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Hamburger SV

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Hamburger SV II)
Hamburger SV
Vereinslogo
Verein
Name Hamburger Sport‑Verein e. V.
Sitz Hamburg
GrĂŒndung 29. September 1887 (SC Germania von 1887)
2. Juni 1919 (Zusammenschluss)
Farben Blau-Weiß-Schwarz
Mitglieder 150.000 (Stand: 28. Mai 2026)[1]
VR-Nr. VR 380 (AG Hamburg)
Website hsv.de
Fußballunternehmen
Name HSV Fußball AG & Co. KGaA
KommanditaktionĂ€re 68,20 %: Hamburger Sport‑Verein e. V.
09,40 %: KĂŒhne Holding AG
07,50 %: Sparda-Bank Hamburg eG
06,70 %: HanseMerkur Holding AG
06,00 %: Hanse & Raute GmbH
02,20 %: KleinaktionÀre
KomplementĂ€rin HSV Fußball Management AG
→ 100 %: Hamburger Sport‑Verein e. V.
Vorstand
(KomplementÀrin)
Eric Huwer
(Finanzen, Organisation, Personal, Recht)
Kathleen KrĂŒger
(Sport)
HR-Nr. HRB 191603 (AG & Co. KGaA)
HRB 188040 (AG)
(beide AG Hamburg)
Website hsv.de
Erste Mannschaft
Cheftrainer Merlin Polzin
SpielstÀtte Volksparkstadion
PlÀtze 57.000
Liga Bundesliga
2025/26 13. Platz
Heim
AuswÀrts
Ausweich

Der Hamburger Sport-Verein e. V., kurz Hamburger SV oder einfach nur HSV, ist ein Sportverein aus der Freien und Hansestadt Hamburg. Er entstand am 2. Juni 1919 durch den Zusammenschluss der drei Vereine SC Germania von 1887, Hamburger FC von 1888 und FC Falke 06. Als traditionelles GrĂŒndungsdatum gilt laut Satzung der 29. September 1887, das GrĂŒndungsdatum des SC Germania. Mit 150.000 Mitgliedern (Stand: 28. Mai 2026)[1] in mehr als 30 Abteilungen[2] ist der HSV der achtgrĂ¶ĂŸte Sportverein in Deutschland und weltweit auf Rang 13. Der HSV ist in erster Linie ein Breitensportverein, dessen Zweck die „Förderung des Sports“ ist.[3] Die Vereinsfarben sind „Blau, Weiß, Schwarz.“[3] Die Spielkleidung besteht – soweit es die betriebene Sportart zulĂ€sst – aus „weißem Hemd mit dem Vereinsabzeichen, roter Hose und blauen Stutzen mit senkrecht gestreiftem schwarzweißem Rand.“[3] Der HSV stammt aus dem Stadtteil Rotherbaum im Bezirk EimsbĂŒttel. Mittlerweile befindet sich sein Sitz in den RĂ€umen des Volksparkstadions in Bahrenfeld (Bezirk Altona). DarĂŒber hinaus verfĂŒgt der HSV ĂŒber Sportanlagen im schleswig-holsteinischen Norderstedt.

Bekannt wurde der HSV durch seine professionelle Fußballabteilung, die seit 2014 in die HSV Fußball AG ausgegliedert ist. Er war seit seiner GrĂŒndung 1919 bis zur Saison 2017/18 durchgehend in der jeweils höchsten Spielklasse vertreten. Zudem war er von den 16 Bundesliga-GrĂŒndungsmitgliedern der Verein, der – bis zum Abstieg am 12. Mai 2018 – am lĂ€ngsten ununterbrochen an der höchsten deutschen Spielklasse teilnahm, knapp 55 Jahre lang. Dies brachte dem Klub in diesem Jahrtausend den Spitznamen „Bundesliga-Dino“ ein. In der Ewigen Tabelle belegt der HSV den sechsten Platz (Stand 33. Spieltag 2024/25). Von 2018 bis 2025 spielte der HSV in der 2. Bundesliga.

Auf nationaler Ebene sind die Hamburger mit dem Gewinn von sechs deutschen Meisterschaften, drei DFB-Pokal- und zwei Ligapokalsiegen einer der erfolgreichsten Fußballvereine. International gewann der Verein in der Saison 1976/77 den Europapokal der Pokalsieger und in 1982/83 den der Landesmeister und erreichte außerdem drei weitere europĂ€ische Endspiele. Die erste Mannschaft trĂ€gt ihre Heimspiele im Volksparkstadion aus und spielte in der Saison 2018/19 erstmals zweitklassig. In der Saison 2024/25 gelang der Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Geschichte

VereinsgrĂŒndung

VorgÀngervereine

Der Hamburger SV selbst nennt offiziell den 29. September 1887 als sein GrĂŒndungsdatum. Jedoch fand die eigentliche GrĂŒndung des HSV erst am 2. Juni 1919 statt.[4] An diesem Tag kam es zum Zusammenschluss der drei Vereine SC Germania von 1887, Hamburger FC 1888 (der seit dem 26. Februar 1914 Hamburger SV 1888 hieß) und FC Falke 1906 aus Eppendorf (zuletzt Stellingen), wobei es sich jedoch genaugenommen um einen Beitritt der anderen beiden Vereine zum Hamburger FC 1888 handelte, der bereits am 30. Juni 1909 beim Amtsgericht Hamburg in das Vereinsregister eingetragen worden war.[5] Da der HSV jedoch explizit die Tradition seiner drei VorgĂ€ngervereine fortsetzt, ist in der Satzung unter § 1, Absatz 2, Satz 2, festgelegt: „Als GrĂŒndungstag gilt der 29. September 1887.“[6]

Der SC Germania von 1887 ging am 29. September 1887 aus dem Zusammenschluss der 1884 gegrĂŒndeten Leichtathletikvereine Hohenfelder SC und Wandsbek-Marienthaler SC hervor. Bei Germania wurde ab 1891 auch Fußball gespielt. 1896 gewann der Verein die erste Hamburg-Altonaer Meisterschaft. Vier weitere Titel folgten. 1904 nahm Germania an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil und schied im Halbfinale gegen Britannia 92 Berlin aus. Im Jahre 1917 bildete Germania mit dem SV Uhlenhorst-Hertha von 1911 eine Kriegsvereinigung. Ein Jahr spĂ€ter kam es zu einer Kriegsvereinigung mit dem SC Concordia aus Wandsbek.

Lange vorher hatten Hans Nobiling und Hermann Friese, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts bedeutende Pioniere des Fußballs in Brasilien waren, dem Verein angehört. Nobiling grĂŒndete in SĂŁo Paulo den SC Internacional, aus dem der spĂ€tere Weltpokalsieger FC SĂŁo Paulo hervorging, und den SC GermĂąnia, der sich seither als EC Pinheiros zum grĂ¶ĂŸten Sportverein der sĂŒdlichen HemisphĂ€re entwickelt hat. Friese, erster Fußballstar Brasiliens, war 1902 auch deutscher Meister im 1500-Meter-Lauf.[7]

Zweiter Stammverein war der Hamburger FC von 1888, der am 1. Juni 1888 von SchĂŒlern des Wilhelm-Gymnasiums gegrĂŒndet wurde. Zwischen 1895 und 1898 schloss sich der FC Victoria 95 dem HFC als Jugendabteilung an. Der Hamburger FC Ă€nderte am 3. Februar 1914 seinen Namen in Hamburger Sportverein 1888, bevor er sich am 27. Juli 1918 mit dem SC Victoria zur Kriegsvereinigung Victoria-Hamburg 88 zusammenschloss. Die Vereinigung war erfolgreich und wurde 1919 sowohl Hamburger als auch norddeutscher Meister. Die Endrunde um die deutsche Meisterschaft entfiel nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, sodass sich die Kriegsvereinigung bereits einen Tag nach der norddeutschen Meisterschaft wieder auflöste.

Dritter Stammverein war der FC Falke 06, der am 5. MĂ€rz 1906 von SchĂŒlern der Oberrealschule in Eppendorf gegrĂŒndet wurde. Der FC Falke 06 errang keine nennenswerten Erfolge und spielte zumeist in unteren Ligen. Am 12. Mai 1919 trat der FC Falke 06 dem Hamburger Sportverein 1888 bei, der sich von nun an Hamburger SV von 1888 nannte. Am 2. Juni 1919 folgte schließlich die Vereinigung des SC Germania von 1887 und des Hamburger SV von 1888 zum Hamburger Sport-Verein e. V. (Hamburg 88-Germania-Falke), der am 12. Juli 1919 beim Amtsgericht ins Vereinsregister eingetragen wurde.[8]

Der SC Germania und der HFC 88 gehörten zu den GrĂŒndungsmitgliedern des Deutschen Fußball-Bundes.

Die Farben der Hansestadt finden sich auf Trikot und Hose wieder
Signalflagge „Blauer Peter“

Vereinsfarben

Als Trikotfarben wurden zu Ehren der Freien und Hansestadt Hamburg die Hansefarben Rot und Weiß bestimmt.

Blau und Schwarz, die Farben des SC Germania, wurden diesem zu Ehren in das Logo des Vereins ĂŒbernommen. Es zeigt auf blauem Grund ein weißes auf der Spitze stehendes Quadrat mit breitem schwarzen und weißen Rand.[3] Weil das Quadrat auf der Spitze steht, wird es im Volksmund ĂŒblicherweise Raute genannt.

Entworfen hat das Logo nach jahrzehntelang ĂŒbernommenen (auch eigenen) Darstellungen der spĂ€tere Werbegrafiker und HSV-Spieler Otto Sommer. Im Jahr 1996 kam jedoch auch der Name Henry LĂŒtjens als Erfinder ins Spiel.[9] Letztlich ist die Urheberschaft also nicht mit Gewissheit zu klĂ€ren. Die Raute ist einem oft verwendeten Symbol der Hamburger Handelsschifffahrt entliehen; Pate gestanden haben soll dabei auch der Blaue Peter, das Flaggensignal fĂŒr „Alle Mann an Bord“.[10]

Das Vereinslogo des HSV ist als einziges eines Bundesligisten mit Stand MÀrz 2026 ohne ein alphanumerisches Zeichen und im Wesentlichen seit 105 Jahren unverÀndert,[11] lediglich die Breite des Quadrates variierte in der Vergangenheit.

Geschichte der Fußballabteilung

1919–1933: GrĂŒndung und erste Erfolge

Saisondaten 1919–1933
SaisonPlatzTorePunkte
1919/20265:2225:9
1920/21165:1934:2
1921/22360:1519:9
1922/23193:1426:2
1923/24161:1126:2
1924/25176:1226:2
1925/26172:1226:2
1926/27179:1726:2
1927/281101:2229:3
1928/29150:1617:1
1929/30170:2033:3
1930/31158:2227:9
1931/32187:2734:2
1932/33252:2726:10
grĂŒn unterlegt: Deutscher Meister
gelb unterlegt: Norddeutscher Meister
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV

Mit einem 8:0-Sieg ĂŒber den SC Concordia begann der HSV seine erste Saison in der Hamburger Liga. Nachdem sich die Mannschaft die Herbstmeisterschaft gesichert hatte, geriet der Verein mit dem Verband in Konflikt, da der Neuzugang Hans Popp keine formelle Freigabe gehabt haben soll. Den „Rothosen“ wurden zunĂ€chst fĂŒnf Punkte abgezogen, jedoch revidierte der Verband das Urteil nach Saisonende wieder. Meister blieb dennoch der SC Victoria mit einem Punkt Vorsprung.[12] Zur Saison 1920/21 richtete der Norddeutsche Fußball-Verband mit der Nord- und SĂŒdkreisliga zwei höchste Spielklassen ein. Der HSV wurde ungeschlagen Meister der Nordgruppe und gewann durch zwei deutliche Siege ĂŒber Hannover 96 erstmals die norddeutsche Meisterschaft. In der Endrunde um die deutsche Meisterschaft war jedoch bereits im Viertelfinale Endstation, nachdem die Mannschaft beim Duisburger SpV mit 2:1 nach VerlĂ€ngerung unterlegen war.

VerstĂ€rkt durch den norwegischen Nationalspieler AsbjĂžrn Halvorsen ging der HSV in seine dritte Spielzeit, in der die „Rothosen“ in der Alsterkreisliga antraten. Obwohl die Mannschaft nach einer verkorksten Saison nur Dritter wurde, durfte sie als Titelverteidiger an der Endrunde um die norddeutsche Meisterschaft teilnehmen. Hier verteidigte der HSV seinen Titel und zog nach Siegen ĂŒber Titania Stettin und Wacker MĂŒnchen in das Endspiel um die deutsche Meisterschaft ein. Der HSV traf auf den 1. FC NĂŒrnberg. Beim Stande von 2:2 musste das Spiel im Berliner Grunewaldstadion nach 189 gespielten Minuten wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Das Wiederholungsspiel im Leipziger VfB-Stadion endete mit 1:1 nach Abschluss der regulĂ€ren Spielzeit. Durch einen Platzverweis, dem in der VerlĂ€ngerung ein weiterer folgte, und einen verletzt ausgeschiedenen Spieler war die NĂŒrnberger Mannschaft auf acht Mann dezimiert worden. Als mit Luitpold Popp ein weiterer NĂŒrnberger verletzt wurde und nicht weitermachen konnte, brach Schiedsrichter Peco Bauwens die Partie ab.

Der DFB erklĂ€rte daraufhin den HSV wegen des „unsportlichen Verhaltens“ der NĂŒrnberger zum deutschen Meister. NĂŒrnberg protestierte gegen die Entscheidung, weil der Spielabbruch regelwidrig erfolgt sei (was formal auch stimmte). Im November 1922 erklĂ€rte der DFB den HSV bei seinem Bundestag in Jena zunĂ€chst zum deutschen Meister. Wenige Minuten spĂ€ter erklĂ€rte das Hamburger Vorstandsmitglied Henry Barrelet, dass der HSV „keinen Anspruch auf die diesjĂ€hrige Meisterschaft erhebt“. Somit gab es 1922 keinen deutschen Fußballmeister.[13]

→ Spieldaten der Meisterschaftsendspiele 1922

Die Victoria holten die Hamburger erstmals 1923 in die Hansestadt. 1928 wiederholte der HSV den Erfolg.

Ein Jahr spĂ€ter sollte sich der HSV den ersten Meistertitel auf sportlichem Weg sichern. Überlegen gewann die Mannschaft sowohl die Alsterkreis- als auch die norddeutsche Meisterschaft. Nach Siegen ĂŒber Guts Muts Dresden und den VfB Königsberg erreichten die „Rothosen“ das Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Durch Tore von Otto Harder, Ludwig Breuel und Karl Schneider besiegte der HSV den SC Union Oberschöneweide und gewann den ersten Meistertitel.

→ Spieldaten des Meisterschaftsendspiels 1923

Auch 1924 standen die Spieler des HSV im Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Erneut dominierte die Mannschaft die Konkurrenz auf lokaler und regionaler Ebene nach Belieben. In der Endrunde um die deutsche Meisterschaft setzte sich der HSV zunĂ€chst gegen die Vereinigten Breslauer Sportfreunde und die SpVgg Leipzig-Lindenau durch und traf im Endspiel auf den 1. FC NĂŒrnberg. Durch Tore von Georg Hochgesang und Wolfgang Strobel ging die Victoria nach Franken.

→ Spieldaten des Meisterschaftsendspiels 1924

In den folgenden Jahren konnte der Verein nicht mehr an die großen Erfolge anknĂŒpfen. Zwar erreichten die „Rothosen“ jedes Jahr die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, jedoch schied die Mannschaft bis auf die Halbfinalniederlage 1926 gegen Hertha BSC immer frĂŒhzeitig aus. Gleichzeitig wuchs die Unzufriedenheit ĂŒber den Meisterschaftsmodus auf lokaler Ebene. Zu selten war der HSV in der Alsterkreisliga gefordert, weswegen er regelmĂ€ĂŸig zu Freundschaftsspielen gegen namhafte auslĂ€ndische Vereine antrat. Erst 1928 erreichte die Mannschaft wieder das Endspiel um die deutsche Meisterschaft, in dem der Gegner Hertha BSC hieß. Bereits nach 20 Minuten fĂŒhrten die Hamburger mit 3:0 und siegten schließlich deutlich mit 5:2.

→ Spieldaten des Meisterschaftsendspiels 1928

Logo um 1930

Die folgende Saison brachte die „Hamburger Fußballrevolution“ mit sich. Neun Hamburger Spitzenvereine und Holstein Kiel sagten sich vom Verband los und spielten mit der „Runde der Zehn“ ihre eigene Meisterschaft aus, die der HSV ungeschlagen gewann. Nach zĂ€hen Verhandlungen gab der Verband schließlich nach und reduzierte die Anzahl der ersten Ligen von elf auf sechs.[14] Zwar konnte der HSV seinen norddeutschen Meistertitel verteidigen, jedoch war auf DFB-Ebene bereits im Viertelfinale nach einer 0:2-Niederlage gegen die SpVgg FĂŒrth Endstation. Nachdem der HSV die Meisterschaftsendrunde 1930 verpasst hatte, wurde die Mannschaft verjĂŒngt. LangjĂ€hrige LeistungstrĂ€ger, wie Otto Harder, Walter Kolzen und Hans Rave, verließen den Verein.

Ein Jahr spĂ€ter wurden die „Rothosen“ wieder Nordmeister und schieden bei der deutschen Meisterschaft 1931 erst im Halbfinale mit 2:3 nach VerlĂ€ngerung gegen Hertha BSC aus. Eine weitere VerjĂŒngung der Mannschaft brachte Talente wie Richard Dörfel und den erst 18-jĂ€hrigen Rudolf Noack in die Mannschaft. Alleine Noack erzielte in der Saison 1931/32 43 Pflichtspieltore.[15] Die einzige Pflichtspielniederlage des Jahres sorgte im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft fĂŒr das Aus, als der HSV dem FC Schalke 04 mit 2:4 unterlag. Ein Jahr spĂ€ter war bereits im Achtelfinale nach einer 1:4-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt Endstation.

1933–1945: Der HSV im Dritten Reich

Saisondaten 1933–1945
SaisonPlatzTorePunkte
1933/34291:3529:7
1934/35255:3226:10
1935/36349:3823:13
1936/37171:2231:5
1937/381103:2641:3
1938/39187:2035:5
1939/40139:918:2
1940/411104:2544:0
1941/42274:2928:8
1942/43273:1926:10
1943/44265:2028:8
1944/451100:2134:2
grĂŒn unterlegt: Vierter Platz bei der
Deutschen Meisterschaft
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV

Die MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten brachte erhebliche VerĂ€nderungen im deutschen Ligafußball mit sich. Es wurden 16 Gauligen eingefĂŒhrt, die von nun an die höchste deutsche Spielklasse waren. Der HSV gehörte zu den GrĂŒndungsmitgliedern der Gauliga Nordmark, deren Einzugsgebiet sich auf Hamburg, die Provinz Schleswig-Holstein und Mecklenburg erstreckte. In den ersten drei Spielzeiten blieb der HSV im Schatten des Lokalrivalen EimsbĂŒtteler TV (ETV), der sich jeweils die Gaumeisterschaft sicherte. 1934 und 1935 wurden die „Rothosen“ Vizemeister, ein Jahr spĂ€ter nur Dritter. Mit dem Tschammerpokal wurde 1935 der VorlĂ€ufer des heutigen DFB-Pokals eingefĂŒhrt. Nach einem 5:4-Erstrundensieg bei Werder Bremen schieden die Hamburger bereits eine Runde spĂ€ter gegen Fortuna DĂŒsseldorf aus.

Erst in der Saison 1936/37 errang der HSV seine erste Gaumeisterschaft und erreichte die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. In der Vorrunde trafen die „Rothosen“ auf den BC Hartha, Hindenburg Allenstein und Beuthener SuSV 09 und gewannen alle Spiele. Im Halbfinale, welches im Berliner Olympiastadion gespielt wurde, erwies sich der 1. FC NĂŒrnberg als zu stark und der HSV verlor mit 2:3. Das Spiel um Platz drei verlor der HSV gegen den VfB Stuttgart mit 0:1. Ein Jahr spĂ€ter sicherte der bessere Torquotient den „Rothosen“ das Weiterkommen. Die Gauligasaison beendeten der HSV und der ETV punktgleich und ungeschlagen, jedoch war der HSV um 0,66 Tore besser. Auch in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft sicherte der bessere Torquotient gegenĂŒber Eintracht Frankfurt den Einzug ins Halbfinale. Gegner im Dresdner Stadion am Ostragehege war Hannover 96. Zur Halbzeit fĂŒhrte der HSV mit 2:0. Doch die Niedersachsen glichen in der zweiten HĂ€lfte aus und erzielten in der VerlĂ€ngerung trotz Unterzahl den Siegtreffer. Wie schon im Vorjahr unterlag der HSV im Spiel um Platz drei, dieses Mal erst im Wiederholungsspiel mit 2:4 gegen Fortuna DĂŒsseldorf.

Den dritten vierten Platz in Folge sicherte sich der HSV 1939. Nach der erneuten Gaumeisterschaft setzte sich die Mannschaft in der Gruppenphase durch und traf im Halbfinale auf Admira Wien. Die Partie in Frankfurt ging fĂŒr die Hamburger mit 1:4 verloren, und auch im Spiel um Platz drei unterlagen die „Rothosen“, dieses Mal mit 2:3 gegen den Dresdner SC. Negativer Höhepunkt der Saison war das Erstrundenaus im Pokal gegen den VfB Peine. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieb fĂŒr den Fußballsport in Hamburg nicht ohne Folgen. ZunĂ€chst wurde eine „Hamburger Kriegsmeisterschaft“ ausgespielt, bevor ab Ende November 1939 wieder um Gauligapunkte gespielt wurde. Ungeschlagen gewann der HSV seine Staffel, bezog aber im Finale gegen den EimsbĂŒtteler TV zwei herbe Niederlagen. DafĂŒr lief es im Tschammerpokal besser. Als erste Hamburger Mannschaft erreichte der HSV das Viertelfinale, wo jedoch nach einer 2:6-Niederlage beim SV 07 Waldhof das Aus folgte.[16]

Kurios verlief die Gauligasaison 1940/41. Die „Rothosen“ gewannen alle 21 ausgetragenen Ligaspiele und wurden zum vierten Mal Gaumeister. Die noch fehlende Partie bei der Barmbecker SG wurde erst nach Ende der Saison 1941/42 ausgetragen.[17] Auf Reichsebene kamen die Hamburger jedoch nicht ĂŒber die Gruppenphase hinaus, nachdem sie im Gruppenfinale gegen den FC Schalke 04 unterlegen waren. Nach einer erneuten Vizemeisterschaft des HSV 1942 wurde die Gauliga Nordmark aufgelöst und durch die Gauligen Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg ersetzt. 1943 ging der Titel an die Victoria, ein Jahr spĂ€ter an den Neuling Luftwaffen SV. Zu dieser Zeit diktierte der Krieg die Mannschaftsaufstellung, in der sich zwischenzeitlich der damalige Rekordnationalspieler Paul Janes befand, so dass hĂ€ufig erst am Spieltag klar war, mit welcher Aufstellung der HSV auflĂ€uft. WĂ€hrend fast ĂŒberall in Deutschland die Gauligasaison 1944/45 abgebrochen werden musste oder gar nicht erst begann, wurde in Hamburg 1945 noch ein Gaumeister gekĂŒrt. Ungeschlagen sicherten sich die „Rothosen“ die letzte Gaumeisterschaft.

Unmittelbar nach der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten ordnete sich der HSV dem Regime bedingungslos unter. Zahlreiche FunktionĂ€re und Spieler wurden Mitglied der NSDAP, der SA und der SS. Die Vorstandsvorsitzenden wurden zwischen 1933 und 1945 als „VereinsfĂŒhrer“ bezeichnet. Mitglieder jĂŒdischen Glaubens durften zunĂ€chst dem Verein nicht mehr beitreten und wurden spĂ€ter systematisch ausgeschlossen. Dabei hatten einige jĂŒdische Mitglieder 1935 durch Spenden den Verein vor dem Bankrott gerettet.[18] Doch auch nichtjĂŒdische Mitglieder durchlebten wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus schwierige Zeiten. Der spĂ€tere EhrenprĂ€sident Emil Martens wurde wegen HomosexualitĂ€t inhaftiert und musste sich spĂ€ter einer Kastration unterziehen.

1945–1963: Dominanz in der Oberliga Nord

Historisches HSV-Logo (1950–1978)
Saisondaten 1945–1963
SaisonPlatzTorePunkte
1945/46175:1122:2
1946/472101:3334:10
1947/48166:1737:7
1948/49161:3132:12
1949/501101:3948:12
1950/511113:5449:15
1951/52196:4845:15
1952/53178:5743:17
1953/541177:5827:29
1954/551108:4147:13
1955/56189:3541:19
1956/57186:3441:19
1957/58178:3543:17
1958/59198:2952:8
1959/60196:3845:15
1960/611101:2950:10
1961/621100:3450:10
1962/631100:4049:11
grĂŒn unterlegt: Deutscher Meister
gelb unterlegt: Deutscher Vizemeister
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV

WĂ€hrend in SĂŒddeutschland bereits im Herbst 1945 mit der Oberliga SĂŒd eine großrĂ€umige Spielklasse eingerichtet worden war, wurde im Norden nur auf lokaler Ebene um Punkte gespielt. In Hamburg wurde die Hamburger Liga eingefĂŒhrt, die der HSV ungeschlagen gewann. Eine norddeutsche Meisterschaft wurde auf Geheiß der britischen MilitĂ€rregierung schon nach der ersten Runde abgebrochen. Ein Jahr spĂ€ter wurde der HSV Vizemeister hinter dem FC St. Pauli. Erstmals wurde eine Britische Zonenmeisterschaft ausgespielt. Über die Stationen VfB LĂŒbeck, Schalke 04 und Rot-Weiß Oberhausen erreichten die „Rothosen“ das Endspiel im DĂŒsseldorfer Rheinstadion. Durch ein Tor von Alfred Boller gewannen die Hamburger die Partie und sicherten sich ihren ersten Nachkriegstitel.[19]

Im Sommer 1947 nahm schließlich die Oberliga Nord ihren Spielbetrieb mit zwölf Vereinen auf. Punktgleich beendeten der HSV und St. Pauli die Runde, so dass ein Entscheidungsspiel notwendig wurde. Hier behielten die „Rothosen“ mit 2:1 die Oberhand. Im Finale um die Britische Zonenmeisterschaft trafen sich beide Mannschaften wieder. Durch einen 6:1-Sieg verteidigte der HSV seinen Titel. Bei der ersten deutschen Nachkriegsmeisterschaft schieden die Hamburger allerdings bereits im Viertelfinale gegen die SpVgg Neuendorf aus. Auch 1949 war im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft Endstation, dieses Mal unterlagen die „Rothosen“ dem spĂ€teren Meister VfR Mannheim deutlich mit 0:5.

Zur Saison 1949/50 wurde das Vertragsspielerstatut eingefĂŒhrt, das die Bezahlung der Spieler legalisierte. In den folgenden Jahren wurde die Dominanz des HSV immer deutlicher, und die „Rothosen“ wurden teilweise mit großem Vorsprung Meister der Oberliga. Doch wĂ€hrend die Mannschaft der regionalen Konkurrenz ĂŒberlegen war, konnte sie bei den Endrunden um die deutsche Meisterschaft nur bedingt Erfolge feiern. 1950 vergab der HSV im Viertelfinale eine 2:0-HalbzeitfĂŒhrung gegen Kickers Offenbach und verlor noch mit 2:3. Ein Jahr spĂ€ter stellten die Mannschaft mit 113 erzielten Toren und StĂŒrmer Herbert Wojtkowiak mit 40 Saisontoren zwei Ligarekorde auf. In der Endrunde verspielten die „Rothosen“ den Finaleinzug nach einer 1:4-Niederlage beim 1. FC NĂŒrnberg. Auch 1952 waren es die NĂŒrnberger, die durch einen 4:0-Heimsieg die EndspieltrĂ€ume des HSV zunichtemachten.

Ein Spiel der besonderen Art absolvierten die Hamburger in der Vorbereitung auf die Saison 1952/53, als die „Rothosen“ in einem Freundschaftsspiel gegen die indische Nationalmannschaft antraten. Obwohl die Partie auf einem Grandplatz ausgetragen wurde, spielten die Inder barfuß und unterlagen mit 3:5.[20] Nach einer weiteren Meisterschaft in der Oberliga Nord war die Mannschaft in der Endrunde wiederum chancenlos und gewann nur gegen den SC Union 06 Berlin. DafĂŒr gewann der HSV den erstmals seit 1927 wieder ausgespielten NFV-Pokal durch ein 3:2 gegen Holstein Kiel. Auch der DFB-Pokal wurde wieder eingefĂŒhrt; die Hamburger erreichten das Viertelfinale, mussten sich aber nach einem 1:6 Rot-Weiss Essen beugen.[21]

Völlig verkorkst verlief die Saison 1953/54. Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft und ein Vier-Punkte-Abzug wegen verbotener Handgeldzahlungen an den aus Bremen verpflichteten Willi Schröder bedeuteten, dass der HSV nur Platz 11 erreichte, kurzzeitig sogar rechnerisch abstiegsgefÀhrdet war. Die 2:10-Niederlage bei Arminia Hannover war die einzige zweistellige Pflichtspielniederlage der HSV-Geschichte.[22] Nach der Saison gewannen mit Jupp Posipal und Fritz Laband zwei Hamburger Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft in der Schweiz.

Trainer Martin Wilke (Foto von 1986) ĂŒbernahm 1954 gemeinsam mit GĂŒnter Mahlmann den HSV. Mit den „Rothosen“ holte Wilke 1963 den DFB-Pokal.
AuswÀrtsspiel bei Holstein Kiel (0:2), 17. Februar 1957

Martin Wilke und GĂŒnter Mahlmann ĂŒbernahmen zur Saison 1954/55 das Traineramt und bauten mit Uwe Seeler, Klaus StĂŒrmer und anderen mehrere talentierte NachwuchskrĂ€fte in die Mannschaft ein. Seeler und GĂŒnter Schlegel wurden mit jeweils 28 Toren TorschĂŒtzenkönige der Oberliga Nord und sicherten ihrer Mannschaft die siebte Nordmeisterschaft in acht Jahren. FĂŒr die Endrunde um die deutsche Meisterschaft zog der HSV in das Volksparkstadion um. Hier belegten die Hamburger Platz zwei ihrer Gruppe hinter dem 1. FC Kaiserslautern.

Die Meisterschaft in der Oberliga Nord ging auch in der Saison 1955/56 an den HSV, jedoch hatten die Rothosen mit drei Punkten Vorsprung auf Hannover 96 den knappsten Vorsprung seit fĂŒnf Jahren zu verzeichnen. In der Endrunde um die deutsche Meisterschaft schlossen die Hamburger die Gruppenphase punktgleich, aber mit dem schlechteren Torquotienten gegenĂŒber Borussia Dortmund als Zweiter ab. Im DFB-Pokal erreichten die „Rothosen“ nach einem Halbfinalsieg ĂŒber Fortuna DĂŒsseldorf das Endspiel. Uwe Seeler brachte den HSV in FĂŒhrung, bevor zwei Tore von Bernhard Termath sowie Antoine Kohn den Karlsruher SC zum Pokalsieg schossen.

→ Spieldaten des DFB-Pokalfinals 1956

Die Mannschaft wurde weiter verjĂŒngt und gewann in der Saison 1956/57 zum neunten Mal die Oberliga Nord. In der Endrunde gelang dem HSV durch einen 2:1-Sieg ĂŒber den 1. FC SaarbrĂŒcken der Einzug in das Endspiel. Dabei profitierten die Hamburger davon, dass der Duisburger SpV gleichzeitig nicht ĂŒber ein 2:2 beim 1. FC NĂŒrnberg hinauskam. Im Endspiel zeigte Borussia Dortmund der jungen HSV-Elf ihre Grenzen auf. Durch je zwei Treffer von Alfred Kelbassa und Alfred Niepieklo verteidigten die Westfalen ihren Meistertitel. Den Ehrentreffer fĂŒr Hamburg erzielte Gerd Krug.

→ Spieldaten des Meisterschaftsfinals 1957

WĂ€hrend der gesamten Oberligasaison 1957/58 belegte der HSV den ersten Tabellenplatz. Zu Tumulten auf dem Sportplatz am Rothenbaum kam es am 1. Dezember 1957 beim Heimspiel gegen den TuS Bremerhaven 93, als Uwe Seeler nach einer TĂ€tlichkeit den einzigen Feldverweis seiner Karriere hinnehmen musste. Der Schiedsrichter musste inkognito und auf Schleichwegen das Stadion verlassen. Der Verein erhielt daraufhin eine Platzsperre und musste sein Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig im Bremer Weserstadion austragen. Nachdem der HSV zur Halbzeit gegen die Eintracht bereits 0:4 zurĂŒckgelegen hatte, drehte er das Spiel noch und gewann 6:4.[23] Erneut zogen die „Rothosen“ in das Meisterschaftsendspiel ein, wo die Mannschaft auf Schalke 04 traf. Durch zwei Treffer von Bernhard Klodt und ein Tor von Manfred Kreuz musste sich der HSV mit 0:3 geschlagen geben.

→ Spieldaten des Meisterschaftsfinals 1958

Am 25. Juni 1960 holte der Hamburger SV nach einem 3:2-Sieg gegen den 1. FC Köln die dritte deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

→ Spieldaten des Meisterschaftsfinals 1960

Zudem erreichte der HSV 1961 erstmals das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister. Nach dem Hin- und RĂŒckspiel gegen den CF Barcelona (heute FC Barcelona) stand es unentschieden, im Entscheidungsspiel am 3. Mai 1961 verlor der Hamburger SV dann 1:0.

1963–1973: Mittelmaß in der neu geschaffenen Bundesliga, erster Höhepunkt in Europa

Saisondaten 1963–1973
SaisonPlatzTorePunkteBL-Kader
1963/64669:6032:28BL-Kader
1964/651146:5627:33BL-Kader
1965/66964:5234:34BL-Kader
1966/671437:5330:38BL-Kader
1967/681351:5433:35BL-Kader
1968/69655:5536:32BL-Kader
1969/70657:5435:33BL-Kader
1970/71554:6337:31BL-Kader
1971/721052:5233:35BL-Kader
1972/731453:5928:40BL-Kader
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV
Uwe Seeler: Spieler des Jahres in Deutschland 1960, 1964 und 1970, EhrenbĂŒrger der Stadt Hamburg und einer der sechs mĂ€nnlichen EhrenspielfĂŒhrer der deutschen Nationalmannschaft.
Seeler zu Ehren wurde vor dem Stadion eine Skulptur seines rechten Fußes aufgestellt.

In der zur Saison 1963/64 gegrĂŒndeten Bundesliga konnte sich der HSV vorerst keine weiteren Meistertitel mehr sichern. Auch mit seiner Dominanz im Norden war es zunĂ€chst vorbei, als Werder Bremen 1965 die Meisterschaft gewann und Eintracht Braunschweig dies zwei Jahre spĂ€ter ebenfalls gelang. Am 22. Spieltag der Saison 1965/66 erreichte der HSV mit 8:0 gegen den Karlsruher SC den bis heute höchsten Heimsieg. In der darauffolgenden Saison verlor der HSV das Pokalendspiel gegen den FC Bayern MĂŒnchen, wiederum ein Jahr spĂ€ter das Europapokal-Endspiel gegen die AC Mailand. Uwe Seeler wurde 1964 und 1970 noch zwei weitere Male „Fußballer des Jahres“ und beendete 1972 seine aktive Fußballer-Karriere beim HSV.

