzers schwammen sie: Moderlieschen. 

Nein, ich war nicht schockverliebt, denn im Gegensatz zu meinen Aquarienfischen ist das Lieschen eher eine graue Maus. Keine spektakulĂ€ren Farben, keine extravakante Körperform. Grau. Klein. UnauffĂ€llig. 

Aber: ein Fisch und noch dazu ein Schwarmfisch ! Da war es dann um meine VorsĂ€tze geschehen. Also bin ich ein zweites Mal nach Limbach gefahren und mit einem Eimer Fische (und ein paar Kaulquappen, die mir noch geschenkt wurden) wieder in die Pfalz zurĂŒckgekehrt. 

 

Teichbewohner im Eimer

Nun schwimmen sie im Gartenteich und ich frage mich: was ist eigentlich mit deinen VorsÀtzen geworden ?

 

abgefischt

Klare Sache - die sind baden gegangen 😀. 

 

eingesetzt
 

Schaun wir mal, wie sich das entwickeln wird. Wer dann wen beobachtet. Ich die Fische, die Frösche die Fische oder beide mich ? 

Ich werde berichten. 

Frank 

 

Sonntag, 19. Juli 2026

Seerose

Sie blĂŒht und ich war tatsĂ€chlich schnell genug mit der Kamera ! Die rote Seerose aus dem Gartenteich zeigt sich dieses Jahr von ihrer schönsten Seite. Hier zunĂ€chst ein Bild zur Mittagszeit – inklusive des mittlerweile berĂŒhmten „schwimmenden Schlamms“, der offenbar der Meinung ist, ebenfalls fotogen zu sein.

 

Seerose am Mittag

Und hier ein Foto von heute Morgen: Die BlĂŒte noch fest verschlossen und der Schlamm wie vom Erdboden verschluckt. Er hĂ€lt er sich streng an seine Nachtschicht und taucht pĂŒnktlich zum Feierabend ab. 


Seerose am Morgen

Die zweite Seerose im Teich scheint großer Toto-Fan zu sein: Hold the Line – bloß nicht blĂŒhen 😑. Sie verbringt inzwischen ihren dritten Sommer im Gartenteich und ist weiterhin maximal zurĂŒckhaltend, was das Zeigen von BlĂŒtenblĂ€tter angeht. Bereits zu KĂŒbelzeiten war sie eher vom Typ „stilles Wasser“. 

Aber meine Geduld ist groß, der Gartenteich tief und die Hoffnung ungebrochen. Bis dahin bleibt sie die unangefochtene Meisterin des NichtblĂŒhens

 

Gruß

Frank 

  

Montag, 13. Juli 2026

Krebsschere

Wir hatten (und haben) da mal ein kleines Problem am Gartenteich. Eine fiese Schlammschicht hat den gesamten Boden ĂŒberzogen und schwimmt bei starker Sonneneinstrahlung zusĂ€tzlich noch frech an der WasseroberflĂ€che rum. Sieht ziemlich unschön aus.

Woher das kommt? NĂ€hrstoffeintrag schließe ich eigentlich aus (woher auch?). Eher die Sonneneinstrahlung, die den ganzen Tag reinbrezelt. 

 

Krebscheren als Schwimmpflanzen

 

Deshalb mein Masterplan: Schwimmpflanzen mĂŒssen her. Ich wollte Wassersalat (Pistia stratioteskaufen (den hatte ich vor einigen Jahren schon in den KĂŒbeln erfolgreich vermehrt) und der ist so groß, dass er im Bedarfsfall bequem abgefischt werden kann. Aber da hat mir die EU einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vor drei Jahren konnte man das Zeug noch an jeder Strassenecke  erwerben - heute: Fehlanzeige. Eine Recherche bei Tante Google verriet mir was passiert war: Der Wassersalat steht mittlerweile auf der Liste der invasiven Arten und ist quasi illegale Schmuggelware. Grmpf… 

Ausserdem haben mir die Kollegen von unserer Storchenberingungsgruppe ordentlich ins Gewissen geredet.  

