Finström
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | |
| Landschaft: | Ă land |
| Verwaltungsgemeinschaft: | à lÀnder Land |
| Geographische Lage | 60° 16âČ N, 19° 56âČ O |
| FlĂ€che: | 172,50 kmÂČ[1] |
| davon LandflĂ€che: | 123,26 kmÂČ |
| davon BinnengewĂ€sserflĂ€che: | 6,93 kmÂČ |
| davon MeeresflĂ€che: | 42,31 kmÂČ |
| Einwohner: | 2.617 (31. Dez. 2024)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 21,2 Ew./kmÂČ |
| Gemeindenummer: | 060 |
| Sprache(n): | Schwedisch |
| Website: | www.finstrom.ax |
Finström ist eine Gemeinde in der autonomen finnischen Provinz (finnisch: LÀÀni) Ă land. Sie liegt im Zentrum von Ă lands Hauptinsel Fasta Ă land, umgeben von den Gemeinden Hammarland im Westen, Geta im Norden, Jomala im SĂŒden sowie Saltvik und Sund im Osten. Finström hat 2617 Einwohner (Stand 31. Dezember 2024) und eine LandflĂ€che von 123,26 Quadratkilometern. Wie auf ganz Ă land ist Schwedisch die offizielle Sprache.
Geschichte
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Der Ortsname verweist wohl auf den durch die Gemeinde verlaufenden Fluss Kyrkstrommen; das PrĂ€fix dĂŒrfte auf altnordisch fen, âSumpfâ, zurĂŒckgehen. Erstmals wurde der Ort gegen 1320 als Finnaströma erwĂ€hnt, was auch zu der Annahme fĂŒhrte, der Ortsname könne etwas mit Finnland zu tun haben; vermutlich handelt es sich aber nur um einen Schreibfehler des aus Ă bo angereisten Kopisten.[3]
Finström war bereits zur Zeit der Wikinger weitgehend besiedelt. Die dem Heiligen Michael geweihte Steinkirche wurde Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. König Gustav Wasa und sein Gefolge von 312 MĂ€nnern weilte im FrĂŒhling 1556 fĂŒr einige Tage in der Gemeinde.
Der historisch bedeutsame PostvĂ€gen, eine Land- und Seeverbindung zwischen Turku und Stockholm zum Transport von Personen und Waren, die von 1638 bis 1911 bestand, verlief durch den zu Finström gehörenden Ort Godby.[4] Hieran erinnert ein gut erhaltener Meilenstein im Osten von Godby. FĂŒr die Entwicklung des Ortes war die Lage sehr förderlich: Bereits 1835 bestand in Godby eine Apotheke, und 1846 wurde hier das erste Provinzkrankenhaus ganz Finnlands gegrĂŒndet.[5]
WĂ€hrend des Schwedisch-Russischen Krieges im Jahr 1808 hielt sich König Gustav IV. Adolf fĂŒr sechs Wochen hier auf.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde ist stark landwirtschaftlich geprĂ€gt. In Finström gibt es ausgedehnte Apfelanbaugebiete sowie das einzige Weingut Ă lands. Es gibt jedoch auch zahlreiche mittelstĂ€ndische Handwerks- und Industriebetriebe, und die in Finström gelegene Ortschaft Godby ist mit rund 900 Bewohnern die gröĂte geschlossene Ansiedlung Ă lands auĂerhalb der Hauptstadt Mariehamn. SchlieĂlich spielt auch der Fremdenverkehr eine groĂe Rolle, begĂŒnstigt durch rund 160 Kilometer Ufer an den weit ins Innenland gezogenen Meeresbuchten.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der gleichzeitig zur Parlamentswahl auf Ă land 2015 stattfindenden Kommunalwahl wurde ein neuer Gemeinderat fĂŒr Finström gewĂ€hlt. Dabei wurde das Ă lĂ€ndische Zentrum vor den Liberalen auf Ă land stĂ€rkste Partei.[6][7]
Sehenswertes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Godby sind zehn GrĂ€berfelder aus der Eisenzeit erhalten, von denen das GravfĂ€lt Ăttekullan mitten im Ort unweit der Sporthalle das gröĂte ist. Es besteht aus 57 HĂŒgelgrĂ€bern, von denen sieben von Findlingen umgeben sind.[8] Drei der GrĂ€ber wurden 1933 bzw. 1974 untersucht, wobei im Innern Reste von Keramik und Nieten aus Eisen gefunden wurden. Durch den sĂŒdlichen Teil des GrĂ€berfeldes verlief der PostvĂ€gen, dessen Verlauf hier noch gut zu erkennen ist.
