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Tobias Hiller

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Tobias Hiller (* 23. August 1966 in Waldkirch, Breisgau; † 4. Juli 2010 in Ravensburg) war ein deutscher Chorleiter, Dirigent und Komponist. Er war von 1999 bis zu seinem Tod UniversitĂ€tsmusikdirektor an der Eberhard Karls UniversitĂ€t TĂŒbingen.

Tobias Hiller studierte in Freiburg Schulmusik (mit den Schwerpunkten Gesang, Oboe und Dirigieren), Geographie und Geschichte, sowie Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main bei Wolfgang SchĂ€fer. Als professioneller ChorsĂ€nger (z. T. auch als Solist) sang er unter Michael Gielen, PĂ©ter Eötvös, Roger Norrington, Eliahu Inbal, Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Gustav Leonhardt, Thomas Hengelbrock, Ivor Bolton u. a., als EnsemblesĂ€nger im Orlando di Lasso Ensemble war er von 1991 bis 2001 vor allem im Bereich Alte Musik tĂ€tig.

Im Rahmen seiner LehrtĂ€tigkeit als SolfĂšgelehrer an der Musikhochschule Freiburg dirigierte er diverse UrauffĂŒhrungen am Institut fĂŒr Neue Musik. Als stĂ€ndiger Leiter diverser Ensembles in Deutschland und der Schweiz erarbeitete er ein weitgespanntes Konzertrepertoire. Neben einer regelmĂ€ĂŸigen DozententĂ€tigkeit bei Kursen fĂŒr Chorleitung und Ensemblegesang in ganz Deutschland fĂŒhrten ihn seit 2005 Gastdozenturen nach Brasilien (UniversitĂ€t von SĂŁo Paulo, Campus RibeirĂŁo Preto) und in die USA. Seit 2008 hatte Tobias Hiller einen Lehrauftrag fĂŒr Chorleitung an der Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main inne.

1999 wurde Tobias Hiller als Nachfolger von Alexander Ć umski zum UniversitĂ€tsmusikdirektor nach TĂŒbingen berufen. Seither folgte er mit seinen Ensembles Camerata vocalis, Akademischer Chor und Akademisches Orchester TĂŒbingen Einladungen in zahlreiche europĂ€ische LĂ€nder, nach Marokko, China, Brasilien, Kanada und den USA. Beim 40. Internationalen Chorwettbewerb 2003 in Spittal an der Drau (Österreich) Anfang Juli errang er mit dem Kammerchor Camerata vocalis den dritten Preis in der Kategorie Kunstlied (zugleich als bester europĂ€ischer Chor). Im Sommer 2005 eröffnete er mit Benjamin Brittens War Requiem das EuropĂ€ische Kirchenmusikfestival SchwĂ€bisch GmĂŒnd. FĂŒr die AuffĂŒhrung von Arthur Honeggers Oratorium Jeanne d’Arc au bĂ»cher fĂŒhrte Hiller im Sommer 2008 neben seinen universitĂ€ren Ensembles Kinderchöre und Chöre der Umgebung zusammen.

Neben der stĂ€ndigen Zusammenarbeit mit der Sinfonietta TĂŒbingen konzertierte Tobias Hiller als Gastdirigent mit professionellen Ensembles in Frankreich, Tschechien, der Schweiz, Mexiko und den Vereinigten Staaten. Einstudierungen fĂŒhrten zur Zusammenarbeit mit dem Bachfest Leipzig, Kunstfest Weimar, Festspielhaus Baden-Baden, Schleswig-Holstein-Musikfestival u. a.

Einige Chorkompositionen von Tobias Hiller sind auf CD-Aufnahmen der Camerata vocalis dokumentiert, die in Zusammenarbeit mit dem SWR in den letzten Jahren entstanden: Musikalische Mörikekommentare auf einer CD zum 200. Geburtstag von Eduard Mörike (2004, Sprecher: Christian BrĂŒckner), Engelstriptychon auf der CD EngelsgesĂ€nge (2006), Notabene auf der CD Liebeleyen (2008). Seine VervollstĂ€ndigung des 3. Satzes von Schuberts Unvollendeter wurde 2004 in den Schubert : Perspektiven veröffentlicht.

Am 4. Juli 2010 stĂŒrzte Tobias Hiller von einem Baum und erlag im Alter von 43 Jahren wenig spĂ€ter in einer Klinik seinen schweren Verletzungen.[1][2][3]

Wettbewerbe und Symposien

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mit der Camerata vocalis TĂŒbingen

  • 2003: 40. Internationaler Chorwettbewerb Spittal an der Drau/AU Anfang Juli: 3. Preis Kategorie Kunstlied (zugleich bester europĂ€ischer Chor)
  • 2007: Chorwettbewerb Maas-Mechelen/B (ohne PrĂ€mierung)
  • 2008: ACDA Conference North Western Division Vancouver/CAN
  • 2009: Cork International Choral Festival drittbester gemischter Chor, Musica International Award fĂŒr Tobias Hiller

als Leiter der Camerata vocalis TĂŒbingen (alle Aufnahmen in Kooperation mit dem SWR)

Kompositionen (Auswahl)

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Chor geistlich a cappella
  • Crucifixus (2002)
  • Allelluja (2002)
  • Wir glauben an den einen Gott (2004)
  • Ave maris stella (2004)
  • Ave Maria (2007)
  • Alleluja (2009)
Chor weltlich a cappella
  • 6 Mörike-Vertonungen (2003/04)
  • Engels-Triptychon (2005/2006)
  • Notabene (2008)
Zahlreiche Lied- und ChoralsÀtze
Sinfonik
  • Zum Fragment und dem Versuch einer VervollstĂ€ndigung des 3. Satzes von Schuberts „Unvollendeter“ Sinfonie h-Moll D 759. In: Schubert : Perspektiven 4 (2004), S. 187–219 (die Partitur von Hillers Fassung ist hier (S. 199–219) vollstĂ€ndig wiedergegeben).

Einzelnachweise

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  1. ↑ TĂŒbinger UniversitĂ€tsmusikdirektor Tobias Hiller tödlich verunglĂŒckt. (Memento vom 9. Juli 2010 im Internet Archive) Pressemitteilung der UniversitĂ€t TĂŒbingen vom 5. Juli 2010, abgerufen: 7. Juli 2010.
  2. ↑ Der TĂŒbinger UniversitĂ€tsmusikdirektor verunglĂŒckte am Sonntag in Überlingen. In: SchwĂ€bisches Tagblatt vom 5. Juli 2010, abgerufen: 5. Juli 2010.
  3. ↑ Tobias Hiller tödlich verunglĂŒckt. In: Reutlinger Generalanzeiger vom 5. Juli 2010, abgerufen: 5. Juli 2010.