Invasive Art? Geht gar nicht, Frank! Nimm gefĂ€lligst was Einheimisches – die Krebsschere!“

Von der dĂŒmpeln nun seit vier Wochen neun Exemplare im Teich rum. Leider hat sich am Schlammproblem rein gar nichts geĂ€ndert. Aber, die Krebsscheren sehen richtig gut aus ... und (Hauptsache) ich habe ein reines Gewissen - keine invasive Art ! 😀 

 

Krebsschere hinter Schlauchpflanze


nettes Aussehen

 

Krebsscheren haben neben ihrem netten Aussehen aber noch einen weiteren Vorteil: Wassersalat wĂ€re nicht winterhart gewesen und ich hĂ€tte ihn irgendwie in den Aquarien ĂŒberwintern mĂŒssen. Die Krebsschere hingegen soll im Winter ab- und im FrĂŒhjahr dann wieder auftauchen. Coole Sache. Ich bin gespannt, ob die im kommenden FrĂŒhling wirklich wieder hochkommen.

 

eingeworfen

Zu solchen U-Boot Aktionen passt doch diese Musik hervorragend.

Bleibt schlammfrei.

Gruß

Frank 

Sonntag, 5. Juli 2026

Nachwuchs

Es gab Nachwuchs. Eines meiner Mesonauta egregius PĂ€rchen hatte sich in den vergangenen Tagen  etwas Abseits im Pott positioniert und vorbeischwimmende Fische mehr als sonst angepöbelt. Außerdem waren die beiden  in absoluter PrachtfĂ€rbung unterwegs. Jetzt weiß ich auch warum.

Als ich am Donnerstagabend ins Zoozimmer kam, hat mich fast der Schlag getroffen: GeschĂ€tzt ĂŒber 200 Jungfische wurden fein sĂ€uberlich vom Elternpaar mitten durch den Pott eskortiert. Aus  RumgestĂ€nkere war plötzlich knallharter Elternschutz geworden.


Mesonauta egregius PĂ€rchen mit Jungfischen


Und als ich dann – zugegeben nicht meine hellste Idee – mal vorsichtig den Finger ins Becken gehalten habe, wĂ€re im Pott beinahe der Dritte Weltkrieg ausgebrochen. Ich hatte kurz den Eindruck, die beiden wollten mich persönlich aus dem Aquarium entfernen.  Respekt vor so viel Courage !

 

Absicherung nach allen Seiten

 

Einerseits freut es mich ja, dass es den Mesonauta augenscheinlich so gut geht, dass sie sich vermehren ... anderseits war ich leicht panisch - was soll ich mit 200 Flaggenbuntbarschen anfangen ? Insbesondere vor diesem Hintergrund ! 

 

Mama Flaggenbuntbarsch mit Nachwuchs

 

Zum GlĂŒck (oder Pech – je nach Blickwinkel) hat sich das Problem ziemlich schnell von selbst erledigt. Bereits am Freitag war der Jungfischschwarm deutlich geschrumpft und heute, wĂ€hrend ich diesen Beitrag schreibe, ist keiner mehr zu sehen. Vermutlich wurden die Kleinen von der Strömung verdriftet und sind anschließend vom Rest der Belegschaft verputzt worden. Das ist die Natur: hart, aber effektiv.

Klar, ich hĂ€tte die Jungfische herausfangen und separat aufziehen können. Aber ganz ehrlich: Perspektivisch möchte ich den Bestand eher abgeben als vervielfachen. Deshalb sorgt es bei mir gerade nicht unbedingt fĂŒr Entspannung, wenn ich sehe, dass mein zweites Mesonauta-PĂ€rchen auf der anderen Seite des Potts seit gestern mit Hingabe die große Wurzel putzt und dabei exakt dieselbe intensive FĂ€rbung zeigt wie ihre Kollegen ein paar Tage zuvor. 

Ich ahne Böses.

Falls jemand  an Mesonauta egregius Interesse haben sollte - bitte melden ! 

