Der Rote Ritter
Der Rote Ritter. Eine Geschichte von ParzivĂąl ist das Hauptwerk des Schweizer Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers Adolf Muschg (* 1934). Der 1000-seitige Monumentalroman wurde 1993 veröffentlicht und ist eine moderne Interpretation des Parzival-Epos von Wolfram von Eschenbach aus dem frĂŒhen 13. Jahrhundert.[1] Sowohl im mittelalterlichen Vorbild als auch in Muschgs Werk geht es um den exemplarischen Reifungsprozess des jungen Mannes ParzivĂąl (altfranzösisch Parceval âmitten durch (das Tal)â) als Ritter und Erlöser. WĂ€hrend Wolframs Parzival als RollentrĂ€ger dargestellt wird, tritt Muschgs Hauptfigur als Individuum mit psychologischen Facetten und Ambivalenzen auf. Die Idee der Erlösung durch das AufspĂŒren des Heiligen Grals, die im Original eine tragende Rolle spielt, löst Muschg postmodern durch dessen Verschwinden und damit dem Ende des GlĂŒcksversprechens auf.[2.1][3]
Wie in Wolframs höfischem Epos erzĂ€hlt Adolf Muschg die Geschichte des naiven JĂŒnglings oder gar DĂŒmmlings ParzivĂąl, der hinaus in die Welt zieht, um diese zu entdecken und sich schlieĂlich selbst zu erkennen, parallel zu Episoden des Ritters GĂąwĂąn auf der Suche nach Liebe. Muschg beschreibt diese hindernis- und erkenntnisreichen Stationen nicht nur durch die Entwicklung des Bewusstseins der Helden, sondern verbindet zugleich das ritterliche Mittelalter mit der bĂŒrgerlichen Moderne.[4] Muschg arbeitete mit einer FĂŒlle von intertextuellen BezĂŒgen und wĂ€hlte einen anderen ErzĂ€hlstil als die mittelhochdeutschen Epiker Wolfram (Parzival, Titurel, Willehalm), Hartmann von Aue (Erec und Iwein), Gottfried von StraĂburg (Tristan), Heinrich von Veldeke (Eneasroman) und das Nibelungenlied.[5.1]
Entstehungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Adolf Muschg nannte die 1983 erschienene âgenuĂreiche Ăbertragungâ des mittelhochdeutschen Parzival von Wolfram in neuhochdeutsche Verse durch Dieter KĂŒhn eine âkongeniale Nachschöpfungâ. KĂŒhn ĂŒbernahm das metrische Schema Wolframs, verzichtete aber auf Reimung, wenn sie sich nicht zwanglos anbot. Muschg bewertete KĂŒhns Nachdichtung als ânatĂŒrlich, ohne gefĂ€llig zu wirkenâ. Es stelle sich die Frage, warum âwir uns diese kraftvollen Figuren Wolframs so lange entgehen lieĂenâ.[2.2]
Adolf Muschg hielt Wolfram fĂŒr einen âSpielmeister der ganz groĂen humanen Kompositionâ und dessen Parzival fĂŒr âeines der bedeutendsten Werke unserer und aller Literaturâ.[2.3] Er begann seine Arbeit an Parzival mit einem Referat, das er 1953 in Max Wehrlis Parzival-Seminar mit dem Titel âParzival und die Minneâ gehalten hatte. Dort hatte er dargelegt, wie Wolfram von Eschenbach die Farbkontraste rot/weiĂ fĂŒr die Minne sowie schwarz/weiĂ fĂŒr das Gralsthema gezielt als Strukturelemente einsetzte.[6] Das Parzival-Thema lieĂ ihn nie wieder los. Vor der Veröffentlichung 1993 arbeitete er âganz ĂŒberwiegend zehn Jahreâ an seinem Hauptwerk, wie Dokumente aus seinem Bestand im Schweizerischen Literaturarchiv belegen[6] und er selbst bekundete.[2.4]
Zu seiner Faszination an Wolframs Parzival-Epos schrieb Muschg: âDas Buch sah in meinen Augen wie eine Wegkarte aus, nach der ich eines Tage gehen muĂte, um ins Zentrum der Welt zu gelangen. DaĂ sie sich nicht dafĂŒr eignete, muĂte ich erfahren, als ich den darin verzeichneten Marken nachreiste; je weg-weisender sie mir erschienen, desto tiefer fĂŒhrten sie ins Dunkel.â[2.4] Er habe sich darin âeinen Vers auf Gott und die Welt, Körper und Therapie, das rechte und das unrechte Lebenâ gemacht und seine âpersönliche Ăberzeugung zum bestenâ gegeben.[2.5] Weiter schrieb er: âIch bekam von Wolframs Vorlage nicht heraus, was ich von ihr (etwa als Germanist) schon wissen konnte, und ebenso wenig, was ich ĂŒber mich selbst schon zu wissen glaubte. [âŠ] Im Grund stand ich selbst immer wieder als DĂŒmmling vor dem Roman-Personal: es schien sich fĂŒr meine idĂ©es fixes nichts zu erwĂ€rmen, hatte, im Gegenteil, seine Freude daran, [âŠ] meines vermeintlichen Vorwissens zu spotten. DafĂŒr habe ich, Wolfram nach-erzĂ€hlend, Dinge erfahren, auf die ich im intimsten Tagebuch nicht gekommen wĂ€re.â[2.6] Konkret bezog er sich im Privaten auf eine âschmerzhafte Lebenswende, die Verlustanzeige einer Ehe, den Versuch einer neuen Bindungâ, sowie im Ăffentlichen u. a. auf âdie nachhaltige Desillusion politischer Wunschbilder, der Entzivilisierung des allgemeinen Lebensstils bei galoppierendem Schwund der ökologischen Lebensgrundlagenâ.[2.7]
Muschg macht dem Leser von Anfang an klar, dass es sich nicht um eine authentische Fabel handelt, sondern um âeine Geschichte unter anderenâ. Seine Auseinandersetzung mit dem mittelalterlichen Gralsroman enthĂŒlle sich als spielerische Auseinandersetzung mit dem Spiel: âHeiĂt mit dem Spiele spielenâ (wie im Motto am Anfang des Epos aus Nathan der Weise zitiert).[7.1] Ăber sein Schaffen resĂŒmierte er 1993:
âParzival [âŠ] mag ein gefundenes Fressen sein fĂŒr Gottsucher und Sinnhuber â fĂŒr den Schriftsteller ist er ein verfluchter Stoff. Er bringt ihn in stĂ€ndige Versuchung, bei den Letzten Dingen anzulangen, bevor die nĂ€chsten besorgt sind. Das heiĂt: er bleibt ihnen den Respekt vor der Undurchsichtigkeit schuldig, und, keineswegs nebenbei, dem Leser den Respekt vor seiner Freiheit. Das geoffenbarte Geheimnis ist in der Kunst der flache Weg. Es hilft nichts, wenn er mit den besten VorsĂ€tzen gepflastert ist: Unerbittlich fĂŒhrt er an der Erfahrung vorbei â er ist, kurzum, der Gralsweg des Dilettantismus, gesĂ€umt von New-Age-Boutiquen und Discountern des Tiefsinns.â
Der Rote Ritter ist seinen Kindern Konrad, Philipp und Benjamin gewidmet.
