Zum Inhalt springen

Castrop-Rauxel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Castrop-Rauxel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Castrop-Rauxel hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 33′ N, 7° 19′ OKoordinaten: 51° 33′ N, 7° 19′ O
Bundesland:Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Recklinghausen
Höhe: 98 m ü. NHN
Fläche: 51,68 km²
Einwohner: 72.353 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 1400 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 44575, 44577, 44579, 44581
Vorwahlen: 02305, 02367Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RE, CAS, GLA
Gemeindeschlüssel: 05 5 62 004
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Europaplatz 1
44575 Castrop-Rauxel
Website: www.castrop-rauxel.de
Bürgermeister: Rajko Kravanja (SPD)
Lage der Stadt Castrop-Rauxel im Kreis Recklinghausen
KarteBochumBottropDortmundEssenGelsenkirchenHerneKreis BorkenKreis CoesfeldKreis UnnaKreis WeselOberhausenCastrop-RauxelDattelnDorstenGladbeckHaltern am SeeHertenMarlOer-ErkenschwickRecklinghausenWaltrop
Karte

Castrop-Rauxel [ˈkas·tʀɔp ˈʀaʊ̯k·sl̩] ist eine große kreisangehörige Stadt im Kreis Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster in Nordrhein-Westfalen. Die Ruhrgebietsstadt wird im Regionalverband Ruhr (RVR) durch den Kreis Recklinghausen vertreten und ist Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr. In der Landesplanung Nordrhein-Westfalens ist Castrop-Rauxel als Mittelzentrum eingestuft.

Castrop-Rauxel war im 19. und 20. Jahrhundert stark durch den Bergbau geprägt. Im Zuge der Industrialisierung entstanden die Zechen Erin, Graf Schwerin, Ickern und Victor. Die Schließung der Zeche Erin im Jahr 1983 bedeutete das Ende des Bergbaus in Castrop-Rauxel. An diese Tradition erinnern Industriedenkmale wie der Förderturm der Zeche Erin und ihr Hammerkopfturm; das frühere Motto Industriestadt im Grünen wurde entsprechend in Europastadt im Grünen geändert.

Räumliche Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castrop-Rauxel liegt im Emscherland, dem nördlichen Teil des Ruhrgebiets, und gehört als Stadt im Kreis Recklinghausen zur Metropolregion Rhein-Ruhr. Rhein-Herne-Kanal und Emscher verlaufen durch die nördlichen Stadtteile Pöppinghausen, Habinghorst, Henrichenburg und Ickern, wobei das traditionell vestische Henrichenburg durch die hier südlich des Kanals verlaufende Emscher vom sich südlich anschließenden Habinghorst getrennt wird.

Karte des Deutschen Reiches (Maßstab 1:100.000) des heutigen Castrop-Rauxeler Gebietes Ende des 19. Jahrhunderts; Henrichenburg kam erst 1975 hinzu
Altstadt Castrop mit dem Förderturm der Zeche Erin
Der Stadtkern von Castrop, von Südwesten aus gesehen
Erinturm im Erinpark

Das Stadtgebiet von Castrop-Rauxel hat eine Fläche von insgesamt 51,66 km². Die Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt 11,8 km und die West-Ost-Ausdehnung 9,3 km. Den höchsten Punkt der Stadt markiert die Halde Schwerin mit 147 m über NN, den niedrigsten die Pöppinghauser Straße neben Haus Nr. 264 mit 50,2 m über NN. Die mittlere Höhenlage beträgt 98,6 m über NN.

Die Stadt gliedert sich in 15 Stadtteile, von Nord nach Süd und innerhalb einer Zeile von West(südwest) nach Ost(nordost) sind das:[2]

Abgesehen vom jüngeren Stadtteil Schwerin, der den Süden der Gemarkungen Castrops und Rauxels einnimmt, entsprechen die heutigen Stadtteile exakt den seit 1975 unveränderten Gemarkungen.[3]

Flächennutzung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtfläche des Stadtgebietes gliedert sich in verschiedene Nutzungsarten (Stand 31. Dezember 2010):