Gruß

Frank 

  

Sonntag, 28. Juni 2026

Was vom Tage ĂŒbrig blieb

 ... ist ein Roman von Kazuo Ishiguro, den ich heute in weniger als zehn Tagen ausgelesen habe und der mich sehr beeindruckt hat. Eigentlich ist die Handlung des Buches nicht sonderlich spektakulĂ€r: der Butler eines vornehmen Hauses unternimmt eine mehrtĂ€gige Autoreise durch den SĂŒden von England um eine ehemalige Hausangestellte zu besuchen. 

Aber die Art und Weise, wie Ishiguro wĂ€hrend dieser Autofahrt mit verschiedene Zeitebenen spielt und sich die Erinnerungen des Butlers, zu einem Gesamtbild fĂŒgen - das ist große Kunst. Dazu passt hervorragend die Sprache, mit der er seine Hauptfigur, den Butler Stevens auftreten lĂ€sst - englishness pur !

 


 

Es hat mich zunĂ€chst schon angesprochen, mit welch hohem Berufsethos Stevens sich in seiner Rolle als Butler sieht, aber je weiter man liest, um so fraglicher wird diese 110 prozentige Hingabe an das Dienen - Stevens nennt es "die WĂŒrde" im Beruf. Er hat dadurch nicht nur nicht sein Leben gelebt, vielmehr hat die Sehnsucht nach dieser WĂŒrde seine einzigste Chance, die Liebe zu finden, vernichtet.

Ganz am Ende der 290 Seiten merkt er es auch, dass er einer SelbsttĂ€uschung erlegen ist. Es passt hervorragend zum Stil des Buches, dass dieser eigentlich dramatische Höhepunkt, sich so still und leise vollzieht, indem er einem zufĂ€llig neben ihm sitzenden Passanten auf einer Parkbank, den (symbolisch zu verstehen) Sonneruntergang betrachtend, erzĂ€hlt:

"All die Jahre, die ich diente, habe ich darauf vertraut, dass ich etwas tue, was der MĂŒhe wert ist. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich meine eigenen Fehler gemacht hĂ€tte. Wirklich - man muss sich fragen -, welche WĂŒrde liegt ĂŒberhaupt darin ?"

Und dazu weint er. Eine GefĂŒhlsregung, die nur an dieser Stelle vorkommt und die man als Leser auch nur indirekt dadurch erfĂ€hrt, indem dieser Passant sagt:

" Du liebe GĂŒte, Mann, brauchen Sie ein Taschentuch? Ich habe irgendwo eines. Ah ja, da Kommen Sie schon, Mann". 

Leise und sehr berĂŒhrend. Meiner Meinung nach ganz großes Kino, wie Ishiguro dieses Portrait und Scheitern des Butlers beschrieben hat.

Zurecht wurde er dafĂŒr noch im Jahr der Erstveröffentlichung fĂŒr 'Was vom Tage ĂŒbrig blieb " mit dem renomierten Booker Prize ausgezeichnet und fĂŒr sein gesamtes erzĂ€hlerisches Werk hat er 2017 den Nobelpreis fĂŒr Literatur erhalten. Ich freue mich schon auf weitere BĂŒcher von ihm

 Frank 

Freitag, 29. Mai 2026

Aquadozoo

Im Rahmen unserer Urlaubsreise ging es nicht nur nach Hannover, sondern auf dem RĂŒckweg auch noch  ... ganz zufĂ€llig ... auf einen Abstecher nach Dortmund.

In einen Aquaristikladen.

Logo.

Die Wahl fiel dabei auf den Aquadozoo. Aufmerksam geworden bin ich auf das GeschĂ€ft ĂŒber YouTube. Die beiden Mitarbeiter dort – einer groß und plĂŒschig, der andere klein und bĂ€rtig – erklĂ€ren Aquaristik so sympathisch und unterhaltsam, dass man automatisch Lust bekommt, sofort noch ein Aquarium aufzustellen. Oder drei 😀.  Doch nicht nur YouTube hat mich verleitet dort mal kurz Station zu machen, nein, das GeschĂ€ft selbst bietet mit rund 300 Verkaufbecken eine beeindruckende Auswahl an SĂŒĂŸwasserfischen. Also rein in den Aquadozoo.

