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Hienheim

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Hienheim
Koordinaten: 48° 52â€Č N, 11° 46â€Č OKoordinaten: 48° 51â€Č 52″ N, 11° 46â€Č 3″ O
Höhe: 355 mÂ ĂŒ. NHN
Einwohner: 625 (1. Jan. 2024)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 93333
Donaublick: Hienheim St. Georg
Donaublick: Hienheim St. Georg

Das Pfarrdorf Hienheim ist ein Gemeindeteil der Stadt Neustadt an der Donau im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

Der Ort liegt auf einer Höhe von 355 m ĂŒ. NHN am linken Donauufer gegenĂŒber der Ortschaft Eining, an der Kreisstraße KEH 5 zwischen Neustadt ĂŒber Irnsing nach Essing im AltmĂŒhltal. Regensburg ist in östlicher Richtung etwa 45 km, Ingolstadt in westlicher 30 km. MĂŒnchen liegt ungefĂ€hr 100 km sĂŒdlich des Ortes.

Fundament eines römischen Limeswachturms im Hienheimer Forst

Ausgrabungen der UniversitÀt Leiden ergaben, dass sich auf dem Gebiet von Hienheim eine jungsteinzeitliche (etwa 5000 v. Chr.) Siedlung befand.

Rekonstruktion eines Hienheimer Hauses der Linearbandkeramische Kultur

Der Ort wird in mehreren Quellen bereits um 1097/98 als „Hohenheim“ („Heim auf der Anhöhe“) bezeichnet.

In der NĂ€he von Hienheim lag der Beginn der römischen Grenzbefestigung gegen das germanische Gebiet, der Limes. Der 166 km lange rĂ€tische Limes (von Hienheim bis Lorch an der Rems) bestand in erster Linie aus bis zu drei Meter hohen Steinmauern und hölzernen WachtĂŒrmen, wĂ€hrend sich der 382 km lange obergermanische Limes (von Lorch aus in nordwestlicher Richtung bis nach Bonn verlaufend) meist aus ErdwĂ€llen, GrĂ€ben und Palisaden zusammensetzte. Mit dem Bau römischer Limesanlagen wurde bereits 1 n. Chr. begonnen, der germanische Limes entstand ab 84 n. Chr. Ab dem Jahr 260 n. Chr. musste der Limes wegen alemannischer ÜberfĂ€lle nach und nach aufgegeben werden.

Den Beginn der Grenzmauer markiert die so genannte „HadriansĂ€ule“, ein 1856 an der Straße nach Kelheim errichtetes Denkmal. Unter den Kaisern Trajan (regierte von 98 bis 117 n. Chr.) und Hadrian (regierte von 117 bis 138 n. Chr.) erlebte der Limes seine Glanzzeit. Der obergermanisch-rĂ€tische Limes ist ein Bodendenkmal und seit 2005 Weltkulturerbe der UNESCO. 1979 wurde durch LuftbildarchĂ€ologie das zur Grenzanlage gehörende Kleinkastell Hienheim entdeckt.

Unweit davon steht ein Denkmal ganz anderer Art, die im 17./18. Jahrhundert entstandene „Eiserne Hand“: Einer Sage zufolge soll eine NĂ€herin auf ihrem Weg zur Arbeit an dieser Stelle regelmĂ€ĂŸig einem Wolf begegnet sein, dem sie stets ein StĂŒck Brot mitbrachte. Als sie einmal kein Brot dabei hatte, soll der Wolf sie zerfleischt und aufgefressen haben, mit Ausnahme ihrer rechten Hand, die ihn immer gefĂŒttert hatte.

Die bis dahin selbstĂ€ndige Gemeinde Hienheim wurde am 1. Januar 1978 aufgelöst. Der grĂ¶ĂŸere Teil des bisherigen Gemeindegebiets einschließlich der im Osten gelegenen Einöde Haderfleck wurde der Stadt Neustadt an der Donau zugesprochen.

Zwei weitere kleinere, unzusammenhĂ€ngende Teile kamen als Exklaven zu Kelheim und darin zur Gemarkung Stausacker. Der grĂ¶ĂŸere Teil enthielt den Weiler Schwaben einschließlich Kirche St. Pankratius mit rund 20 Einwohnern und einer FlĂ€che von 276 ha. Der kleinere, 700 Meter nordwestlich gelegene und vollstĂ€ndig vom damaligen gemeindefreien Gebiet Hienheimer Forst umgebene Teil enthielt die Einöde Schlott mit fĂŒnf Einwohnern auf einer FlĂ€che von gut drei Hektar.[2]

Es gibt einige Handwerksbetriebe haben in Hienheim. Zudem gibt es einen Sportplatz fĂŒr den örtlichen Fußballverein. Weit ĂŒber die Grenzen Hienheims hinaus bekannt ist das SegelfluggelĂ€nde Hienheim in der NĂ€he der Ortschaft, das im Sommer Flugsportfreunde aus ganz Deutschland anzieht.

Die FĂ€hre Eining ĂŒber die Donau verbindet Hienheim mit Eining.

Durch den Ort fĂŒhrt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes ĂŒber 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Auch die Deutsche Limes-Straße verlĂ€uft durch den Ort.

Der Limeswanderweg fĂŒhrt ebenfalls durch Hienheim.

Hienheims katholische Kirche St. Georg besitzt einen romanischen Chorturm, der wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Von der ehemals umlaufenden Wehrmauer sind noch Teile, aber nicht mehr in der ursprĂŒnglichen Höhe, erhalten.[3] Im 16. und 19. Jahrhundert wurde das Gotteshaus weiter ausgebaut, mit einer Friedhofsmauer versehen und zuletzt 1985 restauriert.

Nördlich der Kirche steht die spÀtgotische, im Barock baulich verÀnderte Sebastianskapelle.

Persönlichkeiten

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  • Edith Prock (* 5. Dezember 1949 in Hienheim), SĂ€ngerin aus dem Bereich des volkstĂŒmlichen Schlagers.
  • Georg Schwaiger (* 23. Januar 1925 in Hienheim; † 9. November 2019), katholischer Kirchenhistoriker.
  • Georg Schwaiger: Die Pfarrei Hienheim in Geschichte und Gegenwart. Katholisches Pfarramt Hienheim (Hrsg.), Hienheim 1986.
Commons: Hienheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Einwohnerzahlen: Neustadt an der Donau. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2025.
  2. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und SchlĂŒsselnummernĂ€nderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610.
  3. ↑ Michael W. Weithmann: Burgen und Schlösser in Niederbayern: FĂŒhrer zu Burgen und Schlössern im Bayerwald, zwischen Donau, Isar und unterem Inntal. Attenkofer, Straubing 2013, S. 102.