Testfazit

Testnote

2,3

gut

Der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 bietet für den moderaten Preis eine tolle Ausstattung. Verarbeitung, Multipoint-Verbindung für mehrere Geräte, Trageerkennung, App-Anbindung, Equalizer und eine lange Akkulaufzeit sprechen für die Kopfhörer. Auch die USB-C-Audiofunktion ist ein praktisches Extra. Beim Klang leistet sich der Clam Ace 2 aber Schwächen. Der Bass macht viel Druck, überdeckt jedoch Teile der Mitten. Die Höhen klingen verhangen und nehmen der Musik Brillanz. Dazu kommt eine eher schwache Geräuschunterdrückung, die im Alltag nur begrenzt hilft. Wer viel Ausstattung, eine lange Akkulaufzeit und druckvollen Sound sucht, kann einen Blick riskieren. Klangpuristen sollten dagegen genauer vergleichen.

Produkt-Bewertungen bei Amazon lesen
Pro
  • Umfangreiche Ausstattung mit Multipoint, Tragerkennung und App
  • Lange Akkulaufzeit
  • USB-C-Kabel mit Audiofunktion
  • Gute Verarbeitung
Kontra
  • Klangschwächen: Bass überdeckt Mitten, Höhen verhangen
  • Schwache Geräuschunterdrückung
Amazon LogoIdealo Logo
Mit den Twins Fuse 2 hat COMPUTER BILD zuletzt die In-Ear-Sparte der niederländischen Marke Fresh 'n Rebel unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überraschte: Für vergleichsweise wenig Geld gab es erstaunlich viel Kopfhörer. Doch der Hersteller hat nicht nur kleine Buds im Angebot. Die Produktpalette reicht von Lautsprechern über Powerbanks bis hin zu Over-Ear-Kopfhörern. Zu Letzteren gehört auch der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2. Mit einem Preis von rund 100 Euro (Stand: September 2026) markiert er das obere Ende der Kopfhörer-Fahnenstange des Herstellers. Ob sich der Griff zum großen Modell lohnt und wie die Hörer klingen, zeigt der Test.

Die besten Over-Ear-Kopfhörer im Test

Platz 1
Testsieger
Sennheiser
Platz 2
Sonos
Platz 3
Bowers & Wilkins
Platz 4
Bowers & Wilkins
Platz 5
Jabra
Platz 6
JBL
Platz 7
Bowers & Wilkins
Platz 8
Philips
Platz 9
Bose
Platz 10
Bowers & Wilkins
Komplette Liste: Die besten Over-Ear-Kopfhörer im Test

Stoffbeutel statt Hartschale

Der Lieferumfang fällt übersichtlich aus, enthält aber alles Wichtige. Neben dem Kopfhörer liegen ein Stoffbeutel und ein USB-C-Kabel in der Verpackung. Ein festes Transportcase gibt es nicht. Der Stoffbeutel schützt den Clam Ace 2 zwar vor Kratzern, gegen stärkeren Druck im Rucksack oder Koffer hilft er aber nur begrenzt. Besser sieht es beim Kabel aus: Die USB‑C‑Strippe dient nicht nur zum Laden. Sie lässt sich auch nutzen, um die Kopfhörer kabelgebunden mit einem PC zu verbinden. Das ist praktisch, denn Musik gelangt so ohne Bluetooth-Komprimierung zu den Hörern. Im besten Fall bringt das eine bessere Klangqualität als die drahtlose Verbindung.
Die weißen Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 liegen zusammen mit USB-C-Kabel und Stoffbeutel auf einem Tisch.
Beim Zubehör bleibt Fresh 'n Rebel pragmatisch: Zum Clam Ace 2 gibt es ein USB-C-Kabel und einen Stoffbeutel für den Transport.
Foto: COMPUTER BILD / Volkmar Otto

Solider erster Eindruck

Nimmt man den Clam Ace 2 aus seiner Verpackung, gibt es zunächst wenig zu beanstanden. Fresh 'n Rebel setzt auf einen Mix aus Kunststoff, Metall und Soft-Touch-Oberflächen. Alle Komponenten sitzen sauber zusammen, nichts wirkt grob verarbeitet oder lieblos zusammengebaut. Für die Preisklasse macht der Kopfhörer damit einen ordentlichen ersten Eindruck. Auffällig sind vor allem die großen Fresh-'n-Rebel-Symbole auf den Außenseiten der Ohrmuscheln.
Nahaufnahme der rechten Ohrmuschel der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2.
Die großen Logos von Fresh 'n Rebel auf den Ohrmuscheln sind sowohl Designelement als auch Knopf.
Foto: COMPUTER BILD / Volkmar Otto