  

Schaubecken 1

Insgeheim hatte ich ja gehofft,  meinen schon seit Monaten geplanten Besatz fĂŒr das Garnelenbecken zu finden ... Pseudomugil gertrudae vom Standort Aru IV ... hatten sie aber nicht. DafĂŒr hab ich ihre letzten fĂŒnf  KielbauchbĂ€rblinge mitgenommen und in meinen Schwarm im Brummer integriert. Auch schön.

  

große Auswahl an SĂŒĂŸwasserfischen

Der Aquadozoo ist wirklich ĂŒppig sortiert, wie man an den Bilder sehen kann. Außerdem gibt es alles, was man so braucht vom Aquarium fĂŒr AnfĂ€nger bis zum eigenen Futter. Und im GeschĂ€ft verteilt findet man einige sehr schön bepflanzte Schaubecken. 

 

Schaubecken 2

 

Am meisten beeindruckt hat mich aber tatsÀchlich das Personal vor Ort. Die waren alle genauso entspannt und sympathisch drauf wie die beiden aus den Videos. Wirklich eine super nette Truppe dort.

Schade dass Dortmund so weit entfernt von ZweibrĂŒcken ist , sonst wĂŒrde ich vermutlich regelmĂ€ĂŸig „nur mal kurz gucken“ fahren. Und nicht nur die First Lady weiß, wie diese Ausrede endet. 

Wie in letzter Zeit ĂŒblich, soll auch dieses Posting nicht ohne den aktuell im Zoozimmer laufenden Musiktitel enden: Hold the Line von Toto

Gruß 

Frank 

Donnerstag, 28. Mai 2026

Amphibium

Im Mai diesen Jahres habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfĂŒllt und das Amphibium im Zoo Hannover besucht. Seit ich im Oktober 2024 in der Reptilia (ich bin Abbonnent der ersten Stunde) von der Neueröffnung dieser einzigartigen Ausstellung, die eine Mischform aus Schauterrarium und interaktivem Museum mit digitalen Elementen darstellt, gelesen habe, wollte ich mich dort mal umschauen. 

 

organische Architektur im Amphibium

 

Ich fand es sehr beeidruckend, was ich gesehen habe.  

Zentrales Anliegen des Amphbiums ist es, die Aufmerksamkeit der Besucher auf  die globale Bedrohung von Amphibien zu richten. Die Umsetzung ist hervorragend gelöst.

Überzeugend ist zum Beispiel die Idee, dass in die AusstellungsflĂ€che ein glĂ€sernes Labor integriert wurde, welches es den Besuchern erlaubt, den Tierpflegern durch die Glasscheiben einer Terrarienwand direkt bei der Laborarbeit ĂŒber die Schultern zu schauen. Ich war an einem Feiertag vor Ort - die Tierpfleger hatten wohl alle Urlaub. Schade, ich hĂ€tte gern ein bisschen Fachwissen gemopst !

 

                                               glĂ€sernes Labor hinter Terrarienwand
 

Oder es gibt (neben einigen toll eingerichteten XXL-Schaubecken mit diversen Amphibienarten)  ein begehbares Regenwald Terrarium fĂŒr Pfeilgiftfrösche (ich habe dort drin jedoch nur Terribilis als einzigste Art gesehen, womit das Zoozimmer in Sachen Artenvielfalt pro Quadratmeter definitiv die Nase vorn hat 😏), in dem man sich quasi dem tropischen Mikroklimata eines Regenwaldes aussetzen kann. 

FĂŒr mich war der Gang durch die Tropenschleuse ein Heimspiel, denn wer das Zoozimmer schon mal besucht hat, weiß dass er hier unter 27 °C nicht rein kommt, wenn auch die Luftfeuchtigkeit mit 60 % eher moderat ausfĂ€llt (bei mehr wĂŒrde hier alles schon lĂ€ngst weggeschimmelt sein). Bei der Luftfeuchtigkeit zieht Hannover deshalb klar an mir vorbei. Im begehbaren Regenwald Terrarium  jedenfalls hat mein innerer Frosch gejauchzt.

