Of Human Hearts
| Film | |
| Titel | Of Human Hearts |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1938 |
| LĂ€nge | 103Â Minuten |
| Stab | |
| Regie | Clarence Brown |
| Drehbuch | Bradbury Foote |
| Produktion | Clarence Brown, John W. Considine Jr. |
| Musik | Herbert Stothart |
| Kamera | Clyde De Vinna |
| Schnitt | Frank E. Hull |
| Besetzung | |
| |
Of Human Hearts ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Clarence Brown aus dem Jahr 1938 nach dem 1917 erschienenen Roman Benefits Forgot von Honoré Morrow.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den frĂŒhen 1850er Jahren zieht Reverend Ethan Wilkins von seiner wohlhabenden Gemeinde in Maryland in ein Ă€rmliches Dorf am Ohio River. WĂ€hrend seiner Frau Mary klar ist, dass die Familie eines Geistlichen Opfer bringen muss, kann sich Sohn Jason nicht mit dem neuen und hĂ€rteren Leben abfinden. Jason freundet sich mit dem alkoholkranken Arzt Dr. Shingle an. Sein Vater verĂ€rgert ihn mit seiner Meinung ĂŒber die Magazine, die der Arzt zum Lesen anbietet. Mutter Mary verkauft einige Silberlöffel um ihrem Sohn ein Abonnement des Harperâs Magazine zu kaufen. Doch gerade dieses Magazin findet Evan als unpassend fĂŒr den Sohn eines Geistlichen.
Zehn Jahre spĂ€ter hegt der nun erwachsene Jason immer noch Groll gegen seinen Vater. Evan will, dass Jason ihn auf einer seiner Fahrten zu weiter entfernt lebenden Gemeindemitgliedern begleitet. Jason weigert sich, einen abgetragenen alten Mantel aus zweiter Hand zu tragen. Der daraus resultierende Streit mit seinem Vater veranlasst Jason, sein Elternhaus zu verlassen. Er zieht nach Virginia, um dort Medizin zu studieren. Mary leidet unter der Trennung. Sie verkauft viele ErinnerungsstĂŒcke der Familie, um ihren Sohn in der Ferne mit Geld zu versorgen. Doch weder Mary noch der gesundheitlich angeschlagene Ethan beklagen sich.
Kurz vor seiner Promotion als Arzt erhĂ€lt Jason einen Brief seiner Mutter, in dem sie ihm vom baldigen Tod seines Vaters schreibt. Jason reist nach Hause und hat noch einige wenige Augenblicke mit dem sterbenden Vater. Mary ist nun eine verarmte Witwe, die sich durch NĂ€harbeiten ĂŒber Wasser hĂ€lt. Ihre einzige Freude sind die seltenen Briefe ihres Sohnes. In einem der Briefe kĂŒndigt Jason seinen Besuch zum Weihnachtsfest an. Doch schon im nĂ€chsten Brief sagt er den Besuch wieder ab. Er muss in Virginia bleiben und braucht mehr Geld. Mary verkauft ihre letzten Wertsachen, darunter ihren goldenen Ehering, an den habgierigen GeschĂ€ftsmann George Ames, der das Geld an Jason schicken soll. Dr. Shingle, der Zeuge dieses Handels ist, ĂŒberzeugt Ames davon, sich einem Aderlass zu unterziehen. Dabei kann der Arzt heimlich den Ring an sich bringen und Mary zurĂŒckgeben.
Einige Zeit spĂ€ter ist der BĂŒrgerkrieg in vollem Gange. Jason wird eingezogen und hört auf, seiner Mutter zu schreiben. Jason bekommt eine Vorladung ins WeiĂe Haus und ist erstaunt, mit dem PrĂ€sidenten Abraham Lincoln zusammenzutreffen. Der PrĂ€sident erzĂ€hlt ihm, dass seine Mutter an ihn geschrieben habe, um herauszufinden, wo Jasons Grab zu finden sei. Sie war der Ăberzeugung, ihr Sohn sei gefallen, weil sie keine Briefe mehr erhalten habe. Lincoln nimmt Jason das Versprechen ab, Mary jede Woche zu schreiben.