Trotz eher mittelmĂ€ĂŸiger Platzierungen in der Bundesliga (mit dem jeweils 14. Platz 1966/67 und 1972/73 als schlechteste Platzierung) wurde Anfang der 1970er Jahre durch die Verpflichtung junger Spieler, die spĂ€ter dauerhaft Stammspieler und teils auch Nationalspieler wurden, einer der Grundstöcke fĂŒr die Erfolge in der zweiten HĂ€lfte der 1970er und der ersten HĂ€lfte der 1980er Jahre gelegt.

Das erste Bundesliga-Tor fĂŒr den HSV schoss Charly Dörfel beim AuswĂ€rtsspiel des HSV bei Preußen MĂŒnster zum 1:1-Ausgleich am ersten Spieltag. Der HSV wurde in der Premierensaison Sechster, Uwe Seeler gewann mit 30 Treffern in 30 Spielen die erste TorjĂ€gerkanone – eine gleiche oder bessere Trefferquote in der Bundesliga erreichten nur Gerd MĂŒller (sechsmal), Robert Lewandowski (dreimal), Dieter MĂŒller, Grafite und Harry Kane (je einmal). Im DFB-Pokal hingegen verlor der Hamburger SV bereits in der ersten Runde gegen die SpVgg FĂŒrth, im Europapokal der Pokalsieger unterlag der deutsche Vertreter im Viertelfinale gegen Olympique Lyon.

In der darauffolgenden Saison belegte der HSV am Ende lediglich den neunten Platz und schied bereits in der zweiten Runde (Achtelfinale) im Pokal gegen den 1. FC NĂŒrnberg aus. Nur unwesentlich besser verlief die Spielzeit 1965/66: erneut Neunter des Klassements, Viertelfinale im Pokal (1:2 gegen den FC Bayern MĂŒnchen).

Einen Teilerfolg, der im darauffolgenden Jahr die erneute Teilnahme an einem europĂ€ischen Wettbewerb brachte, gelang in der Spielzeit 1966/67 – zwar nicht in der Meisterschaft (14. Platz) – dafĂŒr im Pokal: Die „Rothosen“ schafften es bis ins Endspiel und unterlagen in Stuttgart dem FC Bayern deutlich mit 0:4. Da der FC Bayern jedoch bereits im Vorjahr den deutschen Pokal und hernach auch den Europapokal der Pokalsieger gewann, mithin europĂ€ischer Titelverteidiger war, durfte der HSV als „Vize“ neben dem FC Bayern in der Folgesaison im internationalen Wettbewerb teilnehmen.

→ Spieldaten des Pokalfinals 1967

Im Pokalsieger-Cup 1967/68 setzte sich der HSV nacheinander gegen den dĂ€nischen Verein Randers Freja, WisƂa Krakau aus Polen, Olympique Lyon aus Frankreich und den walisischen Verein Cardiff City, der allerdings in England mitspielt, durch und traf im Endspiel auf die AC Mailand. Gegen die Italiener waren die Hanseaten im Finale von Rotterdam jedoch chancenlos und verloren 0:2. In der Liga belegte der HSV am Ende den 13. Rang, im DFB-Pokal war bereits in der ersten Runde „Endstation“ (0:1 bei Hertha BSC).

→ Spieldaten des Finals im Europapokal der Pokalsieger 1968

In der Saison 1968/69 erreichten die Hamburger einen sechsten Rang in der Tabelle. Im DFB-Pokal schieden die Hanseaten im Viertelfinale aus – zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren unterlagen sie im Pokal dem FC Bayern MĂŒnchen. Der HSV kam im Messepokal, dem VorlĂ€ufer des UEFA-Cups, bis ins Viertelfinale, verzichtete aber auf die Austragung des Spiels bei Göztepe Izmir, da die Verantwortlichen befĂŒrchteten, nicht rechtzeitig zum Wochenende wieder in Deutschland zu sein, wo das als wichtiger erachtete AuswĂ€rtsspiel bei Kickers Offenbach anstand. Hamburg schied somit kampflos aus dem Wettbewerb aus.

Zu Beginn der Saison 1969/70 stieß der spĂ€tere LeistungstrĂ€ger Peter Nogly zum HSV, der das Klassement als Sechster abschloss. Im DFB-Pokal schieden die Hanseaten im Achtelfinale (zweite Runde) gegen Eintracht Frankfurt aus. In der darauffolgenden Saison stießen die Hamburger auf den fĂŒnften Rang in der Tabelle und im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale (0:2 gegen den 1. FC Köln) vor.

Die Saison 1971/72 war die letzte, in der Uwe Seeler fĂŒr den HSV aktiv war. Am 1. Mai 1972 fand das Abschiedsspiel vor 62.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion statt. Seeler trat mit dem HSV gegen eine von ihm zusammengestellte Weltauswahl an; der HSV verlor das Spiel mit 3:7. In der Abschiedssaison von Seeler kamen mehrere, spĂ€ter bedeutende Spieler zum Verein: Manfred Kaltz (TuS Altrip), Rudi Kargus (Wormatia Worms), Caspar Memering und Ole BjĂžrnmose (beide Werder Bremen) und Georg Volkert (FC ZĂŒrich). In jener Saison erreichte der HSV am Ende den zehnten Rang, verlor im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen und schied im UEFA-Cup bereits in der ersten Runde gegen den schottischen Vertreter FC St. Johnstone aus.

In der Spielzeit 1972/73 befand sich der HSV ĂŒber weite Strecken im Abstiegskampf und wurde am Ende 14. Im Pokal schied der HSV im Achtelfinale (zweite Runde) gegen den 1. FC Köln aus. Sportlicher „Lichtblick“ war der Gewinn des erstmals (zwecks ÜberbrĂŒckung der Olympiapause) ausgetragenen DFB-Ligapokals. Im Endspiel bezwangen die Hanseaten Borussia Mönchengladbach mit 4:0. Mit Willi Schulz beendete ein weiterer langjĂ€hriger Spieler seine Karriere nach dieser Saison.

1973–1987: Die grĂ¶ĂŸten Erfolge

Saisondaten 1973–1987
SaisonPlatzTorePunkteBL-Kader
1973/741253:6231:37BL-Kader
1974/75455:3843:25BL-Kader
1975/76259:3241:27BL-Kader
1976/77667:5638:30BL-Kader
1977/781061:6734:34BL-Kader
1978/79178:3249:19BL-Kader
1979/80286:3548:20BL-Kader
1980/81273:4349:19BL-Kader
1981/82195:4548:20BL-Kader
1982/83179:3352:16BL-Kader
1983/84275:3648:20BL-Kader
1984/85558:4937:31BL-Kader
1985/86752:3539:29BL-Kader
1986/87269:3747:21BL-Kader
grĂŒn unterlegt: Deutscher Meister
gelb unterlegt: Qualifikation fĂŒr UEFA-Cup
(1976 und 1987 fĂŒr EC-Pokalsieger)
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV

Der am 26. November 1973 als neuer HSV-PrĂ€sident gewĂ€hlte Peter Krohn (Sohn des Angehörigen der Meistermannschaft von 1923, Hans Krohn) fĂŒhrte beim HSV eine Reihe von Neuerungen ein, die dem Club einen bislang nicht gekannten wirtschaftlichen Erfolg brachten und so nach und nach Investitionen in neue Spieler ermöglichten. So lief der HSV ab der Saison 1974/75 als fĂŒnfter Club der Bundesliga (nach Eintracht Braunschweig, dem FC Bayern MĂŒnchen, Eintracht Frankfurt und dem MSV Duisburg) mit Trikot-Werbung fĂŒr Unternehmen auf der Brust auf.[24] Sponsor war der GetrĂ€nkehersteller Campari. Rund um die Spiele fanden erstmals Veranstaltungen statt, um allein dadurch mehr Zuschauer anzulocken – was in der Tat von Erfolg gekrönt war. Dies stieß jedoch nicht immer auf Gegenliebe – besonders umstritten waren etwa Trikotdesigns in den Farben Rosa und Himmelblau, da, so Krohn, „diese Farben Frauen gefallen“.[25] Bereits in der ersten Saison unter Krohn erwirtschaftete der HSV bei einem Umsatz von 5,7 Mio. DM einen Gewinn von 250.000 DM – eine Saison zuvor war bei einem Umsatz von 2,9 Mio. DM noch ein Verlust von 250.000 DM aufgelaufen. Krohn blieb bis 1975 PrĂ€sident und war danach noch zwei Jahre als Generalmanager des Vereins tĂ€tig. Sein Nachfolger als PrĂ€sident wurde 1975 Paul Benthien, unter dessen PrĂ€sidentschaft GĂŒnter Netzer als Manager verpflichtet und die erste Bundesliga-Meisterschaft gewonnen wurde (1979). Benthien wiederum wurde 1979 von Wolfgang Klein (bis 1987) abgelöst. Unter Kleins Ägide wurden die grĂ¶ĂŸten Triumphe der bisherigen Vereinsgeschichte (zweimal Deutscher Meister, einmal Pokalsieger und der Europapokalsieg im Landesmeister-Cup 1983) errungen.

Unter Trainer Kuno Klötzer (1973 bis 1977) holte der HSV einen Pokalsieg (1976), den Europapokal der Pokalsieger (1977) und wurde in der Bundesliga einmal Vizemeister (1976) und Vizepokalsieger. Klötzers Nachfolger Rudi Gutendorf blieb eine kurze Episode. Außer von „Riegel-Rudi“ trennte sich der Verein auch vom „Generalmanager“ Peter Krohn.[26] Gutendorfs Nachfolger Arkoc Özcan, ehemaliger HSV-Torwart, galt als „zu weich“ gegenĂŒber seinen Spielern – ein Europapokalplatz wurde verpasst – er musste seinen Platz ebenfalls nach wenigen Monaten rĂ€umen. In Erinnerung geblieben ist er als Trainer vor allem, weil er in einem PressegesprĂ€ch mit einer verblĂŒffenden Diagnose des Zustands von StĂŒrmer Georg Volkert aufwartete: „Volkert hat eine Leistungszerrung.“

Manager Netzer holte den als sehr autoritĂ€r geltenden Branko Zebec an die Elbe, unter dessen FĂŒhrung gewann die Mannschaft die Meisterschaft 1979. Bei der Siegesfeier im Volksparkstadion kam es trotz des Einsatzes von 500 Ordnern und 340 Polizisten zu Ausschreitungen und einer Panik. 71 Menschen wurden mit Verletzungen in KrankenhĂ€user eingeliefert.[27] Aufgrund Zebec’ Alkoholkrankheit entließ der Verein den Trainer. VorĂŒbergehend ĂŒbernahm der vormalige Co-Trainer Aleksandar Ristić das Traineramt, 1981 schließlich verpflichtete der HSV Ernst Happel. Er ist bis heute der erfolgreichste Trainer der HSV-Geschichte.

Von den 14 Spielzeiten dieser Ära spielte der HSV in elf Saisons in einem europĂ€ischen Wettbewerb, davon dreimal bei den Landesmeistern, zweimal im Pokalsieger-Cup und sechsmal im UEFA-Cup. Neben drei deutschen Meisterschaften erreichte der HSV in dieser Phase fĂŒnfmal den zweiten Platz in der Abschlusstabelle. In der Zeit vom 16. Januar 1982 bis zum 29. Januar 1983 blieben die Hanseaten in 36 Spielen hintereinander ungeschlagen – ein bis Ende 2013 ungebrochener Bundesliga-Rekord.

Der HSV erreichte in der Saison 1973/74 in der Liga lediglich einen zwölften Rang, zog in jenem Jahr aber nach Siegen ĂŒber SV Darmstadt 98, Borussia Mönchengladbach, SG Wattenscheid 09 und Kickers Offenbach ins Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt ein. Die Hessen siegten vor 53.000 Zuschauern im DĂŒsseldorfer Rheinstadion mit 3:1 n. V.

→ Spieldaten des Pokalfinals 1974

Zur Saison 1974/75 verpflichtete der Verein die StĂŒrmer Horst Bertl (von Borussia Dortmund, blieb bis 1979) und Willi Reimann (von Hannover 96, blieb bis 1981), die in den folgenden Jahren ihren Beitrag zu den Titelgewinnen leisteten. Um Bertls Dienste einkaufen zu können, hatte PrĂ€sident Krohn die Aktion „Fans kaufen Spieler“ ins Leben gerufen, bei der zusĂ€tzlich zum Ticket-Preis noch ein Extra-Obolus zu entrichten war. Der HSV startete 1974/75 im UEFA-Cup, wo es im Achtelfinale zur deutsch-deutschen Begegnung mit Dynamo Dresden kam. Das Hinspiel gewann der HSV zu Hause mit 4:1, das RĂŒckspiel endete 2:2, wobei Rudi Kargus zwei Elfmeter parierte. Im Viertelfinale musste sich der HSV schließlich Juventus Turin beugen. In der Liga endete diese Spielzeit mit einem vierten Rang, im DFB-Pokal hingegen verlor der HSV ĂŒberraschenderweise bereits in der zweiten Runde gegen die Amateure des VfB Eppingen.

Besser lief es in der Saison 1975/76: Nachdem der HSV im DFB-Pokal gegen unterklassige Mannschaften (1. FC Köln Amateure, Union Salzgitter, SC JĂŒlich 1910, Bayern Hof und den FC Homburg) gewonnen hatte, kam es im Halbfinale zu einem denkwĂŒrdigen Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern MĂŒnchen. Das Spiel fand vor 53.000 Zuschauern im heimischen Volksparkstadion statt. Nach der regulĂ€ren Spielzeit stand es 1:1 durch Tore von Ole Björnmose und Karl-Heinz Rummenigge. In der VerlĂ€ngerung ging Bayern durch Franz Beckenbauer mit 2:1 in FĂŒhrung, Peter Nogly glich in der 115. Minute jedoch noch aus. Beim Wiederholungsspiel in MĂŒnchen fielen lange keine Treffer. In der 82. Minute trat Gerd MĂŒller zu einem Foulelfmeter an (das Foul war an ihm selbst begangen worden), aber Rudi Kargus parierte den Elfmeter. In der Nachspielzeit schließlich gelang Kurt Eigl der 1:0-Siegtreffer fĂŒr den HSV. Das Pokalfinale vor 61.000 Zuschauern in Frankfurt gewann der HSV mit 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. In der Bundesliga spielte der HSV ebenfalls lange Zeit oben mit und wurde letztlich Vizemeister hinter Borussia Mönchengladbach – bis dahin die beste Bundesliga-Platzierung. Im UEFA-Cup setzte sich der HSV nacheinander gegen Young Boys Bern, Roter Stern Belgrad, den FC Porto und FKS Stal Mielec durch und scheiterte erst im Halbfinale am FC BrĂŒgge, der seinerzeit noch vom spĂ€teren HSV-Übungsleiter Ernst Happel trainiert wurde. Zu Beginn der Saison waren Horst Blankenburg von Ajax Amsterdam, der seinerzeit als zweitbester deutscher Libero nach Franz Beckenbauer galt, und Hans „Buffy“ Ettmayer vom VfB Stuttgart gekommen.

→ Spieldaten des Pokalfinals 1976

Willi Reimann (links) und Rudolf Kargus (rechts) mit dem Pokal nach dem Finalsieg gegen RSC Anderlecht im Europapokal der Pokalsieger, 11. Mai 1977

Die Saison 1976/77, zu deren Beginn Felix Magath vom 1. FC SaarbrĂŒcken verpflichtet wurde, brachte in der Liga einen sechsten Platz und im DFB-Pokal das Aus in der zweiten Runde. Wieder einmal hieß der Gegner Bayern MĂŒnchen. Im Europapokal der Pokalsieger hingegen setzten sich die Hanseaten nacheinander gegen KeflavĂ­k ÍF, Heart of Midlothian (Edinburgh), MTK Budapest FC und im Halbfinale gegen AtlĂ©tico Madrid durch. Dadurch erreichte der HSV das Endspiel gegen den RSC Anderlecht. Das Finale am 11. Mai 1977 in Amsterdam gewann der HSV mit 2:0 und erzielte damit den bis dahin grĂ¶ĂŸten Erfolg der Vereinsgeschichte. Trainer Kuno Klötzer hatte bereits vor dem Finale gewusst, dass er zur neuen Saison durch Rudi Gutendorf ersetzt werden wĂŒrde; fĂŒr ihn war der Europacup-Sieg also die Krönung seiner vierjĂ€hrigen Amtszeit.

→ Spieldaten des Endspiels im Europapokal der Pokalsieger 1977

Zum Saisonstart 1977/78 kamen von Hajduk Split der offensive Verteidiger Ivan Buljan und vom FC Liverpool dessen Star Kevin Keegan. Als Europacup-Sieger der Pokalsieger spielte der HSV zu Beginn der Saison 1977/78 um den EuropĂ€ischen Supercup und unterlag dort Keegans Ex-Verein. Als Titelverteidiger startete der HSV zudem erneut im Europapokal der Pokalsieger, schied aber in der zweiten Runde aus – ausgerechnet gegen den RSC Anderlecht. Daraufhin wurde Trainer Rudi Gutendorf entlassen, Nachfolger wurde Arkoc Özcan. Im DFB-Pokal war der FC Schalke 04 im Achtelfinale (bereits unter Özcan) zu stark und siegte mit 4:2. In der Liga erreichten die Hanseaten lediglich den zehnten Rang. Manager Netzer entschied daraufhin, dass die Mannschaft einen Trainer brauche, der hohe AutoritĂ€t mitbringt, und verpflichtete Branko Zebec.

Der Hamburger SV holte zu Beginn der Saison 1978/79 frische KrĂ€fte. WĂ€hrend Georg Volkert (zum VfB Stuttgart) aussortiert wurde, da er von Netzer als „Unruhestifter“ innerhalb der Mannschaft identifiziert wurde und auch Klaus Zaczyk (zu KSV Hessen Kassel) wechselte, holten die Hamburger den ZweitligatorjĂ€ger (41 Tore) der vorangegangenen Saison, Horst Hrubesch von Rot-Weiss Essen. Außerdem wurden „Jimmy“ Hartwig vom TSV 1860 MĂŒnchen und Bernd Wehmeyer von Hannover 96 verpflichtet. Alle drei wurden zu Stammspielern und hatten maßgeblichen Anteil an den Erfolgen der kommenden Jahre. Diese begannen in jener Saison, in der der HSV erstmals Meister der Bundesliga wurde und den insgesamt vierten deutschen Titel an die Elbe holte. Die Meisterfeier am letzten Spieltag (9. Juni 1979) im heimischen Stadion geriet außer Kontrolle, als Fans die UmzĂ€unung ĂŒberwanden und auf das Spielfeld stĂŒrmten. Dabei verletzten sich 71 Personen teilweise schwer. Das Spielergebnis (1:2 gegen Bayern MĂŒnchen) war dabei irrelevant. Der HSV hatte sich durch ein 0:0 bei Arminia Bielefeld am vorletzten Spieltag die Meisterschaft bereits gesichert, weil Konkurrent VfB Stuttgart zeitgleich zu Hause gegen den 1. FC Köln verloren hatte. Bielefeld brachte den Hanseaten in jener Saison allerdings auch eine 2:1-Niederlage in der ersten DFB-Pokalrunde bei.

In der Saison 1979/80 schied der HSV im DFB-Pokal in der dritten Runde aus – erneut verloren die Hanseaten gegen einen unterklassigen Gegner, in diesem Fall Kickers Offenbach. In der Bundesliga fĂŒhrte der HSV bis zum vorletzten Spieltag die Tabelle an, verlor jedoch beim Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen mit 2:1 und musste den FC Bayern an sich vorbeiziehen lassen. Die Bayern gaben den Zwei-Punkte-Vorsprung am letzten Spieltag (31. Mai 1980) nicht mehr ab und holten sich die Meisterschaft, fĂŒr den HSV blieb der zweite Platz. Dies war die zweite EnttĂ€uschung innerhalb von nur wenigen Tagen, denn bereits am 28. Mai hatte der HSV das Endspiel im Europapokal der Landesmeister gegen Nottingham Forest verloren. FĂŒr das Finale qualifiziert hatten sich die „Rothosen“ durch Siege ĂŒber Valur ReykjavĂ­k, Dinamo Tiflis, Hajduk Split und Real Madrid. Besonders das Halbfinale gegen die Madrilenen blieb lange in Erinnerung. Das Hinspiel hatten die Hamburger vor 110.000 Zuschauern im Estadio Santiago BernabĂ©u mit 0:2 verloren. Vor 61.500 Zuschauern im Volksparkstadion bot die Heimmannschaft allerdings „das Tollste und Beste, was ich je vom HSV gesehen habe“ (Manager Netzer) und warfen die Madrilenen mit 5:1 aus dem Wettbewerb. FĂŒr den HSV trafen Kaltz (10., FE), Hrubesch (17.), erneut Kaltz (40.), wiederum Hrubesch (45.) sowie Memering (89.), das zwischenzeitliche 2:1 hatte Cunningham (31.) erzielt. Nach Spielende traf beim HSV ein GlĂŒckwunsch-Telegramm ein: „Ihr treuer AnhĂ€nger, Helmut Schmidt, Bundeskanzler“. Im Endspiel, das in Madrid stattfand, schoss John Robertson in der 20. Minute den Siegtreffer fĂŒr Nottingham, den die englische Mannschaft in den folgenden 70 Minuten ĂŒber die Zeit rettete.

→ Spieldaten des Finals im Europapokal der Landesmeister 1980

Als Zweiter der Abschlusstabelle 1979/80 trat der HSV im UEFA-Cup an und erreichte das Achtelfinale. Eine 0:5-Heimniederlage gegen AS Saint-Étienne machte allerdings schon nach dem Hinspiel deutlich, dass hier „Endstation“ sein wĂŒrde; die 0:1-Niederlage im RĂŒckspiel bedeutete das endgĂŒltige Aus. Trotz der zuvor errungenen Herbstmeisterschaft trennten sich die „Rothosen“ im Dezember 1980 von Trainer Branko Zebec. Wegen seines Alkoholproblems hatte ihm der Verein im Dezember 1980 gekĂŒndigt, Nachfolger wurde bis zum Ende der Saison der bisherige Co-Trainer Aleksandar Ristić. In der Liga hatten am Ende erneut die Bayern die Nase vorn: Sie wurden mit vier Punkten Vorsprung vor dem HSV Meister. Im DFB-Pokal kamen die Hamburger ĂŒber das Viertelfinale nicht hinaus: Eintracht Braunschweig siegte 4:3 n. V.

Hamburger SV gegen Bayern MĂŒnchen am 31. Oktober 1981: Die Hanseaten siegten 4:1.

In der Folgesaison erreichte der HSV im DFB-Pokal das Halbfinale und kam damit so weit wie seit 1976 nicht mehr. Der 1. FC NĂŒrnberg jedoch behielt im Halbfinale die Oberhand (2:0). Im UEFA-Cup schlug der HSV nacheinander den FC Utrecht, Girondins Bordeaux, FC Aberdeen, NeuchĂątel Xamax sowie Radnicki Nis und zog damit ins Finale ein. Das Hinspiel beim IFK Göteborg wurde mit 0:1 verloren, die Hoffnungen lagen damit auf dem RĂŒckspiel im Volksparkstadion. Dort allerdings verlor der Gastgeber mit 0:3, womit der Cup in die schwedische Hafenstadt ging. In der Bundesliga hingegen lief es besser fĂŒr den HSV. Letztmals verloren die „Rothosen“ wĂ€hrend der Saison am 16. Januar mit 1:2 bei Eintracht Braunschweig, danach kein Spiel mehr. Dies war der Auftakt zur lĂ€ngsten Serie ohne Niederlagen eines Bundesligaclubs: Sie wĂ€hrte bis zum Januar 1983. Dieser Rekord hielt 30 Jahre und wurde erst in der Saison 2012/13 vom FC Bayern MĂŒnchen ĂŒbertroffen. Der HSV gewann in der ersten Saison unter Trainer Ernst Happel die fĂŒnfte deutsche Meisterschaft.

→ Spieldaten der Endspiele im UEFA-Cup 1982

Holger Hieronymus (r.) stoppt den BFC-Spieler Hans JĂŒrgen Riediger im Europacupspiel 1982
Der Europapokal der Landesmeister

Unter Ernst Happel gewann der HSV schließlich den Europapokal der Landesmeister mit 1:0 gegen Juventus Turin. In der ersten Runde setzten sich die Hamburger in einem deutsch-deutschen Duell gegen den BFC Dynamo aus Berlin durch (1:1 in Berlin, 2:0 zu Hause). Es folgten Siege ĂŒber Olympiakos PirĂ€us, Dynamo Kiew und Real Sociedad San SebastiĂĄn, ehe die Mannschaft am 25. Mai 1983 auf Juventus Turin traf, in deren Reihen gleich mehrere italienische Nationalspieler standen, die ungefĂ€hr ein Jahr zuvor in Spanien den Weltmeistertitel geholt hatten und die darĂŒber hinaus ĂŒber das französische Mittelfeld-Genie Michel Platini und den starken polnischen StĂŒrmer Zbigniew Boniek verfĂŒgten. Durch ein Tor von Felix Magath in der achten Minute ging der HSV in FĂŒhrung und gab diese bis zum Spielende nicht mehr ab. Der Erfolg im Olympiastadion Athen ist bis heute der grĂ¶ĂŸte der bisherigen Vereinsgeschichte. In der Bundesliga wurde der HSV erneut Deutscher Meister und schaffte damit erstmals in der Vereinsgeschichte die Wiederholung eines Meistertitels. Im DFB-Pokal verlor der HSV im Achtelfinale bei Hertha BSC mit 1:2.

→ Spieldaten des Finals im Europapokal der Landesmeister 1983

Als Nachfolger fĂŒr den zu Standard LĂŒttich gewechselten TorjĂ€ger Horst Hrubesch wurde im Sommer 1983 Dieter Schatzschneider vom SC Fortuna Köln verpflichtet, der in 31 Spielen 15 Treffer machte. Außerdem kam vom FC Schalke 04 Mittelfeldspieler Wolfram Wuttke (1961–2015). In der Saison 1983/84 spielte der Titelverteidiger HSV bis zum vorletzten Spieltag um die Meisterschaft mit, verlor jedoch zu Hause gegen Eintracht Frankfurt mit 0:2, wĂ€hrend Konkurrent VfB Stuttgart in Bremen gewann und dank der deutlich besseren Tordifferenz nur noch theoretisch abzufangen war. Der 1:0-Sieg des HSV in Stuttgart am letzten Spieltag blieb wertlos. Auch im DFB-Pokal bedeutete der VfB Stuttgart die Endstation fĂŒr den HSV: Im Wiederholungsspiel (nach 1:1) siegten die Schwaben mit 4:3 n. V. Im Landesmeister-Cup hatte der HSV in der ersten Runde ein Freilos und scheiterte danach an Dinamo Bukarest (0:3, 3:2). Ebenfalls in dieser Saison spielte der HSV als 1983er-Sieger des Landesmeister-Cups um den Weltpokal und um den europĂ€ischen Supercup. Auch diese Spiele wurden verloren (1:2 n. V. gegen GrĂȘmio Porto Alegre und 0:0 sowie 0:2 gegen den FC Aberdeen). Der HSV hatte also um fĂŒnf Titel mitgespielt, aber keinen gewonnen, so dass Trainer Ernst Happel von einem „verlorenen Jahr“ sprach.[28] Schatzschneider, der mit Happel und den Mannschaftskollegen menschliche Schwierigkeiten hatte, verließ den Verein bereits nach der Saison wieder (zum FC Schalke). Wuttke, der dieselben Probleme hatte, ging ein Jahr spĂ€ter zum 1. FC Kaiserslautern. Am Ende der Saison verließ auch Publikumsliebling Jimmy Hartwig den Club in Richtung 1. FC Köln.

→ Spieldaten des Spiels um den Weltpokal 1983

1987 wurde der HSV in der Liga Vizemeister und holte sich durch ein 3:1 ĂŒber die Stuttgarter Kickers den DFB-Pokal. Es ist bis heute der letzte „große Titel“ (Meisterschaft, Pokal, Europapokale) geblieben.

→ Spieldaten des DFB-Pokalfinals 1987

1987–1999: Jahre der Tristesse

Saisondaten 1987–1999
SaisonPlatzTorePunkteBL-Kader
1987/88663:6837:31BL-Kader
1988/89460:3643:25BL-Kader
1989/901139:4631:37BL-Kader
1990/91560:3840:28BL-Kader
1991/921232:4334:42BL-Kader
1992/931142:4431:37BL-Kader
1993/941248:5234:34BL-Kader
1994/951343:5029:39BL-Kader
1995/96552:4750BL-Kader
1996/971346:6041BL-Kader
1997/98938:4644BL-Kader
1998/99747:4650BL-Kader
gelb unterlegt: Qualifikation fĂŒr den UEFA-Cup
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV

Die folgenden Jahre waren geprĂ€gt durch einen Abstieg der Mannschaft ins Mittelmaß der Liga. Zwischen 1989/90 und 1996/97 erreichte der Club lediglich zweimal UEFA-Cup-PlĂ€tze, sonst ausschließlich zweistellige TabellenplĂ€tze. In einigen Spielzeiten spielte der Verein bis spĂ€t in der Saison gegen den Abstieg. Anfang der 1990er Jahre musste der HSV zudem aufgrund einer hohen Verschuldung um seine Existenz fĂŒrchten. Gerettet wurde er aus seiner finanziellen Misere vor allem durch den lukrativen Transfer des wertvollsten Spielers Thomas Doll zu Lazio Rom. Weder an der Spitze, also im PrĂ€sidium, noch auf der Trainerbank gab es KontinuitĂ€t. Hohe Fluktuation herrschte ebenfalls im Kader. An der Vereinsspitze folgten auf Klein Ernst Naumann (1987–1990), Horst Becker (der 1990 nur zehn Monate im Amt blieb) und JĂŒrgen Hunke. Erst unter Hunke gelang die finanzielle Sanierung des Vereins, als Doll fĂŒr die damalige Rekord-Ablösesumme von 17 Millionen DM nach Rom verkauft wurde. Hunke blieb bis 1993 im Amt, in den folgenden sechs Jahren folgten Ronald Wulff (1993–1995), Uwe Seeler (bis 1998), Werner Hackmann (1998) und Rolf Mares (1998–1999). Zwischen 1987 und 1999 standen also sieben PrĂ€sidenten dem HSV vor. Im selben Zeitraum beschĂ€ftigte der HSV acht verschiedene Trainer.

Einen Vorgeschmack auf die hohe Fluktuation im Kader ergab bereits die erste HĂ€lfte der Saison 1987/88. Trainer Josip Skoblar, als Nachfolger fĂŒr Happel verpflichtet, musste bereits am 10. November 1987 gehen – mit ihm TorhĂŒter Mladen Pralija, der erst zu Saisonbeginn als Ersatz fĂŒr den suspendierten Uli Stein geholt wurde (Stein hatte im Supercup 1987 dem Bayern-Spieler JĂŒrgen Wegmann einen Faustschlag versetzt). Nach teilweise hohen Niederlagen, darunter ein 0:6 bei Bayern MĂŒnchen, ein 0:4 zu Hause gegen den Karlsruher SC und ein 2:8 bei Borussia Mönchengladbach, musste Pralija ebenfalls gehen. Skoblars Nachfolger an der Seitenlinie wurde Willi Reimann, im Tor stand fortan „Jupp“ Koitka, der bereits von 1980 bis 1982 ErsatztorhĂŒter beim HSV war und von der SG Wattenscheid 09 verpflichtet wurde. Eine VerstĂ€rkung war Uwe Bein, der mit Thomas von Heesen ein gutes Mittelfeld-Duo bildete. Die Saison schloss der HSV als Sechster ab, im DFB-Pokal erreichten die Hanseaten das Halbfinale und schieden beim VfL Bochum aus. Im Europapokal der Pokalsieger scheiterte der Verein im Achtelfinale (zweite Runde) an Ajax Amsterdam.

Ende der 1980er Jahre eine MittelfeldstĂŒtze beim HSV: Uwe Bein (Foto von 2005)

Im Sommer 1988 verzeichnete der HSV nicht weniger als elf NeuzugĂ€nge, von denen allerdings lediglich StĂŒrmer Jan Furtok den Club deutlich voranbrachte (59 Tore in 156 Spielen innerhalb von fĂŒnf Jahren). In der Saison 1988/89 erreichte der HSV erneut einen UEFA-Cup-Platz (Rang vier). Im DFB-Pokal bedeutete eine 0:1-Heimniederlage gegen Werder Bremen das Aus im Viertelfinale. In der folgenden Saison erreichten die Hamburger nur noch den elften Platz und damit erstmals seit der Saison 1978/79 keinen einstelligen Tabellenplatz mehr. Eine 0:1-Niederlage zu Hause in der ersten Runde gegen den MSV Duisburg bedeutete das frĂŒhe Aus im DFB-Pokal. Das Spiel fand am Rothenbaum statt. Nach der Niederlage kam es zu Tumulten, so dass die erste Mannschaft des HSV dort nie wieder spielte – die Niederlage gegen Duisburg war also das letzte Spiel an der TraditionsstĂ€tte. Im UEFA-Cup gelang dem HSV noch der Einzug ins Viertelfinale, dort allerdings scheiterten die Hanseaten an Juventus Turin – mindestens genauso weit kam der HSV im UEFA-Cup erst wieder in der Saison 2008/09, als er im Halbfinale gegen Werder Bremen unterlag. Im April 1990 entließ der HSV-Trainer Reimann, Nachfolger wurde Gerd-Volker Schock, der zuvor Reimanns Assistent war.

In die Saison 1990/91 startete der HSV mit einigen spektakulĂ€ren Neuverpflichtungen: Vom BFC Dynamo kamen Thomas Doll und Frank Rohde, außerdem kam Manfred Kaltz zurĂŒck nach Hamburg. Die Saison brachte fĂŒr die „Rothosen“ einen fĂŒnften Platz im Klassement. Im DFB-Pokal hingegen war im Achtelfinale Schluss: Eine 1:2-Niederlage gegen die SG Wattenscheid 09 bedeutete das Aus. Im Sommer 1991, nach nur einer Saison bei den „Rothosen“, wechselte Thomas Doll fĂŒr die Ablösesumme von 17 Millionen DM zu Lazio Rom. Auch wenn den Hanseaten davon nur sieben bis acht Millionen DM ĂŒbrig blieben, reichte es, um sich finanziell zu sanieren. Manfred Kaltz beendete seine Profi-Laufbahn nach 20 Jahren, davon war er die meiste Zeit bei den Hamburgern aktiv. Am Ende der Saison landete der HSV auf Rang zwölf, im DFB-Pokal siegte Werder Bremen in der zweiten Runde (in der ersten Runde hatten alle Bundesligisten Freilos) mit 3:1 im Weserstadion. Im UEFA-Cup unterlag der HSV im Achtelfinale Sigma OlmĂŒtz. Trainer Gerd-Volker Schock wurde im April 1992 durch Egon Coordes ersetzt. PrĂ€sident Hunke versuchte, den Verein in eine Breitensportabteilung und eine Profi-Fußball-Abteilung zu gliedern, wie es spĂ€ter Borussia Dortmund umsetzte. Sein Plan scheiterte jedoch, da sich fĂŒr die „Aktien“ der HSV Sport AG nicht genĂŒgend Abnehmer fanden.[29] Mehrere prominente HSVer, darunter die ehemaligen PrĂ€sidenten Peter Krohn, Wolfgang Klein und Horst Becker, sprachen sich gegen die Teilung des Vereins aus. Die PlĂ€ne wurden nicht weiter verfolgt.

Die darauffolgende Saison brachte dem HSV erneut einen schlechten Saisonstart. Im DFB-Pokal erreichten die Hamburger die zweite Runde (2:4 beim Karlsruher SC). Trainer Coordes wurde entlassen und durch Benno Möhlmann ersetzt. Die Saison schlossen die Hamburger mit dem elften Tabellenplatz ab. Die Saison 1993/94 brachte dem HSV einen zwölften Tabellenplatz sowie das Aus im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen (2:4 im Weserstadion). In der folgenden Spielzeit sprang fĂŒr die Hanseaten der 13. Platz in der Tabelle heraus, im Pokal war in der zweiten Runde Schluss gegen den FC Schalke 04.

