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Orselina

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Orselina
Wappen von Orselina
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Locarno
BFS-Nr.: 5121i1f3f4
Postleitzahl: 6644
Koordinaten: 704999 / 115162Koordinaten: 46° 10â€Č 47″ N, 8° 47â€Č 54″ O; CH1903: 704999 / 115162
Höhe: 449 mÂ ĂŒ. M.
Höhenbereich: 261–1442 m ĂŒ. M.[1]
FlĂ€che: 1,94 kmÂČ[2]
Einwohner: 682 (1. Januar 2026)[3]
Einwohnerdichte: 352 Einw. pro kmÂČ
AuslÀnderanteil:
(Einwohner ohne
Schweizer BĂŒrgerrecht)
20,4 %
(1. Januar 2026)[4]
GemeindeprÀsidentin: Samantha Garbani Nerini (FDP)
Website: www.orselina.ch
Lage der Gemeinde
Karte von OrselinaLago di MognĂłliaLago di TomĂšLago BaroneLago LaghettoBagina di Val MalvagliaLago di VogornoLago DelioLago d'OrglioLago MaggioreItalienItalienKanton GraubĂŒndenBezirk BellinzonaBezirk BlenioBezirk LeventinaBezirk LuganoBezirk RivieraBezirk VallemaggiaGambarogno TIAsconaBrissago TILosoneRonco sopra AsconaLocarnoLocarnoMuraltoOrselinaCentovalli TITerre di PedemonteBrione sopra MinusioCugnasco-GerraCugnasco-GerraGordolaMergosciaMinusioTenero-ContraGressoOnsernoneLavertezzoVerzasca
Karte von Orselina
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Orselina ist eine politische Gemeinde im schweizerischen Kanton Tessin. Sie gehört zum Bezirk Locarno und zum Kreis Locarno.

Werner Friedli: Orselina, historisches Luftbild (1953)
Sicht auf Orselina

Die Gemeinde liegt oberhalb von Locarno am Berghang mit Blick auf den Lago Maggiore. Das Gemeindegebiet wurde frĂŒher Consiglio Mezzano genannt (von Concilium medievale). Bis zum Jahr 1881 gehörten Orselina und Muralto zusammen.

Seit dem Mittelalter gehörte Orselina zur vicinĂŹa Consiglio Mezzano. Die Zehnten der Ortschaft gehörten der Stiftskirche San Vittore (1313). Das Schloss San Biagio und seine Kapelle standen auf dem Gebiet von Orselina. 1799 bildete das Dorf zusammen mit Mergoscia, Minusio, Brione, Contra TI und Gordola einen eigenen Gerichtssprengel. 1803 wurde Orselina mit Muralto zu einer Gemeinde erhoben, um 1881 davon getrennt und selbstĂ€ndig zu werden. Die BĂŒrgergemeinde Orselina löste sich 1903 von Muralto los. Die Kirche San Bernardo wurde vor 1591 erbaut und im 18. Jahrhundert vergrössert.

1881 trennte sich die jetzige Gemeinde Muralto, das seenahe, frĂŒher sogenannte «untere Orselina» von der «Vicinia die Orselina», das als Gemeinde seit 1803 bestand. Schon in den Jahrzehnten zuvor hatten sich die beiden Gemeinden sozial und rĂ€umlich immer weiter getrennt.

Orselina sprach sich in einer konsultativen Volksabstimmung am 25. September 2011 mit 189 zu 177 Stimmen gegen eine Fusion mit den Gemeinden Locarno, Muralto, Minusio, Brione sopra Minusio, Mergoscia und Tenero-Contra aus. Weil sich nur in Locarno und Mergoscia eine zustimmende Mehrheit fand, beschloss das Tessiner Kantonsparlament, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.[5]

Einwohnerzahlen: VolkszÀhlungsdaten[6][7] (Zahlen von 1769 bis 1880 inklusive Muralto)

Im Zeitraum von 1930 bis 1980 ĂŒbertraf die Zahl der deutschsprachigen Einwohner diejenige der italienischsprachigen. Im Jahr 2000 wurden 380 deutschsprachige und 460 italienischsprachige Einwohner gezĂ€hlt.[8]

Die Gemeinde hat einen ĂŒberdurchschnittlich hohen Anteil an ĂŒber 64-JĂ€hrigen: Im Jahr 2023 waren es 42,8 Prozent, im ganzen Kanton Tessin 23,6 Prozent. DemgegenĂŒber waren nur 5,6 Prozent weniger als 20 Jahre alt (im Kanton 17,6 Prozent).[9]

Orselina hat als Legislative ein Gemeindeparlament (Consiglio comunale) mit 20 Sitzen; die Exekutive ist der Gemeinderat (Municipio) mit 5 Sitzen.

Sitzverteilung im Gemeindeparlament: fĂŒr die Legislaturperiode 2024 bis 2028: Je 7 Sitze fĂŒr die Mitte (Il Centro) und fĂŒr die Gruppe der UnabhĂ€ngigen (Gruppo Indipendenti), 5 Sitze fĂŒr die FDP. Die Liberalen (Partito Liberale Radicale) und 1 Sitz fĂŒr HelvEthica.

