Immerath (Erkelenz)
Immerath Stadt Erkelenz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 4âČ N, 6° 20âČ O |
| Höhe: | ca. 90 m |
| Einwohner: | 843 (31. Dez. 2022)[1] |
| Postleitzahl: | 41812 |
| Vorwahl: | 02431 |
Lage von Immerath im Abbaugebiet Garzweiler
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Blick auf Immerath im Oktober 2018 | |
Immerath ist ein Stadtteil von Erkelenz, Kreis Heinsberg, in Nordrhein-Westfalen. Es entstand durch die Umsiedlung der ehemaligen Siedlung Immerath, die infolge des Braunkohleabbaus abgebaut wurde.
Lage
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Im Norden grenzt Immerath an die Stadt Erkelenz, im Westen an Bellinghoven, im SĂŒden an den Wahnenbusch und im Osten an KĂŒckhoven.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ortsname
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1144 wurde die Ortschaft erstmals als Emundrode urkundlich erwÀhnt. 1530 entwickelte sich der Ortsname zu Emenrait und 1666 zu Emeradt. Ab Ende des 17. Jahrhunderts bevorzugte man die Schreibweise Immerath.
Der Name setzt sich aus dem Personennamen Aiwismund (aiwi â im mittelhochdeutschen ewe â bedeutet Gesetz, das althochdeutsche munt Vormund) und dem Grundwort reod zusammen. Bei dem Ort handelte sich also um eine Rodung des Aiwismund oder Edmund. Siedlungen der Rodungsperiode sind im Erkelenzer Land vor allem im 9. bis 11. Jahrhundert gegrĂŒndet worden.
Mit der Umsiedlung an den heutigen Standort wurde hinter den Ortsnamen die ZufĂŒgung â(neu)â angehĂ€ngt, um den alten Ort von dem neuen zu unterscheiden.
Siedlungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]SĂŒdlich von Erkelenz entstand auf einem 35 Hektar groĂen GelĂ€nde der Ort Immerath. Der erste Spatenstich erfolgte am 20. Januar 2006. Ab Juli 2006 standen die ersten baureifen GrundstĂŒcke zur VerfĂŒgung. Rund 700 Einwohner aus Immerath, LĂŒtzerath und Pesch (66 Prozent der Gesamtbevölkerung) nahmen an der Umsiedlung (Es musste dem Braunkohle Abbau gewichen werden[2]) teil. Das reine Baugebiet umfasste 18 Hektar und bot 270 GrundstĂŒcke fĂŒr 300 Haushalte. Die öffentlichen GrĂŒnflĂ€chen umfassten 5,7 Hektar und die StraĂen und Versorgungsanlagen 7,7 Hektar. Der stĂ€dtische Raumbedarf betrug fĂŒr BĂŒrgerhaus, Kindergarten und Turnhalle 0,7 Hektar. Die Planung des neuen Wohngebiets lehnte sich an die alte StraĂenfĂŒhrung an. Auf den ursprĂŒnglich geplanten Wiederaufbau der Pfarrkirche St. Lambertus wurde auf Wunsch des Bistums Aachen verzichtet.
Die Umsiedlung wurde im April 2017 offiziell abgeschlossen, auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch Menschen im alten Ort lebten.[3]
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kapelle St. Lambertus
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Trotz des Wunsches der Bevölkerung verzichtete das Bistum Aachen auf einen Kirchenbau im neuen Ort. Stattdessen wurde hier die Kapelle St. Lambertus (âsakraler Raumâ) nach PlĂ€nen des Architekten Johannes Klomp errichtet. Der erste Spatenstich war am 13. September 2013[4] und die Grundsteinlegung mit gleichzeitigem Richtfest am 12. April 2014.[5] Die Kapelle besitzt einen seitlich an das Schiff angebauten Glockenturm, in dem die vier Bronzeglocken der sechs alten Immerather Glocken wieder lĂ€uten. Der Altarraum wurde durch den KĂŒnstler Karl-Heinz Laufs gestaltet. Die Weihe des kleinen Gotteshauses fand am 28. MĂ€rz 2015 statt. Die Konsekration nahm der Aachener Weihbischof Karl Borsch vor.[6]
Friedhof
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Seit dem 23. April 2009 ist der neue Friedhof nutzbar, seine FlĂ€che betrĂ€gt ca. 10.000 Quadratmeter, fĂŒr GrĂ€ber sind 3.900 Quadratmeter nutzbar. Es ist Platz fĂŒr 726 WahlgrĂ€ber, 135 ReihengrĂ€ber und 80 Urnen. Alte Bestandteile des Friedhofes, wie alte Grabkreuze etc., werden in den folgenden Jahren noch an den neuen Friedhof gebracht.
Der zentrale Mittelpunkt des Friedhofes bildet noch ein neues Friedhofskreuz, der Friedhof wurde komplett ummauert, Àhnlich wie in Alt-Immerath.
