International Project Management Association
| International Project Management Association (IPMA) | |
|---|---|
| Rechtsform | Verein |
| GrĂŒndung | 1965 |
| GrĂŒnder | Roland Gutsch |
| Sitz | FraumĂŒnsterstrasse 17, ZĂŒrich, Schweiz |
| Aktionsraum | weltweit |
| PrĂ€sident | Mladen VukomanoviÄ |
| Website | www.ipma.world |
Die International Project Management Association (kurz IPMA) ist ein von Europa ausgehender weltumspannender Projektmanagementverband und seit 1995 Zertifizierungsstelle fĂŒr die hauseigenen Projektmanagement-Standards.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die IPMA wurde 1965 als Diskussionsrunde internationaler Projektmanager durch Roland Gutsch gegrĂŒndet und trug bis 1994 den Namen INTERNET.[1] Der erste internationale Kongress fand 1967 in Wien statt. 1979 formal etabliert wĂ€hlte sie die Schweiz als Sitz fĂŒr das Sekretariat und die Gesellschaft, internationale Expertenseminare wurden am Gottlieb Duttweiler Institut in RĂŒschlikon durchgefĂŒhrt. Rechtssitz der Gesellschaft ist ZĂŒrich in der Schweiz[2] und das IPMA Central Secretariat befindet sich in den Niederlanden (2002â2014: Nijkerk, seit 2014: Amsterdam).[3]
Unter dem Dach der IPMA sind 70 nationale Projektmanagementvereinigungen mit weltweit mehr als 40.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Die nationalen Vereinigungen professionalisieren Projektmanagement unter BerĂŒcksichtigung landesspezifischer kultureller Anforderungen. Um eine einheitlich hohe QualitĂ€t zu gewĂ€hrleisten und gemeinsame Standards zu wahren, gibt die IPMA seit 1999 die IPMA Individual Competence Baseline (ICB) heraus. Sie stellt die Grundlage der nationalen Projektmanagement Baselines dar, die wiederum die Basis fĂŒr die nationalen Zertifizierungsprogramme ist.
PrÀsidenten:
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IPMA Individual Competence Baseline
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die IPMA Individual Competence Baseline (ICB) ist der weltweite Standard fĂŒr individuelle Kompetenzen in den DomĂ€nen Projektmanagement, Programmmanagement und Projektportfoliomanagement und beschreibt ein umfassendes Kompetenzinventar. Grundlage der ersten internen Version der ICB waren die nationalen Competence Baselines aus GroĂbritannien, Schweiz, Deutschland und Frankreich. Die im Februar 1999 erstmals veröffentlichte Version ICB 2.0 umfasste 28 Kernelemente und 14 zusĂ€tzliche Elemente fĂŒr Wissen und Erfahrung im Projektmanagement, die in den nationalen Competence Baselines wiederzufinden waren.[7] Im Juni 2006 wurde die ICB 3.0 veröffentlicht, die die folgenden drei Kompetenzbereiche mit 46 Kompetenzelementen (in einem sog. Kompetenzauge zusammengefasst) umfasst:
| PM-Verhaltenskompetenzen | PM-Kontext Kompetenzen | PM-technische Kompetenzen |
|---|---|---|
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Die aktuelle ICB 4.0 wurde im September 2015 verabschiedet und umfasst 29 generische Kompetenzelemente in den drei Kompetenzbereichen Kontext-Kompetenzen, Persönliche und Soziale Kompetenzen sowie Technische Kompetenzen:[8]
| Kontext-Kompetenzen (Perspective) | Persönliche und Soziale Kompetenzen (People) | Technische Kompetenzen (Practice) |
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Zertifizierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ICB in der jeweils gĂŒltigen Version stellt die inhaltliche Grundlage fĂŒr die Zertifizierung in allen 70 LĂ€ndervertretungen dar. Die IPMA bietet seit 1995 Projektmanagement-Zertifizierungen an, seit 1998 bestehend aus einem vierstufigen Zertifizierungssystem (4-L-C) mit folgenden Zertifikatslevel:[9]
- IPMA Level A: Certified Projects Director
- IPMA Level B: Certified Senior Project Manager
- IPMA Level C: Certified Project Manager
- IPMA Level D: Certified Project Management Associate
Die ZertifikatsprĂŒfungen werden dabei von den jeweiligen LĂ€ndervertretungen abgenommen. Die Zertifikate haben eine GĂŒltigkeitsdauer von fĂŒnf Jahren und können re-zertifiziert werden. Bis 2020 hatte die IPMA weltweit ĂŒber 350.000 Zertifizierungen ausgestellt:[10]

LĂ€ndervertretungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weltweit gibt es derzeit 70 verschiedene LÀndervertretungen.[11] Den Zertifizierungszahlen der LÀndervertretungen lÀsst sich entnehmen, dass IPMA-Zertifikate insbesondere in der D-A-CH-Region verbreitet sind, im weltweiten Vergleich aber nicht den Bekanntheitsgrad wie PRINCE2 und PMBOK Guide besitzen.