Der HSV schied in der Saison 1995/96 im DFB-Pokal in der ersten Runde bei Arminia Bielefeld aus. Im Oktober wurde Möhlmann entlassen, als Nachfolger kam Felix Magath. Die Hanseaten eroberten in der Liga Rang fĂŒnf und damit erstmals seit Jahren wieder einen Platz, der in der Folgesaison zum Start im UEFA-Cup berechtigte. Im Herbst 1995 erhielt der HSV einen neuen PrĂ€sidenten: Uwe Seeler hatte sich beworben und wurde mit seinem neuen Team von den Mitgliedern mit großer Mehrheit gewĂ€hlt. Finanziell ĂŒbernahm das Seeler-Team einen inzwischen gesundeten Verein – ohne Schulden, stattdessen mit rund fĂŒnf Millionen DM in der RĂŒcklage.[30] Im UEFA-Cup 1996/97 musste sich der HSV im Achtelfinale dem AS Monaco beugen. Im DFB-Pokal unterlagen die Hanseaten im Halbfinale dem VfB Stuttgart. In der Liga hingegen erreichten die Hamburger erneut nur einen 13. Platz. Noch im Mai 1997 kĂŒndigte der Verein dem Trainer, Interimstrainer bis zum Saisonende wurde Ralf Schehr.

Zur Saison 1997/98 verpflichtete der HSV nicht nur Trainer Frank Pagelsdorf, der etwas mehr als vier Jahre lang blieb (und damit so lange wie kein Trainer seit Ernst Happel), sondern auch den TorhĂŒter Hans Jörg Butt vom VfB Oldenburg, der in den darauffolgenden Saisons zum neuen StammtorhĂŒter und auch zum erfolgreichsten ElfmeterschĂŒtzen unter den deutschen TorhĂŒtern wurde. Außerdem wurde der bis dato nur von Werder Bremen ausgeliehene Rodolfo Cardoso endgĂŒltig verpflichtet. Hinzu kamen im Laufe der Saison noch Anthony Yeboah (von Leeds United), Ingo Hertzsch (vom Chemnitzer FC) und Thomas Gravesen (von Vejle BK). Auch wenn mit diesen Neuverpflichtungen in jener Saison nur der neunte Platz heraussprang, wurden alle jedoch zu Stammspielern und in den folgenden Jahren zu LeistungstrĂ€gern. Jedoch hatte der HSV in der Saison 1997/98 nach dem 21. Spieltag mit nur 20 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz gestanden und rettete sich im Endspurt mit nur noch einer Niederlage vor dem Abstieg. Im DFB-Pokal endete die Bewerbung des HSV um den Titel in der zweiten Runde bei Bayer 04 Leverkusen (1:2 n. V.).

Die Saison 1998/99 war die letzte im „alten“ Volksparkstadion. Am 2. Juni 1998, kurz nach Saisonende 1997/98, begannen die Abrissarbeiten. Durch den Umbau bei laufendem Fußballbetrieb sank die KapazitĂ€t des Stadions in der Folge deutlich; das Spiel gegen den FC Bayern MĂŒnchen am 13. MĂ€rz 1999 war mit 28.600 Zuschauern ausverkauft.[31] Zu Beginn jener Saison kam Thomas Doll zurĂŒck zum HSV, außerdem verpflichteten die Hanseaten Nico-Jan Hoogma. Der HSV wurde am Ende der Saison Siebter und schied nach Elfmeterschießen im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Rot-Weiß Oberhausen aus.

1999–2010: Mit neuem Stadion zurĂŒck in Deutschlands und Europas Spitze

Saisondaten 1999–2010
SaisonPlatzTorePunkteBL-Kader
1999/00363:3959BL-Kader
2000/011358:5841BL-Kader
2001/021151:5740BL-Kader
2002/03446:3656BL-Kader
2003/04847:6049BL-Kader
2004/05855:5051BL-Kader
2005/06353:3068BL-Kader
2006/07743:3745BL-Kader
2007/08447:2654BL-Kader
2008/09549:4761BL-Kader
2009/10756:4152BL-Kader
grĂŒn unterlegt: Qualifikation fĂŒr die Champions League
gelb unterlegt: Qualifikation fĂŒr den UEFA-Cup
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV
Heimspiel im umgebauten Volksparkstadion
Rekordtransfer: Nigel de Jong verließ den HSV 2008 in Richtung Manchester. Der Verein erhielt dafĂŒr 19 Mio. Euro
Spielte fĂŒr den Verein von 2007 bis 2009 und nochmals 2015/16: Ivica Olić

Zeitgleich mit der Fertigstellung des neuen Stadions erzielte der HSV auch wieder sportliche Erfolge. Das neue Volksparkstadion wurde am 21. August 1999 beim Spiel gegen den VfB Stuttgart eröffnet – allerdings war das Stadion noch nicht komplett ĂŒberdacht. In der Saison 1999/2000 belegte der HSV den dritten Tabellenplatz und qualifizierte sich erstmals fĂŒr die UEFA Champions League. Im ersten Spiel am 13. September 2000 gegen den meist als favorisiert geltenden italienischen Club Juventus Turin kam es beim 4:4 zum so genannten Jahrhundertspiel. In Turin gewann der HSV mit 3:1. Der HSV wurde schließlich Dritter in der Gruppe und spielte im UEFA-Cup weiter. Dort scheiterte der Verein am AS Rom.

EndgĂŒltig fertiggestellt wurde die neue Arena zu Beginn der Saison 2000/01. Sportlich war diese gegenĂŒber der Vorsaison ein RĂŒckschlag, der HSV wurde 13. der Abschlusstabelle und schied im DFB-Pokal in der zweiten Runde (Achtelfinale) gegen den Karlsruher SC aus. In der Folgesaison belegten die Hanseaten den elften Rang und schieden wiederum in der zweiten Runde des DFB-Pokals aus, diesmal gegen den VfB Stuttgart. Im September 2002 wurde Dietmar Beiersdorfer als neuer Sportvorstand verpflichtet. In der Saison 2002/03 wies der HSV ein Rekorddefizit von 14,3 Millionen Euro in der Bilanz aus.[32]

Im Juli 2003 folgte der Gewinn des DFB-Ligapokals durch einen 4:2-Sieg im Finale gegen Borussia Dortmund. Die Saison 2002/03 endete fĂŒr den HSV mit dem vierten Rang und damit der Qualifikation fĂŒr den UEFA-Cup. Im DFB-Pokal scheiterte der HSV durch ein 0:1 zu Hause gegen den VfL Bochum. Am 1. Februar 2003 wurde Bernd Hoffmann als Vorstandsvorsitzender verpflichtet. Dieses Amt bekleidete er bis zum 16. MĂ€rz 2011. Die Saison 2003/04 endete mit einem achten Tabellenplatz. Im DFB-Pokal waren die „Rothosen“ durch ein 0:3 beim FC Bayern MĂŒnchen, im UEFA-Cup 2003/04 in der ersten Runde gegen Dnipro Dnipropetrowsk ausgeschieden.

Mit den Neuverpflichtungen Daniel Van Buyten (von Olympique Marseille) und Khalid Boulahrouz (vom RKC Waalwijk) verstĂ€rkte sich der HSV zu Beginn der Saison 2004/05. In der Liga sprang ein achter Platz heraus, im DFB-Pokal schied der HSV durch ein 2:4 beim SC Paderborn 07 aus (fĂŒr Details siehe hier). SpĂ€ter stellte sich heraus, dass das Spiel von Schiedsrichter Robert Hoyzer manipuliert worden war. Gegen eine EntschĂ€digung von 500.000 Euro vom DFB und die Zusage, ein LĂ€nderspiel in Hamburg zu veranstalten, verzichtete der HSV auf das weitere Vorgehen gegen das „Skandalspiel“. Im UI-Cup erreichte der HSV im Sommer 2004 das Halbfinale, verlor aber gegen den FC Villarreal und qualifizierte sich damit nicht fĂŒr den UEFA-Cup in der laufenden Saison.

Mit dem NiederlĂ€nder Rafael van der Vaart (von Ajax Amsterdam) sowie dem von Borussia Dortmund verpflichteten Guy Demel verstĂ€rkte sich der HSV zu Beginn der Spielzeit 2005/06 abermals, gewann zudem im Sommer den UI-Cup und zog damit in den UEFA-Cup ein. Im Achtelfinale verloren die Hanseaten gegen Rapid Bukarest. Im DFB-Pokal behielt der FC Bayern MĂŒnchen im Achtelfinale mit einem 1:0 n. V. die Oberhand. In der Liga erreichte der HSV den dritten Rang und qualifizierte sich anschließend fĂŒr die Champions League.

Zu Beginn der Saison 2006/07 erfolgte ein personeller Umbruch. Wichtige Spieler wie Sergej Barbarez, Daniel Van Buyten und Khalid Boulahrouz verließen den Verein. Die Mannschaft qualifizierte sich gegen den CA Osasuna (0:0, 1:1) fĂŒr die Gruppenphase der Champions League. In der Champions League wurde der HSV mit fĂŒnf Niederlagen und nur einem Sieg Gruppenletzter. In der Bundesliga belegte die Mannschaft nach dem 20. Spieltag den letzten Tabellenplatz. Am 1. Februar 2007 reagierte der Hamburger SV auf den anhaltenden Misserfolg und trennte sich vorzeitig von Cheftrainer Thomas Doll. Einen Tag spĂ€ter wurde Huub Stevens als neuer Trainer verpflichtet. Stevens schaffte mit dem HSV den Klassenerhalt am 33. Spieltag beim AuswĂ€rtsspiel in NĂŒrnberg: Der HSV holte aus den letzten 14 Spielen der Saison neun Siege und drei Unentschieden und belegte letztlich Platz sieben. Die Hamburger nahmen somit in der darauf folgenden Saison am UI-Cup teil.

Über die dritte Runde des UI-Cups erreichte der HSV die Qualifikationsrunde des UEFA-Cups. Durch Siege gegen FC Dacia Chișinău (Hinspiel 1:1, RĂŒckspiel 4:0) und HonvĂ©d Budapest (Hinspiel 0:0, RĂŒckspiel 4:0) qualifizierte sich der HSV fĂŒr den UEFA-Cup. Nach zwei Siegen (1:0 auswĂ€rts und 3:1 zuhause) gegen Litex Lowetsch (Bulgarien) wurde die Gruppenphase erreicht. Am 22. Februar 2008 wurde der HSV als letzter verbliebener UI-Cup-Teilnehmer zum Sieger des Wettbewerbs erklĂ€rt.[33] Damit wurde zum zweiten Mal nach 2005 der UI-Pokal gewonnen, aber aufgrund des geĂ€nderten Spielmodus und der Vergabe des Sieges an die am lĂ€ngsten im UEFA-Cup verbleibende Mannschaft geht der Pokal diesmal allein an den HSV. In der Liga spielte der HSV stabiler als im Vorjahr und war praktisch in der gesamten Spielzeit 2007/08 in der Spitzengruppe der Liga platziert. Lediglich nach der Bekanntgabe von Trainer Stevens, den Verein zum Saisonende zu verlassen, folgte eine Phase relativen Misserfolgs. Dennoch gelang dem Verein dank eines 7:0 am letzten Spieltag gegen den Karlsruher SC der Einzug in den UEFA-Cup.

Am 1. Juli 2008 ĂŒbernahm der NiederlĂ€nder Martin Jol als Nachfolger von Huub Stevens das Amt des Cheftrainers. Unter Jol spielte der Hamburger SV die beste Saison seit 26 Jahren. Der Verein zog in das Halbfinale des DFB-Pokals und in das Halbfinale des UEFA-Cups ein. In beiden Wettbewerben schied der Hamburger SV jedoch gegen den Erzrivalen Werder Bremen aus. Am Saisonende belegte der HSV den fĂŒnften Platz und qualifizierte sich fĂŒr die UEFA Europa League. Der Verein erwirtschaftete im Jahr 2008/09 einen Gewinn von 13,4 Millionen Euro.[34]

Das bisher letzte Spiel des HSV in einem Europapokalwettbewerb im Volkspark: Am 22. April 2010 empfing der HSV den FC Fulham zum Hinspiel des Europa-League-Halbfinals (0:0)

Martin Jol löste nach Saisonende im Mai 2009 seinen Vertrag vorzeitig auf, um zu Ajax Amsterdam zu gehen.[35] Als sein Nachfolger wurde Bruno Labbadia verpflichtet. Nachdem es zwischen Bernd Hoffmann und Dietmar Beiersdorfer zu Streitigkeiten um Kompetenzen gekommen war,[36] wurde der Vertrag von Dietmar Beiersdorfer im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.[37] Seit der Saison 2009/10 war das Amt des Sportchefs vakant. Der HSV startete stark in die Saison und stand am 7. Spieltag u. a. nach Siegen gegen Borussia Dortmund, den amtierenden Meister VfL Wolfsburg und den FC Bayern MĂŒnchen auf dem ersten Tabellenplatz. Die Hinrunde wurde schließlich auf dem vierten Platz beendet. In der RĂŒckrunde baute das Team kontinuierlich ab. Nach einer 1:5-Niederlage am 32. Spieltag gegen die TSG 1899 Hoffenheim wurde Labbadia entlassen und durch den Techniktrainer Ricardo Moniz ersetzt. Mit ihm schied der HSV nach einer 1:2-Niederlage gegen den englischen Außenseiter[38] FC Fulham – wie in der Vorsaison gegen den Nordrivalen aus Bremen – im Halbfinale der UEFA Europa League aus und verpasste das Finale im eigenen Stadion, nachdem noch unter Labbadia ein 0:0 im Hinspiel erzielt worden war. Die Saison beendete der HSV auf dem siebten Tabellenplatz, womit man sich erstmals seit sechs Jahren nicht fĂŒr das internationale GeschĂ€ft qualifizieren konnte. Das HalbfinalrĂŒckspiel in der Europa League gegen den FC Fulham ist bis heute – Stand 2. Juli 2023 – das letzte Spiel des HSV in einem europĂ€ischen Vereinswettbewerb. Nach dem Saisonende zogen Joris Mathijsen und Eljero Elia als Spieler des Hamburger SV mit der niederlĂ€ndischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in SĂŒdafrika ins Endspiel ein; Mathijsen spielte durch und Elia wurde in der VerlĂ€ngerung eingewechselt.

2010–2018: Niedergang, Ausgliederung und Abstieg nach erfolgreichen Rettungen

Saisondaten 2010–2018
SaisonPlatzTorePunkteBL-Kader
2010/11846:5245BL-Kader
2011/121535:5736BL-Kader
2012/13742:5348BL-Kader
2013/1416*51:7527BL-Kader
2014/1516*25:5035BL-Kader
2015/161040:4641BL-Kader
2016/171433:6138BL-Kader
2017/181729:5331BL-Kader
Rot unterlegt: Abstieg in die 2. Bundesliga.
* Klassenerhalt in der Relegation
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV

Saison 2010/11

Seit Beginn der Saison 2010/11 betreute der frĂŒhere Stuttgarter Meistertrainer Armin Veh zusammen mit Co-Trainer Michael Oenning die Mannschaft. Zu den AbgĂ€ngen gehörten unter anderem JĂ©rĂŽme Boateng und Bastian Reinhardt. Letzterer ĂŒbernahm den Posten des Sportchefs. NeuzugĂ€nge waren unter anderem Jaroslav DrobnĂœ und der neue KapitĂ€n Heiko Westermann. Die Hinrunde verlief fĂŒr die Hamburger durchwachsen und man ging auf dem neunten Tabellenplatz in die Winterpause. Die zweite SaisonhĂ€lfte verlief ebenso wenig erfolgreich. Der erste sportliche Tiefpunkt war die 0:1-Derbyniederlage im Heimspiel gegen den FC St. Pauli am 21. Spieltag. Nachdem die Mannschaft am 26. Spieltag beim FC Bayern MĂŒnchen mit 0:6 verloren hatte, wurde Veh am 13. MĂ€rz 2011 beurlaubt und durch den bisherigen Co-Trainer Michael Oenning ersetzt.[39] Drei Tage spĂ€ter trennte sich der Verein vom bisherigen Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Marketingvorstand Katja Kraus.[40] Neuer Vorstandsvorsitzender wurde zunĂ€chst vorĂŒbergehend Carl-Edgar Jarchow, der bereits von 2001 bis 2004 Aufsichtsratsmitglied gewesen war. Neuer Marketingvorstand wurde Joachim Hilke. Der HSV schloss die Saison auf dem achten Tabellenplatz ab und verpasste wieder die Qualifikation fĂŒr das internationale GeschĂ€ft.

Saison 2011/12

Zur Saison 2011/12 fand ein grĂ¶ĂŸerer personeller Umbruch statt. Neuer Sportchef wurde Frank Arnesen.[41] Es verließen unter anderem verdiente Spieler wie Piotr Trochowski, Joris Mathijsen, Ruud van Nistelrooy, Frank Rost und Collin Benjamin den Verein. FĂŒr Aufsehen sorgten die ersten Transfers Arnesens, der Jacopo Sala, Jeffrey Bruma, Michael Mancienne, Slobodan Rajković und Gökhan Töre von seinem Ex-Klub FC Chelsea verpflichtete. Am 19. September 2011 wurde Oenning nach saisonĂŒbergreifend 13 Punktspielen ohne Sieg beurlaubt. Seine Nachfolge trat der zuvor als Betreuer der U-23 beschĂ€ftigte Rodolfo Cardoso als Interimstrainer an.[42] Da dieser nicht die notwendige Fußballlehrer-Lizenz hatte und der DFB keine Ausnahmegenehmigung erteilte, ĂŒbernahm nach zwei Spielen Sportchef Frank Arnesen zusĂ€tzlich interimsweise das Traineramt.[43] Arnesen absolvierte eine Partie an der Seitenlinie, nachdem er bereits Thorsten Fink als neuen Trainer vom FC Basel fĂŒr den HSV verpflichtet hatte. Am Ende belegte der Verein mit dem 15. Tabellenplatz,[44] die bis dahin schlechteste Abschlussplatzierung seiner 49-jĂ€hrigen Bundesliga-Zugehörigkeit.[45]

Rafael van der Vaart kehrte 2012 nach Hamburg zurĂŒck und wurde bis zu seinem Abgang 2015 fĂŒr einige Beobachter zur „Symbolfigur“ des Niedergangs[46][47][48][49]

Saison 2012/13

In der Sommerpause verließen mit Mladen Petrić und Paolo Guerrero zwei LeistungstrĂ€ger den Verein. Neu zum HSV stieß hingegen RenĂ© Adler von Bayer 04 Leverkusen. Im ersten Pflichtspiel der Saison 2012/13 verlor man in der ersten Runde des DFB-Pokal gegen den Drittligisten Karlsruher SC. Nachdem auch das erste Ligaspiel verloren worden war, kehrte Rafael van der Vaart von Tottenham Hotspur zum HSV zurĂŒck. Nach einer Leistungssteigerung konnte die Hinrunde auf dem 10. Tabellenplatz abgeschlossen werden. Am 30. MĂ€rz 2013 wurde dem HSV vom FC Bayern MĂŒnchen mit einer 2:9-Niederlage eine der bis dahin höchsten Vereinsniederlagen der HSV-Bundesligageschichte zugefĂŒgt (zuvor verlor der HSV dreimal mit sieben Toren Differenz).[50] Die Saison schloss man nach einer wechselhaften RĂŒckrunde mit 48 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz ab, womit man die Qualifikation fĂŒr die Europa-League-Play-offs – und zwar am letzten Spieltag – verpasste.

Saison 2013/14

Als bisher punktetechnisch schlechteste Spielzeit geht die Saison 2013/14 in die HSV-Geschichte ein. Bereits wenige Tage nach dem Ende der Vorsaison trennte sich der Verein vom Sportchef Frank Arnesen und verpflichtete Oliver Kreuzer vom Karlsruher SC als seinen Nachfolger. Mit dem Ziel in die Saison gegangen, sich im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern, um in die UEFA Europa League einzuziehen,[51] verpatzte die Mannschaft den Saisonstart. Nach dem fĂŒnften Spieltag wurde Thorsten Fink nach einer 2:6-Niederlage bei Borussia Dortmund von seinen Aufgaben entbunden. Nachdem Rodolfo Cardoso das auf dem 15. Platz stehende Team fĂŒr zwei Spiele als Interimstrainer ĂŒbernommen hatte, wurde am 25. September 2013 Bert van Marwijk als neuer Cheftrainer verpflichtet. Unter ihm konnte sich der HSV anfangs steigern und die Hinrunde auf dem 14. Tabellenplatz abschließen. Nachdem die ersten drei RĂŒckrundenspiele mit jeweils 0:3 verloren worden waren, sorgte der Aufsichtsrat fĂŒr Aufsehen, da er – obwohl er nicht ins operative GeschĂ€ft eingreifen kann – eine Absetzung des Vorstandes und des Trainers und eine Installierung von Felix Magath diskutierte. Dieser sagte dem HSV allerdings spĂ€ter ab und alle Positionen blieben zunĂ€chst unverĂ€ndert.[52] Unterdessen schied man mit 0:5 im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern MĂŒnchen aus, was die höchste HSV-Heimniederlage in diesem Wettbewerb bedeutete. Als auch das folgende Bundesligaspiel gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig mit 2:4 verloren worden war, wurde Bert van Marwijk freigestellt und durch Mirko Slomka ersetzt. Diese Entwicklung wurde von den Medien als bis dahin schlimmste Krise der Vereinsgeschichte bezeichnet.[53][54][55] Unter Slomka erreichte der HSV mit u. a. zwei Siegen gegen die Spitzenteams Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen trotz einer Schlussserie von fĂŒnf Niederlagen mit 27 Punkten den Relegationsplatz. Mit einem 0:0 im Hin- und einem 1:1 im RĂŒckspiel gegen die SpVgg Greuther FĂŒrth wurde der erste Abstieg des HSV aus der Bundesliga aufgrund der AuswĂ€rtstorregel verhindert.

Schoss laut dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer „eines der wichtigsten Tore ĂŒberhaupt in der Vereinsgeschichte“[56]: Marcelo DĂ­az

Saison 2014/15

Vor der Saison 2014/15 fand im Verein eine Strukturreform statt. Nachdem der Vorstand bereits am 19. Januar 2014 von den Mitgliedern beauftragt worden war, die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung – nach dem Reformmodell HSVPlus – in eine Aktiengesellschaft vorzubereiten, wurde am 25. Mai 2014 auf einer ordentlichen Mitgliederversammlung ĂŒber die Umsetzung abgestimmt. FĂŒr eine Ausgliederung stimmten 86,9 Prozent der anwesenden 9702 stimmberechtigten Mitglieder auf der bisher grĂ¶ĂŸten Mitgliederversammlung.[57] Als Vorstandsvorsitzender der HSV Fußball AG wurde Dietmar Beiersdorfer, der schon von 2002 bis 2009 Sportchef gewesen war, von Zenit St. Petersburg verpflichtet. Zudem wurde Oliver Kreuzer als Sportchef freigestellt und ab dem 1. Oktober 2014 durch Peter KnĂ€bel als „Direktor Profifußball“[58] ersetzt. Bernhard Peters ĂŒbernahm den neuen Posten des „Direktor Sport“[59] ab dem 1. August 2014. Als neuer PrĂ€sident des e. V. wurde Ende Januar 2015 Jens Meier als Nachfolger von Jarchow gewĂ€hlt.

Auch in sportlicher Hinsicht fand ein Umbruch statt. Es verließen mehr als zehn Spieler den Verein, von denen der Abgang von Hakan Çalhanoğlu, der nach einem Transfertheater zu Bayer 04 Leverkusen wechselte, explizit zu nennen ist. Trotz der anfĂ€nglichen Euphorie durch die Strukturreform startete der HSV schlecht in die Saison. Nach zwei Niederlagen in den ersten drei Ligaspielen wurde Mirko Slomka entlassen und durch den bisherigen U23-Trainer Josef Zinnbauer, der die ersten acht Spiele der Regionalliga-Saison gewonnen hatte, ersetzt. Am 6. Spieltag stellte die Mannschaft einen neuen Negativrekord auf, da sie erst nach 507 Spielminuten das erste Saisontor erzielte.[60] Zur Winterpause stand der HSV trotz nur neun erzielter Tore mit 17 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz. In der Winterpause rĂŒstete der Verein nach und verpflichtete den einstigen Publikumsliebling Ivica Olić aus Wolfsburg sowie den Chilenen Marcelo DĂ­az aus Basel. In der RĂŒckrunde setzte sich die sportliche Talfahrt allerdings weiter fort. Nachdem man im Februar 2015 erstmals seit April 2013 zwei Bundesliga-Siege in Folge eingefahren hatte, kassierte man am 14. Februar 2015 beim FC Bayern MĂŒnchen mit einem 0:8 seine höchste Bundesliganiederlage ĂŒberhaupt.[61] Nach sechs sieglosen Spielen in Folge wurde Trainer Josef Zinnbauer durch den Sportdirektor Peter KnĂ€bel ersetzt, der die auf dem 16. Tabellenplatz stehende Mannschaft als Interimstrainer fĂŒr die restlichen acht Spiele ĂŒbernehmen sollte. Nachdem KnĂ€bel seine ersten beiden Spiele verloren hatte und der HSV auf den letzten Tabellenplatz abgestĂŒrzt war, wechselte der Verein erstmals zum dritten Mal in einer Saison den Trainer und verpflichtete sechs Spieltage vor Saisonende Bruno Labbadia, der den HSV in der Saison 2009/10 ins Halbfinale der Europa League gefĂŒhrt hatte. Unter Labbadia holte der HSV zehn von 18 möglichen Punkten. WĂ€hrend die Mannschaft die Vorsaison mit halb so vielen Toren deutlich unterboten hatte, war es im Saisonendspurt dennoch gelungen, die Saison mit 35 Punkten abzuschließen, womit am letzten Spieltag der Relegationsplatz erreicht wurde. Nachdem das Hinspiel der Relegation gegen den Karlsruher SC im Volkspark 1:1 ausgegangen war, sicherte sich der HSV im RĂŒckspiel den Klassenerhalt: Nach dem 0:1-RĂŒckstand erzielte Marcelo DĂ­az erst in der Nachspielzeit mit einem direkt verwandelten Freistoß, der wegen eines Handspiels verhĂ€ngt worden war, den Ausgleich und rettete den HSV in die VerlĂ€ngerung, in der Nicolai MĂŒller in der 115. Spielminute letztlich das entscheidende 2:1 erzielte.[62]

Bruno Labbadia rettete den HSV 2015 vor dem Abstieg und erreichte 2016 die beste Platzierung seit drei Jahren

Saison 2015/16

Zur Saison 2015/16 wurden die VertrĂ€ge der altgedienten Spieler Marcell Jansen, Heiko Westermann und Rafael van der Vaart nicht verlĂ€ngert; neuer KapitĂ€n wurde der Schweizer Johan Djourou.[63] Neben ihnen verließen wieder mehr als zehn Spieler den Verein. VerstĂ€rkt wurde das Team etwa mit dem langjĂ€hrigen Bremer Aaron Hunt, der vom damaligen Vizemeister und amtierenden Pokalsieger VfL Wolfsburg verpflichtet wurde.[64] Nachdem der Start in die Saison mit dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal nach einem 2:3 nach VerlĂ€ngerung gegen den Viertligisten FC Carl Zeiss Jena[65] und einer 0:5-Niederlage im Bundesliga-Auftaktspiel bei Meister Bayern MĂŒnchen[66] misslungen war, spielte der HSV seine beste Hinrunde seit drei Jahren und stand vor der Winterpause mit 22 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz.[67] In der RĂŒckrunde kam der HSV den AbstiegsrĂ€ngen wieder nĂ€her, sicherte sich aber am 33. Spieltag den Klassenerhalt.[68] Noch vor dem Saisonfinale trennte sich der Verein vom „Direktor Profifußball“ Peter KnĂ€bel, dessen Aufgaben Dietmar Beiersdorfer zusĂ€tzlich zu seinen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender ĂŒbernahm.[69] Die Saison schloss der HSV schließlich mit 41 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz ab.[70]

Heribert Bruchhagen ĂŒbernahm im Dezember 2016 den Vorstandsvorsitz von Dietmar Beiersdorfer. Im Februar 2018 wurde er gemeinsam mit Jens Todt in höchster Abstiegsgefahr von seinen Aufgaben entbunden.

Saison 2016/17

Vor der Saison 2016/17 investierte der HSV mit Hilfe des AG-AktionĂ€rs Klaus-Michael KĂŒhne[71] rund 38 Millionen Euro in den Kader.[72] Verpflichtet wurden u. a. Bobby Wood vom Zweitligisten 1. FC Union Berlin, der amtierende Olympiasieger Douglas Santos (AtlĂ©tico Mineiro), Luca Waldschmidt (Eintracht Frankfurt), Alen Halilović, der den Verein im Winter wieder verließ, fĂŒr fĂŒnf Millionen Euro[73] vom FC Barcelona sowie Filip Kostić, der fĂŒr eine vereinsinterne Rekordablösesumme in Höhe von 14 Millionen Euro vom Absteiger VfB Stuttgart verpflichtet wurde.[74] Dennoch startete der HSV schwach in die Saison. Als man mit nur einem Punkt aus den ersten fĂŒnf Spielen auf dem 16. Tabellenplatz stand, wurde Bruno Labbadia entlassen und durch Markus Gisdol ersetzt. Auch unter Gisdol, der Gƍtoku Sakai zum neuen MannschaftskapitĂ€n bestimmte,[75] konnte sich die Mannschaft nicht steigern, die mit zwei Punkten nach zehn Spielen den schwĂ€chsten Saisonstart der Vereinsgeschichte hinlegte.[76] Nachdem am 13. Spieltag der erste Sieg gelungen war, konnte sich die Mannschaft steigern und die Hinrunde mit 13 Punkten auf dem Relegationsplatz beenden.[77] Aufgrund der Entwicklungen ersetzte der Aufsichtsrat den Vorstandsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer Ende Dezember 2016 durch Heribert Bruchhagen.[78] Dieser besetzte den Posten des „Direktor Profifußball“ in der Winterpause mit Jens Todt.[79] In der Wintertransferperiode wurde der Kader – vor allem in der Defensive – mit Kyriakos Papadopoulos (zuletzt RB Leipzig), Mergim Mavraj (1. FC Köln) und Walace (GrĂȘmio Porto Alegre) verstĂ€rkt. In der RĂŒckrunde konnte sich der HSV stabilisieren und belegte in der RĂŒckrundentabelle mit 25 Punkten den siebten Platz.[80] Negativhöhepunkte waren die 0:8-Niederlage beim FC Bayern MĂŒnchen am 22. Spieltag,[81] mit der die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte aus der Saison 2014/15 wiederholt wurde, sowie drei Niederlagen in Folge zwischen dem 29. und 31. Spieltag,[82][83][84] die den HSV wieder in akute Abstiegsgefahr brachten. Am letzten Spieltag konnte man – auf dem Relegationsplatz stehend – mit einem 2:1-Sieg gegen den Tabellen-15. VfL Wolfsburg den Klassenerhalt sichern und die Saison mit 38 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz beenden. Dabei drehte der HSV einen 0:1-RĂŒckstand spĂ€t durch die Tore von Kostić (32.) und Waldschmidt (88.).[85] Besser als in den letzten Jahren lief es hingegen im DFB-Pokal: Nach Siegen gegen die Drittligisten FSV Zwickau und den Halleschen FC sowie den 1. FC Köln schied der HSV im Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach aus.[86][87][88][89]

Saison 2017/18

Zur Saison 2017/18 verließen u. a. RenĂ© Adler (1. FSV Mainz 05) und Michael Gregoritsch (FC Augsburg) den Verein. Neu verpflichtet wurden u. a. AndrĂ© Hahn (Borussia Mönchengladbach), Rick van Drongelen (Sparta Rotterdam) und der amtierende U-21-Europameister Julian Pollersbeck (1. FC Kaiserslautern). Zudem wurde der bisher ausgeliehene Kyriakos Papadopoulos fest verpflichtet. In der ersten Pokalrunde schied der HSV nach einer 1:3-Niederlage gegen den Drittligisten VfL OsnabrĂŒck aus.[90] Nach zwei Auftaktsiegen folgte eine Negativserie. Bis zum Ende der Hinrunde konnte der HSV noch zwei weitere Spiele gewinnen und ĂŒberwinterte nach 17 Spieltagen mit 15 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. WĂ€hrend der Winterpause wurden keine VerĂ€nderungen am Kader vorgenommen. Nachdem der HSV auch die ersten beiden RĂŒckrundenspiele verloren hatte, wurde Trainer Markus Gisdol durch Bernd Hollerbach ersetzt. In den sieben Spielen unter Hollerbach holte der HSV durch drei Unentschieden drei Punkte und rangierte nach 26 Spieltagen mit sieben Punkten Abstand auf den Relegationsplatz auf dem 17. Tabellenplatz. Aufgrund dieser Entwicklungen wurde im Februar 2018 der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen vom neuen Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Bernd Hoffmann, der auf der Mitgliederversammlung des e. V. zum neuen VereinsprĂ€sidenten gewĂ€hlt worden war,[91] von seinen Aufgaben entbunden. Der fortan alleinige Vorstand Frank Wettstein beurlaubte zudem den Direktor Profifußball Jens Todt[92] und nach einer 0:6-Niederlage beim FC Bayern MĂŒnchen Trainer Bernd Hollerbach und ersetzte ihn vor dem 27. Spieltag durch den bisherigen U-21-Trainer Christian Titz.[93] Titz konnte die Leistung und Spielweise der Mannschaft deutlich steigern. Durch zehn Punkte aus sieben Spielen kam der HSV vor dem letzten Spieltag auf zwei Punkte an den Relegationsplatz heran. Trotz eines 2:1-Heimsieges gegen Borussia Mönchengladbach am letzten Spieltag stieg der HSV am 12. Mai 2018 als letztes Bundesliga-GrĂŒndungsmitglied nach 55 Spielzeiten Ligazugehörigkeit aus der Bundesliga ab.[94]

2018–2025: Sieben Jahre Zweitklassigkeit

Saisondaten 2018–2025
SaisonPlatzTorePunkteKader
2018/19445:4256Kader
2019/20462:4654Kader
2020/21471:4458Kader
2021/223*67:3560Kader
2022/233*70:4566Kader
2023/24464:4458Kader
2024/25278:4459Kader
GrĂŒn unterlegt: Aufstieg in die Bundesliga

* Niederlage in der Relegation
Weitere Einzelheiten siehe Saisonbilanzen des Hamburger SV

Saison 2018/19

In der Saison 2018/19 spielte der HSV erstmals in seiner Vereinsgeschichte in der Zweitklassigkeit. Nach dem Abstieg wurde die Umstrukturierung der HSV Fußball AG, die nach der Wahl von Bernd Hoffmann zum VereinsprĂ€sidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden der AG im Februar 2018 begonnen hatte, weiter fortgefĂŒhrt. Ende Mai 2018 berief der Aufsichtsrat Bernd Hoffmann – zunĂ€chst ĂŒbergangsweise fĂŒr ein Jahr, wodurch sein Sitz im Aufsichtsrat ruhte – zum Vorstandsvorsitzenden der AG[95] und verpflichtete mit Ralf Becker vom Ligakonkurrenten und Vorjahresdritten Holstein Kiel einen Sportvorstand.[96] Im September 2018 wurde Hoffmann endgĂŒltig zum Vorstandsvorsitzenden bestellt, wofĂŒr er sein Amt als VereinsprĂ€sident und den Aufsichtsratssitz dauerhaft aufgab.[97] Im Januar 2019 wurde der Ex-Spieler Marcell Jansen zum neuen VereinsprĂ€sidenten gewĂ€hlt.[98]

In der Sommertransferperiode verließen zahlreiche Spieler den Verein, deren VertrĂ€ge nicht verlĂ€ngert worden waren. Dem Kader hinzugefĂŒgt wurden unter anderem der LeihrĂŒckkehrer Pierre-Michel Lasogga sowie die Leihspieler Orel Mangala und Hee-Chan Hwang. Einzig fĂŒr Khaled Narey wurde eine Ablöse gezahlt. Lewis Holtby, Gƍtoku Sakai und Aaron Hunt, der Sakai als KapitĂ€n ablöste, verlĂ€ngerten ihre auslaufenden VertrĂ€ge. Nach dem 10. Spieltag wurde Titz durch Hannes Wolf ersetzt. Der HSV stand zu diesem Zeitpunkt zwar mit nur 2 Punkten RĂŒckstand auf den TabellenfĂŒhrer auf dem 5. Platz, musste mit einem 0:3 im Auftaktspiel gegen Holstein Kiel und einem 0:5 gegen den SSV Jahn Regensburg, was die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte bedeutete, jedoch bereits hohe Heimniederlagen hinnehmen und spielte 3-mal 0:0. Unter Wolf gewann der HSV – bei einem Unentschieden – 6 der letzten 7 Hinrundenspiele und schloss die Hinrunde mit 37 Punkten als Herbstmeister ab. In einer desaströsen RĂŒckrunde, in der man in der RĂŒckrundentabelle mit 19 Punkten den 15. Platz belegte, verspielte der HSV den direkten Wiederaufstieg. Die einzigen Höhepunkte der RĂŒckserie waren das erste Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinals seit 2009, in dem man gegen den Erstligisten RB Leipzig ausschied, sowie der 4:0-Sieg im Stadtderby beim FC St. Pauli am 25. Spieltag, nach dem der HSV nur noch das bedeutungslose Spiel am letzten Spieltag gewann. Bereits vor dem letzten Spieltag wurde die Trennung von Hannes Wolf zum Saisonende bekannt gegeben. Der HSV schloss seine erste Spielzeit in der Zweitklassigkeit mit 56 Punkten auf dem 4. Platz ab. Durch das Verpassen des Wiederaufstiegs verlor der HSV den Rekord fĂŒr die meisten Bundesligateilnahmen, der fortan vom Nordrivalen Werder Bremen gehalten wurde, nach dessen Ab- und direktem Wiederaufstieg seit der Saison 2022/23 gemeinsam mit dem FC Bayern MĂŒnchen.

