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International Project Management Association

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
International Project Management Association
(IPMA)
Logo
Rechtsform Verein
GrĂŒndung 1965
GrĂŒnder Roland Gutsch
Sitz FraumĂŒnsterstrasse 17, ZĂŒrich, Schweiz
Aktionsraum weltweit
PrĂ€sident Mladen Vukomanović
Website www.ipma.world

Die International Project Management Association (kurz IPMA) ist ein von Europa ausgehender weltumspannender Projektmanagementverband und seit 1995 Zertifizierungsstelle fĂŒr die hauseigenen Projektmanagement-Standards.

Die IPMA wurde 1965 als Diskussionsrunde internationaler Projektmanager durch Roland Gutsch gegrĂŒndet und trug bis 1994 den Namen INTERNET.[1] Der erste internationale Kongress fand 1967 in Wien statt. 1979 formal etabliert wĂ€hlte sie die Schweiz als Sitz fĂŒr das Sekretariat und die Gesellschaft, internationale Expertenseminare wurden am Gottlieb Duttweiler Institut in RĂŒschlikon durchgefĂŒhrt. Rechtssitz der Gesellschaft ist ZĂŒrich in der Schweiz[2] und das IPMA Central Secretariat befindet sich in den Niederlanden (2002–2014: Nijkerk, seit 2014: Amsterdam).[3]

Unter dem Dach der IPMA sind 70 nationale Projektmanagementvereinigungen mit weltweit mehr als 40.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Die nationalen Vereinigungen professionalisieren Projektmanagement unter BerĂŒcksichtigung landesspezifischer kultureller Anforderungen. Um eine einheitlich hohe QualitĂ€t zu gewĂ€hrleisten und gemeinsame Standards zu wahren, gibt die IPMA seit 1999 die IPMA Individual Competence Baseline (ICB) heraus. Sie stellt die Grundlage der nationalen Projektmanagement Baselines dar, die wiederum die Basis fĂŒr die nationalen Zertifizierungsprogramme ist.

PrÀsidenten:

  • 1972–1976: Olof Hörberg (Schweden)
  • 1976–1982: Roland Gutsch (Deutschland)
  • 1982–1985: Steen Lichtenberg (DĂ€nemark)
  • 1985–1988: Eric Gabriel (UK)
  • 1988–1991: Roland Gutsch (Deutschland)
  • 1991–1994: Morten Fangel (DĂ€nemark)
  • 1994–1996: Klaus PannenbĂ€cker (Deutschland)
  • 1996–1998: Giles Caupin (Frankreich)
  • 1998–2000: Rodney Turner (UK)
  • 2000–2002: Daniel Scheifele (Schweiz)
  • 2002–2004: Miles Shepard (UK)
  • 2004–2006: Adesh Jain (Indien)
  • 2006–2008: Veikko VĂ€lilĂ€ (Finnland)
  • 2008–2010: Brigitte Schaden (Österreich)
  • 2010–2012: Roberto Mori (Italien)
  • 2012–2014: Mladen Radujkovic (Kroatien)
  • 2015–2017: Reinhard Wagner (Deutschland)[4]
  • 2018–2020: JesĂșs MartĂ­nez Almela (Spanien)
  • 2021–2023: Joop Schefferlie (Niederlande)[5]
  • 2024-: Mladen Vukomanović (Kroatien)[6]

IPMA Individual Competence Baseline

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Die IPMA Individual Competence Baseline (ICB) ist der weltweite Standard fĂŒr individuelle Kompetenzen in den DomĂ€nen Projektmanagement, Programmmanagement und Projektportfoliomanagement und beschreibt ein umfassendes Kompetenzinventar. Grundlage der ersten internen Version der ICB waren die nationalen Competence Baselines aus Großbritannien, Schweiz, Deutschland und Frankreich. Die im Februar 1999 erstmals veröffentlichte Version ICB 2.0 umfasste 28 Kernelemente und 14 zusĂ€tzliche Elemente fĂŒr Wissen und Erfahrung im Projektmanagement, die in den nationalen Competence Baselines wiederzufinden waren.[7] Im Juni 2006 wurde die ICB 3.0 veröffentlicht, die die folgenden drei Kompetenzbereiche mit 46 Kompetenzelementen (in einem sog. Kompetenzauge zusammengefasst) umfasst:

