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Harry Schraemli

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Schraemlis bekanntestes Werk

Johann Heinrich Chira „Harry“ Schraemli-BĂŒhlmann (* 23. MĂ€rz 1904 in Trier;[1] † 31. Mai 1995 in Hergiswil[2]) war ein Schweizer Barkeeper, Lehrer an einer Hotelfachschule und Buchautor. Er gilt als Wegbereiter der Cocktail- und Barkultur in der Schweiz.

Harry Schraemli, geboren als Sohn des Hotelmanagers Harry Jack Schraemli[1] begann 1918 mit 14 Jahren eine Koch- und Kellnerlehre am Reichshof in Trier. Dort lernte er von US-amerikanischen Soldaten die Zubereitung von Cocktails[3] und wurde im Alter von 20 Jahren einer der ersten Barkeeper in der Schweiz.[2] 1927 wurde er jĂŒngster MaĂźtre d’hĂŽtel der Schweiz und bewirtete im Zunfthaus zur Schmiden in ZĂŒrich unter anderem Hans Albers, Thomas Mann und Erich KĂ€stner.[3]

An der SHL Schweizerischen Hotelfachschule Luzern war Schraemli Fachlehrer fĂŒr GetrĂ€nkekunde und Barbetriebslehre und veröffentlichte zahlreiche FachbĂŒcher, darunter 1949 sein Hauptwerk[2] Von Lukullus zu Escoffier und im gleichen Jahr Das grosse Lehrbuch der Bar.[4] Seine schon 1949 ĂŒber 2000 BĂ€nde umfassende gastronomische Bibliothek stand auch GĂ€sten zur Weiterbildung offen.[4.1] Insgesamt verfasste Harry Schraemli ĂŒber 50 BĂŒcher, «von der Novelle ĂŒber Reiseberichte und FachbĂŒcher bis zum literarischen Werk».[2] Ab 1929 publizierte er zudem Artikel in Fachzeitschriften, der NZZ und dem Tages-Anzeiger. Unter anderem schrieb er detailliert ĂŒber den «perfekten Barbesuch» und GastgeberqualitĂ€ten. Zu seinen Cocktail-Kreationen gehören «Indian Love Call» und «Roter Pfeil».[3]

Schraemli wohnte mit seiner Frau Margrith (geb. BĂŒhlmann) im nidwaldnerischen Hergiswil.[1] Er war stets mit Krawatte, Gilet, Taschenuhr und Handschuhen gekleidet, fuhr ein amerikanisches Cabriolet und bestand darauf, von der amerikanischen Kultur geprĂ€gt, selbst kĂŒrzeste Distanzen mit dem Auto zu fahren.

In spĂ€teren Jahren bereiste er als UNO-Experte fĂŒr Hotellerie und Gastronomie die Welt und baute das Schweizerische Gastronomie-Museum in Thun mit auf, wo ihm ein kleiner Erker gewidmet ist.[3]

In der Todesanzeige der Familie wird Schraemli als «Gastronomischer Schriftsteller» bezeichnet; er sei nach «schwerem, tapfer ertragenen Leiden» erlöst worden.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)

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  • Die Bar-Kontrolle. 1941.
  • Alkoholfreie Erfrischungs-GetrĂ€nke, 1941.
  • Zweitausend Jahre gastronomische Literatur, 1942.
  • Bibliothek der modernen Hausfrau / Bd. 2. Frohes Kochen. 1947.
  • Von Lucullus zu Escoffier. Ein Schlemmerbuch fĂŒr kluge Frauen und gescheite MĂ€nner. Interverlag, ZĂŒrich 1949.
  • Das grosse Lehrbuch der Bar, FachbĂŒcherverlag der Union Helvetia Luzern, 1949.
  • Lehrbuch fĂŒr alkoholfreie GaststĂ€tten. FachbĂŒcherverlag der Union Helvetia, Luzern 1952.
  • Bibliophile Köstlichkeiten der Gastronomie. Schloss Jegenstorf, Bern 1952.
  • Kanada-Reinette ... etwas fĂŒr Feinschmecker. Propagandastelle fĂŒr Erzeugnisse der Walliser Landwirtschaft, Sitten 1955.
  • Hi, USA! oder Wie man einem Hirtenknaben das Staunen abgewöhnte. Hotel-Restaurant "Dubeli", Luzern 1957.
  • Der Meistermixer. Union Helvetia, Luzern 1958.
  • Der Koch als FackeltrĂ€ger der Kultur. FachbĂŒcherverlag der Union Helvetia, Luzern 1959.
  • Bibliothek der modernen Hausfrau, Band III Amateur-Mixen, 1960.
  • Vom Werden einer Sammlung. Schweizerisches Gutenbergmuseum, Bern 1963.
  • Der Meistermixer. Ein Taschenlexikon fĂŒr Berufsmixer und deren Mitarbeiter mit 1200 delikaten Rezepten, 1964.
  • Manuel du bar. Union HelvĂ©tia, Luzern 1965.
  • Mit David Daiches: Scotch Whisky, 1971.
  • Dictionnaire gastronomique. Editions Union Helvetia, Luzern 1973.
  • Historia de la gastronomĂ­a, 1982.
  • Von den Pyramiden zum Dach der Welt. Gastropress-Verlag, Hergiswil 1983.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 SCHRAEMLI Harry H Chira. In: Who’s Who in Switzerland. 1966, S. 590.
  2. 1 2 3 4 5 Bruno-Thomas Eltschinger: Vom Lehrling zum Gastrosoph. In: Hotel- + Tourismus-Revue. Band 104 (1995), Heft 23 (8. Juni), S. 15 (Digitalisat). Neben dem Nachruf ist die Todesanzeige der Familie abgedruckt.
  3. 1 2 3 4 Melissa MĂŒller: Mixologie: Zwei St. Galler erforschen die Schweizer Cocktail-Kultur. In: St. Galler Tagblatt. 11. April 2018.
  4. ↑ Das grosse Lehrbuch der Bar. (Memento des Originals vom 13. November 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Collectif 1806 (PDF; 59,4 MB).
    1. ↑ S. 112