Saison 2019/20

Vor der Saison 2019/20 wurde der Sportvorstand Ralf Becker durch Jonas Boldt ersetzt, der vom Erstligisten Bayer 04 Leverkusen verpflichtet wurde. Neuer Cheftrainer wurde Dieter Hecking, der in der Vorsaison Borussia Mönchengladbach in die Europa League gefĂŒhrt hatte und den Verein anschließend trotzdem verlassen musste. Der Kader wurde durch ĂŒber 30 Zu- und AbgĂ€nge erneut stark verĂ€ndert. Neben dem ehemaligen KapitĂ€n Gƍtoku Sakai verließen u. a. die langjĂ€hrigen Spieler Pierre-Michel Lasogga und Lewis Holtby sowie Douglas Santos den HSV. Neu verpflichtet wurden hauptsĂ€chlich Spieler mit Erst- und Zweitligaerfahrung wie Adrian Fein, Martin Harnik, David Kinsombi, Sonny Kittel, Tim Leibold oder Lukas Hinterseer, der in der Vorsaison mit 18 Toren drittbester TorschĂŒtze der 2. Bundesliga war. Der HSV startete positiv in die Saison und stand ab dem 3. Spieltag bis zum Ende der Hinrunde stets auf einem direkten Aufstiegsplatz. Die Hinrunde schloss man mit 30 Punkten auf dem 2. Platz ab. Unterdessen war die Mannschaft im DFB-Pokal gegen den Ligakonkurrenten VfB Stuttgart in der 2. Hauptrunde ausgeschieden. In der Winterpause wurde der Kader erneut durch Spieler aus der Bundesliga ergĂ€nzt, u. a. kam Joel Pohjanpalo bis zum Saisonende auf Leihbasis von Bayer 04 Leverkusen. Wie im Vorjahr brachen die Leistungen in der RĂŒckserie ein, sodass man in der RĂŒckrundentabelle mit 24 Punkten nur noch den 7. Platz belegte. Mitte MĂ€rz musste die Saison aufgrund der COVID-19-Pandemie fĂŒr 2 Monate unterbrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt stand der HSV nach dem 25. Spieltag mit 44 Punkten auf dem 3. Platz. Nach einer rund zweimonatigen Unterbrechung, in der der Aufsichtsrat den Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann nach Differenzen mit den ĂŒbrigen VorstĂ€nden Boldt und Wettstein freistellte, wurde der Spielbetrieb mit Geisterspielen wieder aufgenommen. In 4 der letzten 9 Spielen verspielte die Mannschaft insgesamt 6 Punkte in der Nachspielzeit. So auch am 33. Spieltag gegen den Viertplatzierten 1. FC Heidenheim, gegen den man nach einer 1:0-FĂŒhrung noch mit 1:2 verlor und dadurch erstmals seit dem 2. Spieltag nicht mehr in den Top 3 stand. Am 34. Spieltag kassierte der HSV mit einer 1:5-Heimniederlage gegen den SV Sandhausen seine höchste Saisonniederlage, obwohl aufgrund der gleichzeitigen Niederlage der Heidenheimer beim Meister Arminia Bielefeld ein Unentschieden zum Erreichen der Relegation gereicht hĂ€tte. Der HSV schloss seine zweite Spielzeit in der Zweitklassigkeit schließlich mit 54 Punkten auf dem 4. Platz ab.

Saison 2020/21

Durch das erneute Verpassen des Aufstiegs verlĂ€ngerte sich der Vertrag von Hecking nicht. Zur Saison 2020/21 wurde Daniel Thioune vom Ligakonkurrenten VfL OsnabrĂŒck als sein Nachfolger verpflichtet. In der Sommertransferperiode verließen diverse Spieler mit ihrem Leih- bzw. Vertragsende den Verein, die aber hauptsĂ€chlich nicht zum Stammpersonal gezĂ€hlt hatten. Neben Amadou Onana (19) und Moritz Heyer (25) wurden u. a. mit Klaus Gjasula (30), Toni Leistner (30), dem dreimaligen ZweitligatorschĂŒtzenkönig Simon Terodde (32) und Sven Ulreich (32), der in den vergangenen 5 Jahren der Ersatz von Manuel Neuer beim FC Bayern gewesen war, hauptsĂ€chlich erfahrene Spieler verpflichtet. Zudem wurde Tim Leibold als Nachfolger von Aaron Hunt neuer MannschaftskapitĂ€n. Die Saison begann mit einem 1:4-Erstrundenaus im DFB-Pokal gegen den Drittligisten Dynamo Dresden. Trotz dieser erneut hohen Niederlage startete der HSV anschließend gut in die Saison und gewann die ersten 5 Spiele. Nach einer anschließenden Sieglosserie von 5 Spielen, von denen 3 Spiele in Folge verloren gingen, stabilisierte sich die Mannschaft ab dem 11. Spieltag wieder und musste bis zum Ende der Halbserie nur noch einen Punktverlust durch ein Unentschieden hinnehmen. Die Hinrunde, die aufgrund des spĂ€ten Saisonstarts erst im Januar 2021 endete, schloss man somit mit 36 Punkten als TabellenfĂŒhrer ab.[99] In der RĂŒckrunde brachen die Leistungen des HSV, der in der RĂŒckrundentabelle mit 22 Punkten den 10. Platz belegte, wie in den beiden Vorjahren ein. Die Mannschaft blieb ab dem 20. Spieltag erneut 5 Spiele in Folge sieglos. Nach 2 siegreichen Spielen folgte ab dem 27. Spieltag erneut eine Sieglosserie von 5 Spielen, wĂ€hrend der man u. a. nach einer 3:0-FĂŒhrung gegen Hannover 96 noch 3:3 spielte[100] oder gegen den Abstiegskandidaten SV Sandhausen verlor.[101] Aufgrund dieser Entwicklung wurde Thioune drei Spieltage vor dem Saisonende ĂŒbergangsweise durch Horst Hrubesch ersetzt, der vor der Saison nach 37 Jahren als Nachwuchsdirektor zum HSV zurĂŒckgekehrt war. Die Mannschaft holte noch 6 Punkte, jedoch war nach der Niederlage gegen den Abstiegskandidaten VfL OsnabrĂŒck am 33. Spieltag bereits vorzeitig klar, dass der Relegationsplatz nicht mehr erreichbar ist. Der HSV spielte mit 58 Punkten zwar seine bisher punktbeste Saison in der 2. Bundesliga und stellte mit 71 Toren die beste Offensive, dies reichte jedoch auch im dritten Jahr nur zum 4. Platz.

Saison 2021/22

Neuer Cheftrainer zur Saison 2021/22 wurde Tim Walter. Die im Vorjahr als „SĂ€ulenspieler“[102][103] verpflichteten Simon Terodde, Sven Ulreich, Klaus Gjasula und Toni Leistner verließen den HSV wĂ€hrend der Sommertransferperiode. Zudem verabschiedeten sich u. a. auch der ehemalige KapitĂ€n Aaron Hunt und der aufstrebende Amadou Onana. Anders als im Vorjahr wurden nun jĂŒngere Spieler wie Ludovit Reis (21) oder Mario VuĆĄković (19) verpflichtet, die durch die erfahreneren Robert Glatzel (27), Jonas Meffert und Sebastian Schonlau (beide 26), der neuer KapitĂ€n wurde, ergĂ€nzt wurden. Der HSV stellte in der Folge, auch wegen DebĂŒts von EigengewĂ€chsen, das jĂŒngste Team der Liga.[104] Die Mannschaft startete zunĂ€chst mĂ€ĂŸig in die neue Spielzeit und spielte bis zum 13. Spieltag acht Mal unentschieden. Da man bis dahin jedoch nur das Stadtderby gegen den FC St. Pauli verloren hatte, blieb der HSV in Schlagdistanz zu den AufstiegsplĂ€tzen. Nach 3 Siegen aus den letzten 4 Spielen schloss der HSV, der die beste Defensive stellte und die wenigsten Niederlagen (2) hatte hinnehmen mĂŒssen, die Hinrunde mit 29 Punkten auf dem 3. Platz ab. In der RĂŒckrunde erfolgte nach einigen Siegen gegen die direkte Aufstiegskonkurrenz wie in den Vorjahren ein Leistungseinbruch. Nach der 6. Saisonniederlage am 29. Spieltag war der Relegationsplatz 7 Punkte entfernt. Dieser RĂŒckstand konnte jedoch durch 5 Siege aus den letzten 5 Spielen aufgeholt werden, sodass der HSV die Saison mit 60 Punkten auf dem 3. Platz abschloss und in die Relegation gegen die vom ehemaligen Hamburger Spieler, Manager und Trainer Felix Magath trainierte Mannschaft von Hertha BSC einzog. Das Hinspiel konnte man im Berliner Olympiastadion zwar mit 1:0 gewinnen, jedoch verlor man das RĂŒckspiel mit 0:2 und verblieb daher in der 2. Bundesliga. Im DFB-Pokal zog der HSV wie 2019 als Zweitligist in das Halbfinale ein, schied dort aber gegen den SC Freiburg aus.

Saison 2022/23

Hamburg ging mit Trainer Walter in seine fĂŒnfte Zweitligasaison und konnte alle LeistungstrĂ€ger halten. ErgĂ€nzt wurde die Mannschaft unter anderem durch LĂĄszlĂł BĂ©nes, der sich ĂŒber weite Strecken der Saison neben Ludovit Reis einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld erarbeitete und als fĂ€higer Vorlagengeber glĂ€nzte. Eine der besten Offensivreihen der zweiten Liga wurde weiter durch den Franzosen Jean-Luc DompĂ© verstĂ€rkt, der letztendlich mannschaftsintern die meisten Tore auflegte. Auch im neuen Spieljahr ließ Walter, der als erster Hamburger Trainer seit dem Abstieg lĂ€nger als eine Saison im Amt blieb[105], ĂŒberwiegend in einem 4-3-3-System spielen. Nach Abschluss der Ligasaison hatte der HSV 70 Tore vorzuweisen und somit drei mehr als das offensiv zweitstĂ€rkste Team aus Heidenheim. Im Gegensatz zu den Heidenheimern, die die Meisterschaft holten und gemeinsam mit Darmstadt 98 direkt aufstiegen, mussten die Hamburger aber wie schon im Vorjahr die Relegation bestreiten. Einem 0:3 in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena folgte im RĂŒckspiel ein 1:3 im heimischen Volksparkstadion. Zuvor hatte der HSV in der Hinrunde eine Serie von sechs Partien ohne Niederlage geschafft, in der RĂŒckrunde gelang ihm dies sogar zwischen dem 17. und dem 23. Spieltag siebenmal in Folge. Niederlagen gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel wie FĂŒrth oder den zuvor aufgestiegenen 1. FC Magdeburg (zweimal) sowie den Stadtrivalen St. Pauli (in der Hinserie) kosteten aber im Saisonverlauf fĂŒr den Aufstiegskampf essenzielle ZĂ€hler. Auf der anderen Seite trennte man sich beispielsweise von Hannover 96 mit 6:1 oder vom spĂ€teren Absteiger SSV Jahn Regensburg mit 5:1. Nach dem Sieg gegen Regensburg am 32. Spieltag gewannen die „Rothosen“ auch gegen FĂŒrth sowie am finalen Spieltag gegen einen weiteren Absteiger, den SV Sandhausen. WĂ€hrend nach dem Abpfiff in Sandhausen bereits Hamburger Fans den Platz stĂŒrmten und sogar der heimische Stadionsprecher bereits GlĂŒckwĂŒnsche an den Gegner aussprach, geschah in der parallel stattfindenden Partie des 1. FC Heidenheim gegen Jahn Regensburg Kurioses. Der Aufstiegsaspirant lag nach Ende der jeweiligen regulĂ€ren Spielzeit mit 1:2 im RĂŒckstand, schoss aber dann erst noch das 2:2 und schließlich in der neunten Minute der Nachspielzeit das Siegtor. Somit rutschte der bis kurz vor Schluss vermeintliche Tabellenzweite HSV noch auf den Relegationsrang.[106] Die Relegationsspiele gegen den VfB Stuttgart gingen, wie bereits erlĂ€utert, verloren.

Nach einem Sieg in der VerlÀngerung gegen den Drittligisten SpVgg Bayreuth schied man in der 2. Runde gegen den spÀteren Turniersieger RB Leipzig aus dem Pokal aus.

Im Anschluss an die Spielzeit resĂŒmierte T-Online, ein Faktor fĂŒr das Scheitern der Mannschaft wĂ€re Trainer Walter gewesen. Dieser habe den Klub durch das Äußern von „Aufstiegsparolen“ immer wieder angreifbar gemacht. So richtete Walter beispielsweise die Worte „Die, die sagen ‚HSV, immer 2. Liga‘, die wissen nicht, dass wir nĂ€chstes Jahr in der 1. Liga spielen“ an die AnhĂ€nger des Karlsruher SC, nachdem der Hamburger SV dort Mitte MĂ€rz 2023 mit 2:4 verloren hatte.[105] Das Nachrichtenportal ging darĂŒber hinaus auf die „FrĂŒhjahrsschwĂ€che“ des HSV ein, an der dieser seit bereits fĂŒnf Jahren leiden wĂŒrde. Beispielsweise blieb das Team nach der Partie in Karlsruhe noch zwei weitere Spiele in Folge ohne Sieg und spielte unentschieden gegen Holstein Kiel und den letztendlichen Tabellenvierten Fortuna DĂŒsseldorf.[105]

Saison 2023/24

Das GrundgerĂŒst der Mannschaft um Spieler wie Torwart Daniel Heuer Fernandes, Verteidiger Miro Muheim, KapitĂ€n Sebastian Schonlau oder die wichtigen Offensivakteure LĂĄszlĂł BĂ©nes und Robert Glatzel blieb auch nach dem fĂŒnften verpassten Aufstieg erhalten. Der HSV startete mit fĂŒnf Spielen ohne Niederlage in die Zweitligasaison und stand ĂŒber die gesamte Hinrunde gesehen immer auf einem der ersten drei PlĂ€tze. Dies konnte ansonsten nur der Stadtrivale St. Pauli noch toppen, der am hĂ€ufigsten auf Platz 1 stand. An den ersten 17 Spieltagen verlor Hamburg aber auch bereits viermal, darunter gegen den Aufsteiger SV Elversberg oder einen weiteren norddeutschen Aufstiegsaspiranten, Holstein Kiel. Im neuen Jahr gelang es dem Hamburger SV nicht, lĂ€ngere Serien ungeschlagener Spiele zu starten und er unterlag beispielsweise am 19. wie auch am 21. Spieltag dem jeweiligen Gegner denkbar knapp mit 3:4. Im Anschluss an den 21. Spieltag trennte sich die VereinsfĂŒhrung von Cheftrainer Walter und nach einem Remis unter Interimstrainer Merlin Polzin ĂŒbernahm schließlich Steffen Baumgart, der bis zum Jahreswechsel Übungsleiter des Bundesligisten 1. FC Köln gewesen war.[107] Aber auch unter dem neuen Trainer schaffte es die Mannschaft nicht, das Aufstiegsziel zu erreichen. Erst verspielte man durch eine weitere Niederlage gegen Kiel, das letztendlich Zweiter wurde, den direkten Aufstieg und am vorletzten Spieltag durch ein 0:1 schließlich auch die Chance, zumindest noch Dritter zu werden. Dementsprechend half den Hamburgern auch ein 4:1 gegen NĂŒrnberg am letzten Spieltag, bei dem Glatzel an allen vier Treffern direkt beteiligt war, nichts mehr. Im Pokal kamen die Hamburger diesmal eine Runde weiter als im Vorjahr, scheiterten im Achtelfinale aber dann am Ligakonkurrenten Hertha BSC.

Im Anschluss an die Saison analysierte die Sportredaktion des NDR die Leistungen des Hamburger SV. So befand sich der Verein in Bezug auf seine Chancenverwertung ligaintern auf den hinteren PlĂ€tzen, auch was die offensive KopfballstĂ€rke oder das erfolgreiche Spielen langer BĂ€lle anging, waren die meisten Zweitligisten besser als die „Rothosen“. Dies sorgte beispielsweise fĂŒr Probleme im Umschaltspiel, wohingegen zu wenige im Mittelfeld abgefangene BĂ€lle die Hamburger hĂ€ufiger dazu nötigten, Angriffe nach Balleroberungen in der eigenen HĂ€lfte initiieren zu mĂŒssen.[108] Weitere bestimmende Faktoren waren NDR-Reporter Matthias Heidrich zufolge die verletzungsbedingte Abwesenheit Sebastian Schonlaus in 18 Pflichtspielen sowie eine Leistungsverschlechterung des besten TorschĂŒtzen Robert Glatzel in der RĂŒckserie. DarĂŒber hinaus ließ der Hamburger SV allein gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller 12 Punkte liegen.[108]

Saison 2024/25

Vor der Saison 2024/25 wurde der Sportvorstand Jonas Boldt durch Stefan Kuntz ersetzt. Auch ein Jahr spĂ€ter schaffte es der HSV, die Mannschaft zum Großteil zusammenzuhalten. Einzig mit LĂĄszlĂł BĂ©nes verließ einer der offensiven LeistungstrĂ€ger den Verein. Allerdings wurde stattdessen der MittelstĂŒrmer Davie Selke verpflichtet. Die Hinrunde verlief durchwachsen und die Hamburger spielten unter anderem siebenmal unentschieden. Bereits Ende November 2024 musste Trainer Baumgart in Folge der inkonstanten Leistungen seinen Posten rĂ€umen. Erneut wurde auf den Co-Trainer Merlin Polzin als Ersatz zurĂŒckgegriffen, unter dem die Mannschaft in den ersten zehn Partien ungeschlagen blieb, weshalb man weiter an diesem festhielt. Ab dem 19. Spieltag war der HSV bis zum Saisonende nur noch auf den beiden vordersten RĂ€ngen zu finden und brach auch im FrĂŒhjahr nicht ein. Mit einem 6:1 am 33. Spieltag gegen den spĂ€teren Absteiger SSV Ulm 1846 realisierten die Hamburger dann endlich den anvisierten Aufstieg in die Bundesliga. Eine Niederlage gegen die abstiegsgefĂ€hrdete SpVgg Greuther FĂŒrth im letzten Saisonspiel kostete schließlich jedoch noch den Zweitligameistertitel. DafĂŒr waren mit dem TorschĂŒtzenkönig Selke (22 Tore) sowie Ransford Königsdörffer (14 Treffer) zwei Hamburger in den Top 10 der TorjĂ€gerliste zu finden. WĂ€hrend der HSV auch die mit Abstand meisten Tore (78) erzielt hatte, stellte man mit 44 Gegentreffern hingegen die drittbeste Defensive der Liga. Im Pokal schied die Mannschaft nach einem 7:1 gegen den Regionalligisten SV Meppen in der 1. Runde bereits im zweiten Spiel aus, nachdem man dem Bundesligisten SC Freiburg mit 1:2 unterlegen war.

Vereinsstruktur

Hamburger SV e. V.

Das oberste Organ des HSV e. V. ist die Mitgliederversammlung. Diese wĂ€hlt fĂŒr fĂŒnf Jahre die Mitglieder des Ehrenrates. Der Vorsitzende des Ehrenrates ist geborenes Mitglied des Beirat- und Wahlausschusses. Die ĂŒbrigen vier Mitglieder sind ein Delegierter der Amateure und der fördernden Mitglieder sowie ein Ehrenmitglied mit ehrenamtlichen und sportlichen Verdiensten. Aufgabe des Beirat- und Wahlausschusses ist es, der Mitgliederversammlung Kandidaten fĂŒr die PrĂ€sidiumswahl zu stellen. Zudem berĂ€t und kontrolliert der Ausschuss das von den Mitgliedern gewĂ€hlte PrĂ€sidium und entscheidet, ob dieses ehrenamtlich oder hauptamtlich tĂ€tig ist. Eine Amtszeit des Beirat- und Wahlausschusses betrĂ€gt vier Jahre.

Das von den Mitgliedern auf Vorschlag des Beirat- und Wahlausschusses fĂŒr vier Jahre gewĂ€hlte PrĂ€sidium besteht aus dem PrĂ€sidenten und zwei VizeprĂ€sidenten, von denen einer gleichzeitig Schatzmeister ist. Dem PrĂ€sidium obliegt die GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Vereins. Das aktuelle PrĂ€sidium besteht seit der ordentlichen Mitgliederversammlung am 21. Juni 2025 aus dem PrĂ€sidenten Henrik Köncke, der VizeprĂ€sidentin Laura Ludwig sowie dem VizeprĂ€sidenten und Schatzmeister Michael Papenfuß.

HSV Fußball AG & Co. KGaA

Am 25. Mai 2014 beschloss die Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von 86,9 Prozent, die Lizenzspielerabteilung des HSV e. V. in eine Kapitalgesellschaft, genauer gesagt in eine Aktiengesellschaft, auszugliedern. Im MĂ€rz 2024 stimmte die Mitgliederversammlung des Hamburger SV e. V. fĂŒr einen Rechtsformwechsel in eine AG & Co. KGaA. Ein Antrag, bis zu 50 Prozent der Anteile an der KGaA verkaufen zu dĂŒrfen, verpasste allerdings die erforderliche Mehrheit, sodass der Hamburger SV e. V. weiterhin mindestens 75 Prozent der Anteile halten muss.[109] Im Februar 2025 stimmte auch die Hauptversammlung der HSV Fußball AG fĂŒr den Rechtsformwechsel. Als zur GeschĂ€ftsfĂŒhrung berechtigte und voll haftende KomplementĂ€rin wurde die HSV Fußball Management AG gegrĂŒndet, deren Aktien vollstĂ€ndig vom Hamburger SV e. V. gehalten werden. Ihr Aufsichtsrat besteht aus dem vorherigen Aufsichtsrat der HSV Fußball AG.[110]

Der HSV e. V. ist mit 68,20 Prozent KommanditaktionĂ€r der HSV Fußball AG & Co. KGaA. Weitere KommanditaktionĂ€re sind zu 9,4 Prozent die KĂŒhne Holding AG, zu 7,5 Prozent die Sparda-Bank Hamburg eG, zu 6,7 Prozent die HanseMerkur Holding AG, zu 6 Prozent die Hanse & Raute GmbH und zu 2,2 Prozent mehrere KleinaktionĂ€re.

Die zur GeschĂ€ftsfĂŒhrung berechtigte KomplementĂ€rin ist die HSV Fußball Management AG, deren Aktien vollstĂ€ndig vom HSV e. V. gehalten werden. Die Hauptversammlung, in der die Mitglieder des HSV e. V. durch das PrĂ€sidium vertreten werden, wĂ€hlt 6 der 7 Aufsichtsratsmitglieder der Management AG. Geborenes Mitglied war bis zur Mitgliederversammlung am 14. Januar 2024 – damals noch in der HSV Fußball AG – der HSV-PrĂ€sident, soweit dieser nicht Vorstandsmitglied war. Seither kann das PrĂ€sidium eine beliebige Person aus seiner Mitte in das Gremium entsenden.[111] Der Aufsichtsrat bestimmt die Anzahl der Vorstandsmitglieder, benennt und kontrolliert diesen und erlĂ€sst dessen GeschĂ€ftsordnung. Aktuell besteht der Vorstand aus Eric Huwer (Finanzen, Organisation, Personal und Recht) und Kathleen KrĂŒger (Sport).

Profifußball (HSV Fußball AG)

Erfolge und Rekorde der ersten Herrenmannschaft

Bundesligaplatzierungen des Hamburger SV (bis 2018)


In seiner Geschichte wurde der HSV sechsmal Deutscher Meister im Fußball sowie dreimal DFB-Pokalsieger. Hinzu kommen zwei europĂ€ische Titel: Jeweils einmal gewann der HSV den Europapokal der Pokalsieger und den Europapokal der Landesmeister. Der HSV ist eine von 16 europĂ€ischen Mannschaften, die in mindestens zwei verschiedenen europĂ€ischen Pokalwettbewerben einen Titel errungen haben.

Ehrenrunde mit dem Europapokal der Landesmeister

Den Europapokal der Landesmeister gewann der HSV 1983. Im Europapokal der Pokalsieger siegte die Mannschaft 1977. International kommen noch die Titel im UI-Cup 2005 und 2007 hinzu. Drei weitere Male erreichte der HSV ein europÀisches Endspiel (Pokalsieger-Cup 1968, Landesmeister-Cup 1980 und UEFA-Cup 1982), musste sich aber in den Endspielen der AC Mailand, Nottingham Forest und dem IFK Göteborg beugen.

Meisterschaftsfeier des HSV 1979

Mit sechs deutschen Meistertiteln liegt der HSV auf dem fĂŒnften Rang in der Liste der Vereine mit den meisten Titeln – hinter dem FC Bayern MĂŒnchen (33 Titel), dem 1. FC NĂŒrnberg (neun), Borussia Dortmund (acht) und dem FC Schalke 04 (sieben Titel). Unter BerĂŒcksichtigung der Meisterschaften in der DDR, die zehnmal von Dynamo Berlin, achtmal von Dynamo Dresden und sechsmal vom FC VorwĂ€rts Berlin gewonnen wurden, belegt der HSV gemeinsam mit VorwĂ€rts Berlin den siebten Rang. Deutscher Meister wurde der HSV 1922, verzichtete aber auf den Titel, sowie 1923, 1928, 1960, 1979, 1982 und 1983. Alle deutschen Meisterschaften des HSV sind auf der deutschen Meisterschale unter der Bezeichnung „HSV. Hamburg“ bzw. ab 1982 als „HSV Hamburg“ eingraviert. Dies hĂ€ngt vermutlich damit zusammen, dass man zur Zeit der ersten Meisterschaften Verwechselungen vermeiden wollte, da auch Hannover 96 als „HSV“ bezeichnet wurde. Jedenfalls wird in einem offiziellen Bericht jener Zeit zwischen dem „H.S.V.-Hamburg“ und „H.S.V.v.96-Hannover“ unterschieden.[112]

Den DFB-Pokal gewannen die Hanseaten dreimal: 1963, 1976 und 1987. Mit drei Titeln (bei sechs Finalteilnahmen) belegt der HSV den neunten Rang in der Liste der DFB-Pokalsieger, hinter FC Bayern MĂŒnchen, Werder Bremen, dem FC Schalke 04, dem 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC NĂŒrnberg, dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund. Die drei erfolglosen Endspielteilnahmen waren 1956, 1967 und 1974. Ebenfalls dreimal gewann Borussia Mönchengladbach, das aber eine Finalteilnahme weniger aufzuweisen hat.

Norddeutscher Meister wurde der HSV in den Jahren 1921 bis 1925, 1928, 1929, 1931 bis 1933, 1948 bis 1953 sowie 1955 bis 1963. In der Oberliga Nord gab es somit lediglich eine Spielzeit, in der der HSV nicht Meister wurde – dies war 1954 Hannover 96, die im gleichen Jahr auch den nationalen Titel holten. Die Fußballmeisterschaft der britischen Besatzungszone gewann der HSV 1947 und 1948 – dies waren die beiden einzigen Saisons, in denen dieser Wettbewerb ausgetragen wurde. WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus wurde der HSV viermal Nordmark-Meister: 1937, 1938, 1939 und 1941. Hamburg-Altonaer Meister wurde der HSV 16-mal: 1896*, 1897*, 1901*, 1902*, 1904*, 1905*, 1919**, 1924, 1926 bis 1928, 1930 bis 1932, 1945 und 1946. Hinzu kommen sechs norddeutsche Pokalsieger-Titel (1927, 1953, 1956, 1957, 1959, 1960).

Den (inoffiziellen) DFB-Hallen-Pokal gewann der Verein 1987. Den 1973 erstmals ausgetragenen Deutschen Ligapokal gewann der HSV ebenso wie die Auflage 2003.

(* durch Germania 1887 Hamburg, ** Meisterschaft durch eine Kriegsfußballvereinigung (KFVgg) aus Victoria Hamburg und Hamburger FC 1888)

TitelĂŒbersicht

Nationale Meisterschaften
Nationale Pokalsiege
Internationale Titel

Rekorde

Der Hamburger SV spielte von seiner GrĂŒndung im Jahre 1919 bis 2018 in der jeweils höchsten Ligastufe des deutschen Fußballs, die erste Herrenmannschaft des Vereins ist folglich insgesamt 98 Saisons hintereinander nie abgestiegen. Bis zur Bundesliga-Saison 2017/18 gehörten die „Rothosen“ der Liga seit ihrer GrĂŒndung an, so lange, wie keine andere deutsche Mannschaft. Der Verein hat zudem in Deutschland die höchste Zahl an Regionalmeistertiteln (25-mal Norddeutscher Meister) und die grĂ¶ĂŸte Zahl an Endrundenteilnahmen um die deutsche Meisterschaft (32, 31-mal HSV und einmal Germania 87) aufzuweisen. Der Hamburger SV ist neben Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern MĂŒnchen der vierte Verein, der seinen Titel in der Bundesliga verteidigen konnte.

Den höchsten Heimsieg in der Bundesliga erzielte der HSV am 12. Februar 1966 beim 8:0 gegen den Karlsruher SC. Die höchsten AuswĂ€rtssiege lauteten 6:0, und zwar am 14. November 2004 bei Hansa Rostock, am 13. April 1991 bei Eintracht Frankfurt, am 7. September 1982 bei Fortuna DĂŒsseldorf und am 5. April 1980 bei Hertha BSC.

Die höchsten Heimniederlagen waren ein 0:5 gegen den FC Bayern MĂŒnchen am 4. Mai 1974 sowie ein 0:5 gegen den 1. FSV Mainz 05 am 6. September 2026 in der Bundesliga, ein 0:5 gegen die AS Saint-Étienne am 26. November 1980 im UEFA-Cup, ein 0:5 am 12. Februar 2014 gegen den FC Bayern MĂŒnchen im DFB-Pokal und ein 0:5 gegen den SSV Jahn Regensburg am 23. September 2018 in der 2. Bundesliga. Die höchsten AuswĂ€rtsniederlagen waren ein 2:10 beim SV Arminia Hannover am 20. Februar 1954 in der Oberliga Nord, ein 0:8 gegen den FC Bayern MĂŒnchen am 14. Februar 2015 in der Bundesliga und ein 0:8 gegen den FC Bayern MĂŒnchen am 25. Februar 2017 in der Bundesliga.

In der Zeit vom 16. Januar 1982 bis zum 29. Januar 1983 blieben die Hanseaten in 36 Spielen hintereinander saisonĂŒbergreifend ungeschlagen – dieser Bundesliga-Rekord hatte fĂŒr 30 Jahre Bestand und wurde erst am 9. November 2013 vom FC Bayern MĂŒnchen ĂŒbertroffen. Ihren besten Bundesliga-Start legten die Hamburger in der Saison 2009/10 hin: Dabei erzielten sie aus zehn Spielen 22 Punkte (sechs Siege, vier Unentschieden, keine Niederlage).

In den Spielzeiten 1979/80 bis 1985/86, also sieben Jahre in Folge, spielte der HSV in einem europĂ€ischen Wettbewerb – bislang die lĂ€ngste ununterbrochene Periode. Dreimal startete der HSV dabei im Landesmeister-Pokal, viermal im UEFA-Cup. Zwischen 2003/04 und 2009/10 spielte der HSV zwar ebenfalls in europĂ€ischen Wettbewerben, in der Saison 2004/05 war es jedoch lediglich der Start im UI-Cup (im Halbfinale gegen den FC Villarreal verloren, somit keine spĂ€tere Teilnahme am UEFA-Cup).

Zu Zeiten der Oberliga Nord stellte der HSV in acht der 16 Spielzeiten den besten Liga-TorschĂŒtzen: jeweils einmal Herbert Wojtkowiak und GĂŒnter Schlegel (zusammen mit Uwe Seeler) sowie sechsmal Uwe Seeler allein.

In der Saison 2013/14 erreichte der HSV mit 27 Punkten den Klassenerhalt. Dies war die niedrigste Punktzahl, mit der ein Verein seit der EinfĂŒhrung der Drei-Punkte-Regel nicht abgestiegen ist, und gemeinsam mit den umgerechneten 27 Punkten, mit denen der FC 08 Homburg in der Saison 1986/87 die Klasse hielt, der niedrigste Wert seit der GrĂŒndung der Bundesliga.[113] In den Relegationsspielen gelang es dem HSV als erstem Verein, sich mit nur einem geschossenen Tor und ohne gewonnenes Spiel durchzusetzen. Möglich wurde dies durch die AuswĂ€rtstorregel, die erstmals zur Entscheidungsfindung genutzt wurde.

In der Saison 2014/15 konnte der HSV mit 25 geschossenen Toren die Klasse halten. Dies war die niedrigste Anzahl an geschossenen Toren, mit der eine Mannschaft seit der GrĂŒndung der Bundesliga den Klassenerhalt erreichte, und der drittniedrigste Wert aller teilnehmenden Mannschaften. Weniger Tore schossen Tasmania Berlin in der Saison 1965/66 (15 Tore) und Borussia Mönchengladbach in der Saison 2006/07 (23 Tore).[114]

Erfolgreichste Trainer

Seit der GrĂŒndung des Vereins beschĂ€ftigte der Verein 44 verschiedene Trainer. Erster Trainer war Rudolf Agte, der in drei Amtszeiten einmal deutscher Meister und einmal Vizemeister wurde. Erster auslĂ€ndischer Trainer war der EnglĂ€nder A. W. Turner, unter dessen FĂŒhrung 1923 die erste deutsche Meisterschaft gewonnen wurde.[115]

Turner war als einziger Coach viermal fĂŒr den HSV tĂ€tig, Agte kam auf drei Phasen als HSV-Trainer. Jeweils zweimal waren Carl Mattheides, Otto Rohwedder, Karl Höger, Georg Knöpfle und Bruno Labbadia als Coaches tĂ€tig. All dies ist aber nur begrenzt vergleichbar, weil es sich bei einem Teil der frĂŒhen Trainer – unter ihnen Agte und Turner, auch Mattheides – um ehrenamtlich tĂ€tige Vereinsmitglieder, nicht um angestellte Berufstrainer handelte.

