Markgreflerisch
| DialÀkt: Markgreflerisch |
Markgreflerisch isch dr DialÀkt vum Markgreflerland, dr Region zwische Fryybeg un Basel. Im Weschte goot s Markgreflerisch in s ElsÀssisch un im Syyde in s Dinkelbergisch un in s Nordweschtschwyzerdytsch iiber.
Geografischi YygrÀnzig
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Bim Markgreflerland cha mer unterschaide zwisch em historische Biet, wu am 8. SeptĂ€mber 1444 dur dr ZĂ€mmeschluss vu dr Herrschaft Röttele, dr Landgrofschaft Suseburg un dr Herrschaft Badewyyler entstanden isch, em geografische Biet, wu d Naturryym Markgrefler Higelland un d Markgrefler Ryyebeni derzue ghere un em Wyyböubiet Markgreflerland, wu uugfehr em Verbraitigsbiet vum GuetedelÂaaböu entspricht.
Sprochlig umfasst s Markgreflerisch di bode DialÀktregione Nerdlige Millemer Ruum un Sidlige Millemer Ruum (no Steger/Jakob 1983).
Linguistischi Merkmol
[Àndere | QuÀlltÀxt bearbeite]- AbgrÀnzig no Weschte (Weschtlig Oberrhyalemannisch = ElsÀssisch)
- Verschiebig vu germanisch âkâ im Aalut: (Chind Kind, Chobf Kopf, weschtlig: Kind, Kobf).
- S /b/ wird in Werter wie schryybe (schreiben), fÀÀrbe (fÀrben) nit zue /w/ spirantisiert (weschtlig: schryywe, fÀrwe).
- Im Markgreflerisch sait mer goo gehen, schdoo stehen (us mhd. gĂąn, stĂąn), weschtlig gee, schdee (us mhd. gĂȘn, stĂȘn)
- AbgrÀnzig no Norde (Bryysgau-Rench-Ruum, Fryybeg-Wolfacher-Ruum, NeistÀdter Ruum)
- Verschiebig vu germanisch âkâ im Aalut: (Chind Kind, Chobf Kopf, Chrod Kröte, nerdlig: Kind, Kobf, Grod).
- S /b/ wird in Werter wie schryybe (schreiben), fÀÀrbe (fÀrben) nit zue /w/ spirantisiert (nerdlig: schriiwe, fÀrwe).
- AbgrÀnzig no Oschte (St. Blasianer Biet, SÀckiger-Laufeburger Ruum, Hochrhy)
- Churzvokal in uffige Silbe dehnt, im St. Blasianer Biet um im Hochrhy-Ruum erhalte (Waage Wagen, eschtlig: Wage)
- Geminate sin veraifacht, im SÀckiger-Laufeburger Ruum un im Hochrhy-Ruum sin si erhalte (Àse essen, eschtlig: Àsse)
- Mhd. -nk isch nit wie im SĂ€ckiger-Laufeburger- un Hochrhy-Ruum verschobe (Bangg Bank, eschtlig: Bankch)
- AbgrÀnzig no Side
D SiidgrÀnze vum Markgreflerisch bildet di boltisch StaatsgrÀnze zwische Dytschland un dr Schwyz. Sprochlig chunnt ÀÀne am Rhy kai anderi DialÀktregion, sprochligi Aigehaite wie d Konsonatenschwechig oder ass urgerm. kk nit zue dr Affrikata /kx/ verschobe isch, setze sich uf dr Schwyzer Syte im Baselbiet un im nordweschtlige Dail vum Kanton Solothurn furt.
- Inneri Unterdailig
Dr Nerdlig Millemer Ruum un dr Sidlig Millemer Ruum unterschaide sich dur d Entrundig vu mhd. ö, ĂŒ, iu, oe, öu, wu im Norde yydrĂ€tte isch (Lecher Löcher, Figs FĂŒchse, bees böse, Hyyser HĂ€user, Hai Heu, siidlig: Löcher, FĂŒgs, böös, HĂŒĂŒser, Höu).
E wytere Unterschid sin d Pluralfoorme vu Verbe, wu im neerdlige Ruum ai Foorm hÀn, im siidlige dergege zwoo (nerdlig: mir singe wir singen, ir singe ihr singt, si singe sie singen, siidlig: mir singe, ir singet, si singe).
Dialektliteratur
[Àndere | QuÀlltÀxt bearbeite]Dr bekanntescht Dichter vum MarkgrÀfler Alemannisch isch dr Johann Peter Hebel.
Lueg au
[Àndere | QuÀlltÀxt bearbeite]Literatur
[Àndere | QuÀlltÀxt bearbeite]- Ernst Beck: Lautlehre der oberen MarkgrÀfler Mundart. Halle (Saale) 1926.
- Lothar Glattes: Wortbildung (durch Ab-leitung) im Oberen MarkgrÀflerischen. Lahr (Schw.) 1933.
- RĂŒdiger Hoffmann: Zur Sprachgeographie des MarkgrĂ€flerlandes. In: 550 Jahre MarkgrĂ€flerland. JubilĂ€umsband. Hrsg. vom Geschichtsverein MarkgrĂ€flerland e. V. Schopfheim 1994 (Das MarkgrĂ€flerland 2/94), S. 224â248.
- Hugo Steger, Karlheinz Jakob: Raumgliederung der Mundarten. Vorstudien zur SprachkontinuitĂ€t im deutschen SĂŒdwesten. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-007999-9.
- JĂŒrgen Sutter: Opfinger Wörterbuch. Freiburg 2008.