Aufbau
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Das Titelblatt des Werks verwendet eine humoristische Darstellung einer Turnierszene aus dem Stundenbuch des Engelbert von Nassau.
Das Epos beginnt mit âPstâ (der leise Ruf SchiĂŽnatulanders an SigĂ»ne) und endet mit âPstâ (das Gebot CondwĂźr ĂąmĂ»rsâ an ParzivĂąl, das Geheimnis zu bewahren). Es ist streng gegliedert in vier BĂŒcher mit jeweils 25 Kapiteln auf ca. 245 Seiten. Damit greift Muschg die 25.000 paarweise gereimten Verse von Wolframs Original auf.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ă€uĂere Handlung und der Ablauf des Epos entspricht (mit Ausnahme des Endes) Wolframs Original und beschreibt die hindernisreiche Entwicklung eines naiven jungen Mannes auf der Suche nach dem GrĂąl (bzw. dem GlĂŒck) als seiner Lebensaufgabe. Muschg verbindet die mittelalterliche Gralsmythologie mit moderner Sinnsuche und spart nicht mit Anspielungen auf neuzeitliche Erkenntnisse und UmstĂ€nde[4] im Sinn einer âmodernen Interpretation des mittelalterlichen Parzivalsâ als âVorwand fĂŒr die Schöpfung eines ganz neuen interkontextuellen Universumsâ.[7.2]
Muschg erwÀhnt die Vorgeschichte von Gahmurets Ritterfahrten und Heirat Belakùnes, der Königin von Zazamanc, nur am Rande und springt mitten ins Geschehen des Turniers von Kanvoleis. Er reichert die Episoden des Liebespaars Sigûne und SchiÎnatulander mit Inhalten von Wolframs Titurel an.
- Buch I (âNiederkunftâ) beschreibt zunĂ€chst das Werben der Ritter um Herzeloyde, der jungfrĂ€ulichen Witwe des Castis von WĂąleis, im Turnier von Kanvoleis. Gahmuret, der unbekannte Heide aus dem Morgenland, setzt den Favoriten LĂ€helĂźn bereits im Vorkampf, der âlustigen BĂ»hurtâ, hinters Pferd. Herzeloyde erklĂ€rt Gahmuret vorzeitig zum Sieger und damit zum Herrscher ĂŒber WĂąleis. Dann folgt die ausfĂŒhrliche Beschreibung der Hochzeitsnacht und der Zeugung ParzivĂąls. Der jugendlich ungestĂŒme GĂąwĂąn, Neffe des Königs ArtĂ»s, will Gahmuret herausfordern, gibt sich aber stattdessen mit der Ausbildung zum Ritter bei Gurnemanz zufrieden. Gahmurets reist nach Anschouwe ab, um das Erbe seines Bruders anzutreten. Ăber diverse Episoden endet das Buch mit der Geburt ParzivĂąls. (Wolfram: Buch I bis III)
- Buch II (âAuszugâ) umfasst die streng abgeschottete Kindheit und Jugend ParzivĂąls, den seine Mutter nur das âLiebesĂŒĂegutekindâ und âDusĂŒĂerlieberâ nennt, in der Eremitage SoltĂąne. Als er eines Tages einen ihm gottgleich scheinenden Ritter sieht und ihm nachstreben will, lĂ€sst Herzeloyde den unwissenden Sohn nur im Narrenkleid und vielerlei Ermahnungen in die Welt ziehen. Erst von seiner Tante SigĂ»ne erfĂ€hrt er seinen Namen ParzivĂąl. Mit seiner lĂ€cherlichen Ausstattung hat er seinen ersten belachten Auftritt am ArtĂ»shof. Mit einer Saufeder (GabilĂŽt) schlĂ€gt er den Ritter Ăther tot, um dessen rote RĂŒstung und Pferd zu erobern. Es folgt die ritterliche Ausbildung des âRoten Rittersâ bei Gurnemanz, der ihn beilĂ€ufig ĂŒber den Vater Gahmuret aufklĂ€rt. SchlieĂlich befreit ParzivĂąl die belagerte und ausgehungerte Stadt Pelrapeire und vermĂ€hlt sich mit der Herrin von BrĂŽbarz, CondwĂźrs ĂąmĂ»rs, die ihn zur Liebe hinfĂŒhrt. (Wolfram: Buch IV und V)
- Buch III (âEngfĂŒhrungâ) beschreibt, wie sich ParzivĂąl auf die Gralsburg Munsalvaesche verirrt und versagt, die entscheidende Frage zu stellen. Beim zweiten Besuch des Artushofs wird er in die Tafelrunde aufgenommen und muss den Fluch der GrĂąlsbotin Kundry ĂŒber sich ergehen lassen. ParzivĂąl verleugnet seine IdentitĂ€t als ArtĂ»sritter, zieht Sack statt RĂŒstung an und verkleidet sich mit PerĂŒcke und falschem Bart. So, in der Rolle des Knechts,[7.3] begleitet er GĂąwĂąn inkognito als âBlaues Wunderâ bei seinen Abenteuern in fernen LĂ€nder und rettet ihn mehrmals aus gefĂ€hrlichen Situationen. Er verlĂ€sst GĂąwĂąn, um dessen Brief an seine Erzieherin Ginvover, ArtĂ»s Frau, zu ĂŒberbringen.
Am ArtĂ»shof zieht er erneut seine rote RĂŒstung an, um die âWunde beim GrĂąl zu verschlieĂenâ. Beim Einsiedler Trevrizent, dem Bruder des GrĂąlskönigs Anfortas, hört ParzivĂąl die Predigt der sieben TodsĂŒnden und erfĂ€hrt, dass sich der GrĂąl weder suchen noch finden lĂ€sst. Trevrizent bringt ihm das â fĂŒr Ritter ungewöhnliche â Lesen bei mit der BegrĂŒndung: âWer nicht lesen kann, junger Herr, dem schreiben die Pfaffen ihre TodsĂŒnden vor!â
SchlieĂlich besteht GĂąwĂąn die Herausforderung auf dem Zauberbett LĂźtmarveile und befreit die in Klinschors Zauberburg Schastelmarveile gefangenen Frauen. Das Buch endet mit dem fast tödlichen Zweikampf zwischen GĂąwĂąn und ParzivĂąl, den er fĂŒr seinen (und OrgelĂ»ses) Widersacher Gramovlanz hĂ€lt. (Wolfram: Buch VI bis XIV)
- Buch IV (âDie Kroneâ) beginnt mit den Vorbereitungen des Zweikampfs zwischen dem schwer verwundeten GĂąwĂąn und dem berĂŒchtigten Ritter Gramovlanz, den OrgelĂ»se fĂŒr den Tod ihres Mannes Cidegast von LĂŽgroys bestrafen will. Doch ein stundenlanger unentschiedener Kampf zwischen ParzivĂąl und dem ihm unbekannten FeirefĂźz, seinem âschwarz-weiĂ geflecktenâ Halbbruder, verĂ€ndert den Lauf der Geschichte und verhindert GĂąwĂąns Zweikampf mit dem âTotschlĂ€gerâ Gramovlanz.