Flächenin m²Anteil
Gebäude- und Freifläche16.384.83231,7 %
Betriebsfläche1.497.8432,9 %
Erholungsfläche2.835.9245,5 %
Verkehrsfläche6.191.78912,0 %
Landwirtschaftliche Fläche14.116.84327,3 %
Waldflächen7.938.24815,4 %
Wasserfläche1.941.5223,8 %
Flächen anderer Nutzung758.3721,5 %
Gesamtfläche51.665.373100,0 %

Einwohnerzahlen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtteile bilden in der Regel gleichzeitig einen statistischen Bezirk; bei Henrichenburg (Trennlinie ist die B 235), Ickern (A 2, weiter südöstlich die Emscher) und Rauxel (A 42) sind es je zwei. Folgende Einwohnerzahlen entfallen auf die statistischen Bezirke (Stand: 31. Dezember 2012):[4]

Statistischer Bezirk Ein-
wohner
2012-12-31
Fläche
in km²[5]
EW
pro km²
Behringhausen1.8101,7231150
Bladenhorst1.1724,489261
Bövinghausen2.2741,0002274
Castrop8.4162,783019
Deininghausen1.8972,919650
Dingen9211,811509
Frohlinde3.4262,5831326
Habinghorst8.9344,1972129
Henrichenburg Ost3.9023,0521279
Henrichenburg West1.5614,323361
Ickern Nord3.7982,7841364
Ickern Süd11.8634,4752651
Merklinde1.0631,664639
Obercastrop6.2122,5572429
Pöppinghausen7933,529225
Rauxel Nord4.5041,7662550
Rauxel Süd6.3043,2521938
Schwerin6.4712,5832505
Stadt Castrop-Rauxel75.32151,4951463
Statistische Bezirke der Stadt Castrop-Rauxel

Die Einwohnerdichten sind Zahlen über gesamte statistische Bezirke; ginge z. B. Henrichenburg Ost nach Norden nur bis zur Autobahn A 2, also ohne das fast unbesiedelte Borghagen, betrüge die Einwohnerdichte um 6.000 Einwohner pro Quadratkilometer.

Nachbargemeinden und Nachbarstädte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte grenzen an die Stadt Castrop-Rauxel – im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Recklinghausen, Datteln, Waltrop (alle Kreis Recklinghausen), Dortmund, Bochum und Herne.

Naturschutzgebiete

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Marktplatz von Castrop-Rauxel
Altes Castrop-Rauxeler Rathaus
Teil des Castrop-Rauxeler Rathauses

Auf dem Gelände der späteren Zeche Erin in Castrop befand sich eine germanische Siedlung, die vom Ende des 1. bis zum 5. Jahrhundert enge wirtschaftliche Beziehungen zum Römischen Reich hatte.

Mittelalter und Frühe Neuzeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl der Große legte in den Sachsenkriegen entlang der Straßen Verpflegungslager und Reichshöfe an und nutzte die Römerstraße bei seinem Marsch in Richtung Norden. Die Reichshöfe entwickelten sich zu Ortschaften, in diesem Fall wurde aus Castorp (Dorf am Speicher) Castrop.[6]

834 wurde die Villa Castrop erstmals urkundlich erwähnt.[7] Castrop gehörte zur Grafschaft Mark, die ab 1391 ein Teil der Grafschaft Kleve wurde. Kleve bestand seit etwa 1020 als Grafschaft und wurde 1417 zum Herzogtum erhoben. Im Jahre 1484 stellte Herzog Johann II. von Cleve den Bürgern von Castrop einen Freiheitsbrief aus: die Anerkennung ihres Ortes als Minderstadt (auch „Freiheit“ genannt).

Im Jahre 1609 starb das Herrschergeschlecht des Hauses Mark im Mannesstamm aus, und die Grafschaft Mark gelangte zusammen mit dem Herzogtum Kleve und der Grafschaft Ravensberg zunächst provisorisch und 1666 beim Erbvergleich dann definitiv an den Markgrafen von Brandenburg.

19. Jahrhundert

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1830 wurde in Castrop eine Poststation eröffnet.[8] 1847 erhielt Castrop durch die Fertigstellung der Köln-Mindener Eisenbahn mit einem Bahnhof in Castrop Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1867 nahm das erste Steinkohlebergwerk auf dem Gebiet der heutigen Stadt Castrop-Rauxel die Förderung auf: die Zeche Erin.

