Hu Qiaomu

Hu Qiaomu (chinesisch èĄćŹæšÂ / èĄäčæš, Pinyin HĂș QiĂĄomĂč) (* 1912 in Yancheng, Provinz Jiangsu; â 28. September 1992) war ein Soziologe, marxistischer Philosoph, RevolutionĂ€r und Politiker der Volksrepublik China. In der Zeit der Wirtschaftsreformen, die in China nach dem Tod Mao Zedongs folgten, war Hu einer der bekanntesten Gegner der Reformen.
Er war der erste PrĂ€sident der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, Mitglied des PolitbĂŒros der Kommunistischen Partei Chinas, stĂ€ndiges Mitglied der Zentralen Beratungskommission, frĂŒherer PrĂ€sident der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua[1] und seit 1955 Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften[1].
FrĂŒhe Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hu Qiaomu wurde im Jahr 1912 in Yancheng in der Provinz Jiangsu geboren. Im Jahr 1935 schloss er sein Studium am Institut fĂŒr auslĂ€ndische Literatur an der FakultĂ€t fĂŒr KĂŒnste und Wissenschaften an der Nationalen UniversitĂ€t Zhejiang ab. Bereits zuvor studierte er auĂerdem von 1930 bis 1932 Geschichte an der Qinghua-UniversitĂ€t in Peking.
Hu trat dem Kommunistischen Jugendverband Chinas (KJVC) im Jahr 1930 und der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) 1932 bei. In den frĂŒhen Jahren seiner Karriere war er in chronologischer Abfolge ParteisekretĂ€r des KJVC im Xijiao-Bezirk von Peking, Vorsitzender der Propagandaabteilung dort und Vorsitzender der Antijapanischen Studenten- und Arbeiterbewegung. Im Jahr 1936 wurde er zum GeneralsekretĂ€r der Chinesischen Soziologenvereinigung ernannt. SpĂ€ter wirkte er als GeneralsekretĂ€r der Linken Kulturvereinigung Chinas und als Mitglied des Kommunistischen Ăbergangs-Arbeiterkomitees der Provinz Jiangsu.
Von Februar 1941 (einige behaupten erst ab 1942) bis Juni 1966 war er Mao Zedongs HauptsekretÀr. Anfangs fokussierte sich seine Arbeit dort hauptsÀchlich auf Kulturthemen, wechselte spÀter aber hin zur Politik. Seine Karriere als SekretÀr endete mit der Kulturrevolution.
Vom Ausruf der Volksrepublik China (VRC) am 1. Oktober 1949 war er knapp zwei Wochen bis zum 19. Oktober Vorsitzender der Nachrichtenagentur Xinhua. Er war auĂerdem Chef des NachrichtenbĂŒros der VRC, VizeprĂ€sident der Propagandaabteilung des Zentralkomitees (ZK), GeneralsekretĂ€r des Komitees fĂŒr Kultur und Bildung in der Zentralregierung und VizegeneralsekretĂ€r der Regierung. Im Jahr 1954 beteiligte er sich auch an der Formulierung der Verfassung der Volksrepublik China. Zwei Jahre spĂ€ter wurde Hu zum Mitglied des Achten PolitbĂŒros der KPCh gewĂ€hlt. 1977 wurde er erster PrĂ€sident der Chinesischen Akademie fĂŒr Sozialwissenschaften und spĂ€ter dann EhrenprĂ€sident der Akademie.
Hardliner der Zeit nach der Kulturrevolution
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Tod Mao Zedongs begannen die Wirtschaftsreformen unter Deng Xiaoping. Hu Qiaomu war einer der bekanntesten Gegner der Reformen. Hu und Deng Liqun, ein anderer Hardliner innerhalb der Propagandaabteilung, versuchten zusammen die Reformen zu bekĂ€mpfen und beteiligten sich so aktiv im Jahr 1983 an der Kampagne gegen geistige Verschmutzung in China und setzten sich 1987 gegen die BĂŒrgerliche Liberalisierung ein. Beide kritisierten die negativen Folgen der Wirtschaftsreformen. WĂ€hrend der 1980er Jahre versuchten Hu Qiaomu und Deng Liqun, Deng Xiaoping auf ihre Seite zu ziehen. Hu befĂŒrwortete die Anwendung von Gewalt gegen die protestierenden Studierenden auf dem Tianâanmen-Platz von 1989 und sprach sich fĂŒr eine striktere politische Indoktrination aus.
Die Anstrengungen von Hardlinern wie Hu Qiaomu wurden letztendlich im Zuge der SĂŒdreise Deng Xiaopings im FrĂŒhling von 1992 beendet, der damit bestĂ€tigte, die Reformen fortzusetzen und auch nach der Tian'anmen-Krise nicht in alte planwirtschaftliche Strukturen zurĂŒckkehren zu wollen. Hu Qiaomu starb im September 1992 im Alter von 81 Jahren.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Roderick MacFarquhar (Herausgeber): The Politics of China: The Eras of Mao and Deng, Cambridge University Press, 1997, ISBN 0-521-58141-9.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hu Qiaomu, a Chinese Hard-liner, Is Dead at 81, Nachruf in der New York Times vom 29. September 1992 (englisch)
- Obituary: Hu Qiaomu. In: The Independent vom 29. September 1992
- Notiz in der Peopleâs Daily, auf peopledaily.com.cn (englisch)
- Two Pens of CPC - Hu Qiaomu & Zhou Yang, mit Photo auf gb.cri.cn (chinesisch)
- Hu Qiaomu - A pen of the central government, Sina Book, auf book.sina.com.cn (chinesisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Kurzer Ăberblick zu Hu Qiaomu ( vom 4. Januar 2006 im Internet Archive) bei der UniversitĂ€t Zhejiang auf zju.edu.cn, Stand: 4. Januar 2006, im Internet Archive auf archive.org, gesehen am 23. August 2010 (chinesisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hu, Qiaomu |
| ALTERNATIVNAMEN | HĂș, QiĂĄomĂč (Pinyin) |
| KURZBESCHREIBUNG | chinesischer Politiker (Volksrepublik China) |
| GEBURTSDATUM | 1912 |
| GEBURTSORT | Yancheng, Provinz Jiangsu |
| STERBEDATUM | 28. September 1992 |