Versteckte Tasten mit Lernkurve

Die Logos dienen allerdings nicht nur als Designelement. Sie sind gleichzeitig versteckte Tasten und steuern einen großen Teil der Kopfhörerfunktionen. Auf dem Papier klingt das elegant: weniger sichtbare Knöpfe, sauberere Optik. In der Praxis braucht das Konzept jedoch Eingewöhnung. War der Doppelklick nun für den nächsten Song gedacht? Welche Ohrmuschel muss man für den Hörmoduswechsel gedrückt halten? Solche Fragen stellt man sich anfangs öfter, als einem lieb ist. Besser löst Fresh 'n Rebel die Lautstärkeregelung. Die erfolgt über ein klassisches Drehrad und damit schön direkt.
Nahaufnahme der Ohrmuschel der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2. Zu sehen sind das große Bedienelement, ein Lautstärkerad, ein USB-C-Anschluss und eine leuchtende Status-LED.
Das griffige Lautstärkerad an der Ohrmuschel ermöglicht eine schnelle und präzise Anpassung der Lautstärke direkt am Fresh 'n Rebel Clam Ace 2.
Foto: COMPUTER BILD / Volkmar Otto
Praktisch im Alltag sind weitere Komfortfunktionen. Multipoint erlaubt die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten, etwa Smartphone und Laptop. So kann der Kopfhörer Musik vom Rechner wiedergeben und trotzdem einen Anruf vom Handy entgegennehmen. Ebenfalls an Bord ist eine automatische Trageerkennung. Sie registriert, ob der Hörer auf dem Kopf sitzt und kann die Wiedergabe entsprechend steuern.

Bass mit Druck, aber wenig Feingefühl

Klanglich fällt der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 jedoch durchwachsen aus. Sein Grundcharakter ist deutlich bassbetont. Im Tieftonbereich liefert der Kopfhörer viel Druck, allerdings nicht immer kontrolliert. Viele Bassanteile wirken wummernd und überdecken einen Teil der Mitten. Dadurch verlieren Stimmen und Instrumente an Klarheit. Die Musik klingt infolgedessen etwas schwerfällig, statt offen und ausgewogen zu spielen.
Die größte Schwäche liegt aber in den hohen Frequenzen. Sie klingen verhangen und nehmen vielen Inhalten Brillanz. Gerade filigranen Details wie Schlagzeugbecken fehlt dadurch Lebendigkeit. Das fällt etwa bei "Hotel California" von den Eagles auf: Randy Meisners Bass spielt sich recht aufdringlich in den Vordergrund, während Don Henley, Don Felder & Co. Mühe haben, sich dagegen durchzusetzen.
Die Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 sitzen auf einem Kunstkopf. Ein Tester prüft den Sitz und die Anpassung der weißen Over-Ear-Kopfhörer.
Für den Klangtest sitzt der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 auf dem Messkopf. So lässt sich seine Wiedergabe unter kontrollierten Bedingungen analysieren.
Foto: COMPUTER BILD / Volkmar Otto
Das bedeutet nicht, dass der Kopfhörer gar kein passendes Einsatzgebiet hat. Musik, bei der vor allem Bass den Ton angibt, liegt ihm deutlich besser. Elektronische Beats, Hip-Hop oder druckvolle Pop-Produktionen profitieren von der kräftigen Abstimmung. Hier liefert der Clam Ace 2 ordentlich Wucht und macht durchaus Spaß.

App mit Equalizer

Immerhin lässt sich der Klang über die begleitende MySound-App nachjustieren. Dort findet sich ein 10-Band-Equalizer mit sieben Voreinstellungen und zwei Speicherplätzen für eigene Klangprofile. So lassen sich die betonten Bässe etwas zähmen und die Höhen vorsichtig anheben. Aus der durchwachsenen Klanggrundlage holen Nutzerinnen und Nutzer so bessere Ergebnisse heraus. Wem das zu umständlich ist, kann einen automatischen Hörtest starten, auf dessen Basis die Anwendung ein individuell angepasstes Klangprofil erstellt.
Drei Screenshots der Fresh 'n Rebel App für die Clam Ace 2. Zu sehen sind Einstellungen für ANC, ein personalisiertes Hörprofil sowie Optionen für Trageerkennung, Sprachansagen und Energiesparen.
Die "MySound"-App bietet diverse Extras: Neben ANC-Einstellungen lassen sich ein persönliches Hörprofil erstellen und Komfortfunktionen wie die automatische Pause anpassen.
Foto: COMPUTER BILD
Abseits des Equalizers bietet die App weitere Einstellmöglichkeiten. User können etwa die maximale Lautstärke festlegen, die automatische Abschaltung konfigurieren, Sprachansagen für den Wechsel des Hörmodus aktivieren oder deaktivieren und die Tastenbelegung anpassen. Auch die Stärke der Geräuschunterdrückung (ANC) kann verändert werden. Ob das in der Praxis einen großen Nutzen bringt, ist allerdings fraglich.