Trainer der Meistermannschaft von 1960 war GĂŒnter Mahlmann, der Pokalsieg 1963 wurde unter Martin Wilke geholt. Beim ersten Europapokalsieg (Pokalsieger-Cup) stand 1977 Kuno Klötzer an der Seitenlinie. Die Meisterschaft 1979 errang der HSV in der Ägide des Jugoslawen Branko Zebec.

Erfolgreichster HSV-Trainer war der Österreicher Ernst Happel, der mit dem Verein zweimal deutscher Meister (1982, 1983), einmal Pokalsieger (1987) und einmal Europapokalsieger (Landesmeister-Cup 1983) wurde. Der beste Wert in Hamburgs Zweitligahistorie ist 1,82 Punkte im Schnitt bei 103 Spielen verantwortet von Tim Walter.

HSV-Trainer mit der lĂ€ngsten Amtszeit war GĂŒnter Mahlmann. Er war zunĂ€chst zwei Jahre gemeinsam mit Martin Wilke Coach (1954–1956), direkt im Anschluss sechs Jahre als alleinverantwortlicher Trainer. Ebenfalls auf sechs Jahre an der Seitenlinie kam Ernst Happel (1981–1987).

Rekordspieler

Meiste Pflichtspiele
(alle Pflichtspiele zusammengezÀhlt)
Meiste BundesligaspieleMeiste PflichtspieltrefferMeiste Bundesligatreffer
1. Manfred Kaltz (744) 1. Manfred Kaltz (581) 1. Uwe Seeler (507) 1. Uwe Seeler (137)
2. Uwe Seeler (587) 2. Thomas von Heesen (368) 2. Otto Harder (387)[116] 2. Thomas von Heesen (99)
3. Horst Schnoor (507) 3. Ditmar Jakobs (323) 3. Rudi Noack (233) 3. Horst Hrubesch (96)
4. Thomas von Heesen (443) 4. Harald Spörl (321) 4. Herbert Wojtkowiak (163) 4. Manfred Kaltz (76)
5. Charly Dörfel (423) 5. Peter Nogly (320) 5. Edmund Adamkiewicz (158)[116] 5.  Sergej Barbarez (65)
6. Peter Nogly (414) 6. Felix Magath (306) 6. Charly Dörfel (144) 6. Franz-Josef Hönig (62)
7. JĂŒrgen Kurbjuhn (406) 7. Caspar Memering (303) 7. Klaus StĂŒrmer (140) 7. Georg Volkert (62)
8. Ditmar Jakobs (405) 8. Richard Golz (273) 8. Horst Hrubesch (134) 8. Harald Spörl (60)
9. Caspar Memering (402) 9. Klaus Zaczyk (262) 9. Franz Horn (126) 9. Charly Dörfel (58)
10. Jochenfritz Meinke (400) 10.  David Jarolím (257) 10. Thomas von Heesen (125) 10. Jimmy Hartwig (52)

Manfred Kaltz erzielte 53 seiner 76 Bundesligatore fĂŒr den HSV per Elfmeter (bei 60 AnlĂ€ufen) und ist damit der erfolgreichste ElfmeterschĂŒtze der Bundesligageschichte. Mit sechs Eigentoren hĂ€lt er jedoch auch diesen Bundesliga-Rekord (gemeinsam mit Nikolče Noveski). Den ersten Hattrick fĂŒr den HSV in der Bundesliga erzielte Ivica Olić gegen den VfB Stuttgart am 20. Oktober 2007 in der 45. Bundesligasaison der Hamburger. Uwe Seeler (1963/64) und Rafael van der Vaart (2007/08) trafen als einzige HSV-Spieler in sieben aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielen (jeweils einmal).

Am hĂ€ufigsten standen Horst Schnoor (507), Rudi Kargus (336) und Richard Golz (314) im Tor. Die meisten Bundesligapartien absolvierten Richard Golz (273), Rudi Kargus (254) und Uli Stein (228) zwischen den Pfosten. Mit 24 gehaltenen StrafstĂ¶ĂŸen, der Großteil davon in seiner Zeit beim HSV, ist Kargus der TorhĂŒter mit den meisten gehaltenen Elfmetern der Bundesliga-Geschichte. Am 9. MĂ€rz 1985 hielt Kargus, damals beim Karlsruher SC, auch einen Elfmeter gegen seine Ex-Mannschaftskameraden. Der gehaltene Strafstoß war einer der sieben Fehlversuche von Manfred Kaltz.

Der bisher jĂŒngste HSV-Profi, der in einem Pflichtspiel zum Einsatz kam, ist Omar Megeed, der am 13. August 2022 mit 16 Jahren und 359 Tagen sein DebĂŒt in der 2. Bundesliga absolvierte.[117] Der bisher jĂŒngste TorschĂŒtze in der HSV-Bundesligageschichte ist Fiete Arp, der am 28. Oktober 2017 im Alter von 17 Jahren und 295 Tagen seinen ersten Bundesligatreffer erzielte.[118] Der ĂŒber alle Zeiten jĂŒngste TorschĂŒtze ist nach wie vor Otto Sommer mit zwei Treffern bei seinem DebĂŒt am 15. Januar 1922 mit 17 Jahren und zwei Wochen.[119]

In der Bundesliga wurden drei HSV-Spieler TorschĂŒtzenkönige:

Ehemalige Spieler

Auswahl ehemaliger bekannter und erfolgreicher Spieler der ersten Mannschaft.[120]

Walk of Fame

2005 stiftete der Hamburger Unternehmer Andreas Maske den „Walk of Fame“, der sich im Nordosten des Volksparkstadions befindet. Folgende ehemalige HSV-Spieler und FunktionĂ€re wurden von einem Gremium gewĂ€hlt und dort geehrt.[121][122]

[123]

125-Jahre-Mannschaft

Zum 125. JubilÀum des HSV am 29. September 2012 wurden folgende Spieler in die 125-Jahre-Mannschaft gewÀhlt.[124]

Pos.SpielerFĂŒr HSV
aktiv
TWUli Stein1980–1987, 1994–1995
ABDitmar Jakobs1979–1989
ABManfred Kaltz1970–1989
ABPeter Nogly1969–1980
ABJupp Posipal1949–1958
ABWilli Schulz1965–1973
MFThomas Doll1990–1991, 1998–2001
MFThomas von Heesen1980–1994
MF Mehdi Mahdavikia1999–2007
MFFelix Magath1976–1986
MF Rafael van der Vaart2005–2008, 2012–2015
STKarsten BĂ€ron1992–2000
STCharly Dörfel1958–1971
STHorst Hrubesch1978–1983
ST Kevin Keegan1977–1980
STUwe Seeler1946–1972
Trainer Ernst Happel1981–1987
MasseurHermann Rieger1978–2004

Erste Mannschaft

Aktueller Kader 2026/27

  • Stand: 15. September 2026

Im Folgenden ist der Kader in seiner aktuellen Zusammenstellung dargestellt. Die Vertragslaufzeiten werden vom Verein seit 2024 nicht mehr veröffentlicht.

Pos. Nr. Nat. (a) Spieler Geburtstag (Alter) Beim HSV seit (b)
Tor 1PortugalDaniel Heuer Fernandes13. Nov. 1992 (33)2019
12Sander Tangvik29. Nov. 2002 (23)2026
40Elias Lahti U199. Jan. 2009 (17)2025
41DeutschlandFernando Dickes II13. Okt. 2007 (19)2025
Abwehr 3David MÞller Wolfe23. Apr. 2002 (24)2026
7Zakaria El Ouahdi31. Dez. 2001 (24)2026
17Warmed Omari23. Apr. 2000 (26)2025
23Jordan Torunarigha7. Aug. 1997 (29)2025
24Nicolås Capaldo14. Sep. 1998 (28)2025
28Miro Muheim24. MÀrz 1998 (28)2021
33Sebastiaan Bornauw22. MÀrz 1999 (27)2026
37DeutschlandLouis Lemke8. Okt. 2009 (17)2023
43DeutschlandShafiq Nandja15. Jan. 2007 (19)2018
44Mario Vuơković16. Nov. 2001 (24)2026
48DeutschlandJason Bissi-Mouelle II21. Feb. 2008 (18)
Mittelfeld 4Bilal Nadir28. Nov. 2003 (22)2026
5FrankreichMartin Adeline1. Dez. 2003 (22)2026
6Albert Sambi Lokonga22. Okt. 1999 (27)2025
10Immanuël Pherai25. Apr. 2001 (25)2023
11DÀnemarkAlbert GrÞnbÊk23. Mai 2001 (25)2026
20PortugalFåbio Vieira30. Mai 2000 (26)2026
21DeutschlandNicolai Remberg (C)ein weißes C in blauem Kreis19. Juni 2000 (26)2025
22DeutschlandKofi Amoako6. Mai 2005 (21)2026
Sturm 9Terem Moffi25. Mai 1999 (27)2026
15DÀnemarkYussuf Poulsen15. Juni 1994 (32)2025
18Bakery Jatta6. Juni 1998 (28)2016
19DeutschlandOtto Stange9. Feb. 2007 (19)2022
27Patson Daka9. Okt. 1998 (28)2026
38Alexander RÞssing-Lelesiit20. Jan. 2007 (19)2025
(a) 
Bei doppelter Staatsangehörigkeit ist das Land genannt, fĂŒr das der Spieler zuletzt LĂ€nderspiele absolviert hat.
(b) 
einzelne Spieler zuvor im Nachwuchs des HSV
II 
auch im Kader der zweiten Mannschaft
U19 
auch im Kader der A-Junioren (Jahrgang 2008 oder jĂŒnger)

KaderverÀnderungen 2026/27

(KaderverĂ€nderungen zwischen der ersten und zweiten Mannschaft sind nicht berĂŒcksichtigt)
ZugÀnge
Spieler Abgebender Verein
Sommerpause 2026
Martin AdelineES Troyes AC
Kofi AmoakoDynamo Dresden
Sebastiaan BornauwLeeds United
Patson DakaLeicester City
Terem MoffiOGC Nizza
Bilal NadirOlympique Marseille
Immanuël PheraiSV Elversberg (Leihende)
Emir SahitiMaccabi Tel Aviv (Leihende)
nach Saisonbeginn
Zakaria El OuahdiKRC Genk
David MĂžller WolfeWolverhampton Wanderers (Leihe)
FĂĄbio VieiraFC Arsenal
November 2026
Mario VuơkovićEnde der Dopingsperre
AbgÀnge
Spieler Aufnehmender Verein
Sommerpause 2026
Fabio BaldĂ©Racing Straßburg
Damion DownsFC Southampton (Leihende)
Robert GlatzelVfL Wolfsburg
Giorgi GotscholeischwiliSchachtar Donezk (Leihende)
Hannes HermannSSV Jahn Regensburg (Leihe)
Noah KatterbachEintracht Braunschweig (Leihe)
Ransford KönigsdörfferVertragsende → 1. FSV Mainz 05
Omar MegeedVertragsende → SpVgg Greuther FĂŒrth
William MikelbrencisVertragsende → SV Darmstadt 98
Philip OteleFC Basel (Leihende)
FĂĄbio VieiraFC Arsenal (Leihende)
Luka VuơkovićTottenham Hotspur (Leihende)
nach Saisonbeginn
Jean-Luc DompéKonyaspor
Daniel ElfadliLASK (Leihe)
Rayan PhilippeSC Paderborn 07 (Leihe)
Emir SahitiHannover 96

Trainerstab

Funktion Nat. Name Geburtstag (Alter) Funktion seit
CheftrainerDeutschlandMerlin Polzin7. Nov. 1990 (35)2024
Co-TrainerFrankreichLoïc Favé11. Feb. 1993 (33)2024
Co-TrainerDeutschlandRichard Krohn15. Juli 1995 (31)2024
Co-Trainer AnalyseDeutschlandMax Bergmann19. Nov. 1997 (28)2025
Performance ManagerFrankreichBasil More-Chevalier9. MÀrz 1996 (30)2025
TorwarttrainerDeutschlandSven Höh4. Apr. 1984 (42)2021
AthletiktrainerDeutschlandJan Hasenkamp19. Jan. 1974 (52)2024
RehatrainerDeutschlandSebastian Capel22. Aug. 1985 (41)2015

Zweite Mannschaft

Hamburger SV II
Name Hamburger SV II
SpielstÀtte Stadion Hoheluft
PlÀtze 4.999
Cheftrainer Lukas Anderer
Liga Regionalliga Nord
2025/26 10. Platz

Rolle

Die zweite Mannschaft ist nach der Spielordnung des DFB eine U23-Mannschaft. Es dĂŒrfen also grundsĂ€tzlich nur Spieler eingesetzt werden, die wĂ€hrend des gesamten Spieljahres (1. Juli bis 30. Juni) nicht Ă€lter als 23 Jahre sind. DarĂŒber hinaus dĂŒrfen sich drei Ă€ltere Spieler gleichzeitig im Spiel befinden.[125] Der HSV organisiert seine zweite Mannschaft jedoch seit der Saison 2016/17 intern als U21. Durch die U21 sollen Spieler, die nach ihrer letzten Saison bei den A-Junioren (U19) nicht direkt den Sprung in den Profikader schaffen, noch ein oder zwei Jahre gefördert werden. Anschließend sollen sie den Sprung in den eigenen Profikader oder in den eines anderen Vereins schaffen. Neben den U21-Spielern sollen zwei bis drei Ă€ltere Spieler dem Kader angehören, um diesem StabilitĂ€t zu verleihen.[126] Die U21 ist in der Alexander-Otto-Akademie auf dem HSV-Campus am Volksparkstadion beheimatet und trug ihre Heimspiele bisher im Sportpark EimsbĂŒttel aus. FĂŒr die Spielzeiten 2024/25 und 2025/26 musste die zweite Mannschaft jedoch in das Stadion Hoheluft ausweichen, da im Sportpark EimsbĂŒttel Modernisierungsarbeiten stattfinden.[127][128]

Geschichte

Saisondaten seit 1953
SaisonLiga (Ebene)Platz
Hamburger SV Amateure
1953/54(IV)?[129]
1954/55Verbandsliga Hamburg – Hammonia (III)1[130]
1955/56Amateurliga Hamburg (II)3
1956/57Amateurliga Hamburg (II)8
1957/58Amateurliga Hamburg (II)7
1958/59Amateurliga Hamburg (II)14
1959/60Verbandsliga Hamburg – Hansa (III)2
1960/61Verbandsliga Hamburg – Hansa (III)1
1961/62Amateurliga Hamburg (II)12
1962/63Amateurliga Hamburg (II)8
1963/64Landesliga Hamburg (III)2
1964/65Landesliga Hamburg (III)5
1965/66Landesliga Hamburg (III)9
1966/67Landesliga Hamburg (III)6
1967/68Landesliga Hamburg (III)11
1968/69Landesliga Hamburg (III)4
1969/70Landesliga Hamburg (III)8
1970/71Landesliga Hamburg (III)8
1971/72Landesliga Hamburg (III)15
1972/73Verbandsliga Hamburg – Hansa (IV)12[131]
1973/74Verbandsliga Hamburg – Hammonia (IV)3[132]
1974/75Verbandsliga Hamburg – Hansa (V)16[133]
1975/76(VI)?
1976/77(VI)?[134]
1977/78Landesliga Hamburg – Hansa (V)4[135]
1978/79Landesliga Hamburg – Hansa (V)1[136]
1979/80Verbandsliga Hamburg (IV)11
1980/81Verbandsliga Hamburg (IV)6
1981/82Verbandsliga Hamburg (IV)7
1982/83Verbandsliga Hamburg (IV)8
1983/84Verbandsliga Hamburg (IV)9
1984/85Verbandsliga Hamburg (IV)4
1985/86Verbandsliga Hamburg (IV)1
1986/87Verbandsliga Hamburg (IV)1
1987/88Verbandsliga Hamburg (IV)4
1988/89Verbandsliga Hamburg (IV)1
1989/90Oberliga Nord (III)5
1990/91Oberliga Nord (III)5
1991/92Oberliga Nord (III)11
1992/93Oberliga Nord (III)6
1993/94Oberliga Nord (III)10
1994/95Regionalliga Nord (III)14
1995/96Regionalliga Nord (III)6
1996/97Regionalliga Nord (III)5
1997/98Regionalliga Nord (III)14
1998/99Regionalliga Nord (III)15
1999/2000Regionalliga Nord (III)16
2000/01Oberliga Nord – HH/SH (IV)3
2001/02Oberliga Nord – HH/SH (IV)1
2002/03Regionalliga Nord (III)14
2003/04Regionalliga Nord (III)9
2004/05Regionalliga Nord (III)6
Hamburger SV II (U23)
2005/06Regionalliga Nord (III)13
2006/07Regionalliga Nord (III)6
2007/08Regionalliga Nord (III)17
2008/09Regionalliga Nord (IV)13
2009/10Regionalliga Nord (IV)5
2010/11Regionalliga Nord (IV)8
2011/12Regionalliga Nord (IV)8
2012/13Regionalliga Nord (IV)14
2013/14Regionalliga Nord (IV)14
2014/15Regionalliga Nord (IV)3
2015/16Regionalliga Nord (IV)14
2016/17Regionalliga Nord (IV)5
2017/18Regionalliga Nord (IV)2
2018/19Regionalliga Nord (IV)7
2019/20Regionalliga Nord (IV)14*
2020/21Regionalliga Nord (IV)Abbruch
2021/22Regionalliga Nord (IV)6
2022/23Regionalliga Nord (IV)2
2023/24Regionalliga Nord (IV)7
2024/25Regionalliga Nord (IV)8
2025/26Regionalliga Nord (IV)10
GrĂŒn unterlegt: Aufstieg
Rot unterlegt: Abstieg
* Abbruch, Platz nach Quotientenregelung
Als Amateurmannschaft

Die zweite Herrenmannschaft, die als „Hamburger SV Amateure“ bezeichnet wurde, schaffte in der Saison 1953/54 zunĂ€chst den Aufstieg in die drittklassige Landesliga Hamburg und ein Jahr spĂ€ter den Durchmarsch in die Amateurliga Hamburg. Somit spielten die Amateure in den Spielzeiten 1955/56, 1956/57, 1957/58 und 1958/59 eine Liga unterhalb der ersten Mannschaft, die in der Oberliga Nord aktiv war. Nach dem Abstieg 1959 schaffte man 1961 den Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Zur Saison 1963/64 wurde die Amateurliga Hamburg nach der EinfĂŒhrung der Bundesliga und Regionalligen zur dritthöchsten Spielklasse und in Landesliga Hamburg umbenannt. Die Amateure spielten neun Jahre drittklassig, ehe 1972 der Abstieg in die Verbandsliga Hamburg erfolgte. Diese wurde mit der EinfĂŒhrung der 2. Bundesliga zur Saison 1974/75 fĂŒnftklassig. In dieser Saison stiegen die Amateure in die 6. Liga ab, schafften aber nach zwei Jahren den Wiederaufstieg in die 5. Liga, die fortan Landesliga Hamburg hieß. Nach weiteren zwei Jahren erfolgte 1979 der Aufstieg in die viertklassige Verbandsliga Hamburg. 1989 gelang der Aufstieg in die drittklassige Oberliga Nord. Zur Saison 1994/95 wurde aus dieser die Regionalliga Nord. Nach der Saison 1999/2000 wurde die bis dahin viergleisige Liga zweigleisig. Die Amateure schafften auf dem drittletzten Platz nicht die Qualifikation und mussten daher fortan in der viertklassigen Oberliga Nord Hamburg/Schleswig-Holstein spielen. Nach zwei Jahren gelang zur Saison 2002/03 wieder der Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Die HSV-Amateure gewannen 1991, 1996 und 1997 den Hamburger Pokal. In den Spielzeiten 1974/75 (Ausscheiden in der 1. Hauptrunde), 1981/82 (1. Hauptrunde), 1991/92 (Achtelfinale und damit weiter als die Profis, die in der 2. Hauptrunde ausschieden), 1996/97 (1. Hauptrunde) und 1997/98 (1. Hauptrunde) nahm die Mannschaft am DFB-Pokal teil.

Als U23/U21

Um den Ausbildungscharakter der Zweitmannschaften zu stĂ€rken, beschloss der DFB zur Saison 2005/06, dass zweite Mannschaften von DFL-Lizenzvereinen grundsĂ€tzlich nur noch Spieler einsetzen dĂŒrfen, die wĂ€hrend des gesamten Spieljahres (1. Juli bis 30. Juni) nicht Ă€lter als 23 Jahre sind (U23-Regel); ergĂ€nzend dĂŒrfen sich drei Ă€ltere Spieler im Spiel befinden.[137][138] Seither werden die Zweitmannschaften nicht mehr als „Amateure“ bezeichnet; die offizielle Bezeichnung lautet „Hamburger SV II“. Die zweite Mannschaft spielte bis 2008 in der drittklassigen Regionalliga Nord. Da das Team die Saison 2007/08 mit Platz 17 abschloss, konnte man sich nicht fĂŒr die neu geschaffene bundesweite 3. Liga mit Profistatus qualifizieren. Somit verblieb man in der Regionalliga Nord, die viertklassig wurde.

Vor der Saison 2014/15 wurde die Mannschaft wie die Profi, U19, U17 und U16 in die HSV Fußball AG ausgegliedert. Zur Saison 2016/17 beschloss der Verein, die Mannschaft fortan als U21 zu organisieren. Die Spieler, die nach der U19 nicht den Sprung zu den Profis schaffen, sollen bei der zweiten Mannschaft noch bis zu zwei Jahre Zeit bekommen, um sich weiterzuentwickeln. Anschließend sollen sie es in einen Profikader schaffen, entweder beim HSV oder einem anderen Verein.[139] In verbandsrechtlicher Hinsicht ist die zweite Mannschaft weiterhin eine U23. Zur Saison 2021/22 wurde die zweite Mannschaft unter dem Nachwuchsdirektor Horst Hrubesch weiter verjĂŒngt, sodass bereits diverse U19-Spieler zum Kader zĂ€hlten; auf die drei erlaubten Ü23-Spieler verzichtete man gĂ€nzlich.[140] Somit war die U21 die jĂŒngste aller 80 Regionalligamannschaften in Deutschland.[141] In der Saison 2022/23 stand man nach 24 Spielen auf dem 2. Platz und hatte – bei einem Spiel weniger – 7 Punkte RĂŒckstand auf den 1. Platz, der in dieser Spielzeit direkt in die 3. Liga aufsteigt. Der HSV stellte im MĂ€rz 2023 jedoch keinen Antrag auf eine Drittligalizenz, da dies „finanziell, infrastrukturell und auch sportlich“ nicht sinnvoll sei.[142] FĂŒr einen wettbewerbsfĂ€higen Drittligakader wĂ€re ein Etat von bis zu 3 Millionen Euro nötig gewesen. Da der Sportpark EimsbĂŒttel nicht den Anforderungen des DFB fĂŒr die 3. Liga entspricht und darĂŒber hinaus kein drittligataugliches Stadion in Hamburg vorhanden ist, hĂ€tten alle Spiele im Volksparkstadion ausgetragen werden mĂŒssen.[143] Die Mannschaft stand vor dem letzten Spieltag auf dem 1. Platz, verlor die Meisterschaft jedoch noch an den VfB LĂŒbeck.

Nachwuchsleistungszentrum

Die HSV Fußball AG & Co. KGaA ist aufgrund der Lizenzordnung der DFL verpflichtet, ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zu fĂŒhren. Diese Aufgabe hat die HSV Fußball AG fĂŒr die Mannschaften des Grundlagen- und Aufbaubereichs (s. Struktur) teilweise auf den HSV e. V. ĂŒbertragen. Dem e. V. werden dafĂŒr auf Grundlage einer Dienstleistungsvereinbarung die entstehenden Aufwendungen zuzĂŒglich einer DienstleistungsgebĂŒhr erstattet.[144]

Struktur

Das NLZ umfasst sieben Mannschaften (Young Talents Teams) vom Aufbau- zum Leistungsbereich.[145] Daneben unterhĂ€lt der HSV – wie auch im Herrenbereich – weitere Mannschaften im Breitensport. Das NLZ teilt sich in folgende Bereiche auf:

Die heutige Struktur mit NLZ-Mannschaften ab der U12 wurde zur Saison 2025/26 eingefĂŒhrt. Zuvor hatte der HSV im Grundlagenbereich auch eine eigene U11 (E1-Junioren) betrieben und fĂŒr die U10 (E2-Junioren) sowie U9 (F-Junioren) ĂŒber Perspektivkader verfĂŒgt, in denen begabte Kinder anderer Vereine regelmĂ€ĂŸig gemeinsam trainierten. Die Perspektivkader wurden bereits im Winter 2024/25 aufgelöst und durch das Konzept Hamburg wĂ€chst abgelöst. Damit soll die Jugendarbeit der Hamburger Amateurvereine gefördert und das regionale Scouting verbessert werden. Da viele Spieler, die zur U11 zum HSV gewechselt waren, den Sprung zur U12 nicht geschafft hatten, wolle man ihnen ein Jahr mehr Zeit im gewohnten Umfeld geben.[146]

Leitung und Standorte des NLZ

Das NLZ fĂ€llt in den Verantwortungsbereich des Vorstands der HSV Fußball Management AG. Ihm unterstellt ist der Nachwuchsdirektor, von der Saison 2020/21 bis 2024/25 Horst Hrubesch.[147][148] Administrativer Leiter ist Sven Marr.[149]

Alexander-Otto-Akademie auf dem HSV-Campus am Volksparkstadion

Auf dem Paul-Hauenschild-GelĂ€nde, benannt nach dreimaligen HSV-PrĂ€sidenten Paul Hauenschild, in Norderstedt befindet sich das im Jahr 2000 eröffnete Nachwuchsleistungszentrum des HSV mit der JĂŒrgen-Werner-Schule, benannt nach dem 2002 verstorbenen JĂŒrgen Werner. Der zweite Standort ist die Alexander-Otto-Akademie auf dem HSV-Campus am Volksparkstadion. WĂ€hrend die Mannschaften des Grundlagen- und Aufbaubereichs in Norderstedt beheimatet sind, zogen die Mannschaften des Leistungsbereichs 2017 in den Campus.[150] WĂ€hrend die U19 und U17 ihre Heimspiele im Sportpark EimsbĂŒttel im Stadtteil Stellingen austragen oder auf einen Kunstrasenplatz auf dem Campus ausweichen, trĂ€gt die U16 ihre Spiele auf der Paul-Hauenschild-Anlage in Norderstedt oder auf einem der KunstrasenplĂ€tze auf dem Campus aus. Die Mannschaften des Grundlagen- und Aufbaubereichs spielen ebenfalls auf der Paul-Hauenschild-Anlage in Norderstedt.[151]

HSV-Campus

Zur Förderung des Nachwuchses gab der HSV zum 125-jĂ€hrigen VereinsjubilĂ€um am 29. September 2012 eine Anleihe mit sieben Jahren Laufzeit bei sechsprozentiger Verzinsung aus. Der Verein nahm dadurch 17,5 Mio. Euro ein,[152] mit denen der neue „HSV-Campus“ direkt neben dem Volksparkstadion entstehen soll. Dieser soll das neue Internat, das Leistungszentrum sowie das Trainingszentrum umfassen, wodurch die Nachwuchsabteilung von Norderstedt direkt in den Volkspark umziehen wird. Das eingenommene Geld verwendete der damalige Vorstand allerdings fĂŒr die Schuldentilgung.[153]

Nach der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung ĂŒberarbeitete die neue FĂŒhrung um Dietmar Beiersdorfer und Direktor Sport Bernhard Peters das Konzept des Campus.[154] Am 25. Januar 2015 gab der Verein bekannt, dass der ehemalige Aufsichtsrat Alexander Otto das Campus-Projekt mit einer Spende in Höhe von zehn Millionen Euro zur Finanzierung der gesamten Bau- und Planungskosten fördern werde. Dazu wurde eine gemeinnĂŒtzige GmbH – die „HSV-Campus gGmbH“ – gegrĂŒndet, deren Gesellschafter zu 75 Prozent die HSV Fußball AG & Co. KGaA und zu 25 Prozent Alexander Otto sind. Sie vermietet das 4600 Quadratmeter große GebĂ€ude an die HSV Fußball AG & Co. KGaA und unterstĂŒtzt mit ihren ÜberschĂŒssen gemeinnĂŒtzige Sportprojekte im HSV e. V. Die U16 bis U21 (Leistungsbereich und zweite Mannschaft) zogen zur Saison 2017/18 in den Campus um.[155]

Kooperationen mit Schulen und Vereinen

Das Gymnasium Heidberg im Stadtteil Langenhorn ist eine Eliteschule des Fußballs
Hamburger SV (Großraum Hamburg)
Hamburger SV (Großraum Hamburg)
SVNA
USC
FCS
Kooperationsvereine in (blau) und um (rot) Hamburg

Nach dem Spielbein- und Standbein-Konzept steht auch die Schulausbildung der Nachwuchsspieler im Mittelpunkt. Demnach soll jeder Spieler im Optimalfall das Abitur erreichen. Da die zeitliche Beanspruchung der Spieler durch Training, Spiele und den Schulalltag sehr hoch ist, arbeitet der HSV mit sieben Hamburger Partnerschulen zusammen. Somit können Freistellungen zu Juniorennationalmannschaften oder wegen Vereinsturnieren und Punktspielen durch Nachhilfe, Einzelunterricht und flexible Klausurtermine kompensiert werden. Zudem werden in den Schulen auch ein- bis zweimal wöchentlich die fußballerischen FĂ€higkeiten sowie die Athletik trainiert. Somit findet das gesamte Training der Nachwuchsspieler an den beiden Standorten des NLZ und in den Schulen statt. Die sieben Partnerschulen des HSV sind das Gymnasium Heidberg und die Stadtteilschule am Heidberg in Langenhorn (beide vom DFB als Eliteschule des Fußballs zertifiziert), das Gymnasium Othmarschen in Othmarschen, die Stadtteilschule Bahrenfeld in Bahrenfeld, die Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg mit zwei Standorten und die Berufliche Schule fĂŒr Wirtschaft und Handel in Borgfelde.[156]

Mit Partnervereinen ging der HSV erstmals im FrĂŒhjahr 2003 Kooperationen ein. Ziel ist es, die Ausbildungsstrukturen der Partnervereine vor allem im Grundlagen- und Aufbaubereich zu stĂ€rken, um sie attraktiver zu machen und den grĂ¶ĂŸten Talenten eine bestmögliche Ausbildung zu bieten. Den Trainern der Partnervereine werden regelmĂ€ĂŸig durch Fortbildungen und Hospitation im NLZ die Ausbildungsleitlinien des HSV dargestellt. JĂ€hrlich findet bei jedem Partnerverein ein Young Talents Day in Form eines Sichtungsturniers statt, bei denen der HSV mit Scouts, Trainern und einer Jugendmannschaft anwesend ist. Die aktuellen Kooperationsvereine sind[157]:

Bundesland Verein seit
HamburgSV Nettelnburg/Allermöhe2018[158]
USC Paloma Hamburg2022[159]
FC SĂŒderelbe2022[160]
Schleswig-HolsteinSV Eichede2006[161]
Leezener SC
SV Todesfelde
FC Torpedo 76 NeumĂŒnster2022[162]
NiedersachsenMTV Treubund LĂŒneburg
Buchholzer FC2020[163]
VfL GĂŒldenstern Stade2022[164]

NLZ U13-Nordcup

Die D1-Junioren (U13) nehmen seit der Saison 2019/20 nicht mehr am Spielbetrieb des Hamburger Fußball-Verbands teil. Stattdessen wird mit Hannover 96, Eintracht Braunschweig, Werder Bremen, Holstein Kiel, dem VfL Wolfsburg, dem VfL OsnabrĂŒck und dem FC St. Pauli der NLZ U13-Nordcup ausgetragen.[165]

NLZ-Mannschaften im Überblick

Nachfolgend aufgelistet sind die Mannschaften des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ).

Altersklasse Jahrgang (2026/27) * Liga (Stufe) Cheftrainer Spielort
Leistungsbereich
U19 (A-Junioren)2008 & 2009U19-DFB-Nachwuchsliga (I)Oliver KrausePaul-Hauenschild-Anlage, Norderstedt
U17 (B1-Junioren)2010U17-DFB-Nachwuchsliga (I)Florian Jungwirth
U16 (B2-Junioren)2011Regionalliga Nord (II)Luca ZampolinHSV-Campus
Aufbaubereich
U15 (C1-Junioren)2012Regionalliga Nord (I)Timm LukićPaul-Hauenschild-Anlage, Norderstedt
U14 (C2-Junioren)2013U15-Oberliga Hamburg (II)Thorben Sahs
U13 (D1-Junioren)2014NLZ U13-NordcupMarvin Schmitz
U12 (D2-Junioren)2015U12-Bezirksliga Hamburg (I)Kristin Witte
* 
EinsĂ€tze von Spielern jĂŒngerer JahrgĂ€nge möglich

Erfolge der Leistungsmannschaften

Saisondaten der U19 seit 2001
SaisonLiga (Ebene)Platz (von)DFB-PokalJahrgang
2001/02Regionalliga Nord (I)1 (14)[166]Viertelfinale1983 & 1984
2002/033 (14)[167]nicht qualifiziert1984 & 1985
2003/04Bundesliga Nord/Nordost (I)7 (14)nicht qualifiziert1985 & 1986
2004/059 (14)Achtelfinale1986 & 1987
2005/067 (14)1. Runde1987 & 1988
2006/074 (14)nicht qualifiziert1988 & 1989
2007/088 (14)nicht qualifiziert1989 & 1990
2008/093 (14)Achtelfinale1990 & 1991
2009/104 (14)nicht qualifiziert1991 & 1992
2010/118 (14)Achtelfinale1992 & 1993
2011/123 (14)Halbfinale1993 & 1994
2012/1310 (14)Achtelfinale1994 & 1995
2013/1410 (14)nicht qualifiziert1995 & 1996
2014/159 (14)nicht qualifiziert1996 & 1997
2015/165 (14)nicht qualifiziert1997 & 1998
2016/174 (14)nicht qualifiziert1998 & 1999
2017/182 (14)nicht qualifiziert1999 & 2000
2018/197 (14)1. Runde2000 & 2001
2019/207 (14)(a)nicht qualifiziert2001 & 2002
2020/21Abbruchnicht qualifiziert2002 & 2003
2021/22(b)10 (19)nicht qualifiziert2003 & 2004
2022/23(b)3 (17)nicht qualifiziert2004 & 2005
2023/246 (14)Viertelfinale2005 & 2006
2024/25U19-DFB-Nachwuchsliga (I)Achtelfinale1. Runde2006 & 2007
2025/26Achtelfinale1. Runde2007 & 2008
(a) Abbruch, Platz nach Quotientenregelung
(b) nur Austragung einer Hinrunde
Saisondaten der U17 seit 2001
SaisonLiga (Ebene)Platz (von)Jahrgang
2001/02Regionalliga Nord (I)2 (14)[168]1985
2002/033 (14)[169]1986
2003/044 (14)[170]1987
2004/054 (14)[171]1988
2005/063 (14)[172]1989
2006/071 (14)[173]1990
2007/08Bundesliga Nord/Nordost (I)4 (14)1991
2008/096 (14)1992
2009/105 (14)1993
2010/119 (14)1994
2011/125 (14)1995
2012/136 (14)1996
2013/145 (14)1997
2014/153 (14)1998
2015/165 (14)1999
2016/173 (14)2000
2017/183 (14)2001
2018/194 (14)2002
2019/204 (14)(a)2003
2020/21Abbruch2004
2021/22(b)2 (19)2005
2022/23(b)7 (17)2006
2023/247 (14)2007
2024/25U17-DFB-Nachwuchsliga (I)Achtelfinale2008
2025/26Achtelfinale2009
(a) Abbruch nach 21. Spieltag
(b) nur Austragung einer Hinrunde

AufgefĂŒhrt sind die Erfolge der Mannschaften aus dem Leistungsbereich. Weder mit den A- noch mit den B1-Junioren konnte der HSV bisher die deutsche Meisterschaft gewinnen. Jedoch konnten einige Regionalmeisterschaften gewonnen werden, darunter auch 2-mal mit einer zweiten Mannschaft. Im DFB-Pokal der A-Junioren war der grĂ¶ĂŸte Erfolg der Finaleinzug 2000. An der UEFA Youth League (seit 2013/14) haben die A-Junioren bisher nicht teilgenommen.