PM-Verhaltenskompetenzen PM-Kontext Kompetenzen PM-technische Kompetenzen
  • FĂŒhrung
  • Engagement und Motivation
  • Selbstkontrolle
  • Durchsetzungskraft
  • Entspannung und StressbewĂ€ltigung
  • Offenheit
  • KreativitĂ€t
  • Ergebnisorientierung
  • Effizienz
  • Beratung
  • Verhandlungen
  • Konflikte und Krisen
  • VerlĂ€sslichkeit
  • WertschĂ€tzung
  • Ethik
  • Projektorientierung
  • Programmorientierung
  • Portfolioorientierung
  • EinfĂŒhrung von Projekt-, Programm-
    und Projektportfoliomanagement
  • Stammorganisation
  • Business
  • Systeme, Produkte und Technologie
  • Personalmanagement
  • Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
  • Finanzmanagement
  • Recht
  • Projektmanagementerfolg
  • Interessierte Parteien und Umwelten
  • Projektanforderungen und Projektziele
  • Risiken und Chancen
  • QualitĂ€t
  • Projektorganisation
  • Teamarbeit
  • Problemlösung
  • Projektstrukturen
  • Leistungsumfang und Lieferobjekte
  • Projektphasen, Ablauf und Termine
  • Ressourcen
  • Kosten und Finanzen
  • Beschaffung und VertrĂ€ge
  • Änderungen
  • Überwachung, Steuerung und Berichtswesen
  • Information und Dokumentation
  • Kommunikation
  • Projektstart
  • Projektabschluss

Die aktuelle ICB 4.0 wurde im September 2015 verabschiedet und umfasst 29 generische Kompetenzelemente in den drei Kompetenzbereichen Kontext-Kompetenzen, Persönliche und Soziale Kompetenzen sowie Technische Kompetenzen:[8]

Kontext-Kompetenzen (Perspective) Persönliche und Soziale Kompetenzen (People) Technische Kompetenzen (Practice)
  • Strategie
  • Governance, Strukturen und Prozesse
  • Compliance, Standards und Regularien
  • Macht und Interessen
  • Kultur und Werte
  • Selbstreflexion und Selbstmanagement
  • Persönliche IntegritĂ€t und VerlĂ€sslichkeit
  • Persönliche Kommunikation
  • Beziehungen und Engagement
  • FĂŒhrung
  • Teamarbeit
  • Konflikte und Krisen
  • Vielseitigkeit
  • Verhandlungen
  • Ergebnisorientierung
  • Projekt-, Programm- bzw. Portfoliodesign
  • Anforderungen, Nutzen und Ziele
  • Leistungsumfang und Lieferobjekte
  • Ablauf und Termine
  • Organisation, Information und Dokumentation
  • QualitĂ€t
  • Kosten und Finanzierung
  • Ressourcen
  • Beschaffung
  • Planung und Steuerung
  • Chancen und Risiken
  • Stakeholder
  • Change und Transformation
  • Projektselektion und Portfoliobalance
    (im Programm- und Portfoliomanagement)

Die ICB in der jeweils gĂŒltigen Version stellt die inhaltliche Grundlage fĂŒr die Zertifizierung in allen 70 LĂ€ndervertretungen dar. Die IPMA bietet seit 1995 Projektmanagement-Zertifizierungen an, seit 1998 bestehend aus einem vierstufigen Zertifizierungssystem (4-L-C) mit folgenden Zertifikatslevel:[9]

  • IPMA Level A: Certified Projects Director
  • IPMA Level B: Certified Senior Project Manager
  • IPMA Level C: Certified Project Manager
  • IPMA Level D: Certified Project Management Associate