 

begehbares Regenwald Terrarium
  

Eingebettet ist das Ganze in eine ungewöhnlich organische Architektur mit der die  Filter-, Heiz- und Lichttechnik  in eine fließend gestaltetet Raumkonstruktion eingebettet wurde - sehr spacey !  Erinnert entfernt an ein im Sumpf gelandetes Raumschiff. 

 

 

XXL - Schaubecken
                                                         

 

Mein Urteil: Ich bin schwer beeindruckt – auch wenn mein Zoozimmer im direkten Vergleich natĂŒrlich... nun ja, privater ist 😆. Wer aber als Froschfreund an Hannover vorbeifĂ€hrt, verpasst was. Hinfahren, reingehen und einfach Lose yourself im Spaceland der Amphibien!

 

Frank 

 


 

Samstag, 9. Mai 2026

Usui

Darf ich vorstellen - Usui ! Der erste echte Frosch am Gartenteich  (streng genommen war der allererste Frosch am Teich nĂ€mlich unser Keramikfrosch 😀).

Seit Mitte MĂ€rz beschallt Usui jeden Abend das Schlafzimmer mit seinem zarten Froschkonzert und heute hat er sich dann auch einmal bei Tageslicht gezeigt. Zum GlĂŒck lag ein Handy griffbereit, denn kaum war das Foto gemacht, war er auch schon wieder im Teich abgetaucht.

 

Usui 1

 

Laut der Google-KI mĂŒsste Usui ein Grasfrosch (Rana temporaria) sein. Klingt plausibel. HĂŒbsch ist er auf jeden Fall.

Als Froschfan freue ich mich natĂŒrlich sehr ĂŒber den neuen Mitbewohner. Und ehrlich gesagt bin ich auch ganz zufrieden damit, dass Usui offenbar als Junggeselle hier untergezogen ist. Ein einzelner Grasfrosch sorgt schließlich fĂŒr eine durchaus nette Abendkulisse.

 

Usui 2

 

HĂ€tte Usui allerdings beschlossen Familienplanung zu betreiben, sĂ€he die Sache etwas anders aus: Ein Grasfrosch-Laichballen kann gut und gerne zwischen 1000 bis 2500 Nachwuchsfrösche bedeuten. Und wenn DIE spĂ€ter alle gleichzeitig ihr Stimmtraining beginnen … dann wĂ€re die nette Abendkulisse eher ein „Open-Air-Froschfestival mit Stadionbeschallung“ đŸ˜©

Dazu passt gut dieses Lied von Hazlett - "I don't want your garden" 😃

Gruß
Frank

 

Montag, 4. Mai 2026

die schĂŒchternen Asseln

Seit Januar 2026 wohnt bei mir die zweite Assel-WG. Nicht irgendeine Art, sondern die schönen Rubber Duckies ! Klingt wie ein Badezimmerschwimmspielzeug, sieht aber deutlich edler aus. 

Eigentlich perfekte Voraussetzungen: cooler Name, hĂŒbsches Tier. WĂ€re da nicht dieses winzige Detail -  Rubber Duckies sind ultra schĂŒchtern. WĂ€hrend die Pandas 24/7 Showtime haben, konnte ich die Duckies wochenlang ĂŒberhaupt nicht sehen und fing schon an zu glauben, dass sie das Zeitliche gesegnet hĂ€tten, bis ich ihr Domizil mal ausrĂ€umte. Und siehe da: plötzlich eine ganze Asselversammlung, inklusive Nachwuchs. Die haben einfach beschlossen, mich kollektiv zu ignorieren 😒.