A-Junioren

B-Junioren

Bekannte ehemalige Jugendspieler

Der vom HSV ausgebildete Shkodran Mustafi wurde 2014 Weltmeister. FĂŒr die HSV-Profis spielte er allerdings nie.

Im Folgenden eine Auswahl von Spielern, die vor ihrem ersten Profieinsatz mindestens ein Jahr in der Jugendabteilung des HSV aktiv waren und mindestens 50 Spiele in einer der fĂŒnf „großen“ Ligen Bundesliga (beziehungsweise vor 1963 in der Oberliga), Premier League, Primera DivisiĂłn, Serie A und Ligue 1 absolvierten (in der Klammer ist das Geburtsjahr des Spielers angegeben).

Stand 19. Juni 2025:[174]

SpielstÀtten

Die SĂŒdtribĂŒne des Volksparkstadions (1983)

Der Hamburger SV spielte seit dem Zusammenschluss seiner drei VorgĂ€ngervereine im Jahr 1919 am Sportplatz am Rothenbaum im Stadtteil Rotherbaum. Das 1911 eingeweihte Stadion brachte der HFC 88 in den Verein ein. In den 1920er Jahren wurde auch das Stadion Hoheluft von SC Victoria Hamburg, ab Ende der 1920er Jahre zudem das Altonaer Stadion im Altonaer Volkspark genutzt, der VorlĂ€ufer des Volksparkstadions. Beide Stadien verfĂŒgten ĂŒber grĂ¶ĂŸere ZuschauerkapazitĂ€ten als der Sportplatz am Rothenbaum. Seit EinfĂŒhrung der Bundesliga nutzte der HSV mit wenigen Ausnahmen das Volksparkstadion im Stadtteil Bahrenfeld und kehrte lediglich fĂŒr einige Spiele wieder an den Rothenbaum zurĂŒck, welcher dann 1997 abgerissen wurde. AnfĂ€nglich fasste das Volksparkstadion 76.000 Zuschauer, bei Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen fĂŒr die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde die KapazitĂ€t auf 61.300 reduziert.

Das Volksparkstadion, das wegen seiner Tartanbahn sehr weitlĂ€ufig und zugig war und in dem daher bei geringen Zuschauerzahlen oftmals eine wenig stimmungsvolle AtmosphĂ€re herrschte, wurde Ende der 1990er Jahre zu einem reinen Fußballstadion umgebaut. Dabei wurde das Spielfeld um 90 Grad gedreht. Der Umbau des Stadions fand bei laufendem Spielbetrieb statt, so dass die ZuschauerkapazitĂ€t sich wĂ€hrend der Bauzeit deutlich verringerte. Der HSV kaufte der Stadt Hamburg vor dem Umbau das Volksparkstadion fĂŒr den symbolischen Preis von 1 DM ab, war und ist dafĂŒr fĂŒr die Kosten des Umbaus zustĂ€ndig, wiewohl es öffentliche ZuschĂŒsse in Höhe von 21,3 Mio. DM gab.[175]

Das Volksparkstadion (2004)

2001 wurde das Volksparkstadion in „AOL Arena“ umbenannt, um weitere Werbeeinnahmen zu generieren. Diese Umbenennung stieß in Fankreisen, aber auch bei „altgedienten“ HSVern auf heftige Proteste. 2007 wurde erstmals im deutschen Profi-Fußball ein Sponsoring-Name durch einen anderen ersetzt. Neuer Sponsor wurde die in Hamburg und Kiel ansĂ€ssige HSH Nordbank.[176] Diese stieg aufgrund der Finanzkrise vorzeitig aus dem Namens-Sponsoring aus. Seit 2010 war der in Hamburg ansĂ€ssige Anlagenbauer Imtech neuer Stadion-Sponsor. Zum 1. Juli 2015 erwarb Klaus-Michael KĂŒhne fĂŒr vier Jahre die Namensrechte des Stadions, sodass dieses – 14 Jahre nach der ersten Umbenennung – wieder „Volksparkstadion“ heißt. 2019 verlĂ€ngerte KĂŒhne sein Engagement zunĂ€chst um ein weiteres Jahr bis 2020, weil er seine finanzielle UnterstĂŒtzung an den sportlichen Erfolg knĂŒpfen wollte.[177] Nachdem der HSV auch im folgenden Jahr den Wiederaufstieg in die Bundesliga auf dem 4. Platz verpasst hatte, verlĂ€ngerte KĂŒhne den Vertrag nicht.[178] Eine Einigung mit einem neuen Sponsor fĂŒr die Namensrechte kam bisher nicht zustande, sodass der HSV auch ohne Sponsorenvertrag weiterhin im „Volksparkstadion“ spielt.

In die Arena integriert wurde das HSV-Museum, das im Februar 2004 eröffnet wurde. Der Einbau in die Nordostecke des Stadions kostete 800.000 Euro. PrĂ€sentiert werden im Museum nicht allein die diversen TrophĂ€en, die der HSV in seiner mehr als 120-jĂ€hrigen Geschichte sammelte, sondern auch viele andere Devotionalien, darunter zu den SpielstĂ€tten und berĂŒhmten Akteuren des HSV. Bis zum Ende der Saison 2007/08 verzeichnete das Museum mehr als 200.000 Besucher, in jener Saison allein 60.000. Im Museum werden auch Sonderausstellungen zur HSV-Geschichte gezeigt, deren wohl bedeutendste Die Raute unter dem Hakenkreuz – Der HSV im Nationalsozialismus war.[179] Der HSV war damit der erste Verein, der diese Phase seiner Geschichte im Rahmen einer Ausstellung beleuchtet hat.[180]

Im und um das Stadion herum befinden sich zudem die GeschĂ€ftsstelle, ein Fan-Shop und seit 2004 auch das TrainingsgelĂ€nde des HSV, so dass die Spieler der ersten Herrenmannschaft nicht mehr bis zum Trainingszentrum nach Norderstedt fahren mĂŒssen.

Die Spiele der zweiten Mannschaft, der ersten Frauen-Mannschaft sowie der A- und B-Jugendmannschaften werden im Sportpark EimsbĂŒttel im Stadtteil Stellingen ausgetragen. Die dritte Mannschaft des HSV, die in der Saison 2019/20 in der Oberliga Hamburg antrat, sowie die F- bis C-Junioren spielen auf der vereinseigenen Paul-Hauenschild-Sportanlage in Norderstedt, wo sich auch eine Vielzahl von Trainingseinrichtungen und das Nachwuchs-Leistungszentrum (JĂŒrgen-Werner-Schule) befinden.

Sponsoren

Sponsoren und AusrĂŒster des Hamburger SV seit 1969[181]
ZeitraumAusrĂŒsterSponsor BrustSponsor Ärmel
1969–1974Erima
Umbro
Adidas
(nicht offiziell)
kein Sponsornicht möglich
1974–1976Campari
1976–1979Hitachi
1979–1987AdidasBP
1987–1994Sharp
1994–1995TV Spielfilm
1995–1998UhlsportHyundai
1998–2000Fila
2000–2001TV Spielfilm
2001–2003Nike
2003–2005ADIG
2005–2006Puma
2006–2007Emirates
2007–2017Adidas
2017–2020Popp Feinkost
2020–2022Orthomol
2022–2024HanseMerkur
seit 2024Helm AG | Plan International
Ab 1979–1980 offizielle AusrĂŒster; davor auch innerhalb
einer Saison verschiedene Hersteller.

Hauptsponsoren

1973 handelte der damalige PrĂ€sident Peter Krohn einen Sponsorenvertrag mit Davide Campari-Milano aus. So warb der HSV ab der Saison 1974/75 mit dem Schriftzug Campari auf den Trikots. Vorher lief nur Eintracht Braunschweig (JĂ€germeister) mit Trikotwerbung auf. Die Trikotwerbung war von den Fernsehanstalten, die durch das Boykottieren von Sportveranstaltungen die „Schleichwerbung“ umgehen wollte, nicht gerne gesehen. Schließlich wurde die Trikotwerbung im Europapokal verboten, weshalb bei internationalen Spielen der Schriftzug HSV auf der Trikotbrust zu lesen war. In der Saison 1976/77 ließ Krohn die Spieler in rosa Trikots auflaufen, um den Frauenanteil im Stadion zu erhöhen. In 3 Jahren als PrĂ€sident erwirtschaftete Krohn 16 Mio. DM und sanierte somit den mit ĂŒber 3 Millionen DM verschuldeten Verein. Er gilt daher als Pionier des modernen Fußball-Marketings.[181]

In die wohl erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte fĂ€llt das Sponsoring durch das Mineralölunternehmen BP. Als im Oktober 1980 Franz Beckenbauer zum HSV wechselte, ĂŒbernahm der Mineralöl-Konzern dessen komplettes Jahresgehalt, das die seinerzeit enorme Summe von rund einer Million DM betrug.[182]

FĂŒr Aufsehen sorgte der Hauptsponsor TV Spielfilm. Am 32. Spieltag der Saison 1994/95 musste der HSV beim AuswĂ€rtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern ohne den Namen des Sponsors auf dem Trikot spielen, da sich die Verlagsgruppe Milchstrasse vom Verein, der in der Öffentlichkeit ein schlechtes Bild abgab, distanzieren wollte, um einen Imageschaden zu vermeiden.[183] Wie schon zu frĂŒheren Europapokalspielen war der Schriftzug HSV auf den Trikots zu sehen. In der Folge trennten sich der HSV und TV Spielfilm und der Automobilhersteller Hyundai wurde zur Saison 1995/96 neuer Hauptsponsor. TV Spielfilm kehrte ab der Saison 2000/01 fĂŒr 3 Jahre auf die Trikotbrust zurĂŒck.

Vor der Saison 2003/04 konnte der HSV erstmals seit 29 Jahren keinen Hauptsponsor prÀsentieren. In den Vorbereitungsspielen und im Ligapokal war auf dem Heimtrikot der Schriftzug HSV und auf dem AuswÀrtstrikot der Schriftzug Hamburg zu sehen.[184] Drei Tage vor Saisonbeginn wurde die Kapitalverwaltungsgesellschaft ADIG als neuer Hauptsponsor vorgestellt.[185]

Ab der Saison 2006/07 war die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammende Fluggesellschaft Emirates Hauptsponsor. Die Airline warb von 2006 bis 2019 mit dem Schriftzug Fly Emirates auf den Trikots der ersten Mannschaft, ehe in der Saison 2019/20 der Slogan Emirates. FLY BETTER verwendet wurde. Der Vertrag lief ursprĂŒnglich bis zum 30. Juni 2022.[186] Nachdem der seit 2018 zweitklassige HSV in der Saison 2019/20 erneut den Wiederaufstieg verpasst hatte, machte Emirates von einer Ausstiegsklausel Gebrauch und kĂŒndigte den Vertrag zum 30. Juni 2020.[187]

Zur Saison 2020/21 wurde Orthomol, ein Hersteller von NahrungsergĂ€nzungsmitteln aus Langenfeld, neuer Hauptsponsor. Der Vertrag lĂ€uft ĂŒber zwei Spielzeiten.[188]

Nach dem Vertragsende mit Orthomol wurde HanseMerkur zur Saison 2022/23 neuer Hauptsponsor. Der Vertrag lĂ€uft bis zum 30. Juni 2025 und gilt ligaunabhĂ€ngig.[189] Die Hamburger Versicherungsgruppe ist seit 2018 HSV-Sponsor und bereits seit 2020 auf den Trikots der Nachwuchsmannschaften prĂ€sent.[190] Dort war das HanseMerkur-Logo in grĂŒn auf den Trikots abgedruckt. Da dies die Farbe von Werder Bremen ist, Ă€nderte der Versicherer die Logo-Farbe auf den Trikots der Profimannschaft in schwarz; bei den Nachwuchsmannschaften wurde das GrĂŒn beibehalten.[191]

Weitere Sponsoren

Zur Saison 2001/02 verkaufte der HSV als erster Bundesligist die Namensrechte an seinem Stadion.[192]

Zur Saison 2015/16 beendete der Verein die Zusammenarbeit mit der Holsten-Brauerei. Die 75-jÀhrige Zusammenarbeit bedeutete die bis dahin lÀngste Exklusivpartnerschaft der Bundesliga-Geschichte.[193] Neuer Partner wurde zunÀchst bis zum 30. Juni 2023 die König-Brauerei.[194] Im April 2023 wurde der Vertrag bis zum 30. Juni 2026 verlÀngert.[195]

AusrĂŒster ist bis 2024 Adidas;[196] Seit der Saison 2017/18 dĂŒrfen die Bundesligisten einen Sponsor auf dem TrikotĂ€rmel platzieren. Erster Ärmelsponsor wurde Popp Feinkost.[197]

Zur Saison 2024/25 wurde die HELM AG als neuer Ärmelsponsor fĂŒr die kommenden drei Jahre bekanntgegeben. Auf dem HSV Trikot wird allerdings die Hilfsorganisation Plan International zu sehen sein.[198]

Das gesamte Sponsoren-Portfolio umfasst neben dem Hauptsponsor HanseMerkur und dem AusrĂŒster Adidas sowie Ärmelpartner HELM 8 „Exklusiv-Partner“, 10 „Partner“ und 17 „Supplier“ (Stand: August 2024).[199]

Frauen

Seit 1971 existiert im Hamburger SV eine Frauenfußballabteilung. Sie umfasst aktuell drei Frauen- und vier MĂ€dchenmannschaften. SpielstĂ€tte ist die Paul-Hauenschild-Anlage in Norderstedt.

Die erste Mannschaft spielte seit dem Aufstieg im Jahre 2003 in der Bundesliga. Zuvor gab die Mannschaft in den Spielzeiten 1997/98 und 2001/02 einjĂ€hrige Gastspiele in der Bundesliga. GrĂ¶ĂŸter Erfolg war der Einzug in das DFB-Pokalfinale 2002, welches gegen den 1. FFC Frankfurt mit 0:5 verloren ging. Dreimal standen die HSV-Frauen im Endspiel des DFB-Hallenpokals, gingen aber jedes Mal als Verlierer vom Platz. Die zweite Mannschaft spielte in der 2. Bundesliga Nord. In der Saison 2006/07 wurde die Mannschaft Vizemeister.

Der HSV stellte mit Antonia Schmale, Tanja Vreden, Britta Carlson, Sarah GĂŒnther und Kim Kulig fĂŒnf Nationalspielerinnen. Sarah GĂŒnther gewann mit der Nationalmannschaft 2004 die olympische Bronzemedaille und wurde ein Jahr spĂ€ter Europameisterin. Kim Kulig wurde 2009 Europameisterin und im Jahre 2010 U20 Weltmeisterin.

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten beschloss der Vorstand des Hamburger SV am 21. Mai 2012, die Frauenmannschaft fĂŒr die Saison 2012/13 aus der Fußballbundesliga zurĂŒckzuziehen. Sportlich gesehen hatten die HSV-Frauen mit dem neunten Rang unter zwölf Mannschaften in der Bundesligasaison 2011/12 die Klasse gehalten. Ebenso entschied sich der Verein, keine Bewerbung mehr fĂŒr die zweite Liga abzugeben.[200] Anschließend spielten die Frauen in der drittklassigen Regionalliga Nord und stiegen in der Saison 2015/16 in die viertklassige Verbandsliga Hamburg ab.

In der Saison 2018/2019 gelang der 1. Frauenmannschaft des HSV mit 20 Siegen aus 20 Spielen der souverÀne Wiederaufstieg in die Regionalliga Nord. In der Saison 2022/23 belegte die Mannschaft dort den 1. Platz und stieg in die 2. Frauen-Bundesliga auf. Nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga stieg der HSV in der Saison 2024/25 in die Bundesliga auf.

Zuschauer und Fankultur

Die „Raute im Herzen“:
HSV-Fan im Volksparkstadion
NordtribĂŒne, Stadionrund und Lotto King Karl mit Carsten Pape beim Absingen von „Hamburg, meine Perle“
Lotto King Karl sang von 2005 bis 2019 „Hamburg, meine Perle“ live vor der NordtribĂŒne
Fans auf der NordtribĂŒne

Das Volksparkstadion ist das fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte nur noch fĂŒr Fußballspiele genutzte Stadion in Deutschland. Der Hamburger SV belegt seit der Eröffnung des Neubaus des Volksparkstadions stĂ€ndig den vierten Rang bei den Zuschauerzahlen in der Bundesliga – mit der Ausnahme der Saison 2004/05, als Borussia Mönchengladbach diesen Platz einnahm und der HSV die fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte Zuschauerzahl verbuchte. Der Zuschauerschnitt lag dabei seit der Saison 2005/06 stets klar ĂŒber 50.000.

Der Bereich des Stadions, in dem sich die organisierte Fanszene versammelt, war bis zum Umbau des Volksparkstadions zu einem reinen Fußballstadion die Westkurve, insbesondere Block E. Auf vielen Kutten Ă€lterer HSV-Fans finden sich bis heute entsprechende AufnĂ€her. Mit dem Umbau und der 90-Grad-Drehung des Spielfelds verlagerte sich auch der Stammbereich dieser AnhĂ€nger. Sie stehen und sitzen nunmehr auf der NordtribĂŒne, GĂ€stefans werden gegenĂŒber im Eckbereich zwischen SĂŒd- und WesttribĂŒne untergebracht. FĂŒr die HSV-Fans stehen auf dem Unterrang der NordtribĂŒne und im Block 22C StehplĂ€tze bereit, lediglich bei internationalen Spielen werden diese in SitzplĂ€tze umgewandelt. Die NordtribĂŒne ist oftmals Schauplatz fĂŒr grĂ¶ĂŸere Choreografien der HSV-Fans.[201] Auf der NordtribĂŒne oberhalb des Blocks 22A befand sich eine Uhr, die 2001 durch den Sponsoren Hamburgische ElectricitĂ€ts-Werke zur VerfĂŒgung gestellt worden war.[202] Bis zum Abstieg am 12. Mai 2018 zeigte sie als „Bundesliga-Uhr“ die Zugehörigkeit des HSV zur Bundesliga an, seit dem 13. Mai 2018 das Alter des Vereins seit dem 29. September 1887.[203] Nach dem verpassten Wiederaufstieg in der Saison 2018/19 wurde die Uhr abmontiert.[204]

Vor den Heimspielen der ersten Mannschaft des HSV wurde zwischen 2005 und 2019 regelmĂ€ĂŸig die Hymne „Hamburg, meine Perle“[205] in der Fußball-Version „Hamburg, meine Fußballperle“[206] gespielt. Diesen Song sang der Hamburger SĂ€nger (und HSV-Stadionsprecher) Lotto King Karl gemeinsam mit seinem langjĂ€hrigen Freund, dem Hamburger Carsten Pape, Ex-SĂ€nger von Clowns & Helden, live. Zu diesem Zweck fuhren „Lotto und Pape“ auf einer HebebĂŒhne in mehrere Meter Höhe vor der NordtribĂŒne hinauf. Nach dem verpassten Wiederaufstieg in der Saison 2018/19 wurde die Hymne aus dem Stadionprogramm genommen, da es nicht mehr zur aktuellen Situation und zur Haltung des HSV passe.[207]

Zu den Fans des HSV zÀhlt der Schauspieler und Komiker Olli Dittrich. In dessen Fernsehserie Dittsche waren bereits mehrfach HSV-Spieler in Nebenrollen zu sehen, darunter Uwe Seeler. Bei einem weiteren Auftritt erschien Rafael van der Vaart in Begleitung seiner damaligen Frau Sylvie in jenem Eppendorfer Grillimbiss. Auch der DJ Felix Jaehn ist HSV-Fan.[208]

Fanclubs und Supporters Club

Der HSV hat in Deutschland und im Ausland mehr als 700 offiziell registrierte Fanclubs.[209] Bedeutende sind unter anderem „Rautengeil Fallingbostel“, „Hermanns Treue Riege“, „Totale Offensive e. V.“ und die „Wilhelmsburger Jungs“. Bekannte Ultra-Gruppen des HSV waren „Poptown“ und „Chosen Few“. Heute gehören „Castaways Ultras“ und „Clique du Nord“ zu den fĂŒhrenden Gruppen. Die im April 1972 gegrĂŒndet AnhĂ€nger-Vereinigung „Rothosen“ ist der Ă€lteste HSV-Fanclub. Er besteht mit etwa 40 Mitgliedern bis heute und gehörte in den 1980ern zu den bekannteren Fanclubs. Der Business-Fanclub[210] des Hamburger SV wurde im Jahre 2006 vom HSV als offizieller Fanclub eingetragen. Dieser Fanclub wurde von Unternehmern gegrĂŒndet und vereint sportliches mit geschĂ€ftlichem Interesse. Seit der Saison 2006/07 hat der Hamburger Sport-Verein mit „BLUE PRIDE“ einen Fanclub fĂŒr schwule und bisexuelle Fans, welcher im Januar 2012 in den „Volksparkjunxx“ aufging. Wegen ihrer AggressivitĂ€t berĂŒchtigt waren „Die Löwen“, aus deren Reihen heraus es am 16. Oktober 1982 zum Totschlag am Bremer Fan Adrian Maleika kam.[211]

Als Reaktion auf diese Tat wurde das HSV-Fanprojekt gegrĂŒndet, welches bis heute besteht und finanziell von der Deutschen Fußballliga und der Hamburger Behörde fĂŒr Arbeit, Soziales, Familie und Integration unterstĂŒtzt wird. Durch das Fanprojekt werden Reiseangebote zu AuswĂ€rtsspielen gemacht bzw. der Supporters Club bei dessen Angeboten unterstĂŒtzt. Im Fanhaus finden zahlreiche Veranstaltungen, auch mit UnterstĂŒtzung des HSV selbst, statt.[212]

Dem 1993 gegrĂŒndeten Supporters Club sind mittlerweile rund 90.000 Fans (Stand: 1. August 2024)[213] beigetreten, die damit auch Mitglieder des HSV geworden sind. Zu den 36 GrĂŒndungsmitgliedern gehören neben dem ehemaligen Vorstandsmitglied fĂŒr Mitgliederbelange, Oliver Scheel, die ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder Henning Trolsen und Christian Reichert sowie der heutige Leiter des HSV-Museums, Dirk Mansen.[214]

Als Reaktion auf die Ausgliederung wurde von enttĂ€uschten Fans der „HFC Falke“ – nach Vorbild des FC United of Manchester – gegrĂŒndet,[215] der zur Saison 2015/16 den Spielbetrieb aufnahm und derzeit in der Hamburger Bezirksliga Nord antritt.

Lieder und GesÀnge

Lotto King Karl und Carsten Pape sangen bis Ende der Spielzeit 2018/19 bei jedem Heimspiel Hamburg, meine Perle auf einem Kran vor der NordtribĂŒne

Neben dem „AufwĂ€rmsong“ Hamburg, meine (Fußball-)Perle von Lotto King Karl, dessen AuffĂŒhrung vor der NordtribĂŒne lange ritualisiert war, gehörte bis zu ihrer Abschaffung im Oktober 2014 auch die Einlaufhymne zum festen Musikprogramm bei Heimspielen. Die Hymne HSV Forever wurde von David Hanselmann eingespielt.

Zu den Klassikern gehört Wer wird deutscher Meister? HSV! von Stefan Hallberg mit Text von Gunter Gabriel, das seit seinem Erscheinen im Meisterschaftsjahr 1979[216] aus dem Repertoire nicht mehr wegzudenken ist und bis heute auf der NordtribĂŒne angestimmt wird. Lotto King Karl hat neben seiner „inoffiziellen Vereinshymne“ weitere Songs herausgebracht, die sich mit seiner Leidenschaft fĂŒr den HSV befassen, wie Unter der HSV-BettwĂ€sche. Die Band Abschlach! steht mit Liedern wie Hamburg Till I Die[217] bei Vielen ebenfalls hoch im Kurs. Der Song Könige des Nordens – und hieraus insbesondere die Zeile „Wir sind alle Hamburger Jungs“ – gehört ebenfalls seit Jahren zum Repertoire der Fans. In den 1980er Jahren war Wir sind schlau, wir sind Fans vom HSV, gesungen auf die Melodie von My oh my von Slade, sehr beliebt.[218] Zu den eingĂ€ngigeren Schlachtrufen und GesĂ€ngen zĂ€hlen „Super-Hamburg olĂ©â€œ und vor allem „Nur der HSV!“.

Bei Unzufriedenheit mit der Leistung der Spieler wurde in der Vergangenheit oft der Schlachtruf „Außer Hermann könnt ihr alle gehen“ angestimmt, der sich auf den „Kult-Masseur“ Hermann Rieger und dessen langjĂ€hrige Vereinstreue (1978–2005) bezieht.

Fan-Freundschaften

Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren pflegte der Hamburger SV einige Fanfreundschaften, die aber nicht von der ganzen Fanszene getragen wurden und teilweise auch nur „ZweckbĂŒndnisse“ waren.[219] Die intensivste bildete sich 1976 mit Borussia Dortmund. Über ein Jahrzehnt holten sich die Fans gegenseitig vom Bahnhof ab und gaben sich „Geleitschutz“ bei Problemspielen. Um 1988 zerfiel diese Freundschaft zunehmend, Mitte bis Ende der 1990er Jahre war davon kaum noch was zu spĂŒren. GrĂŒnde dafĂŒr waren unter anderem der Wandel der Fanszene beim HSV und BVB. Dennoch wird diese Fanfreundschaft auch noch heute, vor allem von Ă€lteren Fans, akzeptiert und von einigen auch noch gepflegt.[220] Das Ă€lteste BĂŒndnis bildete sich jedoch seit 1972 zwischen dem Fanclub Rothosen und dem Fanclub des 1. FC NĂŒrnberg Seerose aus. Auch wenn heute noch vereinzelte Kontakte zwischen den Fanclubs bestehen, ging diese Freundschaft offiziell Anfang der 1980er Jahre, auf Grund der zunehmend intensiven Kontakte der NĂŒrnbergern mit dem BVB-Erzrivalen FC Schalke 04 in die BrĂŒche.[219]

Aktuell besteht eine Fanfreundschaften vor allem zu den Fans von Arminia Bielefeld. Die Freundschaft zu Arminia Bielefeld besteht schon seit Ende der 1970er Jahre und wird von der ganzen Fanszene akzeptiert. Man teilt nicht nur die Farben „schwarz-weiß-blau, Arminia und der HSV“, sondern in den 1990er Jahren auch einige Spieler. Unter anderem wechselten Uli Stein, Thomas von Heesen, Thomas Stratos, Armin Eck und Jörg Bode Mitte der 1990er Jahre vom HSV zu Arminia Bielefeld. Bernd Wehmeyer begann seine Karriere bei Arminia Bielefeld und stieg spĂ€ter beim Hamburger SV zu einer Vereinslegende auf.

Ein Teil der Fan-Szene hielt lange Zeit gute Beziehungen zu den Fans von Hannover 96, der ebenfalls auf die AbkĂŒrzung „HSV“ (fĂŒr Hannoverscher SV) hört. Bei den Begegnungen werden von den beiden Fankurven gemeinsame WechselgesĂ€nge „HSV, HSV“ intoniert. In den vergangenen Jahren hat sich zudem etabliert, dass im jeweils „anderen“ Stadion auch die Vereinshymne des jeweiligen Gastes gespielt wird. DarĂŒber hinaus bestehen noch Beziehungen vereinzelter Fanclubs und den Ultras zu Gruppierungen anderer Vereine, die aber nicht von der gesamten Fanszene getragen werden. Der Hamburger SV, Hannover 96 und Arminia Bielefeld bildeten die „Nordallianz“.

Auf internationaler Ebene bestehen seit 1976/77 gute Kontakte zu den Glasgow Rangers, was wiederum damit „korrespondiert“, dass die jeweiligen Lokalrivalen (FC St. Pauli und Celtic Glasgow) untereinander ebenfalls gute Verbindungen unterhalten. Seit 2021 besteht zwischen den „Gers“ und dem HSV sogar eine Vereinskooperation.[221][222]

Außerdem besteht seitens der aktiven Fanszene eine jahrelange Freundschaft zu den Ultras vom FC Kopenhagen aus der dĂ€nischen Hauptstadt. Entstanden ist diese vor allem durch die Begegnung der beiden Vereine im UEFA-Pokal in der Saison 2005/06. Zu Beginn der 2. Halbzeit des Spiels des HSV gegen den FC Schalke 04 wurde der fĂŒhrenden Gruppe „Urban Crew“ vom FC Kopenhagen in Form einer Choreografie auf der NordtribĂŒne zum 20. JubilĂ€um gratuliert.[223]

Ebenso besteht eine Fanfreundschaft zum VfB LĂŒbeck.[224] Ein Grund dafĂŒr ist sicherlich, dass viele HSV-Fans aus dem nahe gelegenen LĂŒbecker Raum stammen und mit beiden Vereinen sympathisieren. Zudem trafen beide Vereine seit der EinfĂŒhrung der Bundesliga in keinem Pflichtspiel aufeinander und standen somit in keinem direkten KonkurrenzverhĂ€ltnis. Seither trat der HSV nur noch zu Freundschaftsspielen gegen den VfB im Stadion an der LohmĂŒhle an, die stets gut besucht waren, da die LĂŒbecker Zuschauer die „Stars“ des HSV live zu Gesicht bekommen wollten.[225] Aber auch der HSV trug bereits einige eigene Testspiele auf der LohmĂŒhle aus – etwa im Juli 2010 gegen Juventus Turin[226] oder im August 2014 gegen Lazio Rom.[227] Im April 2013 trat der HSV auf der LohmĂŒhle gegen den VfB zu einem „Retterspiel“ an, wodurch ein „Grundstein fĂŒr die Rettung“ des VfB LĂŒbeck gelegt wurde.[228] Gemeinsam mit den VfB-Fans „teilt“ der HSV die RivalitĂ€t zu Holstein Kiel und zum FC St. Pauli.

Fan-RivalitÀten

Name, Geschichte, Tradition, Erfolge. Hamburg war, ist und bleibt auf ewig Schwarz-Weiss-Blau – Choreo der HSV-Fans beim 99. Stadtderby (2011)

Traditionelle RivalitĂ€ten pflegen die Fans des HSV mit denjenigen des FC St. Pauli, mit dem das Hamburger Stadtderby ausgetragen wird. Trotz der Fan-RivalitĂ€t wechselten gemĂ€ĂŸ dem Norddeutschen Rundfunk (2016) viele HSV-Fans bis in die 1990er zum Fanlager der St. Paulianer, aufgrund der nachlĂ€ssigen Aufarbeitung rechter Gewalt bzw. fehlender Gegenmaßnahmen in den spĂ€ten 1970er bis in die frĂŒhe 1980er zum Beispiel im eigenen Stadion(-Umfeld) und gegen rechtsradikale bzw. neofaschistische Hamburger Fan-Vereinigungen.[229] Ebenfalls traditionsreich ist das RivalitĂ€t-VerhĂ€ltnis zu Werder Bremen, mit dem der HSV das Nordderby austrĂ€gt. Dieses Spiel war jahrzehntelang dasjenige, das in der Bundesliga am hĂ€ufigsten stattgefunden hat: Der HSV spielte 55 Jahre, von 1963 bis 2018, in der Liga, die Bremer „fehlten“ bis dahin lediglich eine Saison.[230] Die Tatsache, dass hier die fĂŒhrenden Vereine aus den beiden grĂ¶ĂŸten deutschen HansestĂ€dten und grĂ¶ĂŸten StĂ€dten Norddeutschlands gegeneinander spielen sowie die Einzugsbereiche der beiden Clubs aneinander angrenzen und sich oft auch ĂŒberschneiden, trĂ€gt sicherlich ebenso zur RivalitĂ€t bei.

Auch wenn es aufgrund des Klassenunterschiedes zwischen 1963 und 2018 keine gegenseitige RivalitĂ€t gibt, ist ein Aufeinandertreffen mit Holstein Kiel brisant, zumal die Hamburger eine Fanfreundschaft mit dem VfB LĂŒbeck, dem Erzrivalen der „Störche“, haben.[224] Mit dem FC Bayern MĂŒnchen trug der HSV bis zu seinem Abstieg aus der 1. Fußball-Bundesliga 2018 den Nord-SĂŒd-Gipfel aus. Vor allem Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre wurde die Begegnung auf sportlicher Augenhöhe ausgetragen. In den 2010er Jahren mehrten sich die deutlichen Niederlagen fĂŒr den HSV, insbesondere bei Partien in MĂŒnchen.[231]

VereinsĂŒbergreifende Fan-Treffen des HSV

Abseits von den Fan-Freundschaften, die eigenstĂ€ndig aus der Fanszene entstanden sind, kooperierte in jĂŒngerer Vergangenheit auch der HSV selbst erstmals mit einem anderen Verein, nĂ€mlich mit dem SV Sandhausen, um gemeinsame Fan-Treffen zu ermöglichen.

Diese finden seit Anfang 2019 in Form von Bootsfahrten statt, die vom vereinseigenen HSV Supporters Club und dem SV Sandhausen zu den jeweiligen Heimspielen angeboten werden, und zu denen jeweils die Fans beider Vereine eingeladen sind. Die erste dieser Bootsfahrten wurde in Hamburg als Hafenrundfahrt mit Freibier als Reaktion auf die freundliche Behandlung der HSV-Fans beim ersten AuswĂ€rtsspiel in Sandhausen im August 2018 veranstaltet.[232] Insbesondere wurden die „Freiheiten rund ums Stadion, die gelassene Polizei und die kostenlosen GetrĂ€nke-Gutscheine bei großer Hitze“ hervorgehoben.[233] Beworben wurde die Hafenrundfahrt zunĂ€chst auf einem Plakat am Bahnhof St. Ilgen/Sandhausen, was eine Anspielung auf mehrere Plakate des SV Sandhausen im Hamburger Hauptbahnhof darstellte, auf denen anlĂ€sslich des ersten AuswĂ€rtsspiels eine Wegbeschreibung zum Hardtwaldstadion zu sehen war.[234] In der darauffolgenden Saison revanchierte sich der SV Sandhausen mit einem Weihnachtsmarktbesuch und einer kostenlosen Fahrt ĂŒber den Neckar fĂŒr die AnhĂ€nger beider Vereine.[235] Auch eine erneute Barkassenfahrt auf der Elbe wurde von Seiten des HSV fĂŒr das RĂŒckspiel im Jahr 2020 bereits angekĂŒndigt.[235]

Erlaubter Einsatz von Pyrotechnik

Beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC am 8. Februar 2020 fand zum ersten Mal bei einem Spiel der beiden ersten Bundesligen ein erlaubter kontrollierter Einsatz von Pyrotechnik statt. Zehn Fans, begleitet von Ordnern und einem Pyrotechniker, durften zwischen Spielfeld und NordtribĂŒne je einen Rauchsimulator abbrennen.[236] Von der Gewerkschaft der Polizei wurde dieser Versuch als „blauĂ€ugig und sehr riskant“ kritisiert.[237] WĂ€hrend der HSV von positiven Bewertungen sprach, die man mit allen Beteiligten reflektieren wollte und dann die nĂ€chsten Schritte ĂŒberlegen,[238] hĂ€lt der Soziologe und Fan-Forscher Gunter A. Pilz diesen Versuch „fĂŒr eine Art Mogelpackung“. Nach seiner Auffassung waren die verwendeten Rauchsimulatoren nicht die „Variante, die Ultras unter Fankultur verstehen“.[239]

Maskottchen

Vorwiegend, um die jĂŒngsten Fans frĂŒhzeitig an sich zu binden, wurde bereits in den 90er Jahren ein Maskottchen eingefĂŒhrt. UrsprĂŒnglich war dies eine Hummel, aufgrund des Grußes „Hummel, Hummel – Mors, Mors“ (Hamburger Gruß). Die Hummel wurde von den Fans aber abgelehnt, so dass sie wieder verschwand.