Im Gemeinderat nehmen Einsitz: je 2 Vertreter der FDP und der Mitte und 1 Vertreter der UnabhÀngigen. Dem Gemeinderat steht als GemeindeprÀsidentin (Sindaco) Samantha Garbani Nerini (FDP. Die Liberalen) vor.[10]

Die Gesamterneuerung von Gemeindeparlament und -rat in den Gemeindewahlen vom 14. April 2024 erfolgte in stiller Wahl, weil die Anzahl der Kandidaten die Zahl der zu vergebenden Sitze nicht ĂŒberstieg.[11]

In Orselina besteht neben der politischen Gemeinde nach wie vor eine BĂŒrgergemeinde.[12][13]

In Orselina waren im Jahr 2023 in 60 ArbeitsstÀtten 514 Personen beschÀftigt: 53 ArbeitsstÀtten mit 495 BeschÀftigten im TertiÀrsektor und 7 ArbeitsstÀtten mit 19 BeschÀftigten im SekundÀrsektor. Der PrimÀrsektor war nicht mehr vertreten. In Orselina befinden sich zwei Hotels. Die Bedeutung des Tourismus zeigt sich in der grossen Zahl von Zweitwohnungen: Von insgesamt 1230 Wohnungen beherbergen nur 397 Privathaushalte.[9]

Orselina wird durch die Buslinien 3 (Delta Maggia–Locarno Stazione–Monti della Trinità–Orselina–Brione s. Minusio) und 312 (Locarno–Orselina–Mergoscia) der Ferrovie autolinee regionali ticinesi (FART)[14] und durch eine Standseilbahn ab Locarno (NĂ€he SchifflĂ€nde und Bahnhof Locarno) erschlossen. Die Linie Locarno–Muralto-Belvedere–Madonna del Sasso–Orselina wurde 1906 erbaut.

Ein markanter Punkt in der Gemeinde ist die im Jahr 2000 neu eröffnete Luftseilbahn zur Cardada mit der neu erbauten Talstation von Mario Botta.[15]

SehenswĂŒrdigkeiten

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Madonna del Sasso, 2010
Pfarrkirche San Bernardo
Standseilbahn Locarno-Orselina
Luftseilbahn Orselina-Cardada Talstation (Architekt Mario Botta, 2000)

Persönlichkeiten

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  • Franco Binda: Archeologia rupestre nella Svizzera Italiana. Armando DadĂČ editore, Locarno 1996.
  • Siro Borrani, Il Ticino Sacro. Memorie religiose della Svizzera Italiana raccolte dal sacerdote Siro Borrani prevosto di Losone. Tipografia e Libreria Cattolica di Giovanni Grassi, Lugano 1896, S. 300.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967; Idem: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino, volume I: Locarno e il suo circolo (Locarno, Solduno, Muralto e Orselina) (= Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 60). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1972, S. 65, 339, 356, 405, 409–478.
  • Rodolfo Huber: Orselina. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. November 2023.
  • Padre Leone da Lavertezzo: Santuario della Madonna del Sasso, guida illustrata. 2. Auflage, Edizione Messaggero Serafico, Tipografia alla Motta SA, Locarno 1951.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 172–176.
  • Giovanni Pozzi (Hrsg.): La Madonna del Sasso fra storia e leggenda. Armando DadĂČ editore, Locarno 1980.
  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, (Castello e oratorio di San Biagio), S. 161–163.
  • Celestino Trezzini: Orselina. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 356 (Digitalisat).
Commons: Orselina – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. ↑ Locarnese sponda sinistra della Maggia. Repubblica e Cantone Ticino. Sezione degli enti locali, abgerufen am 31. August 2024 (mit Links zum Entscheidungsprozess, z.B. zu Bericht Studienkommission, Botschaft des Staatsrates, Abstimmungsergebnis, usw.).
  6. ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 13. Januar 2025.
  7. ↑ Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 13. Januar 2025 (Öffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. ↑ Rodolfo Huber: Orselina. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 31. August 2024.
  9. 1 2 Singoli comuni, tabelle dati. Repubblica e Cantone Ticino. Ufficio di Statistica, April 2024, abgerufen am 13. Januar 2025.
  10. ↑ Istituzioni. Comune di Orselina, abgerufen am 30. August 2024.
  11. ↑ Comunali ticinesi 2024. Orselina. RSI Radiotelevisione svizzera, abgerufen am 30. August 2024.
  12. ↑ Patriziato di Orselina. Repubblica e Cantone Ticino. Dipartimento delle istituzioni, abgerufen am 13. Januar 2025.
  13. ↑ Karte des Eigentums der BĂŒrgergemeinde. Repubblica e Cantone Ticino. Dipartimento delle istituzioni, abgerufen am 30. August 2024.
  14. ↑ Alle Linien auf einen Blick. Abgerufen am 21. August 2024.
  15. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 173–176.
  16. ↑ Wallfahrtskirche Madonna del Sasso, Kirche dell’Annunciata und Kloster (mit Fotos)
  17. ↑ Lara Calderari, Simona Martinoli, Patrizio Pedrioli: Il Sacro Monte della Madonna del Sasso a Orselina. Schweizerische KunstfĂŒhrer Serie 97, Nr. 966–967, Hrsg. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2015.
  18. ↑ Museo della Madonna del Sasso (italienisch) auf ticino.ch/pdf/infoturistica
  19. ↑ Museum Casa del Padre