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Winkelmessung

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Bei der Winkelmessung wird mit Hilfe technischer Einrichtungen ermittelt, in welchem Winkel zwei Geraden oder zwei sonstige Richtungen zueinander stehen.

Der vorliegende Artikel bietet eine Übersicht der Wirkprinzipien. AusfĂŒhrliche Beschreibungen stehen in den verlinkten Artikeln, wĂ€hrend unter MessgerĂ€t und Richtungsmessung mehrere genaue Messinstrumente und notwendige Bezugsrichtungen behandelt werden.

Drehwinkelmessung

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Ablesen an einer Skala

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Oft werden Winkel wie bei einem konventionellen Winkelmesser nach manueller Einstellung abgelesen. Je grĂ¶ĂŸer der Radius der Skala ist, umso genauer kann der Winkel abgelesen werden.

Opto-elektronische Abtastung einer Codescheibe

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Auf einer Glasscheibe sind Markierungen aufgebracht, die optisch gelesen werden. Hiermit können sehr hohe Genauigkeiten erreicht werden.

  • Der Absolutwertgeber zeigt sofort den Winkel an.
  • Der Inkrementalgeber misst die Differenz zweier Winkel. Wenn ein Nullimpuls vorhanden ist, kann er nach einer Umdrehung den absoluten Winkel anzeigen.

Erfassen der Lage eines drehenden Magnetfeldes

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Unempfindlicher fĂŒr Schmutz, aber nicht so genau wie die opto-elektronische Abtastung sind magnetische Verfahren:

Spannungsteiler

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Ein Potentiometer wandelt einen Winkel sehr einfach in ein analoges Messsignal um. Nachteilig ist der Verschleiß durch die Reibung des Schleifers.

Berechnung durch Integration der Winkelgeschwindigkeit

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Faserkreisel nutzen das Prinzip des Sagnac-Interferometers. Das GerÀt muss vorher genullt werden. Die Winkelgeschwindigkeit wird durch Phasenverschiebung von im Kreis geleiteten Laserstrahlen gemessen. Durch mathematische Integration wird der Winkel berechnet.

Berechnung ĂŒber die Zeit

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Die Zeit, die eine rotierende Nocke fĂŒr den zu messenden Winkel benötigt, wird mit der Zeit fĂŒr eine Umdrehung verglichen. WĂ€hrend der Messung darf sich der Winkel nicht Ă€ndern.

Feste Winkel messen

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ZusÀtzlich zu den oben genannten Wirkprinzipien gibt es bei festen Winkel noch folgende Möglichkeiten:

Berechnung aus der gemessenen Position

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Wenn die Position einer Geraden an zwei Punkten gemessen wird, lÀsst sich ihr Winkel berechnen. Dieses Prinzip nutzt:

Diese GerĂ€te dienen zur Kontrolle und dem Übertragen von Winkel:

Neigungsmessung

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Kompass mit Neigungsmesser

WinkelmessgerÀte mit Bezug zur ErdoberflÀche, Neigungsmesser messen die Abweichung von der Horizontalen oder Lotrichtung. Sie haben oft nur einen geringen Messbereich. Der Bezugswinkel ist immer das Erdschwerefeld.

Manuelles Ablesen

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HandgefÀllmesser Necli
  • Das Lot misst die Senkrechte.
  • Das Merchet ist ein altĂ€gyptischer Neigungsmesser.
  • Ein GefĂ€llemesser (Namensvariationen: GefĂ€llmesser, GefĂ€llsmesser, HandgefĂ€llmesser, HandgefĂ€llsmesser, HandgefĂ€llemesser) ist ein kleines optisches Instrument, das im Wesentlichen aus einem Visier (Zielvorrichtung) und einem flĂŒssigkeitsgedĂ€mpften Pendelkörper mit Winkelmesser besteht.
  • Mit der historischen Setzwaage wurde mit dem Lot auch die Waagerechte bestimmt.
  • Das Skoliometer misst mit einer Kugel in einer gebogenen Röhre den Neigungswinkel der RĂŒckenoberflĂ€che.
  • Die Wasserwaage nutzt das Prinzip der waagrechten OberflĂ€che einer FlĂŒssigkeit. Eine Luftblase in der Röhrenlibelle zeigt den Neigungswinkel in LĂ€ngsrichtung an, eine Dosenlibelle in beiden Richtungen
HochprÀzise Libellen dieses Prinzips sind HÀnge- und Reiterlibelle.
  • Der Quecksilberhorizont nutzt das Prinzip der waagrechten OberflĂ€che einer FlĂŒssigkeit fĂŒr eine Reflexion des Messstrahles.
  • GerĂ€te aus der GeodĂ€sie und Astronomie siehe unten.