Hier gilt nun die klare Ansage:  Sichtung einer Rubber Ducky ist ein Ereignis mit Seltenheitswert. Dieses Ereignis habe ich nur drei Mal in den vergangenen vier Monaten erleben dĂŒrfen. Und dann, letztes Wochenende, tatsĂ€chlich wieder eine an der Scheibe – fast schon dreist öffentlich.

 

 

Ereignis mit Seltenheitswert

 

Ich natĂŒrlich im Reflex die Kamera geschnappt, draufgehalten, Beweisfotos fĂŒr Euch gesichert … und zack – weg war sie wieder. ZurĂŒck im Dickicht meiner BaumrindenstĂŒcke. O.k. ich gebe zu, nicht das schönste Foto, aber immerhin ein Foto 😄.

Fazit: wunderschöne Tiere meine Rubber Duckies. Aber wenn man sie sehen will, braucht man Geduld, GlĂŒck – oder eben Abrissarbeiten. 


Frank 

 



 

Freitag, 1. Mai 2026

1. Mai

Der 1. Mai ist nicht nur ein Feiertag, sondern fĂŒr mich auch mittlerweile offiziell der Startschuss in den Sommer. Tradition verpflichtet: deshalb habe ich an diesem Tag – wie schon in 2025 – den Filter gereinigt und den Bachlauf wieder in Betrieb genommen. Andere tanzen in den Mai, ich spĂŒle SchlĂ€uche 😏. 

 

Teich am 1. Mai 2026

  

Hat alles problemlos geklappt. Wenn ich mir die alten Bilder anschaue fĂ€llt mir auf, dass es am Bachlauf voller geworden ist.  Mehr BaustĂ€mme, mehr Pflanzen. Insgesamt deutlich ĂŒppiger und lebendiger – gefĂ€llt mir auf jeden Fall besser als noch in 2025.

 

Filterreinigung


Auch die Bananen direkt am Teich haben den Winter locker weggesteckt und schieben bereits die ersten BlÀtter raus. Sehr schön !

Weniger schön ist leider ein Algenproblem, das sich eingeschlichen hat. Es gibt so reichlich davon, dass ich in den vergangenen Wochen fast tĂ€glich als Algenfischer unterwegs gewesen war 😑. Hoffen wir mal, dass die nun laufende Filteranlage dem grĂŒnen Treiben bald ein Ende setzt. Diese Hoffnung untermalen wir mit Balorda nostalgia von Olly.

Gruß 

Frank 


 


Dienstag, 28. April 2026

es werde Licht ...

... und es war Licht ! Genau dieses biblische GefĂŒhl hatte ich am Wochenende, als ich die neue Pott Beleuchtung installiert habe. Leider hatten sich mehrere der insgesamt acht SERA LED-Röhren verabschiedet 😑 und es musste Ersatz her. Bei vier Metern BeckenlĂ€nge ein nicht ganz billiges Unterfangen. Insbesondere auch, weil mich vor einigen Monaten die Universal WRGB von Chihiros im Iwa Gumi so begeistert hat.

 

neue Beleuchtung

 

Um es kurz zu machen: ich habe mir den Spaß gegönnt und bin nun auch im Pott mit Chiriros unterwegs. Insgesamt drei Leuchtbalken wurden von der Zoobox erworben, um 3.70 m PottlĂ€nge auszuleuchten. 

 

alte Beleuchtung

  

Und das hat sich richtig gelohnt ! Vor allem die Farbwirkung spielt jetzt in einer ganz anderen Liga als die alte SERA-Beleuchtung – auch wenn die Fotos das leider nur bedingt zeigen. Der Pott steht da, als hĂ€tte jemand endlich den Lichtschalter gefunden und ihn direkt auf „SĂŒdsee“ gestellt 😀.

Bleibt zu hoffen, dass darĂŒber in erster Linie die Pflanzen jubeln und nicht die Algen plötzlich Vollgas geben. Wir werden sehen. 

 

Gruß 

Frank 

Freitag, 17. April 2026

Darthvaderiana blĂŒht

Meine zuletzt erworbene Begonia darthvaderiana blĂŒht. Und zwar richtig beeindruckend !