KleindenkmÀler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis 2017 wurden die KleindenkmĂ€ler aus Alt-Immerath, LĂŒtzerath und Pesch an den Umsiedlungsort gebracht, dazu zĂ€hlen:
- Sieben FuĂfĂ€lle aus dem Jahr 1784
- das Hagelkreuz von 1784
- Sandsteinkreuz aus Pesch, Inschrift 1867
- Grabkreuz vom Paulshof aus LĂŒtzerath von 1790
- Wegekreuz vom Wachtmeisterhof aus LĂŒtzerath von 1867

Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die GrundschĂŒler Neu-Immeraths besuchen die Gemeinschaftsgrundschule im benachbarten KĂŒckhoven. Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien befinden sich in Erkelenz.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fahrrad
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine kostenlos zu nutzende E-Bike-Ladestation befindet sich am Kaisersaal, Immerather Markt.
Bus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die AVV-Buslinien EK1 und EK3 der WestVerkehr verbinden Immerath (neu) wochentags mit Erkelenz, Keyenberg und Holzweiler.
Zudem verkehrt der Multi-Bus seit dem 9. Juni 2024 kreisweit erweitert und zu einheitlichen Bedienzeiten. Mehr Informationen gibt es bei WestVerkehr.
| Linie | Verlauf |
|---|---|
| EK1 | (Erkelenz ZOB â) Erkelenz Bf â Wockerath â Terheeg â Venrath â Kuckum â (Berverath â) Unterwestrich â Abzw. Oberwestrich â Keyenberg â Holzweiler â KĂŒckhoven â Immerath (neu) â Bellinghoven â Erkelenz Bf (â Erkelenz ZOB) |
| EK3 | (Erkelenz ZOB â) Erkelenz Bf â Bellinghoven â Immerath (neu) â KĂŒckhoven â Holzweiler â KĂŒckhoven â Immerath (neu) â Bellinghoven â Erkelenz Bf (â Erkelenz ZOB) |
Bahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auto
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Westlich von Neu-Immerath verlĂ€uft die BundesstraĂe 57. Die nĂ€chstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Erkelenz SĂŒd, an der B57 bei Granterath, und Erkelenz Ost bei Mennekrath.
Kultur und Freizeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wahnenbusch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Waldgebiet Wahnenbusch liegt sĂŒdlich von Immerath (neu). Die FlĂ€che dieses Waldgebietes betrĂ€gt 25 ha.
Luna-Park
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die FlĂ€che des Luna-Parks betrĂ€gt 1,4 Hektar. Der Park dient als ökologische AusgleichsflĂ€che fĂŒr Neu-Immerath. Im Park stehen ein Spielplatz sowie GrĂŒnflĂ€chen fĂŒr die Erholung zur VerfĂŒgung. Der Park wurde in zwei Bauabschnitten errichtet. Die Planungen des Parks wurden von dem LandschaftsarchitekturbĂŒro Scheller aus Wegberg ĂŒbernommen. Der erste Bauabschnitt umfasste die vordere Parkanlage, an der MarktstraĂe mit dem Kinderspielplatz. Dieser Bauabschnitt konnte bereits 2009 fertiggestellt werden. Der zweite Bauabschnitt umfasst ein GrundstĂŒck von 3000 Quadratmetern und beinhaltet den Innenhof des neuen Kaisersaals, welcher mit der Parkanlage verschmolzen wurde.[7]
Sportanlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 22. September 2012 wurde die Immerather Sportanlage offiziell eingeweiht und dem SV Immerath fĂŒr den Spiel- und Trainingsbetrieb ĂŒbergeben. Neben dem Rasen-Sportplatz, der AbmaĂe gemÀà Bundesliganorm hat, wurde auch ein Bolzplatz gebaut. Dieser ist ein Ascheplatz mit Flutlicht und kann von den Dorfbewohnern genutzt werden. Im GebĂ€udekomplex der Turnhalle wurde das Vereinsheim des SV Immerath integriert, welches eine GrundflĂ€che von 54 Quadratmeter hat.
Sportplatz und Bolzplatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die FlÀche des Sportplatzes am Bellinghovener Weg 35 betrÀgt 12.600 Quadratmeter, der benachbarte Bolzplatz hat eine FlÀche von 900 Quadratmetern. Zwischen beiden PlÀtzen besteht eine Treppenverbindung, da ein Höhenunterschied von einem Meter existiert.
Turnhalle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Sporthalle wurde mit der Einweihung der Sportanlage am 22. September 2012 ebenfalls fertiggestellt. Die Sporthalle liegt in unmittelbarer NĂ€he zum Bolzplatz als auch zum Sportplatz. Es gibt zwei ZugĂ€nge zur Sporthalle. Der eine Zugang fĂŒhrt zu den UmkleiderĂ€umen sowie zum Schiedsrichter- und Ballraum des SV Immerath. Der zweite Eingang fĂŒhrt in die UmkleiderĂ€ume fĂŒr die Schulkinder der angrenzende KĂŒckhovener Grundschule. Zusammen mit zusĂ€tzlichen UmkleiderĂ€umen fĂŒr den Sportplatz kostete die Sporthalle insgesamt 1,8 Millionen Euro.