Die GrĂąlsbotin Kundry verkĂŒndet die Berufung ParzivĂąls zum GrĂąlskönig. ParzivĂąl betritt mit FeirefĂźz und einigen Vertrauten das lange verschlossene Munsalvaesche und erlöst Anfortas mit den Worten âOheim, was tut dir weh?â Er sieht den GrĂąl, der ihm unverstĂ€ndlich deutet âWell doneâ und âThatâs itâ.
ParzivĂąl sucht und findet CondwĂźrs ĂąmĂ»rs und seine Söhne Kardeiz und LoherangrĂźn in Begleitung LĂ€helĂźns, der sich zum FĂŒrsten ĂŒber viele LĂ€nder erhoben hat.
ParzivĂąl leidet unter der Verantwortung als Herrscher ĂŒber das unwohnliche Munsalvaesche, wo die Gralsjungfrauen ihr Leben einzeln in finsteren Zellen verbringen und sie nur zur wöchentlichen Zeremonie des GralsprĂ€sentation verlassen. Der Heide FeirefĂźz lĂ€sst sich taufen, um die GralstrĂ€gerin Repanse de Schoye fĂŒr sich zu gewinnen. Der GrĂąl aber, als er erneut gezeigt wird, schweigt und beschert keine ĂŒppigen Speisen mehr. Er verschwindet ebenso spurlos wie Munsalvaesche. FeirefĂźz macht sich mit Repanse de Schoye und groĂem Gefolge auf in Richtung Osten, ParzivĂąl zieht mit seiner Familie ĂŒber den ArtĂ»shof nach Kanvoleis.
Am Ende des Werks folgt ein umfangreiches Namensregister mit einer kurzen Charakterisierung der handelnden Personen (inkl. Index) und das Inhaltsverzeichnis der 100 Kapitel. Das letzte Kapitel (IV.25 âDer Leser: Worin die Hauptperson dieses Buches ihr Geheimnis verrĂ€t und das Hundert voll machtâ) ist leer und wird nur mit Seitenzahl âhic et ubiqueâ, also âhier und ĂŒberallâ, angegeben. So ĂŒbergibt Muschg die Hauptrolle des ErzĂ€hlers dem Leser, der âgerade einen bedeutenden Prozess der literarischen Verinnerlichung abgeschlossen hatâ,[5.2] um die Fabel weiter zu schreiben.[7.4]
Muschgs ErzÀhlstil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Muschg gibt den versbasierten ErzĂ€hlstil Wolframs auf.[5.2] Er versagt seinem ErzĂ€hler den allwissenden Blick ĂŒber die Ereignisse und fĂŒhrt stattdessen drei âgeheimnisvolleâ Eier als âAgenten dieser ErzĂ€hlungâ ein, um mit âgehobener Mitwisserschaftâ auch verborgene Handlungen und Gedanken der Protagonisten aufzudecken. PekadĂź, ein Ei mit Mund, spricht alles aus und âweiĂ so viel mehr ĂŒber die Figuren, als sie selbstâ; KadipĂȘ, ein Ei mit Ohr, hört auch âdas Seufzen der Kreaturen und die TrĂ€nen der Dingeâ; DipekĂą, ein Ei mit Auge, ist offen fĂŒr alles und âgeht in seinem Möglichkeitssinn ĂŒber das bloĂ sehende Auge hinausâ.[8] Am Ende der Geschichte sĂ€ttigen die drei Eier die Bewohner Munsalvaesches, weil der GrĂąl ĂŒppige Speisen verweigert.
Der Dramaturg und Schriftsteller GĂŒnter Blöcker verwies auf Muschgs âsprachliche SouverĂ€nitĂ€t, das hoch entwickelte Vermögen, komplizierten seelischen TatbestĂ€nden aphoristisch beizukommen, sie auf eine knappe, oftmals ĂŒberraschend graziöse Formel zu bringenâ.[9] Die Germanistin Alexandra Chiriac lobte Muschgs âBrillanz durch einen Stilpluralismus und eine Vielzahl von Metaphern und Zweideutigkeitenâ mit âunterschiedliche[n] Sprachen und Sprachstile[n], sei es der gespreizte Stil des 18. Jhds. (GĂąwĂąn, SigĂ»ne), sei es der moderne Jargon der zeitgenössischen jĂŒngeren Generation (SchiĂŽnatulander), sei es die derb anmutende Sprache, mit der die SexualitĂ€t metaphorisiert wirdâ.[7.5] Eingestreute quellentreue Ăbersetzungen wirkten âteilweise als eine Persiflage, teilweise als eine Hommage auf Wolframâ, lösten beim Leser Heiterkeit aus und offenbarten âeine ironische Haltung gegenĂŒber dem Originaltextâ.[7.5]
Die folgenden Zitate zeigen exemplarisch Muschgs erzĂ€hlerische Technik zur postmodernen Neuschaffung des mittelalterlichen Ritterepos in SchlĂŒsselszenen. Ironische Elemente lassen den Leser direkt an dem âDekonstruktions- und Rekonstruktionsvorgang von stark in der literarischen und kulturellen Tradition eingeprĂ€gten Modellenâ teilnehmen.[7.6]
SchlĂŒsselszenen in Buch I
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Muschg deutet Gurnemanz von Graharz, das Vorbild der ritterlichen Ausbildung, im schwachen Kampf gegen LÎt, Gùwùns Vater, wÀhrend des Werbens um Herzeloyde psychologisch:
âBemerkt ihr, wie der Arme Ritter [Gurnemanz] eins ist mit seinem Tier? Eins mit dem Ritt, will sagen: voller Ruhe auch in der stĂ€rksten Bewegung? Vom Ende seiner Lanze könntet ihr eine gerade Linie ziehen zum Zentrum seiner Bereitschaft unter dem Falkenhelm. Ungeteilt, wie sie sind, werfen RoĂ und Reiter ihr vereinigtes Gewicht auf die Spitze mit dem Krönchen, wer soll ihr widerstehen? Der Gegner ist schon geworfen, bevor sie ihn berĂŒhrt.
Er wĂ€re geworfen. Er mĂŒĂte schon gefallen sein. Wie kommt es nur, daĂ Herr LĂŽt nicht fallen wird?
Seht hin: Herrn Gurnemanz fehlt etwas.