Aus MarketinggrĂŒnden entschied sich die VereinsfĂŒhrung, ein neues Maskottchen einzufĂŒhren: einen Dinosaurier, da der Verein als „Dino“ der Bundesliga bezeichnet wird, was auf die ununterbrochene Zugehörigkeit zur Eliteklasse seit deren EinfĂŒhrung im Jahr 1963 bis zum inzwischen erfolgten ersten Abstieg 2018 zurĂŒckzufĂŒhren ist. Den Namen „Hermann“ erhielt das Maskottchen zu Ehren des Masseurs Hermann Rieger (1941–2014), der 26 Jahre fĂŒr den HSV tĂ€tig war. Seine Trikotnummer 87 erhielt er nach dem GrĂŒndungsjahr des Vereins 1887. Im Zuge des BundesligajubilĂ€ums zum 40-jĂ€hrigen Bestehen wurde das Maskottchen im Rahmen des Spiels des HSV gegen den FC Bayern MĂŒnchen am 24. August 2003 (4. Spieltag, 0:2) der Öffentlichkeit vorgestellt, wobei man es aus einem Ei schlĂŒpfen ließ.

Fan-Friedhof

Grabstein auf dem HSV-Friedhof, im Hintergrund Pylonen des Stadiondaches
Hinweisschild auf das HSV-Grabfeld auf dem Hauptfriedhof Altona

Am 9. September 2008 hat der Hamburger Sport-Verein seinen eigenen Friedhof (Lage), der aus einem Grabfeld des Hauptfriedhofs Altona besteht, der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Grabfeld befindet sich auf der RĂŒckseite der WesttribĂŒne an der gegenĂŒberliegenden Seite des Hellgrundwegs, nur etwa 100 Meter vom StadiongelĂ€nde entfernt.

Die Anlage ist einem Stadion nachempfunden und kann durch einen Durchgang in den Ausmaßen eines Fußballtores betreten werden. Sie bietet Platz fĂŒr 500 HSV-AnhĂ€nger, wird bisher jedoch wenig angenommen.[240] Konkret sind weit ĂŒber zehn Jahre nach der Eröffnung des Friedhofs noch keine zwanzig GrĂ€ber belegt.[241] Der verwendete Rasen der Anlage ist direkt vom Spielfeld des Stadions auf dem Grabfeld angepflanzt, sodass das Grabfeld einen authentischen Ort fĂŒr die letzte Ruhe in Verbindung mit dem Verein darstellt.

Mit dieser Anlage ist der Hamburger SV nach den Boca Juniors aus Buenos Aires/Argentinien weltweit der zweite Fußballverein, der eine Bestattung im Rahmen des Lieblingsvereins ermöglicht.[242]

Einzugsgebiet

Das traditionelle Einzugsgebiet des HSV beginnt an der dĂ€nischen Grenze in Schleswig-Holstein und umfasst sowohl Teile von Mecklenburg-Vorpommern[243] als auch von Niedersachsen. Vor allen Dingen in den Landkreisen Cuxhaven und Rotenburg (WĂŒmme) grenzen die Einzugsgebiete des HSV und des Erzrivalen SV Werder aneinander und ĂŒberschneiden sich teilweise. Dabei wechseln sich die Mehrheiten von Ort zu Ort und die Fans beider Vereine leben teilweise nebeneinander.[244][245] Als Hochburgen des Hamburger SV innerhalb Hamburgs gelten die Vierlanden,[246][247] Volksdorf[248] und Farmsen-Berne.[249] HSV-Fans gibt es allerdings auch in anderen Teilen der Bundesrepublik und teilweise auch im Ausland.

Abteilungen des Hamburger SV e. V.

Der HSV ist in erster Linie ein Breitensportverein. Derzeit existieren 33 Abteilungen.[2] Im Folgenden werden einige von ihnen vorgestellt.

Badminton

Erfolge im Badminton
Veranstaltung Saison Disziplin Gold
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1972/73 Dameneinzel Dagmar Schneider (H)
Deutsche Mannschaftsmeisterschaft U18 1974/75 Mannschaft Hamburger SV
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1975/76 Damendoppel Heidi Kellner/Sabine Gantke (HSV)
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1983/84 Damendoppel Angelika KrĂŒger/Ingra Holtz (TSV 08 Hamburg/HSV)
Veranstaltung Saison Disziplin Silber
Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 1956/57 Mannschaft Hamburger SV (M. Biune, P. Erpel, C. Schneider, C. Bhatlekar, J. Mundt, G. Zimpel)
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1972/73 Damendoppel Heidi Kellner/Sabine Gantke (HSV)
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1973/74 Damendoppel Heidi Kellner/Sabine Gantke (HSV)
Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1979/80 Mixed Klaus Buschbeck (SC Langenhorn)/Ingra Holtz (HSV)
Veranstaltung Saison Disziplin Bronze
Deutsche Einzelmeisterschaft 1980/81 Herrendoppel G. Kattau/J. Schulz (HSV)

Am 12. September 1955 wurde die Badminton-Abteilung gegrĂŒndet und stand unter der Leitung von Harald von ThĂŒsen. Bereits 1955/56 gewann der HSV die Hamburger Mannschafts-Meisterschaft und war fortan auf den Titel abonniert.

Am 18. Mai 1957 erreichte der HSV sogar das Endspiel der Deutschen Mannschafts-Meisterschaft, gab diese aber an den 1. DBC Bonn ab. Nach dem ersten internationalen Turnier war der Zulauf zur neuen Abteilung so groß, dass zeitweise ein Aufnahmestopp, der einen Höchststand von 200 Mitglieder abdeckte, verhĂ€ngt werden musste. Auch die Junioren und Juniorinnen des HSV-Badminton gewannen eine Reihe Deutscher Meistertitel. 1966 stieg der HSV erneut in die Oberliga Nord auf, die damals höchste deutsche Spielklasse.[250] 1975 wurde der HSV in Königswinter Deutscher Jugendmannschaftsmeister der U18. Zeitweise machte die Badminton-Abteilung durch spektakulĂ€re Aktionen auf sich aufmerksam: Ein Spielmannszug wurde zwecks Werbung eingesetzt, zu einem bedeutenden Spiel flog man die Nachwuchsspielerinnen vom schulischen Auslandsaufenthalt ein und mit Firmen wie Victor-Sport, Feinkost-Kellner und Sieda Autovermietung konnte man Sponsoren fĂŒr die Sportart begeistern. In den 1970er-Jahren gab es allerdings einen RĂŒckgang der Mitgliederzahlen, vor allem der Jugendbereich betraf dieser RĂŒckgang enorm, aber auch bei den Erwachsenen setzte er sich fort. So lagen die Mitgliederzahlen in den 1990er-Jahren bei nur noch 40 Mitglieder. Der Wiederaufbau der Abteilung in Zusammenarbeit mit Schulen gelang der Abteilung, sodass schnell wieder ein reger Betrieb auf den neun Feldern der Ochsenzoller Sporthalle zu verzeichnen war. Aktuell umfasst die Badminton-Abteilung im HSV 130 Mitglieder (Stand: April 2020).

Baseball

Im Jahre 2004 verankerte sich die Baseball-Abteilung im Hamburger Sport-Verein e. V. unter dem Namen „HSV Hanseatics“. Die SpielstĂ€tte der Hanseatics war auf Grund von Platzmangel zunĂ€chst im schleswig-holsteinischen Itzehoe. Bereits zwei Jahre spĂ€ter suchten die damaligen Lokstedter Stealers, der Deutsche Meister von 2000, wegen finanzieller Sorgen einen neuen Großverein fĂŒr ihre Abteilung und fanden diese im HSV. Danach kannte man die Baseballmannschaften des HSV nur noch unter dem Namen „HSV Stealers“ und sie wurden zum grĂ¶ĂŸten Baseballverein Norddeutschlands. Bald spielten die Stealers ihre Heimspiele in MĂŒmmelmannsberg, wo gleichzeitig eine gute Zusammenarbeit mit der HSV-Cricketabteilung entstand. Nach einem holprigen Start in der Bezirksliga folgten in den nĂ€chsten Jahren einige Erfolge, die mit dem Aufstieg belohnt wurden. Auch die Softballmannschaft fing an zu wachsen und nahm 2014 erstmals am Pokalwettbewerb teil. Nach dem Zusammenschluss der Hanseatics und den Stealers verließen immer mehr Urgesteine die Mannschaft, bis kein ursprĂŒnglicher Hanseatic mehr dem HSV angehörte. Die Stealers gingen im Jahr 2014 zurĂŒck in die EigenstĂ€ndigkeit. Seit dem startet der HSV wieder mit der GrĂŒndungsmannschaft, den HSV Hanseatics, im Spielbetrieb der MĂ€nner. Sowohl die Baseballer als auch die Softball-Damen, welche sich den HSV Wildcats anschlossen, gehören bis heute zum HSV.

Basketball

Die Basketball-Abteilung des HSV grĂŒndete sich, zunĂ€chst als Teil der Rugby-Abteilung, zwischen 1951 und 1953, bis sie sich als eigenstĂ€ndige Abteilung aufstellte. Schon von Beginn an ĂŒbernahmen die Damen die fĂŒhrende Rolle im HSV-Basketball. Daran hat sich bis heute nichts geĂ€ndert. 1956 und 1958 wurden die Damen Vizemeister und im Jahre 1965 gewannen sie sogar die Nordmeisterschaft. Heute spielen die HSV-Basketballerinnen in der Oberliga. Die Herrenmannschaft des HSV-Basketball, die 1966/67 in der Oberliga Nord spielte, aber ohne Punktgewinn wieder abstieg,[251] spielt mittlerweile in der Hamburger Oberliga.

Beachsoccer

Seit 2016 gehört die Beachsoccer-Abteilung zum Hamburger Sport-Verein e. V. und bestreitet mit der ersten Mannschaft ihre Spiele in der German Beach Soccer League.

Bowling

Die Bowling-Abteilung des HSV wurde 1967 gegrĂŒndet. Anfang der 1980er-Jahre hatte die Abteilung ihre BlĂŒtezeit mit 64 Mitgliedern. Die HSV-Bowler nahmen bereits hĂ€ufig an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft teil. Im Jahr 2010 schaffte Volker Jacobs das „perfekte Spiel“ und machte als erster HSVer in der Abteilungsgeschichte 300 Punkte mit 12 Strikes. Zurzeit hat die Abteilung 56 aktive Mitglieder (Stand: April 2020).

Boxen

Bereits 1924 existierte eine Box-Abteilung im Hamburger Sport-Verein e. V., welcher aber keine lange Existenz vergönnt war. Am 1. Februar 2009 wurde dann der zweite Versuch gestartet, den Boxsport im HSV zu etablieren, mit Erfolg. Auf Initiative des HSV Supporters Club und einiger HSV-Mitarbeiter entsteht die Abteilung. In erster Linie trainieren die Damen und Herren in den unterschiedlichen Altersklassen, um ihre Fitness zu verbessern, teilweise kommt es aber auch zu WettkĂ€mpfen. Als 100. Mitglied konnte die Abteilung den Ex-Profi-Fußballer Stefan Schnoor und im Jahre 2011 das 150. Mitglied, TV-Koch Steffen Henssler, begrĂŒĂŸen. Inzwischen hat die Abteilung 173 Mitgliedern (Stand: April 2020).

Cricket

Die Cricket-Abteilung des Hamburger Sport-Verein e. V. wurde im Jahre 1999 gegrĂŒndet, als die neue Sportarena neben dem HSV-Stadion im Volkspark gebaut werden sollte. Ein Cricket-Verein, der auf dem Areal der heutigen Sportarena gespielt hatte, suchte eine neue Heimat und fand diese im HSV. Bis 2005 blieben es jedoch ĂŒberschaubare Ausmaße, bis der Hansa Cricket Club mit seinen Sportlern seinen Übertritt in den HSV vollzog. Seit der Hansa Cricket Club im Jahr 2005 zum HSV wechselte, ist die HSV Cricket-Abteilung im Norden das Maß der Dinge und auch bundesweit feierte sie bereits große Erfolge wie zum Beispiel 2010 bei der Deutschen Meisterschaft im Indoor Cricket. 2006 und 2008 wurde der HSV Deutscher Vizemeister auf dem Feld.

Darts

Im Jahre 2006 wurde die Abteilung Dart im Hamburger Sport-Verein e. V. ins Leben gerufen. Vormals waren die Darter als Dartsport-Vereinigung Alster Hamburg e. V. bekannt und wurden beim HSV vorstellig, um fĂŒr ihren Sport eine bessere Plattform zu erlangen. Zurzeit umfasst die Abteilung 122 Mitglieder und meldet insgesamt fĂŒnf Teams. Die höchste Spielklasse, in welcher der HSV im Dart antritt, ist die Verbandsliga. Zu den Glanzzeiten des Darts im HSV war die Abteilung in Deutschlands höchster Spielklasse, der Bundesliga, aktiv. Noch vor der Neupositionierung gehörten die Darter zu den GrĂŒndungsmitgliedern der Bundesliga im Jahre 2003.

Disc Golf

Die Disc-Golf-Abteilung ist, mit der GrĂŒndung im Jahr 2016, die jĂŒngste Abteilung des Universalsportvereins HSV. Im Januar 2018 eröffnete im Volkspark die neue Disc Golf-Anlage des HSV. Die Anlage, die im Parkteil Bornmoor liegt und 18 Bahnen umfasst, ist die neue Trainings- und SpielstĂ€tte der Disc Golf-Abteilung des HSV und gleichzeitig auch fĂŒr die Öffentlichkeit frei zugĂ€nglich und nutzbar.

Eishockey

Die Eishockeyabteilung des Hamburger SV wurde 1968[252] gegrĂŒndet. Aktuell nimmt die erste Herrenmannschaft am Spielbetrieb der viertklassigen Regionalliga Nord teil, wĂ€hrend die zweite Mannschaft in der fĂŒnftklassigen Verbandsliga Nord und die dritte Mannschaft in der sechstklassigen Landesliga Nord antreten. Die Frauenmannschaft bildet mit dem EHC Timmendorfer Strand 06 die Spielgemeinschaft SG HSV/Timmendorf, die in der drittklassigen 1. Damenliga Nord spielt.

E-Sport

Der Hamburger SV steigt in den professionellen E-Sport ein,[253] seit Oktober 2018 wird das Angebot im Bereich virtuellen Fußball ausgebaut. ZunĂ€chst beschrĂ€nken sich die AktivitĂ€ten ausschließlich auf die Fußballsimulation FIFA.[254] Der langjĂ€hrige strategische Vermarktungspartner Sportfive sowie Agentur eSportsReputation leisten dabei UnterstĂŒtzung.

In den AnfÀngen wurde der HSV durch die Profis Quinten van der Most und Jannik Berg sowie dem Talent Niklas Heisen an der Konsole vertreten. 2021 besteht das eSports-Team des HSV mit Niklas Heisen, Leon Krasniqi, Jeffrey Aninkorah, Cina Hosseindjani, Daniel Dwelk, Steffen Pöppe und Tarik Filali aus insgesamt sieben Spielern.[255] Vereinsintern wird das Team von E-Sports-Projektkoordinator Roberto Cepeda und eSports-Coach Nicolas Eleftheriadis betreut. Seit Februar 2019 ist die Hamburger Porsche-Niederlassung Sponsor-Partner der E-Sport-Abteilung,[256] 2020 ist die Deutsche Telekom als Exklusivpartner hinzugekommen.[257]

Seit November 2019 gibt es mit der „eZwoten“ zudem eine eSports-Nachwuchsmannschaft im Hamburger Sport-Verein e. V., welche aus acht Spielern besteht, die in Zweierteams an der neugegrĂŒndeten eFootball-Liga des Hamburger Fußball-Verband e. V. teilnehmen.

Eis- und Rollsport

Im Juli 2015 wurde der Hamburger Eislauf Verein in den Hamburger SV aufgenommen und ergÀnzte den Verein mit den Disziplinen Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Rollkunstlauf und Eisstocksport.

Eltern-Kind-Turnen

Seit 2014 bietet der HSV Kindern im Alter von ein bis vier Jahren die Möglichkeit, mit einer vertrauten Person spielerisch die ersten motorischen und sozialen Erfahrungen zu sammeln.

Fußball

Der e. V. betreibt im Fußball neben der HSV Fußball AG & Co. KGaA diverse Mannschaften im Herren-, Frauen- und Jugendbereich.

Im Herrenbereich betreibt der e. V. in der Saison 2025/26 drei Mannschaften.[258] Die höchste Herrenmannschaft des e. V. spielt in der sechstklassigen Landesliga Hamburg und wird hinter den beiden Mannschaften der HSV Fußball AG als Hamburger SV III bzw. dritte Mannschaft bezeichnet. Die ZĂ€hlung der weiteren Mannschaft folgt entsprechend. Spielort ist die Paul-Hauenschild-Anlage in Norderstedt. Die dritte Mannschaft erlangte in der Saison 2014/15 Bekanntheit, da die Ultra-Gruppierung Chosen Few bis zu ihrer Auflösung im Mai 2015 das Team nach der Ausgliederung der Profis in die HSV Fußball AG unterstĂŒtzte.[259]

Zur Fußballabteilung gehören ebenso die Alten Herren (Ü32) und der Bereich Futsal. Die gesamte Fußballabteilung zĂ€hlt derzeit ĂŒber 900 aktive Mitglieder (Stand: April 2020).

Herrenmannschaften des HSV e. V. (2025/26)
MannschaftLiga (Ebene)
IIILandesliga (VI)
IVBezirksliga West (VII)
VKreisklasse – Staffel 8 (IX)

Futsal

In der von der FIFA offiziell anerkannten Variante des Hallenfußballs tritt das Team der Futsal-Sparte des Hamburger SV unter dem Namen HSV-Futsal (zuvor HSV-Panthers) an. Sie ging aus dem Beitritt der Hamburg Panthers zum Hamburger SV hervor.

Das Team ist GrĂŒndungsmitglied der Futsal-Bundesliga des deutschen Fußball-Bundes. Bisher konnte das Team viermal die Deutsche Futsal-Meisterschaft gewinnen und ist somit deutscher Rekordmeister. Auch international waren die HSV-Panthers in der UEFA Futsal-Champions League viermal vertreten,[260] 2015 konnte man sich als erstes deutsches Team zur Elite-Runde qualifizieren.[261] Mit Michael Meyer, Onur Saglam, Dennis OztĂŒrk, Sid Ziskin, Nico Zankl, und Ian-Prescott Claus spielen sechs deutsche Futsal-Nationalspieler in den Reihen des Hamburger SV.[262] Im Sommer 2023 folgte die Umbenennung in HSV-Futsal.

Gesundheitssport

Der Gesundheitssport im HSV umfasst Reha-Maßnahmen, wie Lungensport, Herzsport und OrthopĂ€diesport und besteht aus mehr als 120 Mitgliedern (Stand: April 2020).

Golf

Die Golf-Abteilung des HSV wurde im April 2005 gegrĂŒndet. Die Abteilung umfasst (Stand: April 2020) knapp 1.300 Mitglieder und ist somit die grĂ¶ĂŸte Abteilung im Hamburger Sport-Verein e. V. Als 150. Mitglied wurde am 18. Mai 2007 der damalige TorhĂŒter der Fußball-Bundesligamannschaft, Frank Rost, aufgenommen.[263] Die Golf-Abteilung kooperiert mit 17 verschiedenen GolfplĂ€tzen u. a. in Hamburg-Moorfleet, Siek, Quickborn und Pinneberg (2).

Handball

Die Handballherren des HSV gehörten ab den 1960er-Jahren sowohl in der Halle als auch auf dem damals noch populĂ€ren Großfeld zur deutschen Elite. Im Feldhandball machten die HSV-Handballer erstmals mit dem Aufstieg in die Oberliga Nord 1951 ĂŒberregional auf sich aufmerksam,[264] wĂ€hrend die Damen des HSV damals in der Stadtliga spielten.[265] Es folgte fĂŒr die MĂ€nner die Qualifikation fĂŒr die Endrunde um die deutsche Feldhandball-Meisterschaft 1963, wo sie erst im Viertelfinale scheiterten, ebenso wie bei den Endrundenturnieren 1964 und 1965. Die Herrenmannschaft beteiligte sich zweimal am Internationalen Handball-Pfinstturnier um den Grenzlandpokal in Lörrach und wurde 1963 Turniersieger mit einem 11:4 Endspielsieg ĂŒber Union Edelweiß Linz.[266] Der grĂ¶ĂŸte Erfolg gelang im Meisterschaftsturnier 1966, als der HSV auch erstmals als Norddeutscher Meister fĂŒr die Endrunde qualifiziert war. Die Hamburger schalteten im Viertelfinale den SĂŒdwestdeutschen Meister TV Hochdorf aus und besiegten anschließend auch ĂŒberraschend deutlich den Westdeutschen Meister VfL Gummersbach, TiteltrĂ€ger der Hallenmeisterschaft 1966. Lediglich der TV Oppum war im Finale zu stark; der HSV wurde deutscher Vizemeister. Damit gehörten die Handballer auch zu den GrĂŒndungsmitgliedern der 1967 eingefĂŒhrten Feldhandball-Bundesliga. In der Nordstaffel belegten sie 1967 Platz 2, 1968 Platz 3 und 1969 erneut Platz 2. Nach dem dritten Jahr war jedoch im Feldhandball Schluss. Der HSV zog sich aus der Liga zurĂŒck, die 1973 aufgelöst wurde.

Stattdessen konzentrierte sich der HSV auf die 1966 eingefĂŒhrte zweigleisige Hallenbundesliga, da Handball in der Halle zunehmend populĂ€rer geworden war, wĂ€hrend das Großfeld an AttraktivitĂ€t verloren hatte. Erste Erfolge hatten die Handballer in der Halle schon zuvor gehabt: Bei der Endrunde zur deutschen Meisterschaft 1962 war erstmals die Qualifikation fĂŒr das Turnier gelungen, und verstĂ€rkt durch den ĂŒberragenden Hamburger Angriffsspieler der 1950er Jahre, Otto Maychrzak, musste sich der HSV erst im Halbfinale dem damaligen Rekordmeister Frisch Auf Göppingen in der VerlĂ€ngerung geschlagen geben und wurde schließlich Vierter. Zwei Jahre spĂ€ter in der Endrunde 1964 gewann der HSV das Spiel um Platz drei. Auch in der Halle war der HSV GrĂŒndungsmitglied der neuen Bundesliga, der er bis 1976 angehörte.[267] In der Bundesliga-Saison 1969/70 gelang dem HSV dabei der Einzug in die Finalspiele um die deutsche Meisterschaft. Doch im Halbfinale schied der HSV mit zwei knappen Niederlagen (13:14, 13:15) gegen Frisch Auf Göppingen aus. Im folgenden Jahr verpasste der HSV knapp den Sprung in die Finalrunde. Danach rutschte der Verein von Saison zu Saison im Endklassement tiefer, bis nach der Spielzeit 1975/76 der Bundesligaabstieg feststand. Mitte der 1990er Jahre spielte der Klub in einer Spielgemeinschaft mit dem TVB in der Regionalliga Nord.[268]

Die Handballabteilung des Hamburger SV besteht trotz der GrĂŒndung des Bundesligisten HSV Hamburg weiter. Letzterer hatte jedoch 2002 einen Kooperationsvertrag mit dem HSV geschlossen, um die Raute als Logo verwenden zu dĂŒrfen. Nach dem Aufstieg der HandballmĂ€nner in die viertklassige Oberliga Hamburg 2007 weiteten der Hamburger SV und der HSV Hamburg die Kooperation jedoch aus und grĂŒndeten mit der SG HSV Handball eine Spielgemeinschaft.[269][270]

Zur Saison 2008/09 wurde die Spielgemeinschaft auf die Jugendmannschaften des Hamburger SV ausgeweitet. Nach der Saison 2015/16 wurde die Kooperation beendet und das Logo des Hamburger SV aus dem Logo des HSV Hamburg entfernt. Die Handball-Abteilung im HSV e. V. wird inzwischen durch die Spielgemeinschaft HSV/Hamm 02 Handball reprÀsentiert. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Landesliga. Die erste Damenmannschaft ist in der Saison 2025/26 von der Oberliga in die Landesliga abgestiegen. Insgesamt hat die Spielgemeinschaft zur Saison 2026/27 vier Herren-, drei Damen- und eine Jugendmannschaft.

Hockey

Die im Jahre 1919 gegrĂŒndete Hockey-Abteilung des HSV ist eine der Ă€ltesten Abteilungen des Hamburger Sport-Vereins. Sie bietet das Training sowohl fĂŒr den Jugend- als auch fĂŒr den Erwachsenenbereich an und organisiert regelmĂ€ĂŸig Hockeycamps. Hallenhockey wird in der vereinseigenen Halle an der Ulzburger Straße in Norderstedt gespielt, Feldhockey seit 2001 auf einem Kunstrasenplatz an gleicher Stelle.

Jederfrau/-mann

In der 1988 gegrĂŒndeten Abteilung geht es rein um Bewegung. Es werden verschiedene Übungen wie RĂŒckengymnastik, Stretching, Freizeitsport, Übungen mit Wellness-BĂ€ndern und Ballspiele wie z. B. Basketball angeboten.[271]

Leichtathletik

Erfolge der Leichtathleten
Name Jahr Titel Disziplin
Franz Duhne 1898 Deutscher Meister Einzel – 1500 m
Franz Duhne 1899 Deutscher Meister Einzel – 1500 m
Hermann Friese 1902 Deutscher Meister Einzel – 1500 m
Artur Reinhardt 1917 Deutscher Meister Einzel – 100 m
Artur Reinhardt 1917 Deutscher Meister Einzel – 200 m
Wilhelm Kruse 1922 Deutscher Meister Einzel – 500 m
Wilhelm Boltze 1928 Deutscher Meister Einzel – 5000 m
Schaefer, Benecke, Abraham, von Eberstein 1930 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Schein, Henne, Benecke, von Eberstein 1931 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Schein, Steigerthal, Benecke, Plötz 1933 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Egon Schein 1934 Deutscher Meister Einzel – 200 m
Egon Schein 1934 Europameister Staffel – 4 × 100 m
Schein, Scheele, Steigerthal, Plötz 1934 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Hans Scheele 1934 Europameister Staffel – 4 × 400 m
Hans Scheele 1934 Europameister Einzel – 400 m HĂŒrden
Margarethe Kuhlmann-Trenkner 1934 Deutsche Juniorenmeisterin Staffel – 4 × 100 m
Hans Scheele 1935 Deutscher Meister Einzel – 400 m HĂŒrden
Egon Schein 1936 Deutscher Meister Einzel – 200 m
Hans Scheele 1936 Deutscher Meister Einzel – 400 m HĂŒrden
Berberich, Kröger, König 1939 Deutscher Meister Staffel – 3 × 1000 m
Loch, Köhsen, Kröger, Kuhlmann-Trenkner 1940 Deutscher Meister Staffel – 4 × 100 m
Schreiber, Homburg, Behrend, Rath 1942 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Homburg, Sonntag, Steigerthal, Rath 1943 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Giesen, Hieke, Pieper, Edel 1946 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Werdier, E. Siefert, G. Siefert, Schmuck 1946 Deutscher Meister Staffel – 4 × 100 m
Kurt Edel 1946 Deutscher Meister Einzel – 400 m
Wawrczyn, Hieke, Behrend, Burnitz 1947 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Hans Hieke 1947 Deutscher Meister Einzel – 400 m
Metelmann, Geertz, Langehans, Schaper, Ohmann, Tietz, Schulz, Kruse, Kalitzki, Papke, Harder, Hasenpusch, Drebold, Voelkel 1948 Deutscher Jugendmeister Mannschaft
Lipphardt, Hieke, Behrend, Burnitz 1949 Deutscher Meister Staffel – 4 × 400 m
Karl-Heinz Prehn 1951 Deutscher Juniorenmeister Einzel – Gehen 10 km
Willi Nanse 1951 Deutscher Juniorenmeister Einzel – 400 m
Claus Biethan 1952 Deutscher Juniorenmeister Einzel – Gehen 3000 m
Griem, Prehn, Feucht 1952 Deutscher Meister Mannschaft – Gehen 10 km
Claus Biethan 1954 Deutscher Meister Einzel – Gehen 10 km
Claus Biethan 1955 Deutscher Meister Einzel – Gehen 20 km
Claus Biethan 1956 Deutscher Meister Einzel – Gehen 50 km
Claus Biethan 1957 Deutscher Meister Einzel – Gehen 50 km
Bartels, Biethan, Griem 1957 Deutscher Meister Mannschaft – Gehen 50 km
Hans-Joachim Blatt 1957 Deutscher Juniorenmeister Einzel – 1500 m
Gerd Hillermann 1958 Deutscher Jugendmeister Einzel – Diskuswurf
Maaß, Böhme 1958 Deutsche Juniorenmeister Staffel – 3 × 1000 m
Claus Bartels 1959 Deutscher Meister Einzel – Gehen 50 km
Claus Biethan 1959 Deutscher Meister Einzel – Gehen 50 km
Claus Bartels 1959 Deutscher Meister Mannschaft – Gehen 20 km
Hollatz, Wagner, Tasche, Schilling, Hoffmann, Tuhnecke, Freutel, Lemm, v. Boddien, L. Weyer, Bock, SchĂŒlzke, Manhardt, Stern, Rese, Schöl, Andersen 1959 Deutscher Jugendmeister Mannschaft
Kalitzki, Hoffmann, Lemm, von Boddien, Bock 1959 Deutscher Jugendmeister Mannschaft – FĂŒnfkampf
Sewekow, Maaß, Böhme 1959 Deutscher Juniorenmeister Staffel – 3 × 1000 m
Jutta Stöck 1959 Deutscher Jugendmeister Einzel – Weitsprung
Gerdau, MĂŒller 1959 Deutscher Meister Mannschaft – Gehen 20 km
Gerd Hillermann 1959 Deutscher Jugendmeister Einzel – Diskuswurf
Gerd Hillermann 1959 Deutscher Meister Mannschaft – FĂŒnfkampf
Flomm, Blatt, ProfĂ© 1959 Deutscher Meister Staffel – 3 × 1000 m (Halle)
Salomon, Bock, Stelzner 1959 Deutscher Meister Mannschaft – FĂŒnfkampf
Hermann Salomon 1959 Deutscher Meister Einzelwertung – FĂŒnfkampf
Hermann Salomon 1960 Deutscher Meister FĂŒnfkampf
Manfred Bock 1960 Deutscher Juniorenmeister FĂŒnfkampf
Ros, Fittkau, Hollatz, Kehne, ResĂŒhr, Peters, Gabers, Harder, Thiele, Weyer, SchĂŒlke, Schöter, Saul, Stern, Rese, Schöl, Sewekow, Schultz 1960 Deutscher Jugendmeister Mannschaft
Fittkau, Kehne, Hollatz, Weyer, Schöl 1960 Deutscher Jugendmeister Mannschaft – FĂŒnfkampf
Salomon, Thymm, Stelzner, Tauer, M. Bock, R. Bock 1960 Deutsche/r Meister/in Mannschaft – FĂŒnfkampf
Prehn, Paetow, Böhme 1960 Deutscher Meister Mannschaft – Waldlauf Langstrecke
Hermann Salomon 1960 Deutscher Meister Speerwurf
Flomm, Blatt, Böhme 1960 Deutscher Meister Staffel – 3 × 300 m (Halle)
Dieter Kehne 1960 Deutscher Jugendmeister Weitsprung
Hans-Joachim Blatt 1961 Deutscher Meister Einzel – 1500 m (Einzel)
Willhelm-RĂŒdiger Böhme 1961 Deutscher Meister Einzel – 3000 m (Halle)
Willhelm-RĂŒdiger Böhme 1961 Deutscher Meister Einzel – 3000 m Hindernis
Willhelm-RĂŒdiger Böhme 1961 Deutscher Meister Einzel – 3800 m Waldlauf
"Gloy, Winkler, Oppermann, Klatzer, Kraul, Piepmeyer, Wöhlbrandt, Riekmann, König, Norden, Schmidt, DĂŒnnebeil, HĂŒttenrauch, Köhne, v. Allwörden, Trenkner 1961 Deutsche Jugendmeisterin Mannschaft
Stelzner, Beyer, Bock 1961 Deutscher Meister Mannschaft – FĂŒnfkampf
Bernd Lichters 1961 Deutscher Meister Mannschaft – 10 km Gehen
Hempel, DĂ€hn 1961 Deutscher Juniorenmeister Mannschaft – 10 km Gehen
Blatt, Prehn, Böhme 1961 Deutscher Meister Mannschaft – Waldlauf Mittelstrecke
Wolfgang Klein 1961 Deutscher Meister Weitsprung
Draeger, Kreikenbohm, Gloy, Martiensen, Raschker, Wierz, Schultz, GĂŒlck, Heyme, Krauel, Rehder, Rudolph, Wolfsegger, Neumann, Wöhlbrandt, Brodmeier, Norden 1962 Deutsche Jugendmeisterin Mannschaft
DĂŒnnebeil, HĂŒttenrauch, Köhne" 1962 Deutsche Jugendmeisterin Mannschaft
Stutzer, Blatt, Böhmer 1962 Deutscher Meister Mannschaft – Waldlauf Mittelstrecke
Schwerdtfeger, Oppermann, Glindemeyer, Plambeck 1962 Deutsche Juniorenmeisterin Staffel – 4 × 100 m
Gudrun Lenze 1963 Deutsche Meisterin Einzel – 100 m
Dietmar Klose 1963 Deutscher Juniorenmeister Einzel – Dreisprung
PalmiĂ©, Hanke Paetow, Glindmeyer, Kapolke, Lenze, Tesch, Thymm, Kirsten, Stöck, Wöhlbrandt, Koch, Garski, Tauer, Bordmaier, HĂŒttenrauch, v. Allwörden, DĂŒhrkopp 1963 Deutsche Meisterin Mannschaft
Dietmar Kehne 1963 Deutscher Juniorenmeister Weitsprung
Wolfgang Klein 1963 Deutscher Meister Weitsprung
Wolfgang Klein 1963 Deutscher Meister Weitsprung (Halle)
Paetow, Henning, Schneider, HĂŒttenrauch 1964 Deutsche Meisterin Staffel – 4 × 1 Runde (Halle)
Gudrun Lenze 1964 Deutsche Meisterin Einzel – 50 m (Halle)
Wolf-Jochen Schulte-Hillen 1965 Deutscher Juniorenmeister Einzel – 1500 m
Karin Schneider 1965 Deutsche Juniorenmeisterin Einzel – 200 m
Gudrun GĂŒlck 1965 Deutsche Juniorenmeisterin Einzel – 50 m HĂŒrden
Lange, RothĂ€rmel, Schulte-Hillen 1965 Deutscher Meister Staffel – 3 × 1000 m (Halle)
Jenzsch, Schneider, HĂŒttenrauch 1965 Deutsche Juniorenmeisterin Staffel – 4 × 100 m
Helga Henning 1966 Deutsche Meisterin Einzel – 400 m
Helga Henning 1966 Deutsche Meisterin Einzel – 400 m (Halle)
Hofer, PlamiĂ©, Breul-Pahl, Raschker, Lehmkuhl, paetow, GĂŒlck, Kapolke, Pommerenke, Heyme, Henning, Kirsten, Reimer, Stöck, Schneider, Koch, König, Kunow, Garber 1966 Deutsche Meisterin Mannschaft
Schneider, Grimm 1966 Deutsche Juniorenmeisterin Mannschaft Waldlauf
Jenzsch, Schneider 1966 Deutsche Juniorenmeisterin Staffel – 4 × 100 m
Paetow, Henning, Schneider, Stöck 1966 Deutsche Meisterin Staffel – 4 × 100 m
Helga Henning 1967 Deutsche Meisterin Einzel – 400 m (Halle)
Epler, Danger, Wengler 1969 Deutsche Juniorenmeister Staffel – 3 × 1000 m
Lars Brechtel 1981 Deutscher Juniorenmeister Einzel – 800 m
Achim Lamps 1983 Deutscher Juniorenmeister Einzel – 200 m
Detlef Schwarz 1984 Deutscher Juniorenmeister Einzel – Crosslauf Langstrecke
Schwarz, Haury 1984 Deutscher Juniorenmeister Mannschaft – Crosslauf
Götz Verdieck 1984 Deutscher Meister Mannschaft – Crosslauf
Andreas Fischer 1985 Deutscher Jugendmeister Einzel – 3000 m (Halle)
Andreas Fischer 1987 Junioren-Europameister Einzel – 3000 m Hindernis
Andreas Fischer 1988 Deutscher Meister Einzel – 3000 m Hindernis
Fischer, Meyer, Brechtel, PlĂ€tzer 1989 Deutscher Meister Staffel – 4 × 1500 m
Detlef Schwarz 1990 Deutscher Meister Mannschaft – Crosslauf
Fischer, Meyer, Wagner, Rohrer 1994 Deutscher Meister Staffel – 4 × 1500 m
Henning Mohr 2007 Deutscher Jugendmeister Einzel – 200 m
Henning Mohr 2007 Junioren-Europameister Staffel – 4 × 100 m
Nadja KĂ€ther 2010 Deutsche Juniorenmeisterin Einzel – Weitsprung
Mario Kral 2011 Deutscher Juniorenmeister Einzel – Weitsprung
Sebastian Bayer 2011 Deutscher Meister Einzel – Weitsprung
Sebastian Bayer 2011 Deutscher Meister Einzel – Weitsprung (Halle)
Sebastian Bayer 2011 Europameister Einzel – Weitsprung (Halle)
Sebastian Bayer 2012 Europameister Einzel – Weitsprung (Halle)
Sebastian Bayer 2012 Deutscher Meister Einzel – Weitsprung (Halle)
Sebastian Bayer 2012 Deutscher Meister Einzel – Weitsprung