20. Jahrhundert

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 entstand aus der Titularstadt Castrop und zwei weiteren Gemeinden die Stadt Castrop. Am 1. April 1926 wurde die Stadt Castrop-Rauxel aus Teilen der Stadt Castrop und des Amtes Rauxel gebildet.[9] Sie gehörte zunächst zum Landkreis Dortmund, bevor sie am 1. April 1928 kreisfrei wurde.[10]

Beim Novemberpogrom 1938 setzten SA-Mitglieder aus Herne die Castroper Synagoge von 1845 in Brand. Sie wurde einen Tag später abgerissen, die Abbruchkosten musste die jüdischen Gemeinde übernehmen. Dabei wurden Schaufensterscheiben und Inneneinrichtungen jüdischer Geschäfte demoliert, etwa zehn jüdische Einwohner verhaftet und ins KZ Sachsenhausen deportiert. Die übrigen jüdischen Bewohner wurden zunächst in „Judenhäusern“ untergebracht und im Laufe des Jahres 1942 über die Sammelstelle Dortmund ins besetzte Osteuropa deportiert. Heute erinnern eine Gedenktafel und die Pflastergestaltung am Simon-Cohen-Platz an die Synagoge. Seit November 2010 wurden in der Altstadt Castrops etwa 65 „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes verlegt.[11]

Während des Luftkriegs war Castrop-Rauxel fünfmal Ziel größerer alliierter Luftangriffe auf das Ruhrgebiet und 30 Mal das Ziel kleinerer Angriffe, bei denen insgesamt 398 Menschen ums Leben kamen und 721 Häuser völlig zerstört wurden.[12] Zum ersten Mal wurde Castrop-Rauxel am 4. Juni 1940 von Bomben getroffen. Hauptsächlich die großen Industriegebiete wie die Zechen und Chemiewerke wurden schwer getroffen, konnten allerdings meist bereits nach kurzer Zeit den Betrieb wieder aufnehmen. Es fielen jedoch auch zahlreiche Bomben auf Wohngebiete. Der erste Großangriff war am 13. Juni 1943, als 403 Bomber 832,4 Tonnen Bomben über der Stadt abwarfen. Weitere Großangriffe erfolgten am 24. Mai 1944 und am 11. September 1944. Am 7. März 1945 war Castrop-Rauxel wieder Ziel schwerer amerikanischer Luftangriffe. So wurden die Rütgerswerke und die Gesellschaft für Teerverwertung schwer getroffen. Am 13. März erfolgte ein weiterer schwerer Angriff auf die Zeche Erin, die nach dem Angriff für ein paar Tage die Förderung einstellen musste. Nur zwei Tage darauf, am 15. März, wurden die Rütgerswerke erneut Ziel amerikanischer Luftangriffe.[12] Insgesamt wurde Castrop-Rauxel zu 24 % zerstört, was im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten ein vergleichsweise geringer Zerstörungsgrad war.[13]

Am 1. April 1945 trafen sich der Castroper Oberbürgermeister Anton und die höchsten Beamten und Angestellten und diskutierten den Führerbefehl, bei Anrücken des Feindes alle Brücken, Versorgungsleitungen und Produktionsbetriebe zu zerstören. Es wurde einstimmig beschlossen, diesen Befehl zu ignorieren. Der Ortskommandant der Deutschen Streitkräfte verkündete vor dem Oberbürgermeister um 17 Uhr: „Castrop ist nun Kampfgebiet!“ Am 2. April erreichten die Amerikaner Castrop-Rauxel im Norden, wobei Pöppinghausen als erster Stadtteil in amerikanische Hände fiel. Die Deutschen hatten sich bereits hinter den Kanal zurückgezogen und die Kanalbrücke Bladenhorst, die Schemhofbrücke an der Wartburgstraße sowie die Brücke an der Hebewerkstraße und sämtliche Emscherbrücken gesprengt. Nachdem sich der Kreisleiter Nieper abgesetzt hatte, wurde auch der Volkssturm am 4. April entwaffnet und aufgelöst.