Auf dem Affenfelsen wissen sie schon Bescheid: er hat ein Kind verloren, und eine Hausfrau dazu. Wie soll ein Mann noch fröhlich reiten, mit solchen SchlĂ€gen im RĂŒcken?â
Herzeloyde erwĂ€hlt Gahmuret vorzeitig als Gewinner des Turniers, besucht ihn in seinem Zelt und gibt sich ihm lustvoll hin, âabweichend von der rigorosen EheschlieĂungspraxis des Mittelaltersâ:[7.7]
âEr hatte das lange Kleid geöffnet, und dann auch die Beine. Dazwischen stand ihm ein Schwert. Er hielt es am Schaft, wĂ€hrend sie sich darauf niederlieĂ, schwer und langsam, wie zu einer Geburt. Das Blut lief von ihrer Hand ĂŒber die seine, die sie drĂŒckte, bis die Last ihres Leibes beide HĂ€nde vertrieben hatte. Die Frau schlang ihre Arme um den Kopf des Mannes, der aber zog sein offenes Kleid wie einen Mantel in ihrem RĂŒcken ĂŒber den verdoppelten Leib. VierfĂŒĂig gekreuzt ragten ihnen die Beine aus dem tuchenen Versteck hervor; schwebend, nur vom Atem bewegt, das eine Paar; das andere gegen die Erde gestreckt, mit eingestemmten Fersen und vortretenden Sehnen.â
SigĂ»ne, ParzivĂąls Kusine, entdeckt eine âmysteriöse Lesetafelâ, die sich selbst âIch GardevĂźasâ nennt und als âmetafiktionale Ebeneâ wie ein rudimentĂ€rer Laptop flimmert:[7.8]
âIhr gedankenloser Blick schlich ĂŒber die Reihe der kunstvoll beschlagenen Schwarten und Skripte. Plötzlich blieb er auf einem grĂŒnen Streifen haften. [âŠ] Sie stieg vom Lesehocker und zog den Gegenstand aus Reih und Glied. Er war von ungewöhnlichem Gewicht. Und es war kein Buch, sondern eine in grĂŒne Seide eingeschlagene Platte oder Tafel, die sich um ein geschmiedetes Scharnier öffnen lieĂ. [âŠ] Dann aber begann es in der Tafel zu wimmeln und zu laufen; Kringel, huschende Zeichen, Andeutungen von Figur, die in einem Punktgestöber auftauchten und wieder untergingen. [âŠ] Immer deutlicher fĂŒgte sich das Gezappel zu Zeichen zusammen, zu einer Schrift. In stark vereinfachten Lettern stand da zu lesen: Hoi SigĂ»ne.â
Im weiteren Verlauf âspieltâ SigĂ»ne mit GardevĂźas und tippt mit dem Finger auf das Glas, als wĂ€re er ein interaktiver Touchscreen, bis er mit âOkeehâ antwortet. Dies ist eine Anspielung auf den GrĂąl, der als âDas Dingâ oder âDer Steinâ ebenfalls geschriebene Botschaften von sich gibt.
SchlĂŒsselszenen in Buch II
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schon als Kind zeigt ParzivĂąl eine ĂŒbernatĂŒrliche Begabung fĂŒr den in sich selbst ruhenden und selbstverstĂ€ndlichen Einsatz seiner Kraft:
âVon ParzivĂąls LeibeskrĂ€ften werden schon auf SoltĂąne Wunder berichtet. Ein kindlicher Kraftmeier war er nicht, nicht einmal ein starker Range. Der Eindruck von Kraft beruhte auf der Leichtigkeit, mit dem ihm alles von der Hand ging. Kein Muskel tat mehr als nötig, und leistete eben so viel mehr als einer, der sich anstrengt und mit dem Rest von Kraft auskommen muĂ, der noch bleibt, wenn man sich durch Anstrengung selbst gefesselt hat. Was ihr Anstrengung nennt, ist ja nichts weiter als die unselige Meinung, ihr hĂ€ttet mehr KrĂ€fte frei, wenn ihr euch stĂ€rker verkrampft.â
Bei seiner ersten Begegnung mit einem hell strahlenden Ritter im Wald von SoltĂąne hĂ€lt er Karnachkarnanz von Ulterlec fĂŒr einen Gott:
âEr sieht ein Pferd, aber was fĂŒr eins! Es ist mit den Fuhr- und PfluggĂ€ulen auf SoltĂąne nicht von ferne zu vergleichen. Es geht in weiĂer Seide wie die schönste Braut. Sein Ăberwurf schleift den Tau von den Zweigen. Oder ist es Gottes Mantel, so lang, daĂ er mit der Pferdedecke zusammenflieĂt? Auch die SteigbĂŒgel [âŠ] sind von wunderbarer LĂ€nge. [âŠ] Und am Sattel schwingt ein Schild hin und her, auf dem ein blauer Vogel fliegt, der NĂ€gel ungeachtet, die ihm durch den Leib getrieben sind. Und wie blitzt des Schildes Rand! Denn da sind frische Scharten hineingeschlagen, die immer noch Funken sprĂŒhen. Auch die Beinschienen glĂ€nzen; und nur wenig dunkler schimmert der Kettenpanzer. DafĂŒr strahlt der Helm wieder wie nicht gescheit. [âŠ] Gott hat ein helles Schwert umgebunden.â
Herzeloyde stattet ParzvĂąl als Ritter im Narrenanzug aus: eine elende MĂ€hre, ein Sackkleid aus einem StĂŒck, zu groĂe Bauernstiefel aus schlecht gelagerter stinkender KĂ€lberhaut. Sie wollte ihn dem Spott aussetzen, damit er âwieder zu ihr heimstolpereâ:
âAber ach, die SoltĂąner taten etwas Ărgeres als zu lachen, als sie ParzivĂąl auf der MĂ€hre sitzen sahen. Sie stutzen, sie strahlten. Er saĂ bar jeder Reitkunst auf der hĂ€ngenden Kruppe. Kaum wuĂte er, wie man die ZĂŒgel hĂ€lt, geschweige denn, wie man sie fĂŒhrt. Und dennoch saĂ er gut. Das Bild, das so sehr zum Lachen war, hatte sein Richtigkeit.
Die Mutter sah, wie ihr ausgetifteltes Narrenwerk an ParzivĂąl zuschanden wurde.â
Bei seinem ersten Auftritt am ArtĂ»shof wird er belacht und ĂŒberbringt eine Nachricht von einem roten Ritter, der âdort drauĂen auf Einen wartet, und nicht den feigstenâ. Der Hofmarschall Keie schickt das âBĂŒbleinâ zum Kampf zurĂŒck, wenn er denn unbedingt die rote RĂŒstung Ăthers haben wolle, der die Herrin GinovĂȘr beleidigt habe. ParzivĂąl glaubt, mit dem roten Ritter LĂ€helĂźn vor sich zu haben, der seiner Mutter zwei Reiche stahl. Es kommt zum kurzen â ganz unritterlichen â Kampf, nachdem ihm ParzivĂąl den Anspruch auf seine RĂŒstung erklĂ€rte:
âCela suffit maintenant! zischte der Gepanzerte. â Er drehte seine Lanze um und stieĂ das stumpfe Ende ParzivĂąl gegen die Brust, daĂ der zurĂŒckflog. Der StoĂ war ziemlich ernsthaft. ParzivĂąls Sacktuch zerriĂ und fĂ€rbte sich mit Blut.