| Land | Name der LĂ€ndervertretung | GrĂŒndungsjahr | Zertifizierte nach dem 4-L-C-System |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Deutsche Gesellschaft fĂŒr Projektmanagement (GPM) | 1979 | ĂŒber 75.000 (Stand: 01/2024)[12] |
| Ăsterreich | Projekt Management Austria (pma)[13] | 1973 | rund 22.300 (Stand: 2022)[14] |
| Schweiz | Swiss Project Management Association (spm) | 1983 | 28.070 (Stand: 01/2024)[15] |
| Vereinigtes Königreich | Association for Project Management (APM) | 1972 | |
| usw. |
Project Excellence Award
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die IPMA vergibt seit 2002 an Projektteams, die Spitzenleistung im Projektmanagement nachweisen, den IPMA International Project Excellence Award. Dieser wurde aus dem Deutschen Project Excellence Award (FrĂŒher: âDeutscher Projektmanagement Awardâ) entwickelt, den die GPM seit 1996 in Deutschland vergibt. Projektteams können sich um den Deutschen oder Internationalen Project Excellence Award bewerben. FĂŒr die besten Teams gibt es die drei Stufen:
- Project Excellence Award Finalist
- Project Excellence Award PreistrÀger
- Project Excellence Award Gewinner
Die Bewerber werden durch ein mehrstufiges Verfahren (Assessment) von jeweils einem fĂŒnfköpfigen Assessorenteam bewertet. Die Entscheidung ĂŒber die Vergabe einer der genannten Awardstufen trifft eine hochkarĂ€tig besetzte Jury.
Bewertung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die IPMA ICB stellt die Handlungskompetenzen der beteiligten Mitarbeiter in den Vordergrund, beschreibt aber keine Prozesse, Schritte, Vorgehensweisen, Methoden oder Tools. Neben der IPMA gibt es weitere Projektmanagement-Organisationen, die sich in Best-Practice-AnsĂ€tzen und Prozessmodellen stĂ€rker mit den Prozessen und AblĂ€ufen im Projektmanagement auseinandersetzen und Anleitungen geben wie Projekte erfolgreich durchgefĂŒhrt werden können.[16] Die weltweit bekanntesten Projektmanagementmethoden sind PRINCE2 von AXELOS und PMBOK Guide vom Project Management Institute. Im Vergleich zu diesen beiden skalierbaren Prozessstandards definiert die IPMA ICB GebrauchsfĂ€higkeiten fĂŒr die DurchfĂŒhrung von Projekten und empfiehlt oder beinhaltet keine bestimmten Prozesse oder eine Projektmethodik (durchgeplant oder agil).