Die ZertifikatsprĂŒfungen werden dabei von den jeweiligen LĂ€ndervertretungen abgenommen. Die Zertifikate haben eine GĂŒltigkeitsdauer von fĂŒnf Jahren und können re-zertifiziert werden. Bis 2020 hatte die IPMA weltweit ĂŒber 350.000 Zertifizierungen ausgestellt:[10]

LĂ€ndervertretungen

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Weltweit gibt es derzeit 70 verschiedene LÀndervertretungen.[11] Den Zertifizierungszahlen der LÀndervertretungen lÀsst sich entnehmen, dass IPMA-Zertifikate insbesondere in der D-A-CH-Region verbreitet sind, im weltweiten Vergleich aber nicht den Bekanntheitsgrad wie PRINCE2 und PMBOK Guide besitzen.

Land Name der LĂ€ndervertretung GrĂŒndungsjahr Zertifizierte nach dem 4-L-C-System
DeutschlandDeutsche Gesellschaft fĂŒr Projektmanagement (GPM)1979ĂŒber 75.000 (Stand: 01/2024)[12]
ÖsterreichProjekt Management Austria (pma)[13]1973rund 22.300 (Stand: 2022)[14]
SchweizSwiss Project Management Association (spm)198328.070 (Stand: 01/2024)[15]
Vereinigtes KönigreichAssociation for Project Management (APM)1972
usw.

Project Excellence Award

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Die IPMA vergibt seit 2002 an Projektteams, die Spitzenleistung im Projektmanagement nachweisen, den IPMA International Project Excellence Award. Dieser wurde aus dem Deutschen Project Excellence Award (FrĂŒher: „Deutscher Projektmanagement Award“) entwickelt, den die GPM seit 1996 in Deutschland vergibt. Projektteams können sich um den Deutschen oder Internationalen Project Excellence Award bewerben. FĂŒr die besten Teams gibt es die drei Stufen:

  1. Project Excellence Award Finalist
  2. Project Excellence Award PreistrÀger
  3. Project Excellence Award Gewinner

Die Bewerber werden durch ein mehrstufiges Verfahren (Assessment) von jeweils einem fĂŒnfköpfigen Assessorenteam bewertet. Die Entscheidung ĂŒber die Vergabe einer der genannten Awardstufen trifft eine hochkarĂ€tig besetzte Jury.