Er lag nur einen Augenblick benommen und kam wieder auf die FĂŒĂe; und fast ebenso schnell sprang ihm ein GabilĂŽt [WurfspieĂ zur Saujagd] in die Faust. Er brauchte kaum zu zielen. Die bĂ€urische Waffe fand von selbst die Ritze im Helm, brach sie auf und fuhr hinein, mit einem abscheulichen Knirschen, als wĂ€ren Steine oder Scherben dahinter und kein verletzliches Auge. Die Spitze schoĂ sogar durchs Nackengehenk wieder heraus. Recht mittendurch!â
Gurnemanz, der âErzieher zur Ritterschaftâ, bringt Parzival ritterliche Haltung und Anstand bei. WĂ€hrend der ErzĂ€hlung der Schöpfungsgeschichte durch Lßùze, Gurnemanzâ Tochter, zweifelt ParzivĂąl an Gott, weil er mit der Schlange die SĂŒnde in die Welt setzte:
âAber wĂ€re es Gott nicht leicht gefallen, fragte ParzivĂąl, sie gar nicht erst zur SĂŒnde zu schaffen? Er hĂ€tte sie nur ĂŒberhaupt nicht zu schaffen brauchen, oder nicht so verschieden. Denn erst in ihrer Verschiedenheit ist ja die SĂŒnde zu finden, wenn ich Euch recht verstehe. [âŠ] Also wozu soll nun der Unterschied zwischen Mann und Frau gut sein, und worin besteht sein Witz.
Witz? fragte Lßùze entgeistert, Ihr fragt wohl nach dem Sinn und der tieferen Bedeutung. Eure Unschuld hat sich so grĂŒndlich im Wort vergriffen, daĂ ich geradezu die SĂŒnde herausblicken sehen kann.â
SchlĂŒsselszenen in Buch III
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Suche nach dem GrĂąl â seiner GlĂŒckutopie â und seiner Frau CondwĂźr ĂąmĂ»rs wird ParzivĂąl auf den ArtĂ»shof eingeladen. Königin EkubĂą, eine Schönheit aus dem Morgenland und FeirefĂźzâ Botschafterin, fragt ihn nach seinem ihm unbekannten Vater:
âIch habe ihn nie gekannt, sagte ParzivĂąl, er ist geblieben, im Morgenland.
Das tut mir leid, antwortete die Heidin, denn es bekommt einem Menschen wohl, wenn er seinen Vater kennt. Ein unbekannter Vater gedeiht ins UngebĂŒhrliche, statt daĂ man ihm ein vernĂŒnftiges MaĂ fĂŒr die eigene GröĂe abgewinnt. [âŠ]
Ihr Kristen haltet euch fĂŒr MĂ€nner, sagte sei, und das Morgenland fĂŒr weiblich. Ihr trĂ€umt von einem SchoĂ, in dem ihr wieder verschwinden könnt. Aber wenn es ernst wird, packt euch die Angst, und Ihr steigt wieder auf eure hohen Rosse und schwarzen Schiffe.â
Die GrĂąlsbotin Kundry reitet als âKreatur von ungewohnter HĂ€Ălichkeitâ in die Mitte der ArtĂ»srunde und verflucht ParzivĂąl als FrauenschĂ€nder, RĂ€uber, Mörder und Versager bei der GrĂąlsuche:
âEines Tages bist du an den See BrumbĂąne [in der NĂ€he Munsalvaesches] geritten und hast den Fischer gesehen. Er hat dir Obdach gegeben. Du bist empfangen worden als eine Hoffnung. Du hast die blutige Lanze gesehen und die schneidenden Messer. Du hast MĂ€nner stöhnen gehört und Frauen seufzen. Du hast den Fischer wiedergesehen, den König [Anfortas] der Burg. Du konntest sehen, dass er litt ĂŒber jedes MaĂ. Du hast nichts gehört. Du hast nichts gesehen. [âŠ]
Es gibt ein Wort, das wirkt Wunder, wenn es von Herzen kommt. Es versetzt Berge und heilt Wunden. [...] Du hast es nicht gesprochen. [...] Du bist verflucht. [...]
Parzivùl sah ihr in die Augen, die Augen Kundrys, Condwßr ùmûrs. Und er sah, wie die Klarheit dieser Augen glÀnzend wurde, wie sich eine TrÀne von den Lidern löste.
Ja, sagte ParzivĂąl. â Das ist wahr.â
In einem 26-tĂ€gigen Schnellkurs, jeden Tag ein Buchstabe des ABC, bringt Trevrizent ParzivĂąl das fĂŒr Ritter ungewöhnliche Lesen bei, beispielsweise das âGâ zu Anfortasâ UnglĂŒck im GrĂąl:
âGrĂąl, Gottes gewaltig Geheimnis.
Gier nach gewöhnlichem GlĂŒck goĂ Gift in das gebenedeite GefĂ€Ă.
Greisenhaft gefror GrĂąlskönigs Gebein. [âŠ]
Gern wÀr gestorben der gramvoll Gekrönte.
Gehindert hat's die grausame Qual des GrĂąls.â
Mit diesen Kenntnissen reitet ParzivĂąl als Roter Ritter und âreitender Leserâ durch eine âalphabetisierte Landschaftâ[5.3] und âwatete durch Rosche RabbĂźns [Hauptstadt von Gramovlanzâ Reich] wie durch eine zur stark gewĂŒrzte Buchstabensuppeâ.[10] Muschg schmĂŒckt diese Assoziationen weiter aus in der Begegnung mit OrgelĂ»se, die Kriemhilds Rache liest und ihn â sehr direkt aber erfolglos â dazu verfĂŒhren will, Gramovlanz herauszufordern: âNimm dein P heraus und tunkâs in mein O, schreib mich um, wie du glaubst, daĂ ich lauten soll, und ich will O und A dazu sagen!â[11]
SchlĂŒsselszenen in Buch IV
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]LĂ€helĂźn, der âVerwandler von Lehen in Besitz und von Besitz in Kapitalâ, ist Sinnbild fĂŒr den Ăbergang vom Mittelalter zur Neuzeit.[5.2] Er gesteht ParzivĂąl:
âJa, ich wollte Munschalvaesche kaufen. Euer Oheim Anfortas schien mir bankrott genug dafĂŒr. Als er nur noch lag und stöhnte, schien mir auch der Gral hinreichend abgewirtschaftet fĂŒr eine Ăbernahme. â Ich fand keinen GesprĂ€chspartner. Lange schrieb ich's der UnfĂ€higkeit seiner Insassen zu. [...] Dahinter steckt der Gral höchstpersönlich. Der will nicht mit sich reden lassen. Mit dem gibt es kein GeschĂ€ft. Er besteht aus Vorsintflutlichkeit; auf ihr besteht er.â
ParzivĂąl ist bedrĂŒckt vom lustfeindlichen Munsalvaesche, ĂŒber das er eigentlich nicht herrschen will, und verzweifelt an seiner Suche nach dem GlĂŒck und dem Sinn seines Lebens:
âMunsalvaesche war nach seiner Erlösung kein wohnlicher Ort geworden. Er wuĂte weniger denn ja, woran er mit dem GemĂ€uer war, und die GewiĂheit, die er in den Armen seiner Frau suchte, wollte nicht lange vorhalten. Sie machte rascher satt, die entbehrte Lust, als im lieb war. [âŠ] Und wenn er wach lag im Morgengrauen, spĂŒrte er den Schauder des Verdachts: daĂ sich der Mensch von Grund auf nicht vertrage mit dem GlĂŒck und nicht dafĂŒr geschaffen sei. [âŠ] Wohin fehlt der Mensch zurĂŒck, Mann und Frau, wenn er nicht mehr dafĂŒr bestimmt ist, sein GlĂŒck zu suchen, sondern dazu verurteilt, es zu leben?â
Unterschiede zu Wolframs Epos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Handlungsablauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ă€uĂere Handlung und der Ablauf des Epos entspricht weitgehend Wolframs Vorlage und beschreibt die hindernisreiche Entwicklung eines naiven jungen Mannes auf der Suche nach dem GrĂąl. Jedoch bleibt die âUtopie des glĂŒcklichen Endes im Muschgschen Roman sinnentleert: es gibt keinen Heilsanspruch, sondern nur eine Heilsmöglichkeit unter anderenâ.[7.9] Der GrĂąl, frĂŒher Quelle der Ăppigkeit, und die Burg Munsalvaesche verschwinden spurlos. Muschg wĂ€hlte diesen Schluss, weil fĂŒr die heutige Zeit der âAnspruch einer âWeltordnungâ so abgetakelt und verdorben [ist], daĂ seine Rechtfertigung durch die Kunst zum barbarischen Aktâ wĂŒrde.[2.8] Den kommenden Sohn von FeirefĂźz und Repanse beschreibt Muschg nicht als christlichen Priesterkönig Johannes wie Wolfram, sondern sĂ€kular als âKind [âŠ, das] an alle Enden der Welt der Welt zieht, um sie [die Menschen] einzuholen wie ein Fischer sein Netz, damit die Welt darin aufhĂŒpfe vor Freude ĂŒber die Sammlung und einerlei werde in der Liebeâ.[12]