ANC nur mit schwacher Wirkung

Denn das ANC des Clam Ace 2 bleibt eher eine nette Dreingabe als ein echtes Werkzeug gegen störende Geräusche. Selbst statische Umgebungsgeräusche wie Motorenlärm oder Rauschen kommen nur leicht gedämpft an die Ohren. Einen deutlichen Ruheeffekt erzeugen die Kopfhörer nicht. Wer häufig in Bahn, Bus oder Flugzeug unterwegs ist und sich Abschirmung wünscht, dürfte damit enttäuscht werden. Auch im Büro hilft der Clam Ace 2 nur bedingt. Tastaturklackern oder gesprächige Kolleginnen und Kollegen blendet er nicht aus. Das ANC nimmt der Umgebung etwas Schärfe, schafft aber keine wirkliche Ruhe.

Langer Atem

Deutlich besser sieht es bei der Akkulaufzeit aus. Im Test kam der Fresh 'n Rebel auf über 50 Stunden Wiedergabe mit eingeschalteter Geräuschunterdrückung. Laut Hersteller sind ohne ANC sogar bis zu 100 Stunden drin. Das sind starke Werte und ein echtes Argument für den Kopfhörer. Selbst wer täglich mehrere Stunden Musik hört, muss nicht konstant ans Ladekabel denken.
Eine Hand hält die beiden USB-C-Stecker des mitgelieferten Ladekabels der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 in die Kamera.
Zeitgemäß auf beiden Seiten: Fresh 'n Rebel legt den Clam Ace 2 ein USB-C-auf-USB-C-Kabel zum Aufladen bei.
Foto: COMPUTER BILD / Volkmar Otto
Praktisch ist auch die Schnellladefunktion. Im Test reichten 10 Minuten an der Steckdose für über vier Stunden Wiedergabe. Das hilft besonders dann, wenn der Kopfhörer kurz vor dem Weg zur Arbeit oder vor einer längeren Reise leer ist. In Sachen Ausdauer spielt der Ace 2 damit eine seiner größten Stärken aus.

Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 im Test: Fazit

Der Fresh 'n Rebel Clam Ace 2 bietet für den moderaten Preis eine tolle Ausstattung. Verarbeitung, Multipoint-Verbindung für mehrere Geräte, Trageerkennung, App-Anbindung, Equalizer und eine lange Akkulaufzeit sprechen für den Kopfhörer. Auch die USB-C-Audiofunktion ist ein praktisches Extra.

Fresh 'n Rebel

Clam Ace 2

  • Umfangreiche Ausstattung mit Multipoint, Tragerkennung und App
  • Lange Akkulaufzeit
  • USB-C-Kabel mit Audiofunktion
  • Gute Verarbeitung
  • Klangschwächen: Bass überdeckt Mitten, Höhen verhangen
  • Schwache Geräuschunterdrückung
Beim Klang leistet sich der Clam Ace 2 aber Schwächen. Der Bass macht viel Druck, überdeckt jedoch Teile der Mitten. Die Höhen klingen verhangen und nehmen der Musik Brillanz. Dazu kommt eine eher schwache Geräuschunterdrückung, die im Alltag nur begrenzt hilft. Wer viel Ausstattung, eine lange Akkulaufzeit und druckvollen Sound sucht, kann einen Blick riskieren. Klangpuristen sollten dagegen genauer vergleichen.

So testet COMPUTER BILD Kopfhörer

Sebastian Dudek
Für COMPUTER BILD testet Sebastian Dudek, Volontär

Testmethodik

Im Test-Labor schauen wir bei Kopfhörern besonders auf Klang, Bedienung, Tragekomfort, Ausstattung sowie die Mobilität. Bei Gaming-Headsets kommen zusätzlich die Kompatibilität und das Mikrofon dazu. In einer eigens für das Test-Labor konstruierten Kammer befindet sich ein Kunstkopf mit hochsensiblen Ohren, der unter anderem die Frequenzgänge und die technisch verzerrungsfreie Maximallautstärke misst. Eine App erfasst zudem präzise die Akkulaufzeit. Beim Sport wird der Tragekomfort genauso bewertet wie die Bedienung und das Zubehör.
Wie wir Kopfhörer und Headsets im Detail testen, lesen Sie hier