Elektronische Neigungsmesser

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Die OberflĂ€che einer FlĂŒssigkeit richtet sich immer waagerecht aus. Die Lage der FlĂŒssigkeit wird berĂŒhrungslos abgetastet. Folgende Wirkprinzipien sind möglich:

FlĂŒssigkeitshorizont

Beim Höhenkompensator: Ein Lichtstrahl wird schrĂ€g auf die OberflĂ€che einer transparenten FlĂŒssigkeit gelenkt. Die Lage des reflektierten Lichtstrahles wird mit optischen Sensoren erfasst.

Kapazitive FlĂŒssigkeitsneigungssensoren

Eine dielektrische FlĂŒssigkeit ist zwischen zwei senkrecht stehenden Platten in einem halbrunden GefĂ€ĂŸ eingeschlossen. Wird das GefĂ€ĂŸ gedreht, verĂ€ndert sich die KapazitĂ€t linear zum Winkel. Diese KapazitĂ€tsĂ€nderung wird elektronisch in ein Ausgangssignal gewandelt.

Elektrolytlibelle

In die mit Elektrolyt gefĂŒllte Libelle sind eine Elektrode in der Mitte und zwei Elektroden am Rand eingelassen. Beim Kippen des GefĂ€ĂŸes Ă€ndert sich die LeitfĂ€higkeit. Dies wird mit einer Wechselspannung ausgewertet. FĂŒr zweiachsige Sensoren wird eine Dosenlibelle mit fĂŒnf Elektroden verwendet. Die Elektroden sind wie die fĂŒnf Punkte eines SpielwĂŒrfels angeordnet.

Widerstandsmessung (Magnetoresistiv)
Magnetoresistiver Neigungsmesser
1: Gewicht, 2: Gebermagnet, 3: MR-WiderstĂ€nde, 4: AnschlĂŒsse

Ein an einem Gewicht angebrachter Magnet wirkt auf einen Spannungsteiler aus magnetoresistiven WiderstĂ€nden. Anhand der Änderung der WiderstandsverhĂ€ltnisse kann die Neigung direkt gemessen werden.

Widerstandsmessung (Quecksilber)

In ein mit einer leitfĂ€higen FlĂŒssigkeit wie Quecksilber gefĂŒlltes GefĂ€ĂŸ ist eine Widerstandsbahn montiert. Wird der BehĂ€lter geneigt, so taucht die Widerstandsbahn verschieden stark in die leitfĂ€hige FlĂŒssigkeit ein und ĂŒberbrĂŒckt deren Anteil am Widerstand. Der messbare Widerstand Ă€ndert sich in AbhĂ€ngigkeit von der unbenetzten LĂ€nge.

Thermisches Prinzip

Die Verstimmung einer SensorbrĂŒcke durch ein aufsteigendes erhitztes Gas in einer Miniatur-Messkammer wird genutzt.

Richtungsmessung

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Wenn sich die Messung eines Horizontalwinkels auf geografisch oder magnetisch Nord bezieht, spricht man von Richtungsmessung. Sie ergibt orientierte Messstrahlen oder Kurse in einem definierten Bezugssystem. Zusammen mit einer Entfernungsmessung dient sie zur Ortung von Fahrzeugen und anderen Objekten, in der GeodÀsie und Geometrie zur Festlegung eines Punktes in einem Koordinatensystem.