Weitere Unterschiede der Darstellungen von Wolfram und Muschg betreffen GĂąwĂąn. Die ausfĂŒhrliche Wundbehandlung nach dem Kampf im bösartigen Zauberbett LĂźtmarveile durch seine Mutter SangĂźve und GroĂmutter ArnĂźve, wĂ€hrend der sich GĂąwĂąn schlafend stellt, kommt nur bei Muschg vor.[13.1] Dies gilt auch fĂŒr GĂąwĂąns Begleitung von ParzivĂąl auf dem Weg von Munsalvaesche nach Kanvoleis[14], als seine schwierige Beziehung mit OrgelĂ»se thematisiert wird.[13.2]
Aspekte der Darstellung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Muschgs Darstellung unterscheidet sich in mehreren Hauptaspekten von der wolframschen Dichtung:
Figurendarstellung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Figuren der ArtĂ»srunde werden schematisiert dargestellt, die Hauptfiguren (ParzivĂąl, GĂąwĂąn, Trevrizent, Herzeloyde, SigĂ»ne) werden âpsychologisiert und in einer Spannung zwischen âSelbstâ und âIdentitĂ€tâ dargestelltâ.[7.10] ParzivĂąl ist ein âArchetyp dafĂŒr, dass jeder Mensch Gutes und Böses, Leben und Tod, Liebe und Hass in sich birgtâ.[7.6] Der ArtĂ»sritter GĂąwĂąn wird als tiefgrĂŒndiger Charakter geschildert, dessen âinnere Motivationen [âŠ] ein individuelles, nachvollziehbares Einzelschicksal abbildetâ, bis hin zur Desillusionierung seines persönlichen Liebesideals und seiner GlĂŒcksvorstellung.[13.3]
Schon Wolframs Darstellung einer lustvollen SexualitĂ€t zwischen Eheleuten wich von der den rigorosen Normen des christlichen Mittelalters ab. Muschg verschĂ€rft die IndividualitĂ€t seiner Figuren und stellt sie menschlicher und unidealisierter dar. Die Beziehungen Gahmuret â Herzeloyde und SigĂ»ne â SchiĂŽnatulander sind von den Frauen der GrĂąlsgesellschaft geprĂ€gt. Bei ParzivĂąl â Condwir ĂąmĂ»rs und GĂąwĂąn â OrgelĂ»se kommen die MĂ€nner aus einer defizitĂ€ren Eltern-Kind-Beziehung.[7.11]
Der seelisch ausgeglichene GĂąwĂąn ĂŒbernimmt die Rolle des jugendlichen Charmeurs und beglĂŒckt Frauen, die ihn nicht halten werden, jene aber, deren Liebe er ersehnt â seine Mutter SangĂźve und spĂ€ter die âruhelose ungebĂ€ndigte Amazoneâ OrgelĂ»se â lassen ihn an seiner Selbstachtung zweifeln. Der einstige Minneritter muss lernen, mit seinem Schmerz zu leben. Am Ende der Geschichte von GĂąwĂąn steht keine RĂŒckkehr in ein Stammland wie bei ParzivĂąl:[7.12] âEs ist schwer mit mir, sagt GĂąwĂąn leise, ich habe mein Haus nicht gefunden in der Frau, die ich liebe.â[15] Die Germanistin Carla Carnevale stellt fest, dass GĂąwĂąn ihren grausamen MĂ€nnerhass selbstquĂ€lerisch ĂŒber sich ergehen lassen muss.[16.1]
ParzivĂąl erkennt erst durch Gurnemanz und dessen Tochter LiĂąze das Prinzip des MĂ€nnlichen und Weiblichen und entwickelt sich vom kindlichen-naiven TriebtĂ€ter zum verantwortungsvollen Ehemann, der als GrĂąlskönig eine FĂŒhrungsposition ĂŒbernimmt.[16.2] Beim ersten Treffen mit CondwĂźr ĂąmĂ»rs ist ParzivĂąl von der ĂŒberirdischen Gestalt der Königin so beeindruckt, dass er in ihr die Muttergottes sieht und er die schlanke weibliche Gestalt zum Gnadenbild erhebt.[7.13] Nach der Erlösung der GrĂąlsburg stöĂt ParzivĂąl â anders als bei Wolfram â auf Widerstand der verlassenen Condwir ĂąmĂ»rs. Sie Ă€uĂere zurecht VorwĂŒrfe einer allein erziehenden und auf sich selbst gestellten Ehefrau:[7.14] âDu hast gleich zweimal recht, sagte sie, dass ich nĂ€mlich meine Nase in deinen Haushalt stecken musste, nachdem es dir gefiel, die deine bis zum GrĂąl zu erheben. Und du hast nochmals recht, dass ich so wenig daran denken mag wie du, den GrĂąl nur gnadenhalber zu empfangen.â[17]
Der Einsiedler Trevrizent lehrt ParzivĂąl, nicht nach endgĂŒltigen Antworten und Gewissheiten zu suchen, sondern die Divergenzen und GegensĂ€tze zu akzeptieren:[7.15] âAber wenn Ihr kein DĂŒmmling bleiben wollt, kann Euch der Zweifel nicht erspart bleiben, denn er ist hundertmal gottgefĂ€lliger als blöde GewiĂheit.â[18] Durch seine Monologe und sein Alphabet-Fibel wirkt er therapeutisch und analytisch fĂŒr ParzivĂąl, der still aufnimmt statt bekennt.[16.3]
GegenĂŒberstellung verschiedener Gesellschaftsformen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Muschg beschreibt die âEpochenwende von der Zeit des höfischen Rittertums [ArtĂ»srunde und Munsalvaesche als sinnentleerte Anachronismen] zur modernen, marktwirtschaftlich orientierten stĂ€dtischen Gesellschaftsstruktur [insbesondere in der Figur LĂ€helĂźns]â.[7.16] Muschg wies darauf hin, dass âLĂ€helins Figur so etwas wie ein GlaubwĂŒrdigkeitstest fĂŒr mein Projektâ wurde, der âkaufmĂ€nnische Ritter, der die Konjunktur begriffen hatteâ.[2.9]
Munsalvaesche als utopische Lebensform ist erstarrt und spielt in einer materialistischen entidealisierten Gesellschaft nur noch eine symbolische Rolle. Die âSuche nach dem GrĂąl verkörpert [âŠ] nur einen entfernten fabelhaften Traum von einer besseren idealen Gesellschaftsformâ. Am Ende erfĂŒllt der vormals Heilige GrĂąl keine Funktion mehr, weder als Schrift- noch als HoffnungstrĂ€ger:[7.17] âDer GrĂąl aber saĂ nur da und schwieg sich aus.â[19]
Innovationen auf der Sprachebene
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Muschg verwendet viele Sprachstile: den gespreizten Stil des 18. Jahrhunderts (in GĂąwĂąns Briefen an GinovĂȘr), den modernen Jargon der jĂŒngeren Generation mit zahlreichen Metaphern und Zweideutigkeiten.[7.5] Mit AusdrĂŒcken in Englisch und vor allem in Französisch habe Muschg nicht nur die âkulturelle Dominanz des westeuropĂ€ischen Raumes im Mittelalter [betont], sondern er wird damit auch Wolframs sprachlicher Vielfalt gerecht, der âGallizismenâ integrierteâ.[16.4]
Zu diesen EigentĂŒmlichkeiten des Werks zĂ€hlt Muschgs Schreibweise der Eigennamen, die er â wie in der mittelhochdeutschen Vorlage â mit Zirkumflex schreibt (z. B. GĂąwĂąn statt Gawan, GrĂąl statt Gral), um die Aussprache der Vokale zu betonen.