- Kompetenzen werden nicht hinsichtlich spezifischer Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb eines Projektmanagement-Teams besprochen, sondern vielmehr hinsichtlich der DomĂ€nen Projektmanagement, Programmmanagement und Projektportfoliomanagement. Die Kompetenzen hinsichtlich der drei DomĂ€nen werden in der ICB 4.0 in drei verschiedenen â gröĂtenteils inhaltlich deckungsgleichen â Publikationen beschrieben was einen Vergleich der Kompetenzunterschiede zwischen den DomĂ€nen erschwert.
- Da die IPMA ICB nur eine Richtlinie ist, wird das in den einzelnen LĂ€ndervertretungen vertretene Projektmanagement â in Anlehnung an den Aufbau der ICB â mit jeweils eigenen umfassenderen FachbĂŒchern ergĂ€nzt (z. B. in Deutschland mit dem 5-stufigen GPM).[17] Auch unterscheidet sich das Zertifikatslayout je nach LĂ€ndervertretung, was zu Problemen bei der Anerkennung im Ausland fĂŒhren kann.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ICB 4.0
- ICB 4.0 Deutsch auf den Seiten der GPM.
- GPM (Hrsg.): Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM4). Handbuch fĂŒr Praxis und Weiterbildung im Projektmanagement, NĂŒrnberg 2019, ISBN 978-3-924841-77-5 (1700 Seiten).
- ICB 3.0
- ICB 3.0 Deutsch auf den Seiten der PMA.
- ICB 3.1 Deutsch auf den Seiten der PMA.
- Michael Gessler (Hrsg.): Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3). Handbuch fĂŒr die Projektarbeit, Qualifizierung und Zertifizierung auf Basis der IPMA Competence Baseline Version 3.0, 8. Aufl. (1. Auflage 2009), NĂŒrnberg 2016, ISBN 978-3-924841-74-4 (2540 Seiten).
- ICB 2.0
- Gilles Caupin, Hans Knöpfel, Peter Morris, Erhard Motzel, Olaf PannenbÀcker: ICB. IPMA Competence Baseline, ISBN 978-3-00-004057-3 (112 Seiten).
- Heinz Schelle, Roland Ottmann, Astrid Pfeiffer: ProjektManager., 3. Aufl. (2. Aufl. 2005), NĂŒrnberg 2008, ISBN 978-3-924841-26-3 (560 Seiten).
- Sandra Bartsch-Beuerlein, Roland Ottmann, Wulff Seiler: ProjektManager Taxonomie, NĂŒrnberg 2005, ISBN 978-3-924841-27-0 (24 Seiten).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â https://web.archive.org/web/19980118100734/http://www.ipma.ch/aboutipm.htm
- â North Data: IPMA International Project Management Association, ZĂŒrich, Schweiz, abgerufen am 9. November 2023.
- â Kontaktseite der Organisation
- â IPMA 50 years Building Bridges Worldwide
- â https://www.ipma.world/joop-schefferlie-the-impact-of-projects-and-project-management-will-increase/
- â IPMA CoD Seville 09 2023 Elections - Results. In: ipma.world. IPMA, September 2023, abgerufen am 30. Januar 2024 (englisch).
- â Archivierte Kopie ( des vom 8. Mai 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/GPM/Know-How/programm-icb4/IPMA_ICB4_PM_deutsch_170213.pdf
- â https://www.ipma.world/individuals/certification/
- â https://www.vzpm.ch/fileadmin/dokumente/downloads/English/IPMA_Yearbook_2020.pdf
- â https://www.ipma.world/about-us/membership-associations/member-associations-ma/
- â Zertifizierte Projektmanager in Deutschland. GPM Deutsche Gesellschaft fĂŒr Projektmanagement e. V.
- â Ăber uns. Projekt Management Austria, abgerufen am 8. September 2019.
- â https://www.pma.at/de/ueber-uns/presse/presseaussendung-zertifizierungszahlen-2021
- â https://www.vzpm.ch/de/
- â https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/GPM/Know-How/programm-icb4/IPMA_ICB4_PM_deutsch_170213.pdf
- â https://www.gpm-ipma.de/weiterbildung-mit-zertifikat/projektmanagement