Die Leichtathletik-Abteilung hat 1928 mit Willi Boltze ĂŒber 5000 Meter und Richard Krebs, der Silber mit der 4-mal-400-Meter-Staffel gewann, die ersten Olympiateilnehmer gestellt. 1936 in Berlin waren mit Egon Schein ĂŒber 200 Meter und Hans Scheele ĂŒber 400 Meter HĂŒrden zwei HSVer dabei, die beide bei den ersten Europameisterschaften zwei Jahre zuvor mit der Staffel Europameister geworden waren, Scheele war allerdings 1934 noch nicht beim HSV. In den 1960er-Jahren gewannen mit der Sprinterin Jutta Stöck und dem ZehnkĂ€mpfer Manfred Bock weitere Leichtathleten des Hamburger Sportverein EM-Medaillen.[272]

Die meisten LĂ€nderkampfeinsĂ€tze hatten in den 1950er-Jahren der Geher Claus Biethan, von 1959 bis 1962 der HindernislĂ€ufer Wolf-RĂŒdiger Böhme und ab 1961 der Weitspringer und spĂ€tere HSV-PrĂ€sident Wolfgang Klein, die alle mehr als zehnmal im Nationaltrikot starteten. Bei den Frauen kam die Weitspringerin Christa Striezel auf neun LĂ€nderkampfeinsĂ€tze in der Erwachsenenklasse.[273]

FĂŒr die Olympischen Spiele 2012 qualifizierte sich der Weitspringer und Europameister Sebastian Bayer, der von 2011 bis zu seinem Karriereende im Jahr 2018 das Trikot des HSV trug. Im Finale landete er auf dem fĂŒnften Platz.[274]

Die HSV-Leichtathletikabteilung ist mit 1.212 Mitgliedern (Stand: April 2020) die zweitgrĂ¶ĂŸte Abteilung des Universalsportvereins und hat mit Lucas Ansah-Peprah, Bennet Vinken zwei Athleten im DLV-Perspektivkader, welche auch beide die Deutsche Meisterschaft gewinnen konnten. Zudem knackte Lucas Ansah-Peprah 2020 den Hamburger Hallenrekord ĂŒber 200 Meter. Ansah-Peprah und Owen Ansah nahmen 2021 an den Olympischen Sommerspielen in Tokio teil.[275]

Reitsport

Der Zweck der Abteilung HSV-Reitsport, die seit 2013 im Verein ist, ist die Förderung des Pferdesports und aller damit verbundenen körperlichen ErtĂŒchtigungen. In diesem Zusammenhang werden auch die Förderung der Ausbildung von Pferd und Reiter und die artgerechte Pferdehaltung sowie die Förderung des Tier- und Naturschutzes und der Landschaftspflege berĂŒcksichtigt. Insbesondere durch die Ermöglichung und Förderung sportlicher Übungen und Leistungen im Breiten-, Trainings- und Wettkampfsport fĂŒr Kinder, Jugendliche und Erwachsene soll dies verwirklicht werden.

Rollstuhlsport

Erfolge der Rollstuhlsportler
Name Jahr Titel Disziplin
Beate Schippmann 2008 Deutsche Meisterin Tischtennis
Beate Schippmann 2009 Deutsche Meisterin Tischtennis
Seyrl, Möller, von Berg, van Haaren, Kahl, Ludewigt, Dassau 2009 Deutsche/r Juniorenmeister/in Mannschaft – Basketball
Maya Lindholm 2009 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Simone Kues 2009 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Vincent Ide 2009 Deutscher Juniorenmeister Mannschaft – Basketball
Seyrl, Weberling, BĂŒsig, Kirste, van Haaren, Köper, Lindholm, Seifert, Kues 2009 Deutscher Juniorenmeister Mannschaft – Basketball
Seyrl, Möller, von Berg, Lindholm, Altmann 2010 Deutsche/r Juniorenmeister/in Mannschaft – Basketball
Dorothee Vieth 2011 Weltmeisterin Handbiken
Edina MĂŒller 2011 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Maya Lindholm 2011 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Nadine Bahr 2011 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Edina MĂŒller 2012 Paralympicsiegerin Mannschaft – Basketball
Maya Lindholm 2012 Paralympicsiegerin Mannschaft – Basketball
van Haaren, Köper, Lindholm, Adermann, Bahr, Bode, Gerwinat, Kean, Kues, MĂŒller, Vogel 2013 Deutsche Meisterin Mannschaft – Basketball
van Haaren, Zeyen, Lindholm, SchĂŒnemann, Schleicher, Bode, Mund, Seifert, Kues, MĂŒller 2014 Deutsche Meisterin Mannschaft – Basketball
Annika Zeyen 2015 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Maya Lindholm 2015 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Gesche SchĂŒnemann 2015 Europameisterin Mannschaft – Basketball
Dorothee Vieth 2016 Paralympicsiegerin Handbiken

Die Abteilung Rollstuhlsport wurde 2008 im Verein gegrĂŒndet, als der Rollstuhl-Sportclub Hamburg von 1975 e. V. in den HSV eingegliedert wurde. Betrieben werden ausschließlich Rollstuhlbasketball und Wheelsoccer. Dorothee Vieth wurde 2011 Weltmeisterin im Straßenrennen (Handbikesport) und holte 2016 Gold bei den Paralympics in Rio de Janeiro.

BG Baskets:

Seit 2012 spielen die HSV-Rollstuhlbasketballer erfolgreich in der Bundesliga. Seit der Saison 2013/2014 spielt die Mannschaft unter dem Teamnamen BG Baskets Hamburg fĂŒr den HSV. Ihre Heimspiele bestreitet die erste Mannschaft in der edel-optics.de-Arena in Hamburg-Wilhelmsburg, die im Winter 2014 bundesligatauglich fertiggestellt wurde und gleichzeitig die Halle der Hamburg Towers ist. Der aktuelle Trainer der BG Baskets Hamburg ist der Iraner Alireza Ahmadi. Mit Mareike Miller, Anne Patzwald und Maya Lindholm hat das HSV-Team drei deutsche Nationalspielerinnen, die bei den Paralympischen Sommerspielen in Tokio an den Start gehen.

Rugby

Letzte Spielzeiten
Jahr Liga Position
2006–2007 Rugby-Regionalliga Nord (III) 8.
2007–2008 Rugby-Verbandsliga Nord (IV) 5.
2008–2009 Rugby-Verbandsliga Nord 7.
2009–2010 Rugby-Verbandsliga Nord 4.

Die Rugby-Abteilung des Hamburger SV wurde am 16. Oktober 1925 durch Leichtathleten des Vereins und von außerhalb kommenden Rugby-Spielern gegrĂŒndet. In den Jahren 1938 und 1978 konnte die Hamburger Meisterschaft gewonnen werden, 1978 und 1991 der Niedersachsen-Pokal. Der Aufstieg in die Bundesliga gelang 1978, dort verblieb die Mannschaft bis 1979.

Nach der anfÀnglichen Euphorie nahm der Zuspruch zu dieser Sportart stetig ab, wodurch zunÀchst der Ligabetrieb und 1990 sogar der Trainingsbetrieb eingestellt wurde. Im Jahre 2006 wurde die Rugby-Abteilung von einigen Sportlern wieder aktiviert und versuchte sich erneut im Ligabetrieb. Nach anfÀnglichen Schwierigkeiten ging es stetig wieder bergauf. Bis zur Saison 2022/23 spielte die Rugby-Mannschaft des HSV in der Verbandsliga Nord, welche im Ligabetrieb des Deutschen Rugby Verbandes die vierte Liga ist. Aktuell besteht nur Trainingsbetrieb, da die Mannschaft, aufgrund geringer Mitgliedszahlen, neu aufgebaut werden muss.

Schwimmen

Bereits 1925 grĂŒndete sich eine Jugend-Schwimm-Abteilung, doch erst im Juli 1962 wurde eine Schwimmabteilung fĂŒr alle eingerichtet, zudem nahm der HSV die Mitglieder des SV Stern von 1889 auf, da dieser sich auflöste. In den 1960er-Jahren hatte die Abteilung eine GrĂ¶ĂŸe von ca. 60 Mitgliedern und wurde 1968 Hamburger Mannschaftsmeister.[276] Ende der 1970er-Jahre waren es schon ĂŒber 220 Aktive. Diverse Norddeutsche und Hamburger Meisterschaften wurden errungen. In den 1980er-Jahren schwamm die HSV-Mannschaft die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in der 2. Bundesliga. Von 1990 bis 2004 hatte die Abteilung eine eigene Schwimmschule im Turmweg. Seit dem Jahr 2005 gehört die HSV-Schwimmabteilung der SG-West Hamburg an. Die fĂŒnf Vereine ATSV, ETV, HTB, NTSV und HSV haben sich hier zur Optimierung ihres Sportangebotes zusammengeschlossen. Damit konnte vor allem den Leistungsschwimmern ein gutes Angebot fĂŒr WettkĂ€mpfe und Training angeboten werden.

Skat

Am 1. MĂ€rz 2008 wurde die Skat-Abteilung von neun Mitgliedern im HSV gegrĂŒndet. Seitdem gehören sie auch dem Deutschen Skatverband an. Bereits 1993 wurden alle zwei bis drei Monate Skatturniere beim HSV-Fanprojekt veranstaltet. Im Juni 2012 war der HSV mit zwei Mannschaften in der Bezirksliga West vertreten. Im JubilĂ€umsjahr des HSV schaffte die erste Mannschaft den Aufstieg in die Verbandsliga.

Sport fĂŒr Kinder

1947 wurde die Abteilung Sport fĂŒr Kinder, damals noch unter dem Namen Kinderturnen, aus der Leichtathletik-Abteilung des HSV von dem Ehepaar Gertraud und Harry Diekhoff gegrĂŒndet. Neben dem normalen Angebot werden auch Veranstaltungen wie das Fest der 1.000 Zwerge angeboten und es bestehen zudem mehrere Kooperationen mit Schulen.

Tanzsport Hamburg

Im Jahr 1965 trat der Club zur Uhlenhorst dem Hamburger SV bei und stellt nunmehr seit ĂŒber 40 Jahren die fĂŒr den Tanzsport Hamburg zustĂ€ndige Amateurabteilung des HSV dar. Die jetzige Tanzsportabteilung Hamburg des HSV blickt auf eine lange Tradition zurĂŒck. Der Club wurde schon im Jahr 1933 in einer Hamburger-Tanzschule gegrĂŒndet und erhielt im Jahr 1946 seinen Namen. Die Umbenennung zu Tanzsport Hamburg kam durch die 2006 neu hinzugekommene Abteilung Tanzsport Norderstedt.

Tanzsport Norderstedt

Den Ursprung dieser Abteilung findet man beim TuS Alstertal der in den 1980er-Jahren fast 1.000 Mitglieder verzeichnete und sogar Weltmeister stellte. Nach dem Jahr 2000 war ein RĂŒckgang fĂŒr den Verein zu verzeichnen. Nach einer kurzen SelbststĂ€ndigkeit der Abteilung als Tanzsportcenter Elbe, kam es zum Eintritt der Abteilung in den Hamburger SV. Neben Gesellschaftstanz und Line Dance wird auch der leistungsbezogene Turniertanz angeboten.

Tennis

Die Tennisabteilung des Hamburger Sport-Verein e. V. beruft sich auf das GrĂŒndungsdatum 26. Juni 1971. Allerdings liest man in den HSV-Vereinsnachrichten von 1928 bereits von einer GrĂŒndung am 15. MĂ€rz 1928. Gespielt wurde damals auf den PlĂ€tzen des Eisenbahn-Vereins vor dem Dammtor, dem heutigen GelĂ€nde des Club an der Alster im Hamburger Stadtteil Rotherbaum. Die heutige Tennisabteilung findet ihre Heimat auf dem HSV-GelĂ€nde in Norderstedt. Dort stehen den Sportlern sieben Rotgrand-FreiluftplĂ€tze und drei weitere Courts in der Tennishalle zur VerfĂŒgung. Die Damen 30 und Herren 50 bestreiten ihre WettkĂ€mpfe in der Regionalliga Nord und Ost.

Im Jahr 1896 gewann der Hamburger Friedrich Traun die Olympischen Spiele in Athen im Doppel mit dem Iren John Pius Boland.

Tischfußball

Mit der GrĂŒndung der Tischfußball-Abteilung am 1. August 2013 stieg der HSV in den Tischfußballsport ein. Ziel ist es, sowohl fĂŒr den Breitensport als auch fĂŒr den Elitesport eine Plattform darzustellen, die optimale Bedingungen liefert, den Sport erfolgreich zu betreiben. Die Mannschaften der Tischfußball-Abteilung sind in verschiedenen LandesverbĂ€nden und Ligen vertreten.

Tischtennis

Die Tischtennisabteilung des Hamburger SV besteht seit dem Jahr 1927 und ist im Stadtteil Eppendorf beheimatet. Ihre erfolgreichste Zeit erlebte die Abteilung in den 1930er- und 1940er-Jahren. Die erste MĂ€nnermannschaft wurde 1937 und 1938 deutscher Meister. Außerdem wurden Paul und Heinz Benthien sowie Erich Deisler im Herreneinzel deutscher Meister und Ulla Paulsen wurde 1957 im Damendoppel deutsche Meisterin. Heute spielt die erste Herren-Mannschaft in der 2. Landesliga.

Triathlon

Die Abteilung Triathlon im Hamburger SV wurde 2010 gegrĂŒndet. Einige Sportler starten ausschließlich bei Sprintdistanzen, andere in der Langdistanz (Ironman), aber jeder mit seinen individuellen selbst gesteckten Zielen. Im Sommer trainieren die Triathleten ihre Disziplinen im Freien und ziehen im Winter dann in Hallen und Fitnessstudios um.

Volleyball / Beachvolleyball

Erfolge der Volleyballer/Beachvolleyballer
Mannschaft Jahr Titel Sportart
1. MĂ€nner 1974 Pokalsieger Volleyball
1. MĂ€nner 1976 Deutscher Meister Volleyball
1. MĂ€nner 1977 Deutscher Meister Volleyball
1. MĂ€nner 1977 Pokalsieger Volleyball
1. MĂ€nner 1983 Pokalsieger Volleyball
1. MĂ€nner 1985 Deutscher Meister Volleyball
1. MĂ€nner 1985 Pokalsieger Volleyball
1. MĂ€nner 1986 Deutscher Meister Volleyball
1. MĂ€nner 1987 Deutscher Meister Volleyball
1. MĂ€nner 1988 Deutscher Meister Volleyball
1. MĂ€nner 1989 Pokalsieger Volleyball
Jana Köhler & Julia Sude 2010 Deutsche Meisterin Beachvolleyball
Christine Aulenbrock & Cinja Tillmann 2010 U20 Europameisterin Beachvolleyball
Kira Walkenhorst & Laura Ludwig 2013 Deutsche Meisterin Beachvolleyball
Kira Walkenhorst & Laura Ludwig 2015 Deutsche Meisterin Beachvolleyball
Kira Walkenhorst & Laura Ludwig 2015 Europameisterin Beachvolleyball
Kira Walkenhorst & Laura Ludwig 2016 Deutsche Meisterin Beachvolleyball
Kira Walkenhorst & Laura Ludwig 2016 Europameisterin Beachvolleyball
Kira Walkenhorst & Laura Ludwig 2016 Olympiasiegerin Beachvolleyball
Nadja Glenzke & Julia Großner 2017 Europameisterin Beachvolleyball
Kira Walkenhorst & Laura Ludwig 2017 Weltmeisterin Beachvolleyball
Victoria Bieneck & Isabel Schneider 2018 Deutsche Meisterin Beachvolleyball

Der Volleyball-Spielbetrieb begann 1962, als die Mannschaften des VBV Uni Hamburg zum HSV ĂŒbertraten. Abteilungsleiter und Trainer Alexander MĂŒhle hatte damals eine Frauen-, eine MĂ€nner- und eine Juniorenmannschaft im Spielbetrieb. Bereits 1960 bis 1967 wurden die Frauen Hamburger Meister.[277] Als 1974 die Volleyball-Bundesliga gegrĂŒndet wurde, war der HSV sowohl mit den Frauen als auch den MĂ€nnern vertreten. Die VolleyballmĂ€nner des HSV gehörten immer zu den deutschen Spitzenmannschaften. Sie wurden sechsmal Deutscher Meister (1976, 1977, 1985, 1986, 1987 und 1988) und holten fĂŒnfmal den DVV-Pokal (1974, 1977, 1983, 1985 und 1989). Bekannte Nationalspieler waren Tonda Mozr, Klaus Meetz, Klaus Wegner, Thomas Broscheit, Klaus-Peter Weinhold, Frank Mackerodt, Christian Voß, Jörg BrĂŒgge, Hauke Braack, Leif Andersson, Waldemar Lesner, Michael Dornheim und Dirk Oldenburg.[278][279] Auch die Volleyballfrauen (mit den Nationalspielerinnen Regine Bracht und Angela Liebelt) spielten in den 1970er und 1980er Jahren in der Bundesliga.

Bis 1991 spielten die Teams ununterbrochen in der höchsten Liga, bis der HSV sich dazu entschied, sich aus dem bezahlten Volleyball zurĂŒckzuziehen. Die Volleyballer wurden zunĂ€chst im MĂ€rz in den Hamburger LSV ausgegliedert und machten sich im November nach dessen finanzieller Pleite eigenstĂ€ndig als 1. VC Hamburg, bei dem die MĂ€nner 1992 nochmals deutscher Pokalsieger wurden. 1994 schlossen sich die MĂ€nner aus finanziellen GrĂŒnden dem 1. SC Norderstedt an. Die Zweitliga-Frauen wechselten zum TV Fischbek.

Einige Volleyballer waren dem HSV als Mitglieder treu geblieben. Die Seniorensportler unter ihnen bildeten bis Mitte 2010 die eigenstÀndige Abteilung Volleyball MÀnner. Anfangs nahmen sie auch noch an Turnieren teil, spÀter gab es nur noch sporadische Trainingsspiele. Im Juli 2010 wurde die MÀnner-Abteilung mit den Frauen zu einer Abteilung Volleyball zusammengelegt. Heute spielt ein Frauenteam in der Hamburger Bezirksliga.

Seit dem Jahr 2004 sind der Abteilung zudem auch Beachvolleyballer zugeordnet. Seit 2005 spielen bzw. spielten mehrere deutsche Spitzen-Beachvolleyballteams fĂŒr den HSV: Okka Rau/Stephanie Pohl (bis 2009), David Klemperer/Eric Koreng (bis 2012), Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif bzw. Lars FlĂŒggen (bis 2014), Jana Köhler/Julia Sude (bis 2012), die 2010 Deutsche Meister in Timmendorf wurden, Katharina Culav/Katharina Schillerwein (bis 2017 bzw. 2011), Christine Aulenbrock/Anna Behlen bzw. Cinja Tillmann (bis 2013) mit der Aulenbrock 2010 auch U20 Europameisterin wurde, Nadja Glenzke/Julia Großner (Europameisterinnen 2017), Lars FlĂŒggen/Markus Böckermann bzw. Nils Ehlers, Victoria Bieneck / Isabel Schneider (Deutsche Meisterinnen 2018) sowie Leonie Körtzinger / Sarah Schneider. Von 2013 bis 2019 spielten Laura Ludwig und Kira Walkenhorst fĂŒr den HSV. Sie wurden 2013, 2015 und 2016 Deutsche Meisterinnen, gewannen 2015 und 2016 die Europameisterschaften, holten 2016 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und wurden 2017 Weltmeisterinnen.

Nachdem Walkenhorst im Januar 2019 ihre Karriere aus gesundheitlichen GrĂŒnden vorlĂ€ufig beendet hatte,[280] wechselte im MĂ€rz 2019 Margareta Kozuch zum HSV und spielte dort bis 2021 mit Laura Ludwig zusammen.[281]

2020/2021 gehörten dem Beachvolleyball-Kader des HSV an:[282]

FĂŒr den Olympiazyklus bis 2021 hatte der HSV mit der Stadt Hamburg und dem Deutschen Volleyball-Verband eine strategische Partnerschaft begrĂŒndet. In Hamburg wurde der deutsche LeitstĂŒtzpunkt Beachvolleyball als Trainingszentrum sowohl fĂŒr die Frauen als auch MĂ€nner eingerichtet. Zugleich sollte Beachvolleyball aber auch im Breiten- und Nachwuchssport ausgebaut werden.[283]

Siehe auch

Literatur

  • JĂŒrgen Kowalewski: Ein HSV-Star in Widerstand und KZ – Das zu kurze Leben von »Assi« Halvorsen, VSA: Verlag, Hamburg 2025, ISBN 978-3-96488-202-8.
  • Tobias Escher, Daniel Jovanov: Der Abstieg. Wie FunktionĂ€re einen Verein ruinieren, Rowohlt 2018, ISBN 978-3-499-63449-9.
  • Philipp Markhardt u. a. (Hrsg.): 111 GrĂŒnde, den Hamburger SV zu lieben. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2018, ISBN 978-3-86265-419-2.
  • Matthias Blazek: Die Geschichte des Hamburger Sportvereins von 1887: 125 Jahre im Leben eines der populĂ€rsten Fußballvereine. Mit einem besonderen Blick auf die VorgĂ€ngervereine, die FrĂŒhzeit des Hamburger Ballsports und das Fusionsjahr 1919. ibidem, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0387-4.
  • Philipp Markhardt u. a. (Hrsg.): Kinder der Westkurve. Die Geschichte der HSV-Fans. Hamburger Schriftmanufaktur, Hamburg 2012, ISBN 978-3-00-039323-5.
  • Inge Marszolek: »Ein neues Deutschland ist entstanden « Zu Geschichte des HSV im Dritten Reich. In Dan Diner, Gideon Reuveni, Yfaat Weiss (Hrsg.): Deutsche Zeiten. Geschichte und Lebenswelt. Festschrift zur Emeritierung von Moshe Zimmermann. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen u. a. 2012, ISBN 978-3-525-30164-7.
  • Werner Skrentny, Stephan Spiegelberg: 125 Jahre HSV – Das JubilĂ€umsbuch, Göttingen 2012, ISBN 978-3-89533-931-8.
  • Hamburger Sport-Verein e. V.: Festzeitschrift zum 125. Stiftungsfest, Hamburg 2012.
  • Axel Formeseyn: Unser HSV – Das ultimative HSV-Buch. Edition Temmen, Bremen 2009, ISBN 978-3-86108-894-3.
  • Philipp Markhardt/Malte Meyer (Hrsg.): HSV Tattoos. FĂŒrs Leben gezeichnet. HSV Supporters Club, Hamburg 2008, ISBN 978-3-00-026031-5.
  • Jens Reimer PrĂŒĂŸ, Hartmut Irle: Tore, Punkte, Spieler – Die komplette HSV-Statistik. Die Werkstatt, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89533-685-0.
  • Werner Skrentny, Jens R. PrĂŒĂŸ: Mit der Raute im Herzen – Die große Geschichte des Hamburger SV. Die Werkstatt, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89533-620-1.
  • Werner Skrentny: Orte der Leidenschaft. Der HSV und seine Stadien. Die Werkstatt, Göttingen 2006, ISBN 3-89533-502-9.
  • Werner Skrentny, Jens R. PrĂŒĂŸ: Immer erste Klasse – Die Geschichte des Hamburger SV. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-469-3.
  • Hans-GĂŒnter Klemm, Michael Richter: Das HSV-Lexikon. Die Werkstatt, Göttingen 2000, ISBN 3-89533-305-0.
  • Manfred Mitrowan: Hamburger SV. In: 50 Jahre Hamburger Tisch-Tennis-Verband – Chronik 1948–1998. Hamburg 1998, S. 28–29.
  • Matthias Kropp: Deutschlands große Fußballmannschaften – Hamburger SV. Agon, Kassel 1996, ISBN 3-928562-70-3.
  • Otto Tötter: Hundert Jahre deutscher Fußball – HSV. Rasch und Röhring, Hamburg 1985, ISBN 3-89136-023-1.
Commons: Hamburger SV – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 150.000 Mitglieder. Ein Verein. Immer wieder HSV. HSV, 28. Mai 2026, abgerufen am 28. Mai 2026.
  2. 1 2 Sport im HSV. In: hsv.de. HSV Fußball AG, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 19. Juli 2018; abgerufen am 22. Oktober 2019.
  3. 1 2 3 4 Satzung des Hamburger Sport-Verein e. V. (PDF; 2019 kB) § 2 Abs. 1, § 4 Abs. 2 und 3. In: hsv-ev.de. Hamburger Sport-Verein e. V., 8. Juli 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 20. MĂ€rz 2017; abgerufen am 22. Oktober 2019.
  4. ↑ „Der Zeitpunkt der Vereinigung wurde auf den 2. Juni 1919, d. h. denjenigen Tag festgesetzt, an welchem die noch gemeinsam mit dem S.C. ‚Victoria‘ auszutragenden KĂ€mpfe um die norddeutsche Fußball-Meisterschaft ihr, wie wir hoffen wollen, glĂŒckliches Ende erreicht haben werden.“ Aus: Vereins-Nachrichten des Hamburger Sport-Vereins von 1888 (e. V.), 16. Jahrgang, Nr. 2 vom 1. Juni 1919.
  5. ↑ Siehe § 1, Absatz 2, Satz 1 der Satzung.
  6. ↑ Geschichte. In: hsv-ev.de. Hamburger Sport-Verein e. V., abgerufen am 22. Oktober 2019.
  7. ↑ Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 BĂ€nde. Darmstadt 2005 publiziert ĂŒber Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.
  8. ↑ Vgl. Skrentny, Werner; PrĂŒĂŸ, Jens Reimer: Mit der Raute im Herzen – Die große Geschichte des Hamburger SV. S. 37.
  9. ↑ Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 45.
  10. ↑ Arne Schultchen: „Zeichen der Zeit“, in: 11 Freunde. Ausgabe 93, August 2009, S. 79.
  11. ↑ Uli Hesse: Na logo! 11 Freunde, 14. Mai 2025, abgerufen am 14. Mai 2025 (hinter Bezahlschranke).
  12. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 40.
  13. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 47.
  14. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 71.
  15. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 80.
  16. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 106.
  17. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 114.
  18. ↑ vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 113.
  19. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 132.
  20. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 159.
  21. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 158.
  22. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 162.
  23. ↑ Vgl. Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 184.
  24. ↑ Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 250.
  25. ↑ Zitiert in: Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 261.
  26. ↑ Sackgasse Sylvesterallee – Endstation HSV! Teil 1
  27. ↑ Nach den Schreckensszenen beim Fußballspiel: Wann wird das Stadion umgebaut? Wann ist Schluß mit dem Alkohol? (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 11. Juni 1979, abgerufen am 23. MĂ€rz 2021.
  28. ↑ Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 294.
  29. ↑ Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 323.
  30. ↑ Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 344.
  31. ↑ Skrentny, PrĂŒĂŸ, S. 355.
  32. ↑ HSV-Chef Jarchow: Keine Lizenzprobleme (Memento vom 7. MĂ€rz 2013 im Internet Archive)
  33. ↑ HSV zum UI-Cup-Sieger erklĂ€rt (Memento vom 13. Juni 2010 im Internet Archive)
  34. ↑ Gewinn bzw. Verlust des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV von der Saison 2008/09 bis zur Saison 2011/12 (in Millionen Euro). In: statista.com. 24. Juli 2017, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  35. ↑ Martin Jol wechselt zu Ajax Amsterdam (Memento vom 29. Mai 2009 im Internet Archive)
  36. ↑ HSV-Vorstand ĂŒbt sich im Machtkampf. In: Focus Online. 20. Juni 2009, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  37. ↑ HSV und Beiersdorfer trennen sich einvernehmlich (Memento vom 26. Juni 2009 im Internet Archive)
  38. ↑ Birger Hamann: Favoritenschreck im Schatten der Top-Clubs. In: Spiegel Online. 22. April 2010, abgerufen am 22. Juli 2023.
  39. ↑ Eurosport: Veh muss sofort gehen (Memento vom 16. MĂ€rz 2011 im Internet Archive)
  40. ↑ Der HSV und Hoffmann/Kraus trennen sich (Memento vom 8. Dezember 2011 im Internet Archive)
  41. ↑ Frank Arnesen wird Sportchef des HSV (Memento vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)
  42. ↑ Der HSV trennt sich von Michael Oenning (Memento vom 23. September 2011 im Internet Archive)
  43. ↑ Alexander Laux, Kai Schiller: Arnesen nach Medienberichten einig mit Thorsten Fink. In: Hamburger Abendblatt. 10. Oktober 2011, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  44. ↑ Bundesliga 2011/12 34. Spieltag in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  45. ↑ Thomas PrĂŒfer, Klaus Bergmann: Schlechteste HSV Saison Fink ruft Transfer Offensive aus. In: Hamburger Abendblatt. 6. Mai 2012, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  46. ↑ Beiersdorfer: „Van der Vaart ist nicht zu ersetzen“. In: Focus Online. 13. August 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 6. April 2023; abgerufen am 18. Juli 2025.
  47. ↑ Das sind die elf Gewinner und Verlierer der Bundesliga-Saison. In: Focus Online. 25. Mai 2014, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  48. ↑ Marko Schumacher: Zwischen Chaos und Euphorie. In: Stuttgarter Zeitung. 22. August 2015, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  49. ↑ Lars Wallrodt: Die großen Probleme des HSV beim Großreinemachen. In: Welt. 19. Juni 2015, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  50. ↑ Lars Albrecht: Die schlimmsten HSV-Pleiten aller Zeiten. In: Hamburger Morgenpost. 30. MĂ€rz 2013, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  51. ↑ HSV: Rafael van der Vaart sieht die Saisonziele in Gefahr. In: sportal.de. 4. August 2013, abgerufen am 22. April 2015.
  52. ↑ Felix Magaths klare Absage an den HSV im Video. In: Hamburger Abendblatt. 13. Februar 2014, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  53. ↑ Krisen-Klub HSV feuert van Marwijk – kommt jetzt Slomka? (Memento vom 25. Februar 2014 im Internet Archive)
  54. ↑ Van Marwijk beim HSV entlassen! Kommt Slomka? In: ran. 15. Februar 2014, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  55. ↑ Fußball-Bundesliga: HSV verliert Kellerduell gegen Braunschweig. In: Spiegel Online. 15. Februar 2014, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  56. ↑ Beiersdorfer Bericht auf der Mitgliederversammlung (Memento vom 13. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)
  57. ↑ Mitgliederversammlung des HSV beschließt Ausgliederung (Memento vom 25. Mai 2014 im Internet Archive)
  58. ↑ Peter KnĂ€bel wird „Direktor Profifußball“ des HSV (Memento vom 27. September 2014 im Internet Archive)
  59. ↑ Bernhard Peters wird „Direktor Sport“ beim HSV (Memento vom 17. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)
  60. ↑ kicker.de: „Keine Ahnung, was die fĂŒr ein GlĂŒck gefressen haben“ – HSV: Der Bann ist gebrochen, die Tristesse bleibt . Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  61. ↑ Robben nicht zu stoppen – HSV erlebt Debakel. In: Hamburger Abendblatt. 14. Februar 2015, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  62. ↑ Spielbericht: MĂŒller reanimiert den Bundesliga-Dino in der VerlĂ€ngerung in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  63. ↑ kicker.de: HSV hat Interesse an Barça-Juwel – Djourou ist KapitĂ€n . Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  64. ↑ HSV verpflichtet Aaron Hunt (Memento vom 15. Mai 2016 im Internet Archive)
  65. ↑ Spielbericht: Joker Pieles sorgt fĂŒr Jenas Pokalcoup in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
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  79. ↑ Jens Todt ist neuer Sportchef des HSV. In: hsv.de. HSV Fußball AG, 6. Januar 2017, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  80. ↑ Bundesliga 2016/17 34. Spieltag in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  81. ↑ Spielbericht: Bayern-Gala mit ĂŒberragendem Lewandowski in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  82. ↑ Spielbericht: Kruse und Kainz belohnen Bremer Beharrlichkeit in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  83. ↑ Spielbericht: Sulu und Platte halten Darmstadt am Leben in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  84. ↑ Spielbericht: Altintop ebnet den Weg – Max' tolles JubilĂ€um in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  85. ↑ Spielbericht: Waldschmidt schickt Wolfsburg in die Relegation in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  86. ↑ Spielbericht: Halilovic zeigt gleich seine ganze Klasse in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  87. ↑ Spielbericht: Doppelpacker Wood fĂŒhrt HSV ins Achtelfinale in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  88. ↑ Spielbericht: HSV im Viertelfinale – dank Jung und Wood in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  89. ↑ Spielbericht: Stindl fĂŒhrt Borussia ins Halbfinale in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  90. ↑ Spielbericht: Zehn OsnabrĂŒcker schmeißen den HSV raus in der Datenbank von kicker.de. Abgerufen am 22. Oktober 2019.
  91. ↑ Bernd Hoffmann ist neuer PrĂ€sident des HSV e. V. In: hsv.de. HSV Fußball AG, 18. Februar 2018, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  92. ↑ Hamburger SV stellt Bruchhagen und Todt frei: Hoffmann neuer Aufsichtsratschef – Wettstein ĂŒbernimmt operative FĂŒhrung. In: sport.sky.de. 9. MĂ€rz 2018, abgerufen am 18. Mai 2021.
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