Meta-fiktionale Ebene
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Muschg stellt eine âkritische Distanz zu der mittelalterlichen Quelleâ her und verwendet Anspielungen an andere mittelhochdeutsche Autoren. So gestaltet sich die âLektĂŒre zu einem auĂerordentlichen fruchtbringenden intertextuellen und dialogischen [âŠ] Prozessâ, der die Fabel als âspielerische Auseinandersetzungâ um eine nicht authentische Geschichte betrachtet.[7.18] Muschg beschrieb sein Vorgehen als âdoppelte Optik, die [sich] durch BrĂŒcken und Risse kenntlich machte, gelegentlich auch einen Witz wie Sigunes Computer oder ihr âokeehââ.[2.10]
Farbensymbolik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das schwarz-weiĂe Gefieder der Elster (stellvertretend fĂŒr das Gralsthema) sowie der Farbkontrast Rot-WeiĂ (fĂŒr erotisch gefĂ€rbtes Geschehen) haben bei Wolfram und Muschg eine tragende Symbolik. Schon bei Wolfram steht Schwarz-WeiĂ fĂŒr den Zweifel und die Abweichung vom herkömmlichen Muster, das keine Zwischentöne zwischen Gut und Böse kennt.[2.11] Nach der Ernennung zum GrĂąlskönig lĂ€sst Muschg ParzivĂąl befehlen, die Taube, das Sinnbild des Heiligen Geistes, im Wappen von Munsalvaesche durch eine Elster â den Vogel des Satans? â zu ersetzen.[20] Der gescheckte FeirefĂźz, vorĂŒbergehender Statthalter von Munsalveasche, stellt fest: âSie ist wie ich!â und erfĂŒllt den Wunsch, so dass am Abend die Elster auf allen Schilden von Munsalvaesche abgebildet ist.[21] Dies ist nach Muschg ein weiterer Akt der SĂ€kularisation, die bereits in Wolframs Fassung aufschien, die âweder die SexualitĂ€t verketzern noch die Frauen verteufeln magâ und âauch im Heiden ein wĂŒrdigen Gegenspieler erkenntâ.[2.12]
Literarische Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die literarische Rezeption wĂŒrdigte das Werk einhellig als Muschgs Opus magnum. Es trug wesentlich dazu bei, ihm 1994 als erst drittem Schweizer Schriftsteller nach Max Frisch und Friedrich DĂŒrrenmatt den Georg-BĂŒchner-Preis zu verleihen.[6] Die BegrĂŒndung lautete, dass er âin seinen Romanen, ErzĂ€hlungen, TheaterstĂŒcken und Essays der Gesellschaft einen untrĂŒglichen Spiegel vorhĂ€lt. Auch in seinem letzten groĂen Roman âșDer Rote Ritterâč, der das Mittelalter mit der Gegenwart parabelhaft verbindet, bleibt dies - ob Vorsatz oder nicht - wirksam. GefaĂt in eine Sprache von psychologischer SensibilitĂ€t und zugleich von kritischer Klarsicht beschwören die BĂŒcher Adolf Muschgs die Hoffnung, daĂ den Menschen noch zu helfen sei.â[22] In seiner Dankrede sprach er darĂŒber, was es heiĂt, als Mensch dem Medusenhaupt des Menschlichen ins Antlitz zu blicken.[23]
Rezensionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der MediĂ€vist Peter Wapnewski bescheinigte Muschg im Magazin Der Spiegel âeminente Kenntnis des Stoffsâ, der dem âMenschenversuch aus so panischer wie egoistischer Mutterliebeâ mit einer âSprache wie zu Prosa geronnener Lyrikâ eine neue Wendung gebe. Der Autor genieĂe die âLust des Gebildeten am versteckten Zitatâ, kenne sich aus âin der schwierigen Technik des Turniers und der noch schwierigeren Kunst der Falkenzuchtâ und gebe âdem Elend seinen Gestank und dem Luxus sein Parfumâ. Die anmutige Sprache klinge âwie zu Prosa geronnene Lyrik, Muschg malt Landschaft und Natur mit zartem Pinsel und in durchsichtigen Aquarelltönenâ. Auch nach getaner Lesearbeit bleibe ânachwirkend die Impression einer DaseinsfĂŒlleâ.[24]
Der Journalist Holger Noltze wies in Die Tageszeitung darauf hin, dass Muschgs Tausend-Seiten-Parzival staunenswert und en dĂ©tail dem Original-Parzival folge. Am Ende dieser Geschichte stehe ânicht die Vision einer weltweiten, orientalisch-okzidentalischen Gralsherrschaft, sondern privates FamilienglĂŒck eines abgedankten GralsprĂ€sidentenâ. Besonders âdie Frauen feinzeichnet er mit einem Hang zur psychologischen Totalexplikation. Hier spricht das UnterbewuĂtsein, und man tut gut daran, die Ohren zu spitzen fĂŒr derlei.â Muschg erzĂ€hle âraffiniert, anrĂŒhrend, witzigâ. Kurzum: âEine Geschichte, ein dickes Buch, hochreflektiert, bisweilen spannend, manchmal lĂ€nglich ausgesponnen.â[25]
Der Literaturkritiker Ulrich Greiner verwies in der Wochenzeitung Die Zeit auf âMuschgs Schwatzhaftigkeit, Formulierungsverliebtheit und ErklĂ€rungssuchtâ. Wer die Parzivalgeschichte heute erzĂ€hle, mĂŒsse sie anders erzĂ€hlen: âMuschg weiĂ das. Er tut es, und er kann es. Er muĂ zunĂ€chst das soziale und historische GelĂ€nde sichtbar, anschaulich machen. Denn entweder liest man den âParzivalâ wie ein MĂ€rchen, bei dem sich alles von selber versteht, oder man will wissen, was da eigentlich passiert.â[26]
Ausgaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Rote Ritter. Eine Geschichte von ParzivĂąl. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt 1993, ISBN 3-518-40513-6 (1006Â S.).