âKaisersaalâ mit Kindergarten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der (alte) âKaisersaalâ diente den Immerather Vereinen seit Anfang des 20. Jahrhunderts als VeranstaltungsstĂ€tte. Ein genaues Datum der Errichtung ist unbekannt. 1906 wurde das GebĂ€ude erstmals als âKaisersaalâ bezeichnet. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurde das GebĂ€ude stark beschĂ€digt und in den Folgejahren als Lagerhalle genutzt. 1966 kaufte die Gemeinde das GebĂ€ude auf Bestreben des damaligen Immerather BĂŒrgermeisters Johann Corsten, um es in der Folge unter tatkrĂ€ftiger UnterstĂŒtzung der Immerather Bevölkerung zu einem modernen Veranstaltungssaal umzubauen.[8]
Am 20. September 2010 wurde der Grundstein fĂŒr den neuen âKaisersaalâ gelegt. Die Eröffnung fand am 13. Januar 2012 statt. Der neue âKaisersaalâ besitzt eine groĂe Glasfront und eine direkte Verbindung zum angrenzenden Kindergarten. Das GebĂ€ude des âKaisersaalsâ besteht aus anderthalb Stockwerken und ist U-förmig gebaut, wĂ€hrend der Kindergarten auf das Erdgeschoss beschrĂ€nkt ist. âKaisersaalâ und Kindergarten grenzen an den Immerather Markt und im SĂŒden an den Luna-Park. Insgesamt betrugen die Baukosten 3 Millionen Euro. Die Planungen wurden vom ArchitektenbĂŒro Viehten aus Erkelenz ĂŒbernommen.
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Karnevalsgesellschaft SeckschĂŒrger von 2001 e. V.
- St. Sebastianus SchĂŒtzenbruderschaft Immerath von 1555
- Sportverein Immerath von 1911 e. V.
RegelmĂ€Ăige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- SchĂŒtzenfest und SpĂ€tkirmes
- Karnevalsveranstaltungen (Sessionseröffnung, Galasitzung, BSE-Ball/Prinzenbiwak, KostĂŒmball, Rosenmontagszug und -Ball)
- Unser Dorf spielt FuĂball
- Tanz in den Mai
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Corsten (1891â1982): Amtsrentmeister a. D., Brudermeister von 1954 bis 1972, TrĂ€ger des Bundesverdienstkreuzes und EhrenbĂŒrger der Stadt Erkelenz
- Gisela Berger: Als Vorsitzende des BĂŒrgerbeirats maĂgeblich fĂŒr Gestaltung und Wiedererrichtung der Infrastruktur am neuen Standort verantwortlich; ausgezeichnet mit der Ehrennadel der Stadt Erkelenz[9]
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2009 steht in Immerath (neu) eine Wetterstation des von Jörg Kachelmann gegrĂŒndeten Wetterdienstes Meteomedia. Die Station liefert neben den ĂŒblichen Werten wie Temperatur, Niederschlagsmenge und Luftfeuchtigkeit auch Daten zur Sichtweite an Meteomedia. Die Gesamtkosten von rund 22.000 Euro fĂŒr die neue Wetterstation ĂŒbernahmen RWE Power und NVV (7.500 Euro), Kachelmann/Meteomedia (6.800 Euro) und die Stadt Erkelenz.[10]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Fortschreibung Bevölkerungsstand am 31.12.2022. (PDF; 230 kB) In: erkelenz.de. Stadt Erkelenz, 31. Dezember 2022, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 6. MĂ€rz 2023; abgerufen am 12. Januar 2023.
- â Ein tiefer Graben. 14. Januar 2019, abgerufen am 21. MĂ€rz 2026.
- â RWE: Abgeschlossene Umsiedlungen â Immerath. Abgerufen am 30. Januar 2020 (deutsch).
- â RP-Online vom 14. September 2013 Artikel: Spatenstich fĂŒr Gemeindezentrum
- â RP-Online vom 14. April 2014 Artikel: Dreifachfeier in neuer BegegnungsstĂ€tte
- â Kapelle wĂŒrdevoll eingeweiht. ( vom 3. April 2015 im Webarchiv archive.today)
- â Heinsberger Zeitung vom 3. Juni 2011
- â Stadtarchiv Erkelenz
- â Rheinische Post vom 4. Januar 2014
- â Rheinische Post vom 15. Juni 2009
- â Hauptsatzung der Stadt Erkelenz, §4 Einteilung des Stadtgebietes in Stadtbezirke. (PDF) In: erkelenz.de. 28. September 2024, abgerufen am 2. Juni 2025.