Auf dem GrĂ€berfeld GravfĂ€lt pĂ„ KnösĂ„kern, das aus 37 HĂŒgelgrĂ€bern aus der Eisenzeit und der Zeit der Wikinger besteht, befinden sich zwei der höchsten GrabhĂŒgel der gesamten Ă landinseln.[9] Das GrĂ€berfeld gehörte offenbar zu einem bestimmten Hof, dessen Lage bis jetzt unbekannt ist. Das GrĂ€berfeld galt wie die anderen auch jahrhundertelang als sagenumwobener Ort, wo nicht wenige GrĂ€ber von Schatzsuchern geöffnet wurden. Dies ist noch heute bei einigen GrabhĂŒgeln an der abgeflachten Spitze, die einem Krater Ă€hnelt, erkennbar. Die erste wissenschaftliche Untersuchung der GrabstĂ€tten dieses GrĂ€berfeldes erfolgte 1857 durch den Ă„lĂ€ndischen Lehrer Karl August Bomansson, der sieben GrĂ€ber öffnete und dabei keinerlei WertgegenstĂ€nde entdeckte, sondern nur eiserne Nieten und Keramikreste. 1901 fand eine archĂ€ologische Untersuchung durch Alfred Hackman statt. Insgesamt untersuchte er auf diesem GrĂ€berfeld und auf anderen 60 GrĂ€ber, doch fand auch er neben verbrannten Knochen lediglich die Reste von Keramik sowie Nieten aus Eisen.
An den historisch bedeutsamen PostvĂ€gen, der 1638 eingerichtet wurde und durch Godby verlief, erinnert im Osten des Dorfes einer der wenigen noch erhaltenen Meilensteine.[10] Er wurde um das Jahr 1780 angefertigt und steht noch heute an seinem ursprĂŒnglichen Standplatz vor dem traditionsreichen Hof ĂstergĂ„rd. Auf den meisten der Meilensteine, die in AbstĂ€nden von 1/4 oder 1/2 Meile aufgestellt wurden, war die Entfernung nach Turku in schwedischen Meilen angegeben, wobei eine Meile 10 689 m entsprach. Nachdem die Ă land-Inseln 1809 Russland ĂŒbereignet worden waren, wurden die Meilensteine anfangs nicht verĂ€ndert. Erst 1827 wurden sie entfernt und durch hölzerne Pfosten, auf denen die Entfernung nach Turku in der russischen LĂ€ngeneinheit Werst angegeben war, ersetzt. Nur wenige der schwedischen Meilensteine sind bis heute erhalten.
Die Kirche von Finström, die Michaeliskirche im Ortsteil PÄlsböle, gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Kirchen ganz Finnlands. Das Langhaus des heutigen Baues wurde zu Beginn und der Turm gegen Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Die Kirche ist u. a. wegen ihrer Wandmalereien aus der Zeit um 1480 bekannt. Hinter der Kirche wurde 1958 ein Denkmal zur Erinnerung an den Aufstand der à lÀnder gegen die damaligen russische Herrschaft von 1808 errichtet.[11]
Im Zentrum von Godby, das wegen guter Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, Bank und Apotheke als der Mittelpunkt der Gemeinde Finström gilt, steht das weit ĂŒber die Grenzen von Finström hinaus bekannte Sportzentrum mit einer Schwimmhalle.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Christian Alander (1660â1704), schwedischer Philosoph und Musikschriftsteller
- Karl Emanuel Jansson (1846â1874), finnlandschwedischer Genremaler der DĂŒsseldorfer Schule
- Folke Woivalin (* 1928), finnischer Politiker
- Annica Sjölund (* 1985), finnische FuĂballspielerin
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quellenangaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Maanmittauslaitos (finnisches Vermessungsamt): Suomen pinta-alat kunnittain 1. Januar 2010 (PDF; 199Â kB)
- â Statistisches Amt Finnland: 11ra -- Key figures on population by region
- â Matts Dreijer: The History of the Ă land People. Bd. I:1. Almqvist & Wiksell, Stockholm 1986. S. 146.
- â Heiner Labonde: Finnland: Ă land-Inseln, S. 49. Offenbach 2011
- â Heiner Labonde: Finnland: Ă land-Inseln, S. 167. Offenbach 2011
- â Lagtings- och kommunalvalet 2015. (PDF) Ă SUB Statistik, S. 41â46, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 9. August 2020; abgerufen am 22. MĂ€rz 2024 (schwedisch).
- â Lagtings- och kommunalvalet 2011 (Wayback Machine) Statistik 7: 2011 (Ă SUB), S. 5
- â Informationstafel (auf Schwedisch) am GrĂ€berfeld
- â Kjell Ekström: Ă land - skĂ€rgĂ„rd i Ăstersjön, S. 69. Mariehamn 2006
- â Kjell Ekström: Ă land - skĂ€rgĂ„rd i Ăstersjön, S. 75. Mariehamn 2006
- â Heiner Labonde: Finnland: Ă land-Inseln, S. 168. Offenbach 2011