Erstmals waren die Amerikaner wieder auf schweren Widerstand gestoßen, denn für den relativ kleinen Frontabschnitt war Castrop gut besetzt und wurde schwer verteidigt. Bereits Ende 1944 wurde in Castrop begonnen, Panzersperren, Ein-Mann-Schützenlöcher sowie auf Betonsockeln installierte Flak vom Kaliber 8,8 cm und 2 cm zu befestigen. Auf deutscher Seite standen das 2. und das 23. Regiment der 2. Fallschirmjäger-Division sowie ein Bataillon der Heerespolizei mit Sturmgeschützen den gut ausgerüsteten amerikanischen Truppen des 289. Regiments der 26. US-Infanterie-Division gegenüber. Nach Kampfberichten der 26. US-Infanterie-Division war der Widerstand in Castrop-Rauxel zäher als im Ardennenbogen und im Kessel von Colmar. Am 8. April nahmen amerikanische Truppen endgültig die Altstadt sowie Beringhausen ein. Der letzte verbissene Widerstand fand am 9. April im Bereich Merklinde statt. Diese Verteidiger zogen sich allerdings in Richtung Merklinde zurück.

Im Juli 1950 führte der Europarat in je einer Stadt der drei vormaligen westlichen Besatzungszonen (Castrop-Rauxel in der britischen, Breisach in der französischen und Bremen in der amerikanischen) eine Volksbefragung zur Frage durch, ob es einen „Zusammenschluß aller europäischen Völker zu einem europäischen Bundesstaat“ geben solle. In Castrop-Rauxel stimmten 96 % der Befragten am 16. Juli zu, bei einer Beteiligung von 73 % der Stimmberechtigten.[14] In Erinnerung daran verlieh der Kommunalpolitische Ausschuss des Europarates am 19. September 1962 der Stadt den Titel „Europastadt“.[15]

Eingemeindungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1902 entstand aus der Titularstadt Castrop und den Gemeinden Behringhausen und Obercastrop die Stadt Castrop.[16] Am 1. April 1926 wurde die Stadt Castrop mit den Gemeinden Rauxel, Bövinghausen bei Castrop, Frohlinde, Merklinde, Habinghorst (bis dahin Amt Rauxel), Bladenhorst, Pöppinghausen (bis dahin Amt Bladenhorst), Teilen Deininghausens, Dingen und Ickern (bis dahin Amt Mengede) zur neuen Stadt Castrop-Rauxel zusammengelegt.[16] Am 1. April 1928 wurde auch der Rest von Deininghausen in die neue Stadt eingemeindet.[16]

Am 1. Januar 1975 erfolgte im Zuge der kommunalen Neugliederung die Eingliederung der Gemeinde Henrichenburg (bis dahin Amt Waltrop) in die Stadt Castrop-Rauxel.[17] Gleichzeitig wurde diese eine kreisangehörige Stadt im Kreis Recklinghausen und wechselte vom Regierungsbezirk Arnsberg zum Regierungsbezirk Münster.

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Castrop nur wenige hundert Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So forderten der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) und eine Pestepidemie 1636 zahlreiche Todesopfer. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung sehr schnell. Lebten 1818 erst 646 Menschen in dem Ort, waren es 1900 bereits 9.400. Einen Zuwachs von 5.000 Personen brachte 1902 die Eingemeindung von Behringhausen und Obercastrop. Am 1. April 1926 entstand durch den Zusammenschluss der Stadt Castrop mit zehn Landgemeinden die neue Stadt Castrop-Rauxel mit 53.399 Einwohnern.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges führte der Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten zu einem starken Anwachsen der Einwohnerzahl. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der Stadt lag 1962 mit rund 22.000 Personen bei etwa einem Viertel. Im gleichen Jahr erreichte die Bevölkerungszahl mit 88.923 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Castrop-Rauxel nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 77.780 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Das waren rund 13 Prozent (11.143 Personen) weniger als 1962.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Castrop (bis 1925) und Castrop-Rauxel (ab 1926) nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Einwohnerentwicklung von Castrop-Rauxel
Oben ab 1699 bis 2016, unten ein Ausschnitt ab 1871
JahrEinwohner
1699320
1798546
1818646
1849¹1.190
1871¹2.105
1885¹3.724
1890¹4.988
1900¹9.400
1905¹16.422
1910¹18.516
1916¹17.358
1917¹18.485
1919¹18.961
JahrEinwohner
1925¹18.480
1933¹58.372
1939¹56.610
194554.653
1946¹58.292
1950¹69.960
1956¹83.376
1961¹87.910
196587.909
1970¹84.146
197479.346
197582.373
198078.877
JahrEinwohner
198576.430
1987¹77.081
199079.037
199579.160
200078.608
200577.619
201075.408
2011¹74.628
201574.220
201674.004
201773.989
202073.126[18]
202273.795