Ende Februar hatte ich noch vorsichtig formuliert:  „… laut Literatur soll sie mit erstaunlich großen, rosafarbenen BlĂŒten ĂŒberraschen – ein unerwartet freundlicher Kontrast zu ihrem dĂŒsteren Blattwerk. Mal sehen, ob ich das mal hinbekomme …

 

große, rosafarbene BlĂŒte

 

Und jetzt - Mission accomplished ! 😀 Die BlĂŒten sind aktuell live im Zoozimmer zu sehen und halten das, was die Literatur verspricht. Ein toller Kontrast der wirklich beeindruckt. Ganz so geradlinig war der Weg dahin allerdings nicht.

 

Begonia darthvaderiana mit BlĂŒte

 

Mein erstes Exemplar (von Bens Jungle) hatte ich zunĂ€chst ins Greenhouse verfrachtet. Ich dachte, das sei genau das Optimum fĂŒr die Pflanze. RĂŒckblickend keine gute Idee. Die Darthvaderiana sah innerhalb kĂŒrzester Zeit maximal mitgenommen aus.

Also Rettungsaktion: Raus aus dem Greenhouse, rein ins Terrarium – vermutlich wirklich in letzter Minute. Aktuell gibt sie zumindest ein kleines Lebenszeichen in Form eines winzigen neuen Blatts von sich. Mehr ist es noch nicht, aber besser als nichts. Ob sie sich vollstĂ€ndig erholt, bleibt abzuwarten. An BlĂŒten ist bei diesem Exemplar jedenfalls aktuell nicht zu denken.

 

Nummer 1

 

Meine blĂŒhende Pflanze ist Begonia darthvaderiana Nummer 2. Nummer 2 habe ich vor vier Wochen in den Niederlanden mitgenommen. Interessanterweise war sie beim Kauf praktisch identisch mit Nummer 1 – nur deutlich gĂŒnstiger. Etwa ein Drittel des Preises. Das sorgt im Nachhinein schon fĂŒr ein Stirnrunzeln in Richtung Onlinehandel. Falls ihr also selbst mit dem Gedanken spielt, mal eine Darthvaderiana  zu pflegen: Nummer 2 stammt aus dem grandios sortierten Plantencentrum in Velden – da standen vor vier Wochen noch einige rum.

Was bleibt ? Erst sah es nach Verlust aus – und jetzt ist es ein Moment, den man eigentlich konservieren möchte. Der passende Soundtrack dazu: „Photograph“ von Ed Sheeran.

Gruß

Frank 

 

Freitag, 3. April 2026

Frösche - Meister der Anpassung

Durch reinen Zufall bin ich in meiner Lieblingsbuchhandlung ĂŒber ein Buch gestolpert, das kaum besser zu mir hĂ€tte passen können: „Frösche – Meister der Anpassung“ von Sally Coulthard. 

 



Coulthard nimmt einen auf rund 200 Seiten mit auf eine erstaunlich vielseitige Reise durch die Welt der Frösche. Sie spannt den Bogen von ihrer evolutionĂ€ren Entstehung bis hin zu faszinierenden Besonderheiten. wie Einblicke in Haut und Atmung – Themen, die man oft unterschĂ€tzt – oder den eher selten beleuchteten Aspekt ihrer Fortbewegung. Dass hinter dem scheinbar simplen Springen so viel steckt, war mir vorher ehrlich gesagt nicht bewusst. Auch das Thema GefĂ€hrdung kommt nicht zu kurz und verleiht dem Ganzen eine wichtige, nachdenkliche Dimension.

Immer wieder werden weniger bekannte Arten vorgestellt, was das Buch angenehm abwechslungsreich macht und den eigenen Horizont erweitert. Wer tiefer einsteigen möchte, findet am Ende ein kompaktes Literaturverzeichnis als Einstieg in die aktuelle Forschung. Und fĂŒr alle, die nicht nur lesen, sondern auch selbst aktiv werden wollen, gibt es praktische Tipps, wie sich der eigene Garten in einen froschfreundlichen Lebensraum verwandeln lĂ€sst. Ich jedenfalls brauche am Bachlauf noch ein Hiberaculum

Abgerundet ist das Ganze schließlich noch mit Zeichnungen, die die Vielfalt der Froschwelt schön einfangen.

