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Riespach

Gesichtet
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Riespach
Riespach (Frankreich)
Riespach (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Altkirch
Kanton Altkirch
Gemeindeverband Sundgau
Koordinaten 47° 32′ N, 7° 17′ OKoordinaten: 47° 32′ N, 7° 17′ O
Höhe 355–455 m
Fläche 7,57 km²
Einwohner 653 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 86 Einw./km²
Postleitzahl 68640
INSEE-Code

Rathaus Riespach

Riespach ist eine französische Gemeinde mit 653 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Altkirch, zum Kanton Altkirch und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sundgau.

Die Gemeinde Riespach liegt im Tal des namengebenden Riesbaches, der als Geischbach in die obere Ill mündet. Die Sundgau-Gemeinde ist 13 Kilometer von Altkirch und 25 Kilometer von Basel entfernt.

Nachbargemeinden von Riespach sind Illtal im Norden und Nordosten, Waldighofen und Roppentzwiller (Berührungspunkt) im Osten, Vieux-Ferrette im Süden, Kœstlach und Hindlingen im Südwesten sowie Feldbach im Westen.

Riespach liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland im Bereich der unter der Lössdecke lagernden Sundgauschotter. Diese sind die Hinterlassenschaft einer einst (im Pliozän und Altpleistozän) über Doubs, Saône und Rhône zum Mittelmeer entwässernden Ur-Aare. Unter den die (oberen) Talhänge bildenden Sundgauschottern liegen die sandig-mergeligen Schichten der oligozänen Elsässer Molasse (Molasse alsacienne).

Das Tal des Riesbaches weist die für den Sundgau typische Asymmetrie auf. Der stärker wetterexponierte, damit stärker erodierte Osthang ist steiler als der weniger angegriffene, unter dem Lössmantel sanfter geböschte Westhang.

Erste Erwähnung in einer Urkunde des Bischofs Ludwig II von Basel zu 1178. Riespach wurde des Weiteren am 15. Januar 1271 erwähnt[1], anlässlich des Verkaufs der Herrschaft Pfirt an den Erzbischof von Basel, um 850 Mark Silber. Unmittelbar danach gab der Erzbischof Heinrich von Neuchatel die Herrschaft als Lehen an Ulrich II und seinen Sohn Theobald. Die Summe wurde am 27. November 1271 bezahlt. Bei Riespach befand sich der Weiler Baumgarten, wohl im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden verwüstet.

Vom 11. Jahrhundert bis 1324 war Riespach Teil der Grafschaft Pfirt und wurde dann durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II, von Österreich wie der gesamte Sundgau habsburgisch.

Der Dreißigjährige Krieg war in Riespach und Umgebung von Mord, Plünderungen, Hungersnöten und Seuchen gekennzeichnet. Während man in Riespach 1618 noch 257 Einwohner zählte, waren es 1650, nach Ende des Krieges, noch 30 Seelen. Im Westfälischen Frieden 1648 kam der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone. Nun zu Frankreich gehörend, wurde das Gebiet nach einem königlichen Edikt des Jahres 1662, das für sechs Jahre Steuerbefreiungen garantierte, langsam wieder besiedelt, insbesondere durch Schweizer Familien.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Riespach als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Altkirch im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Im Februar 1943 konnten sich 182 junge Elsässer aus Riespach und anderen Orten der Zwangsrekrutierung in die Wehrmacht durch die Flucht in die Schweiz entziehen, was zur Folge hatte, dass 30 Familien von Riespach in Sippenhaft genommen und deportiert wurden.

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr191019621968197519821990199920072016
Einwohner530[2]543582548587608672700664

Sehenswürdigkeiten

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  • Kirche St. Michael
  • Kapelle St. Anton

Kirche Sankt Michael: 1789 neu errichtet. Erweiterung nach Westen um 1910. Das Portal klassizistisch mit einem Segmentbogengiebel. Statuen des 17. Jahrhunderts. Gemälde von Carola Sorg. Rinckenbach-Orgel.

Das Schulhaus (Mairie-École) ist ein stattlicher Walmdachbau der Louis-Philippe-Zeit von 1842 mit risalitartiger Fassadenmitte, die durch eine dreiteilige Arkade im Erdgeschoss und ein mit einem Dreiecksgiebel bekrönten Fenster im Obergeschoss hervorgehoben wird. Im Erdgeschoss befinden sich Rundbogenfenster und Eckquader.

Es gibt zahlreiche gut erhaltene Fachwerkbauten zumeist aus dem 18. und 19. Jahrhundert in Stockwerkbauweise mit regelmäßigem, auf Symmetrie bedachtem Fachwerk, zum Teil mit Segmentbogenfenstern und Balusterpfosten in den Fensterbrüstungen, was auf eine Entstehung in den Jahrzehnten um 1800 schließen lässt. Ein Beispiel ist das Haus Nr.3 an der Rue de Bâle von 1815 mit dem regelmäßigen, engmaschigen Fachwerk des 19. Jahrhunderts und einer schönen klassizistischen Tür. Das Haus Rue de Delle Nr. 2 dagegen ist noch in der altertümlichen Ständerbauweise mit traufwandhohen Wandständern und einer Langstrebe gebaut und hat ein weitabständiges, unregelmäßiges Fachwerk.

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 586–588.
  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Band 2: Kreis Villingen. (Freiburg i. B. 1890) / Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Band II: Ober-Elsass. C. F. Schmid, Strassburg 1881, S. 524.
  • Georges Stoffel: Dictionnaire topographique du département du Haut-Rhin comprenant les noms de lieu anciens et modernes. Imprimerie impériale, Paris 1868, S. 116, 126.
  • Joseph Trouillat (Hrsg.): Monuments de l’histoire de l’ancien évêché de Bâle. Band 2 (1260–1300), Victor Michel, Porrentruy 1854, S. 205.
  • L’Institut d’Histoire de l’Alsace (Hrsg.): Le Haut-Rhin. Dictionnaire des communes. Histoire et géographie des dinstinctes communautés. Band 3, Éditions Alsatia, Colmar 1982, S. 1195–1198.
Commons: Riespach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. ↑ Joseph Trouillat: Monuments de l’histoire de l’ancien évêché de Bâle. Band 2, Porrentruy 1854, S. 205.
  2. ↑ Kreis Altkirch. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2023; abgerufen am 13. Februar 2026.