Die Bezugsrichtung Norden finden die WinkelmessgerÀte auf folgende Weise:

Geografisch Nord

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Im Magnetfeld der Erde

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Sonstige Bezugsrichtungen

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Instrumente der GeodÀsie und Astronomie

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Mit historischen GerÀte wie Astrolabium und Jakobsstab oder dem Quadranten wurde noch freiÀugig (ohne Zielfernrohr) gemessen. Man konnte damit Genauigkeiten von 0,1° bis maximal 0,02° (Tycho Brahe) erreichen. Ab etwa 1660 wurde das 50 Jahre zuvor erfundene Fernrohr zunehmend in Messinstrumente eingebaut, womit eine 100- bis 1000-mal höhere Genauigkeit möglich wurde.

  • Mit dem Sextanten misst man vor allem Höhenwinkel. Er wird frei in der Hand gehalten und deshalb bei der astronomischen Navigation auf Schiffen verwendet. Die doppelte Reflexion stabilisiert die Zusammenspiegelung von Gestirn und Horizont auch bei schwankendem Boden.
    • Zur Messung von Horizontalwinkeln (terrestrische Navigation) wird der Sextant waagrecht gehalten.
      Die drei nĂ€chsten Instrumente mĂŒssen mit Libellen horizontiert (ausgerichtet) werden und wĂ€hrend der Messung feststehen.
  • Der Prismenkreis wurde im 19. Jahrhundert fĂŒr Horizontalwinkel in der Landvermessung und Navigation verwendet. Im Gegensatz zum Sextanten verwendet er statt des 60°-Bogens einen Vollkreis.
  • Der Theodolit misst Höhenwinkel und Horizontalrichtung. Historisch bedeutend dabei
    • Theodolit Wild T2
    • Theodolit Kern D.K.M.-2.
    • Theodolit mit exzentrischer Linse
    • Theodolit Boussole[1.1]
  • Das Tachymeter misst Höhenwinkel, Horizontalrichtung und Entfernung zum Zielpunkt. Dabei klassifiziert man im wesentlichen
    • Tachymeter Typ Moinot oder Moinot-Chasselon
    • Tachymeter Sanguet[1.2]
  • Den Goniasmometer, manchmal auch Pantometer genannt, der sich aus zwei Zylindern zusammensetzt, die in der gleichen vertikalen Achse gegeneinander durch ein RĂ€derwerk verzahnt sind. Dabei trĂ€gt der untere eine Krone aus Silber mit einer Gradeinteilung von 0 bis 400, der obere zwei um 1/10 versetzte sog. Nonien zur Feinablesung von 10â€Č bei Kongruenz bzw. von 20â€Č bei SchĂ€tzung.[1.3]
  • Das Passageninstrument wird zum Meridian ausgerichtet und dient zur genauen Messung von Sternörtern.

Kleine Winkeldifferenzen misst das Heliometer, indem durch Kippen einer geteilten Linse zwei Bilder zur Deckung gebracht werden.

Die Lotrichtung kann mit dem Zirkumzenital oder einem Prismenastrolab ermittelt werden, indem SterndurchgĂ€nge durch das Gesichtsfeld eines Fernrohrs gemessen werden. Das transportable Ni2-Astrolab erreicht eine Genauigkeit bis ±0,2″, das weniger transportable Danjon-Astrolab bis ±0,05″.

  • Franz Löffler u. a.: Handbuch IngenieurgeodĂ€sie. Maschinen- und Anlagenbau. 2. Auflage. Herbert Wichmann Verlag, Heidelberg 2001, ISBN 978-3879072996

Einzelnachweise

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  1. F. Ollivier: Instruments topographiques - Déscription - Réglage - Emploi (topografische Instrumente - Beschreibung - Einstellung - Anwendung), Herausgeber: Eyrolles, Paris, 61, Boulevard Saint-Germain, 1955
    1. ↑ S. 330-340
    2. ↑ S. 325-329
    3. ↑ S. 345f