Minusio
| Minusio | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Bezirk Locarno |
| Kreis: | Kreis Navegna |
| BFS-Nr.: | 5118 |
| Postleitzahl: | 6648 |
| UN/LOCODE: | CH MIO |
| Koordinaten: | 706127Â /Â 114877 |
| Höhe: | 246 mÂ ĂŒ. M. |
| Höhenbereich: | 193â1672 m ĂŒ. M.[1] |
| FlĂ€che: | 5,86 kmÂČ[2] |
| Einwohner: | 7273 (1. Januar 2026)[3] |
| Einwohnerdichte: | 1241 Einw. pro kmÂČ |
| AuslĂ€nderanteil: (Einwohner ohne Schweizer BĂŒrgerrecht) | 25,1 % (1. Januar 2026)[4] |
| GemeindeprÀsident: | Renato Mondada (FDP) |
| Website: | www.minusio.ch |
Blick auf Minusio. Hinten die Magadinoebene. | |
| Lage der Gemeinde | |
Minusio (alpinlombardisch MinĂŒs ,[5] dt. frĂŒher Maniss) ist eine politische Gemeinde am Lago Maggiore im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Bezirk Locarno und zu dessen Kreis Navegna.

Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Minusio ist ein Nachbarort von Locarno und grenzt an Muralto, Orselina, Avegno Gordevio, Brione sopra Minusio und Tenero-Contra. Er liegt zwischen dem Lago Maggiore und dem Cardada und besteht aus den Ortsteilen Borenco, Brighirolo, Cadogno, Ceresol, Ciossi, Fontile, Frizzi, Mappo, Mezzo, Mondacce und Rivapiana.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Minusio war lange Zeit wichtiger als die heutige Stadt Locarno. Zum ersten Mal erwÀhnt wird es 1061 als Menuxio.
In der Römerzeit lag an der Stelle des heutigen Ortes ein römischer Vicus, mit Hafen, Wohnvierteln, GeschĂ€ftsvierteln, Nekropolen und Truppenlager; 1945 wurden verschiedene römische GrĂ€ber gefunden.[6] Eine erste Kirche wird auf das 5. oder 6. Jahrhundert datiert. Die heutige Stiftskirche wurde 1190/1200 erbaut und diente bis 1816 auch als Pfarrkirche fĂŒr Locarno. Im frĂŒhen 19. Jahrhundert verlor Minusio seine Bedeutung an die nahe gelegene Stadt, nachdem dort 1825/1826 ein neuer Hafen gebaut worden war.
Auf den Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2023 erhielt Minusio eine eigene Station an der Bahnstrecke GiubiascoâLocarno.
Minusio sprach sich in einer konsultativen Volksabstimmung am 25. September 2011 mit 1762 zu 1259 Stimmen gegen eine Fusion mit den Gemeinden Locarno, Muralto, Orselina, Brione sopra Minusio, Mergoscia und Tenero-Contra aus. Weil sich nur in Locarno und Mergoscia eine zustimmende Mehrheit fand, beschloss das Tessiner Kantonsparlament, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.[7]
Bevölkerung
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Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Minusio hat als Legislative ein Gemeindeparlament (Consiglio comunale) mit 40 Sitzen; die Exekutive ist der Gemeinderat (Municipio) mit 7 Sitzen.
Sitzverteilung in den Gemeindewahlen vom 14. April 2024 im Gemeindeparlament: 16 Sitze fĂŒr die FDP. Die Liberalen (Partito Liberale Radicale), 15 fĂŒr die Vereinigten x Minusio (Uniti x Minusio), 7 fĂŒr die Sozialistische Union und UnabhĂ€ngige (Unione Socialisti e Independenti) und 2 fĂŒr die GrĂŒnliberalen und UnabhĂ€ngigen (Verdi Liberali ed Independenti).