Unterm Strich funktioniert das Konzept. 'Frösche – Meister der Anpassung' schafft es, Begeisterung fĂŒr Amphibien zu wecken und steckt trotz seines ĂŒberschaubaren Umfangs voller interessanter Inhalte.

FĂŒr alle, die Frösche mögen oder sich fĂŒr Naturthemen begeistern können, ist das eine klare Empfehlung – und fĂŒr echte Froschfans sowieso PflichtlektĂŒre.

Und wĂ€hrend meine Gedanken noch zwischen Teichrand und Froschkonzert nachhallen, passt ein musikalischer Ausklang perfekt: Klaviermusik vom Feinsten – die Vivaldi Variation von Florian Christl.

Frank 

  



 

Samstag, 28. Februar 2026

Begonia darthvaderiana – die dunkle Seite, aber pflegeleichter

Bei meiner neuen Begonie handelt es sich um eine Hybride aus der legendĂ€ren Begonia darthvaderiana aus Sarawak und einer bislang unbekannten zweiten Art aus der Sektion Petermannia. Ganz genau weiß das niemand. Ihre genaue Abstammung liegt im Nebel der botanischen Geschichte verborgen. Fest steht jedoch: als das Original erst 2014 in den Nebeln der RegenwĂ€lder Borneos entdeckt und als Begonia darthvaderiana beschrieben wurde, war die Begeisterung groß.

Dunkle, samtige BlĂ€tter, ein Name mit maximaler AutoritĂ€t und eine Erscheinung, die sofort klar machte: das ist keine gewöhnliche Begonie und zwar in jeder Hinsicht. Denn es stellte sich schnell heraus, dass sich das Original in Kultur ungefĂ€hr so nachsichtig verhĂ€lt wie Darth Vader auf Ausreden - mit Null Toleranz. 

 

Begonia darthvaderiana 1

 

Deshalb begann man zu kreuzen und zu hoffen, dass am Ende etwas entsteht, das nicht bei jeder kleinen Störung zur dunklen Seite wechselt.

Meine Begonie ist nun das Ergebnis eines solchen Versuchs. Optisch steht sie der echten darthvaderiana jedoch erstaunlich nahe. Der Unterschied: ein etwas breiterer heller Blattrand und zufĂ€llig verteilte grĂŒne Punkte – als hĂ€tte der Imperator persönlich ein paar zusĂ€tzliche Sternensysteme in die Galaxiekarte eingezeichnet. Das ist auch der Grund, warum die Kreuzung als Begonia darthvaderiana „Green Spots“ verkauft wird, streng genommen handelt es sich jedoch nicht um die reine Art. Man könnte deshalb sagen: offiziell imperiale Optik, technisch gesehen eine Allianzlösung.

 

Begonia darthvaderiana 2

 

Jetzt zur guten Nachricht: Sie ist deutlich robuster als das Original und verlangt im Gegensatz zur echten Begonia darthvaderiana keine permanente Überwachung durch einen Jedi-Meister (der ich in Sachen Pflanzenpflege definitiv auch nicht nur ansatzweise bin 😀). 

Die weniger gute Nachricht: Wohnzimmerpflanze wird sie trotzdem nicht. Ein Greenhouse oder Terrarium bleibt weiterhin Pflichtprogramm. Im Zoozimmer wird sie deshalb in das Greenhouse einziehen. 

Übrigens: laut Literatur soll sie mit erstaunlich großen, rosafarbenen BlĂŒten ĂŒberraschen – ein unerwartet freundlicher Kontrast zu ihrem dĂŒsteren Blattwerk. Mal sehen, ob ich das mal hinbekomme. 

Kurz gesagt: dramatisches Aussehen, aber deutlich weniger Diva als das Original.

Gruß 

Frank 

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