Jason kehrt zu seiner Einheit zurĂŒck und findet dort Pilgrim, das treue Familienpferd, das seine Mutter verkaufen musste, vor. Er kann seinen Vorgesetzten Captain Griggs davor bewahren, einen Arm durch Amputation zu verlieren. Als Belohnung darf er mit Pilgrim nach Hause zu seiner Mutter. Zu Hause wird er von seiner glĂŒcklichen Mutter begrĂŒĂt. Zum Schluss findet ein Abendessen statt, an dem Jason, Mary, Dr. Shingle und Jasons Jugendfreundin Annie Hawks teilnehmen.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Premiere fand am 5. Februar 1938 statt. FĂŒr das Szenenbild des Films waren Cedric Gibbons und Edwin B. Willis verantwortlich. Toningenieur war Douglas Shearer.
In diesem Film spielte Beulah Bondi das erste Mal die Mutter von James Stewart. Es folgten drei weitere Filme in dieser Konstellation: Vivacious Lady (1938), Mr. Smith geht nach Washington (1939) und Ist das Leben nicht schön? (1946). 1971 trat sie ein letztes Mal als Stewarts Mutter in einer Folge von dessen Fernsehserie The Jimmy Stewart Show auf.
In kleinen Nebenrollen sind Ward Bond und Brenda Fowler zu sehen. Of Human Hearts war der letzte von ĂŒber 80 Filmen des Schauspielers Robert McWade, der Dr. Crumm in einer Nebenrolle spielt. Nur wenige Sekunden, nachdem McWade seine letzte Szene neben James Stewart fertiggestellt hatte, erlitt der 65-jĂ€hrige einen Herzinfarkt und starb sofort. Seine letzten Worte sollen âYes, thatâs my final sceneâ gewesen sein.[1]
WĂ€hrend der Arbeitstitel wie auch der Romantitel Benefits Forgot aus der siebten Szene des zweiten Akts des TheaterstĂŒcks Wie es euch gefĂ€llt von William Shakespeare stammt (Originaltext: âFreeze, Freeze, thou bitter sky, Thou dost not bite so nigh as Benefits Forgotâ), veranstaltete das Produktionsstudio MGM einen landesweiten Wettbewerb, um einen passenden Titel fĂŒr den Film zu finden. Der Sieger, ein Student aus South Carolina, erhielt als Preis 5000 US-Dollar.[2]
Einem Bericht des Magazins Life zufolge kostete allein die Schlachtszene 50.000 US-Dollar. Die Szene, die auf keinem historischen Gefecht des BĂŒrgerkrieges beruht, wurde mit ca. 2000 Komparsen gedreht.[2]
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Variety zeigte sich enttĂ€uscht von dem Film, was die Zeitung auf das langsame Tempo und die schlechte Stimmung zurĂŒckfĂŒhrte.[3]
Die Biografin von Regisseur Brown, Gwenda Young, sieht diesen Film als seinen persönlichsten aus den 1930er-Jahren an. Die Produktionen der MGM aus dieser Zeit wĂŒrden oft fĂŒr ihre sentimentalen Stimmungen kritisiert werden, aber Brown gehe es hier eher um eine âErforschung der Stimmungenâ, was etwas anderes sei, und um ein Verdeutlichen von Begegnungen und Emotionen, welche die Lebenswege von Menschen zeichnen können. Es gebe in Of Human Hearts auch eindrĂŒckliche und ehrliche Schilderungen vom amerikanischen Kleinstadt- und Dorfleben und dessen Werten.[4]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beulah Bondi war bei der Oscarverleihung 1939 in der Kategorie Beste Nebendarstellerin nominiert.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Of Human Hearts bei IMDb
- Of Human Hearts bei Turner Classic Movies (englisch, derzeit von Deutschland aus nicht zugÀnglich)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Vgl. immortalephemera.com
- 1 2 Vgl. Notes auf tcm.com
- â Vgl. Of Human Hearts. In: Variety, 1938.
- â Gwenda Young: Clarence Brown: Hollywood's Forgotten Master. University Press of Kentucky, 2018, ISBN 978-0-8131-7597-3 (google.de [abgerufen am 27. Mai 2026]).