Ludwig Konrad Bethmann
Ludwig Konrad Bethmann, auch Ludwig Conrad Bethmann (* 23. Juni 1812 in Helmstedt; â 5. Dezember 1867 in WolfenbĂŒttel) war ein deutscher Historiker, Bibliothekar und Hochschullehrer. Er leitete von 1854 bis 1867 die Herzog August Bibliothek in WolfenbĂŒttel.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ludwig Konrad Bethmann wurde 1812 in Helmstedt geboren. Er besuchte das dortige Gymnasium bis zum Abitur im Jahr 1830. Er studierte anschlieĂend Geschichte, Germanistik und Altertumskunde an der UniversitĂ€t Göttingen. Zu seinen akademischen Lehrern zĂ€hlten Jacob und Wilhelm Grimm, Karl Otfried MĂŒller und Friedrich Christoph Dahlmann. Bethmann bestand 1833 das Staatsexamen fĂŒr das höhere Lehramt und war nachfolgend zunĂ€chst als Hauslehrer tĂ€tig, bevor er 1838 bei Dahlmann in Jena zum Dr. phil. promoviert wurde.
Mitarbeit an den Monumenta Germaniae Historica, Archivreisen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den Jahren 1834 und 1837 bis 1854 war Bethmann unter Georg Heinrich Pertz Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica. Er edierte rund 30 Texte, darunter die Weltchronik des Sigebert von Gembloux (1844) und die Chronik des Klosters Novalesa (1846). Mehrere wissenschaftliche Handschriftenreisen fĂŒhrten ihn nach Holland, Belgien, Frankreich und 1844 nach Italien. Von dort aus besuchte er Griechenland und Ăgypten, wo er mit Karl Richard Lepsius zusammentraf, mit dem er zeitlebens befreundet blieb. Bethmann kehrte 1846 nach Deutschland zurĂŒck. Er blieb vier Jahre in Berlin und ging 1850 erneut nach Italien, wo er in mehreren Archiven und Bibliotheken arbeitete.
Leiter der Herzog August Bibliothek WolfenbĂŒttel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Pensionierung des WolfenbĂŒtteler Bibliotheksleiters Karl Philipp Christian Schönemann erhielt Bethmann wĂ€hrend seines Italienaufenthalts 1854 einen Ruf der herzoglichen Regierung auf diese Position. Er trat die Stelle im Oktober 1854 an und hatte sie bis zu seinem Tod inne. Er erwarb sich Verdienste um die Weiterentwicklung der Bibliothek, indem er 1856 das Pflichtexemplarrecht fĂŒr VerlagsneugrĂŒndungen im Herzogtum Braunschweig erreichte und 1861 den Etat fĂŒr BĂŒcherkĂ€ufe von 400 auf 800 Taler erhöhte. FĂŒr die ZugĂ€nge seit etwa 1700 fĂŒhrte er nach einer modernen Systematik eine neue Aufstellung ein, die heutige Mittlere Aufstellung. Weiterhin richtete er eine Fernleihe fĂŒr Handschriften und Drucke ein. WĂ€hrend seiner Amtszeit war eine deutliche Steigerung der Ausleihzahlen zu verzeichnen.[1]
Bethmann hielt in den letzten Jahren seines Lebens Vorlesungen ĂŒber Geschichte der Baukunst am Collegium Carolinum in Braunschweig. Er war korrespondierendes Mitglied der Akademien in Berlin[2] und Göttingen[3] sowie des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts in Rom.
Bethmann starb im Dezember 1867 im Alter von 55 Jahren in WolfenbĂŒttel.
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sigeberti Gemblacensis chronica cum continuationibus. In: Georg Heinrich Pertz u. a. (Hrsg.): Scriptores (in Folio) 6: Chronica et annales aevi Salici. Hannover 1844, S. 268â535 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat).
- Einige Handschriften der GrĂ€flich Schönbornâschen Bibliothek in Pommersfelde. In: Serapeum 6, 1845, S. 33â39.
- Reise durch Deutschland und Italien in den Jahren 1844â1846. In: Archiv der Gesellschaft fĂŒr Ă€ltere deutsche Geschichtskunde 9, 1847, S. 513â658.
- Die GrĂŒndung Braunschweigs und der Dom Heinrichs des Löwen. In: Westermanns Jahrbuch der Illustrirten Deutschen Monatshefte 10, 1861, S. 524â559.
- Herzog August der JĂŒngere, der GrĂŒnder der WolfenbĂŒttler Bibliothek, Bindseil, WolfenbĂŒttel 1863 (Digitalisat).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werner Arnold: Bethmann, Ludwig Conrad. In: Georg Ruppelt und Sabine Solf (Hrsg.): Lexikon zur Geschichte und Gegenwart der Herzog August Bibliothek WolfenbĂŒttel, Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1992, ISBN 3-447-03922-1, S. 28.
- Otto von Heinemann: Bethmann, Ludwig Konrad. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 573 f.
- Otto von Heinemann: Die Herzogliche Bibliothek zu WolfenbĂŒttel. Ein Beitrag zur Geschichte deutscher BĂŒchersammlungen. 2., völlig neugearb. Aufl. WolfenbĂŒttel 1894 (Reprint Amsterdam 1969), S. 232 ff. (Digitalisat).
- Wolfgang Milde: Bethmann, Ludwig Konrad. In: Horst-RĂŒdiger Jarck, GĂŒnter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 61.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Otto von Heinemann: Die Herzogliche Bibliothek zu WolfenbĂŒttel. Ein Beitrag zur Geschichte deutscher BĂŒchersammlungen. 2., völlig neugearb. Aufl. WolfenbĂŒttel 1894 (Reprint Amsterdam 1969), S. 241.
- â Mitglieder â historisch: Ludwig Konrad Bethmann. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 26. August 2025.
- â Mitglieder: Ludwig Konrad Bethmann. NiedersĂ€chsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 26. August 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bethmann, Ludwig Konrad |
| ALTERNATIVNAMEN | Bethmann, Ludwig Conrad |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker, Bibliothekar und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 23. Juni 1812 |
| GEBURTSORT | Helmstedt |
| STERBEDATUM | 5. Dezember 1867 |
| STERBEORT | WolfenbĂŒttel |
- Mittelalterhistoriker
- Bibliothekar (Herzog August Bibliothek WolfenbĂŒttel)
- Hochschullehrer (Technische UniversitÀt Braunschweig)
- Mitglied der NiedersÀchsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Mitglied der PreuĂischen Akademie der Wissenschaften
- Absolvent der Georg-August-UniversitÀt Göttingen
- Autor
- Deutscher
- Geboren 1812
- Gestorben 1867
- Mann