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Hans Freese (Architekt)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Das Breker-Atelier in Berlin-Dahlem
Das ehemalige Zwangsarbeiterlager 75/76 in Berlin-Niederschöneweide

Hans Freese (* 2. Juli 1889 in Oldenburg; † 13. Januar 1953 in Berlin; vollstĂ€ndiger Name Johannes Dietrich Georg Freese) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Hans Freese studierte Architektur in MĂŒnchen, Dresden und Berlin. Mitte der 1920er Jahre war er Stadtbaurat in DĂŒsseldorf. 1927 wurde er Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe und lehrte dort zeitlich parallel zu Roman Heiligenthal bis 1930 Entwerfen und StĂ€dtebau. Er folgte dabei Walter Sackur, der in Karlsruhe von 1912 bis 1925 Stadt- und Landbau sowie StĂ€dtebau lehrte. Nach Freese folgte auf dem Lehrstuhl bei den Architekten Otto Ernst Schweizer als Prof. fĂŒr StĂ€dtebau, Siedlungswesen und Entwerfen. Im Jahre 1929 wurde Freese an die Technische Hochschule Dresden berufen.

In DĂŒsseldorf, dort als Stadtbaurat von 1921 bis 1926 tĂ€tig, schuf Freese 1925 das Rheinstadion und 1926 verschiedene AusstellungsgebĂ€ude auf der GeSoLei, darunter die Schnellenburg. Zu Beginn seiner Zeit in Karlsruhe entstand 1928–1930 das heutige Max-Planck-Institut fĂŒr medizinische Forschung in Heidelberg. Zu seinen bekanntesten Bauten zĂ€hlt das Atelier von Arno Breker in Berlin, es wurde 1939–1942 errichtet. Ab 1941 lehrte Freese als Ordinarius fĂŒr EntwĂŒrfe und Perspektive an der FakultĂ€t fĂŒr Architektur der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg.[1]

1943 wurde Freese vom Generalbauinspektor fĂŒr die Reichshauptstadt mit dem Bau des Zwangsarbeiterlagers 75/76 in Berlin-Niederschöneweide beauftragt. In den Baracken des letzten erhaltenen Berliner Zwangsarbeiterlagers befindet sich heute das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit.[2] Im letzten Kriegsjahr wurde Freese Mitglied des Arbeitsstabes fĂŒr den Wiederaufbau bombenzerstörter StĂ€dte. Freese stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda. Nach dem Krieg wurde Freese kurzzeitig (von 1949 bis 1950) Rektor der Technischen UniversitĂ€t Berlin.[3] Ab 1950 leitete er das dort neu gegrĂŒndete Institut fĂŒr Krankenhausbau.[4] Freeses letzter von ihm entworfener Bau war der des AuswĂ€rtigen Amts in Bonn. Bei seiner Eröffnung 1955 war er der grĂ¶ĂŸte Verwaltungskomplex in Deutschland.

1924 heiratete Hans Freese Hedwig Augusta „Hedja“ von Oehmke (* 1905 in St. Petersburg; † 1988). Sie war nach der Flucht aus Russland im Jahre 1917 ĂŒber Riga nach DĂŒsseldorf gekommen, wo sie 1921 eine Ausbildung als SekretĂ€rin erfuhr. Die beiden Söhne kamen 1925 und 1927 auf die Welt. Nach dem Tod ihres Mannes – sie hatte sich mittlerweile zu einer MosaikkĂŒnstlerin, Malerin und Illustratorin entwickelt – heiratete sie im Jahre 1959 den Architekten Wassili Luckhardt in Berlin. Hedja Luckhardt-Freese siedelte 1976 nach Hamburg ĂŒber.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Freese, Hans Dietrich Georg, in: Catalogus Professorum TU Berlin. TU Berlin, abgerufen am 19. Dezember 2022.
  2. ↑ Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. In: ns-zwangsarbeit.de, abgerufen am 6. Juni 2020.
    Gabriele Layer-Jung, Cord Pagenstecher: Vom vergessenen Lager zum Dokumentationszentrum? Das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager in Berlin-Schöneweide. S. 2 (zwangsarbeit-in-berlin.de (Memento vom 15. August 2009 im Internet Archive) [PDF; 149 kB, abgerufen am 11. November 2007]; zum GBI-Lager 75/76).
  3. ↑ Die UniversitĂ€tsleitung der Technischen UniversitĂ€t Berlin seit 1946. Abschnitt: Rektoren 1946–1970. In: tu.berlin, abgerufen am 7. Juni 2020.
  4. ↑ [Fachgebiet] Entwerfen, Bauten des Gesundheitswesens. Die Geschichte des Fachgebietes (Memento vom 13. MĂ€rz 2008 im Internet Archive). In: tu-berlin.de, abgerufen am 11. November 2007.