  • Die IPMA ICB stellt die Handlungskompetenzen der beteiligten Mitarbeiter in den Vordergrund, beschreibt aber keine Prozesse, Schritte, Vorgehensweisen, Methoden oder Tools. Neben der IPMA gibt es weitere Projektmanagement-Organisationen, die sich in Best-Practice-AnsĂ€tzen und Prozessmodellen stĂ€rker mit den Prozessen und AblĂ€ufen im Projektmanagement auseinandersetzen und Anleitungen geben wie Projekte erfolgreich durchgefĂŒhrt werden können.[16] Die weltweit bekanntesten Projektmanagementmethoden sind PRINCE2 von AXELOS und PMBOK Guide vom Project Management Institute. Im Vergleich zu diesen beiden skalierbaren Prozessstandards definiert die IPMA ICB GebrauchsfĂ€higkeiten fĂŒr die DurchfĂŒhrung von Projekten und empfiehlt oder beinhaltet keine bestimmten Prozesse oder eine Projektmethodik (durchgeplant oder agil).
  • Kompetenzen werden nicht hinsichtlich spezifischer Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb eines Projektmanagement-Teams besprochen, sondern vielmehr hinsichtlich der DomĂ€nen Projektmanagement, Programmmanagement und Projektportfoliomanagement. Die Kompetenzen hinsichtlich der drei DomĂ€nen werden in der ICB 4.0 in drei verschiedenen – grĂ¶ĂŸtenteils inhaltlich deckungsgleichen – Publikationen beschrieben was einen Vergleich der Kompetenzunterschiede zwischen den DomĂ€nen erschwert.
  • Da die IPMA ICB nur eine Richtlinie ist, wird das in den einzelnen LĂ€ndervertretungen vertretene Projektmanagement – in Anlehnung an den Aufbau der ICB – mit jeweils eigenen umfassenderen FachbĂŒchern ergĂ€nzt (z. B. in Deutschland mit dem 5-stufigen GPM).[17] Auch unterscheidet sich das Zertifikatslayout je nach LĂ€ndervertretung, was zu Problemen bei der Anerkennung im Ausland fĂŒhren kann.
  • ICB 4.0
    • ICB 4.0 Deutsch auf den Seiten der GPM.
    • GPM (Hrsg.): Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM4). Handbuch fĂŒr Praxis und Weiterbildung im Projektmanagement, NĂŒrnberg 2019, ISBN 978-3-924841-77-5 (1700 Seiten).
  • ICB 3.0
    • ICB 3.0 Deutsch auf den Seiten der PMA.
    • ICB 3.1 Deutsch auf den Seiten der PMA.
    • Michael Gessler (Hrsg.): Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3). Handbuch fĂŒr die Projektarbeit, Qualifizierung und Zertifizierung auf Basis der IPMA Competence Baseline Version 3.0, 8. Aufl. (1. Auflage 2009), NĂŒrnberg 2016, ISBN 978-3-924841-74-4 (2540 Seiten).
  • ICB 2.0
    • Gilles Caupin, Hans Knöpfel, Peter Morris, Erhard Motzel, Olaf PannenbĂ€cker: ICB. IPMA Competence Baseline, ISBN 978-3-00-004057-3 (112 Seiten).
    • Heinz Schelle, Roland Ottmann, Astrid Pfeiffer: ProjektManager., 3. Aufl. (2. Aufl. 2005), NĂŒrnberg 2008, ISBN 978-3-924841-26-3 (560 Seiten).
    • Sandra Bartsch-Beuerlein, Roland Ottmann, Wulff Seiler: ProjektManager Taxonomie, NĂŒrnberg 2005, ISBN 978-3-924841-27-0 (24 Seiten).
Commons: International Project Management Association – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ https://web.archive.org/web/19980118100734/http://www.ipma.ch/aboutipm.htm
  2. ↑ North Data: IPMA International Project Management Association, ZĂŒrich, Schweiz, abgerufen am 9. November 2023.
  3. ↑ Kontaktseite der Organisation
  4. ↑ IPMA 50 years Building Bridges Worldwide
  5. ↑ https://www.ipma.world/joop-schefferlie-the-impact-of-projects-and-project-management-will-increase/
  6. ↑ IPMA CoD Seville 09 2023 Elections - Results. In: ipma.world. IPMA, September 2023, abgerufen am 30. Januar 2024 (englisch).
  7. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. Mai 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/GPM/Know-How/programm-icb4/IPMA_ICB4_PM_deutsch_170213.pdf
  9. ↑ https://www.ipma.world/individuals/certification/
  10. ↑ https://www.vzpm.ch/fileadmin/dokumente/downloads/English/IPMA_Yearbook_2020.pdf
  11. ↑ https://www.ipma.world/about-us/membership-associations/member-associations-ma/
  12. ↑ Zertifizierte Projektmanager in Deutschland. GPM Deutsche Gesellschaft fĂŒr Projektmanagement e. V.
  13. ↑ Über uns. Projekt Management Austria, abgerufen am 8. September 2019.
  14. ↑ https://www.pma.at/de/ueber-uns/presse/presseaussendung-zertifizierungszahlen-2021
  15. ↑ https://www.vzpm.ch/de/
  16. ↑ https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/GPM/Know-How/programm-icb4/IPMA_ICB4_PM_deutsch_170213.pdf
  17. ↑ https://www.gpm-ipma.de/weiterbildung-mit-zertifikat/projektmanagement