Im Gemeinderat nehmen Einsitz: je drei Vertreter der FDP und der Vereinigten x Minusio, eine Vertreterin der Sozialistischen Union und UnabhÀngige. Dem Gemeinderat steht als GemeindeprÀsident (Sindaco) Renato Mondada (FDP. Die Liberalen) vor.[10][11]
In Minusio besteht neben der politischen Gemeinde nach wie vor eine BĂŒrgergemeinde.[12]
SehenswĂŒrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sakralbauten
- Pfarrkirche Santi Rocco und Quirico[13]
- Im Ortsteil Rivapiana liegt die Kirche San Quirico. Die 1313 erstmals erwĂ€hnte Kirche wurde im 18. Jahrhundert im barocken Stil neu erbaut. Im Kircheninnern sind an der SĂŒdwand Reste romanischer Malereien aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Der romanische Glockenturm aus dem 13.â15. Jahrhundert diente frĂŒher als Wachturm[13], Glockenturm
- Profanbauten
- Gemeindehaus[13]
- FrĂŒheres Kurhotel Esplanade[13]
- Villa Margherita[13]
- Villa San Quirico[13]
- Villa Roccabella[13]
- Pfarrhaus San Quirico[13]
- CĂ di Ferro, ein schlossartiges GebĂ€ude, das sich der Urner Peter A Pro[14] von 1540 bis 1580 als Anwerbungskaserne fĂŒr Schweizer Söldner (ReislĂ€ufer) erbauen liess. Die Kapelle Vergine dei Sette Dolori stammt aus dem Jahr 1630.[15][13]
- Museen und Kulturzentren
- Sanctuarium Artis Elisarion, heute Kulturzentrum der Gemeinde Minusio
- Museo Fiorenzo Abbondio, dem gleichnamigen Bildhauer gewidmet[16][13]
- Museo MecrĂŹ im Ortsteil Mondacce. Das 2014 gegrĂŒndete Museum ist dem Tessiner Maler und ArchĂ€ologen Aldo Crivelli (1907â1981) gewidmet, aber es werden auch Ausstellungen von zeitgenössischen Bildhauern veranstaltet.[17]
- Mit Persönlichkeiten verbundene Orte
- Von 1873 bis 1874 bewohnte der zuvor in Locarno ansĂ€ssige RevolutionĂ€r Michail Alexandrowitsch Bakunin die von seinem italienischen Freund Carlo Cafiero finanzierte Villa La Baronata, die zum Zufluchtsort fĂŒr polizeilich gesuchte RevolutionĂ€re werden sollte[13]
- Hermann Hesse bewohnte 1919 fĂŒr einige Wochen ein kleines Bauernhaus am Ortseingang, bevor er nach Sorengo zog und spĂ€ter nach Montagnola.
- Auf dem Friedhof von Minusio liegt sih das Grab von Stefan George. An seinem BegrÀbnis im Dezember 1933 nahmen unter anderen Claus Schenk Graf von Stauffenberg und sein Bruder Berthold teil, die zum George-Kreis gehörten.[13]
- Auf dem Friedhof liegt ferner das Grab von Robert Gilbert. Der Liedertexter (Ein Freund, ein guter Freund), Kabarettist (Theater Die Kleine Freiheit) und MusicalĂŒbersetzer (My Fair Lady, Cabaret u. a.) lebte zuletzt von 1968 bis zu seinem Tod 1978 in Minusio.[18]
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Minusio, historisches Luftbild von Werner Friedli (1953)
- Kirche San Quirico, 13. Jahrhundert
- Oratorio del Crocifisso
- Werbekaserne CĂ di Ferro, 16. Jahrhundert
- Casa Kalmann
- Betkapelle bei Ca di Ferro. Historisches Bild von Leo Wehrli (1940)
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fussballverein AS Minusio spielt derzeit in der 4. Liga.[19] Ebenfalls existiert ein SchĂŒtzenverein.[20]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 430â434; derselbe: I monumenti dâarte e di storia del Canton Ticino. Band III: Lâalto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna (= Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8, S. 205â266.
- Simona Martinoli u. a.: Guida dâarte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 151, 165â168.
- Daniela Pauli Falconi: Minusio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. November 2023.
- Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, (Rivapiana) S. 172, 214â215.
- Clotilde Schlayer: Minusio: Chronik aus den letzten Lebensjahren Stefan Georges. Wallstein-Verlag, Göttingen 2010.
- Celestino Trezzini: Minusio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard â Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 117 f. (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Weitere Inhalte in den Schwesterprojekten der Wikipedia:
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- Minusio auf der Plattform ETHorama
- Webauftritt der Gemeinde Minusio
- Amt fĂŒr Statistik des Kantons Tessin: Minusio (italienisch)
- Minusio: KulturgĂŒterinventar des Kantons Tessin
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- â Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- â Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
- â StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
- â Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der UniversitĂ€t Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 598.
- â Aldo Crivelli: Tombe del principio dellâImpero romano a Minusio. In: Rivista Storica Ticinese 9, 1946, S. 1224â1227.
- â Locarnese sponda sinistra della Maggia. Repubblica e Cantone Ticino. Sezione degli enti locali, abgerufen am 31. August 2024 (mit Links zum Entscheidungsprozess, z.B. zu Bericht Studienkommission, Botschaft des Staatsrates, Abstimmungsergebnis, usw.).
- â Martin Schuler: Cantone Ticino â Lâeffettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 31. Januar 2025.
- â Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 31. Januar 2025 (Ăffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
- â Elezioni comunali 2024. In: www2.ti.ch/comunali-2024
- â La Politica. Comune di Minusio, abgerufen am 13. Juni 2024. (mit Foto)
- â Patriziato di Minusio. Abgerufen am 27. August 2024.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Simona Martinoli und andere: Guida dâarte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 165â168.
- â Urs KĂ€lin: Peter a Pro. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. Dezember 2011.
- â Ca' di ferro und Oratorium Vergine dei Sette Dolori (mit Foto)
- â Museo Fiorenzo Abbondio In: www.ticino.ch
- â Museo MecrĂŹ (mit Fotos und Video) auf mecri.ch
- â Christian Walther: Robert Gilbert - Eine zeitgeschichtliche Biografie. Peter Lang, Frankfurt 2016, S. 411
- â Associazione Sportiva Minusio
- â Unione Tiratori della Fraccia