- Der Rote Ritter. Eine Geschichte von ParzivĂąl. 3. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-518-39920-0 (1089Â S.).
Das Werk war die Vorlage fĂŒr das TheaterstĂŒck âDer Rote Ritterâ, das 2004 in Hannover in einer Inszenierung von Stefan Otteni uraufgefĂŒhrt wurde.[4][27]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Adolf Muschg: Herr, was fehlt Euch? ZusprĂŒche und Nachreden aus dem Sprechzimmer des heiligen Grals. Suhrkamp, Frankfurt 1994, ISBN 978-3-518-11900-6.
- Carla Carnevale: GesellenstĂŒck und Meisterwerk: Adolf Muschgs Roman âDer Rote Ritterâ zwischen AuserzĂ€hlung und Neuschöpfung des âParzivalâ. Peter Lang, 2005, ISBN 978-3-631-53187-7.
- Alexandra Chiriac: Parzivals Wende. Postmoderne Hypostasen des âParzivalsâ in der deutschsprachigen Literatur am Ende des 20. Jahrhunderts. Hartung-Gorre, Konstanz 2013, ISBN 978-3-86628-480-7 (academia.edu [PDF; abgerufen am 10. Juli 2026]).
- Annette Volfing: Writing New Readers in Adolf Muschgâs Der Rote Ritter. Eine Geschichte von ParzivĂąl. In: Amelie Bendheim, Dennis Disselhoff (Hrsg.): Mittelalter im Medientransfer: Rezeptionswege vormoderner Literatur. transcript, 2025, ISBN 978-3-8394-7295-8, S. 115â132 (englisch, ox.ac.uk [PDF; abgerufen am 13. Juli 2026]).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Literatur. Adolf Muschg â ein grosser Geist erhĂ€lt den Grand Prix Literatur. In: SRF Kultur. 19. Februar 2015, abgerufen am 29. Februar 2024.
- Adolf Muschg: Herr, was fehlt Euch? ZusprĂŒche und Nachreden aus dem Sprechzimmer des heiligen Grals. Suhrkamp, Frankfurt 1994, ISBN 978-3-518-11900-6.
- â Beat Mazenauer: Adolf Muschg - Der rote Ritter. 1993, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 31. MĂ€rz 2019; abgerufen am 30. Juni 2026.
- 1 2 3 Hartmut Krug: Parzival. Der rote Ritter. Deutschlandfunk, 28. MÀrz 2004, abgerufen am 1. Juli 2026.
- Annette Volfing: Writing New Readers in Adolf Muschgâs Der Rote Ritter. Eine Geschichte von ParzivĂąl. In: Amelie Bendheim, Dennis Disselhoff (Hrsg.): Mittelalter im Medientransfer: Rezeptionswege vormoderner Literatur. transcript, 2025, ISBN 978-3-8394-7295-8, S. 115â132 (englisch, ox.ac.uk [PDF; abgerufen am 13. Juli 2026]).
- 1 2 3 Rudolf Probst, Moritz Wagner: 90. Geburtstag von Adolf Muschg: Seine Ritter trinken Tee und benutzen den Computer. Berner Zeitung, 10. Mai 2024, abgerufen am 30. Juni 2026.
- Alexandra Chiriac: Parzivals Wende. Postmoderne Hypostasen des âParzivalsâ in der deutschsprachigen Literatur am Ende des 20. Jahrhunderts. Hartung-Gorre, Konstanz 2013, ISBN 978-3-86628-480-7 (academia.edu [PDF; abgerufen am 10. Juli 2026]).
- â Buch I.11 (3 Eier).
- â zitiert nach Chiriac, S. 275.
- â Buch III.17 (Der Ritt zum Geier), S. 661.
- â Buch III.17 (Der Ritt zum Geier), S. 667.
- â Buch IV.21 (Auswanderung), S. 958.
- Paul Royer: Die Figurenkonzeption Gawans in Wolframs von Eschenbach âParzivalâ und Adolf Muschgs âDer Rote Ritterâ. Institut fĂŒr Germanistik, Graz 2010 (uni-graz.at [PDF; abgerufen am 16. Juli 2026]).
- â Buch IV.23 (Zwei Ritter), S. 979â984.
- â Buch IV.23 (Zwei Ritter), S. 980.
- Carla Carnevale: GesellenstĂŒck und Meisterwerk: Adolf Muschgs Roman âDer Rote Ritterâ zwischen AuserzĂ€hlung und Neuschöpfung des âParzivalâ. Peter Lang, 2005, ISBN 978-3-631-53187-7.
- â Buch IV.10 (Wiedersehen und Sehen), S. 866.
- â Buch III.15 (SĂŒndenpredigt), S. 648.
- â Buch IV-20 (Die Höhe), S. 953.
- â Buch IV.9 (Primus), S. 857f.
- â Buch IV.23 (MĂ€nnerspiel), S. 893f.
- â Herbert Heckmann, Elisabeth Borchers, Norbert Miller, Ivan Nagel: Verleihung des Georg-BĂŒchner-Preises 1994 an Adolf Muschg. Deutsche Akademie fĂŒr Sprache und Dichtung, 15. Dezember 1994, abgerufen am 10. Juli 2026.
- â Adolf Muschg: Ungeheuer Mensch. Rede zur Verleihung des Georg-BĂŒchner-Preises. In: Die Zeit. Nr. 43. Hamburg 21. Oktober 1994, S. 65â66.
- â Peter Wapnewksi: Ein Parzival der Zeitenwende. In: Der Spiegel. Band 1993, Nr. 17, 25. April 1993 (spiegel.de [abgerufen am 29. Mai 2026]).
- â Holger Noltze: Parzivals Rebirthing - Texterzeugungsmaschine Parzival: Adolf Muschgs Roman und Peter Knechts neue Ăbersetzung. In: taz. 30. Juli 1993 (taz.de [abgerufen am 30. Juni 2026]).
- â Ulrich Greiner: Die Entsorgung des Grals. In: Die Zeit. Nr. 14, 2. April 1993 (zeit.de [abgerufen am 15. Juli 2026]).
- â Jens Fischer, Adolf Muschg: âIch liebe Experimenteâ. Die Tageszeitung, 23. MĂ€rz 2004, abgerufen am 15. Juli 2026.