¹ Volkszählungsergebnis

Konfessionsstatistik

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß dem Zensus 2022 waren 31,5 % der Einwohner römisch-katholisch, 26,9 % evangelisch und 41,6 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[19] Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Zum 31. Dezember 2025 waren 28 % der Einwohner katholisch, 24 % evangelisch und 48 % gehörten anderen Konfessionen oder Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos.[20]

Im Laufe der Jahre wurden Straßen und Plätze umbenannt. In Castrop-Rauxel wurden während der Weimarer Zeit Namen entfernt, die an das Kaiserreich erinnerten. Nach dem Krieg entschloss sich die Stadt, alle nationalsozialistischen und soldatischen Begriffe zu verbannen.

Berliner Platz
Bahnhofstraße (Teilstück), Berliner Platz (1987)
Kirchstraße
Königstraße, Kirchstraße (1926?)
Lange Straße
Kronprinzenstraße, Castroper Straße (1923), Adolf-Hitler-Straße (1933), Lange Straße (1945)
Ruprecht-Straße
Ottostraße, Ruprecht-Straße (1926)
Vinckeplatz
Kaiserplatz, Vinckeplatz (1926?)
Wartburgstraße
Kaiserstraße, Wartburgstraße (?)

Ergebnisse der Kommunalwahlen 2025 in Castrop-Rauxel

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitze im Stadtrat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2025 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:[21]

Ratswahl am 14. September 2025 Castrop-Rauxel
Wahlbeteiligung: 54,2 %
 %
40
30
20
10
0
33,8 %
24,0 %
21,8 %
8,7 %
4,0 %
3,0 %
2,1 %
2,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  −5
−10
−5,1 %p
−2,8 %p
+21,8 %p
−6,4 %p
+0,1 %p
+3,0 %p
−1,7 %p
−0,9 %p
   
Sitzverteilung nach der Ratswahl 2025 in Castrop-Rauxel
3
2
21
1
5
1
15
14
3 2 21 1 5 1 15 14 
Insgesamt 62 Sitze
Ratswahl am 14. September 2025 in Castrop-Rauxel
Partei Stimmen % 2025 % 2020 +/− %p Sitze 2025 Sitze 2020 +/−
SPD 10.591 33,8 % 38,9 % −5,1 21 20 +1
CDU 7.528 24,0 % 26,7 % −2,7 15 14 +1
AfD 6.838 21,8 % -- neu 14 -- +14
Bündnis 90/Die Grünen 2.711 8,7 % 15,1 % −6,4 5 8 −3
Die LINKE 1.259 4,0 % 3,9 % +0,1 3 2 +1
BSW 923 2,9 % -- neu 2 -- +2
FDP 659 2,1 % 3,8 % −1,7 1 2 −1
Die PARTEI 616 2,0 % 2,9 % −0,9 1 2 −1
Gültige Stimmen 31.315
Ungültige Stimmen 289
Stimmen / Sitze gesamt 31.604 62 52 +10
Wahlberechtigte / Wahlbet. 58.257 54,2 % 44,8 % +9,4

Stadtoberhäupter

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bürgermeisterwahl* 14.09.2025 Castrop-Rauxel[22]
Partei Kandidat* Stimmen % (2025)
SPD Kravanja, Rajko 16.354 52,2 %
CDU, FDP Thiel, Thomas 6.868 21,9 %