Beleymas
| Beleymas Belesmas | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Périgord Central | |
| Gemeindeverband | Isle et Crempse en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 0âČ N, 0° 30âČ O | |
| Höhe | 79â194 m | |
| FlĂ€che | 16,07 kmÂČ | |
| Einwohner | 288 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 18 Einw./kmÂČ | |
| Postleitzahl | 24140 | |
| INSEE-Code | 24034 | |
| Website | www.mairie-beleymas.fr | |
BĂŒrgermeisteramt (Mairie) | ||
Beleymas (okzitanisch Belesmas) ist eine französische Gemeinde mit 288 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie besteht aus dem Hauptort sowie mehreren Weilern (hameaux) und Einzelhöfen (fermes) und gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord. Die Bewohner werden Beleymacois und Beleymacoises genannt.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beleymas liegt etwa 27 Kilometer sĂŒdwestlich von PĂ©rigueux und etwa 16 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der RĂ©gion naturelle des Landais, Teil des touristisch benannten PĂ©rigord pourpre. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwĂ€ssert von der Crempse, den FlĂŒsschen Roy und BrĂ©sil, vom Ruisseau de la Chapelle, sowie von einem kleineren FlieĂgewĂ€sser.
Das DĂ©partement Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine groĂe geologische Vielfalt auf. Das GelĂ€nde ist in der Tiefe in regelmĂ€Ăigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das DĂ©partement lĂ€sst sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Beleymas liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus OberflĂ€chenformationen aus dem QuartĂ€r, einige Sedimentgesteinen aus dem KĂ€nozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gebiets von Beleymas zeigt eine stark bewaldete HĂŒgellandschaft, die durch die TĂ€ler der Crempse und des Ruisseau de la Chapelle tief eingeschnitten wird. Der topographisch höchste Punkt liegt mit 194 m sĂŒdlich des Zentrums, der tiefste Punkt mit 79 m im Ă€uĂersten Norden beim Austritt der Crempse aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 133 m Höhe.
Rund 60 % der FlÀche der Gemeinde sind bewaldet, rund 32 % werden landwirtschaftlich, hauptsÀchlich heterogen genutzt, rund 8 % entfallen auf FlÀchen mit Strauch- und/oder KrÀutervegetation.[2]
Beleymas wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Issac | Saint-Hilaire-dâEstissac | Villamblard |
| Ăglise-Neuve-dâIssac | Montagnac-la-Crempse | |
| Eyraud-Crempse-Maurens |

NatĂŒrliche Risiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Naturrisiken manifestieren sich in Beleymas als
- DĂŒrren
- WaldbrÀnde
- Bodensetzungen.
Fast im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von WaldbrĂ€nden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von GestrĂŒpp rund um HĂ€user, StraĂen und andere Einrichtungen oder GerĂ€te und eine zeitliche und rĂ€umliche BeschrĂ€nkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von AbfĂ€llen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist fast das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden DĂŒrre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Toponymie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert wie die Ăberbleibsel der Burg Lascaud-de-Sales aus dem 13. Jahrhundert bezeugen wie Spuren der Besiedelung in gallorömischer Zeit die Besiedelung in frĂŒherer Zeit. Der Ortsname erschien im 13. Jahrhundert erstmals in den Schriften in der Schreibweise Belemas (1268), in spĂ€terer Zeit als Bellesmas (1310). Auf der Karte von Cassini (18./19. Jahrhundert) ist der Ort als Belleymas eingetragen. Der Name hat seinen Ursprung in Belisama, einer gallischen Göttin des Feuers und der Schmieden.[5]
Die Bastide Saint-BarthĂ©lĂ©my-de-Goyran wurde gegen 1316 fĂŒr den englischen König Edward II. gegrĂŒndet. Erbaut in der NĂ€he des Zusammenflusses des FlĂŒsschens Roy mit der Crempse auf dem gegenĂŒberliegenden Ufer, entwickelte sie sich nicht und verschwand im Laufe des 17. Jahrhunderts.[6]
Im Jahr 1878 wurden in einer Geode 127 MĂŒnzen aus dem 12. und 13. Jahrhundert gefunden, von denen einige das Bildnis von Richard Löwenherz trugen.[7]
In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 1941 fand in Frankreich der erste kombinierte Fallschirmabwurf von vier Agenten, Ausbilder fĂŒr Sabotageakte, und Containern statt. Die im Auftrag der SOE organisierte Operation trug den Codenamen âCorsicanâ. Der Ort war von Jean Pierre-Bloch in der NĂ€he seines Anwesens ausgewĂ€hlt worden. Der Fallschirmabwurf fand am Lieu-dit Lagudal statt. Die empfangenden französischen Agenten und die britischen Agenten wurden gefasst, die Container von der Gendarmerie sichergestellt.[8]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Beleymas: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Â | Â | Einwohner | |
| 1793 | 545 | |||
| 1800 | 524 | |||
| 1806 | 522 | |||
| 1821 | 554 | |||
| 1831 | 593 | |||
| 1836 | 560 | |||
| 1841 | 557 | |||
| 1846 | 539 | |||
| 1851 | 572 | |||
| 1856 | 602 | |||
| 1861 | 561 | |||
| 1866 | 556 | |||
| 1872 | 502 | |||
| 1876 | 510 | |||
| 1881 | 455 | |||
| 1886 | 463 | |||
| 1891 | 409 | |||
| 1896 | 401 | |||
| 1901 | 387 | |||
| 1906 | 368 | |||
| 1911 | 323 | |||
| 1921 | 293 | |||
| 1926 | 289 | |||
| 1931 | 280 | |||
| 1936 | 274 | |||
| 1946 | 238 | |||
| 1954 | 231 | |||
| 1962 | 244 | |||
| 1968 | 207 | |||
| 1975 | 193 | |||
| 1982 | 215 | |||
| 1990 | 206 | |||
| 1999 | 224 | |||
| 2006 | 241 | |||
| 2013 | 274 | |||
| 2020 | 272 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Der kontinuierliche BevölkerungsrĂŒckgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bĂ€uerlichen Kleinbetrieben zurĂŒckzufĂŒhren.
SehenswĂŒrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Kirche Saint-Martin wird im Jahr 1655 â also nach den Hugenottenkriegen â erstmals erwĂ€hnt. Es ist ein einschiffiger Bau mit nachtrĂ€glich angebauten Querhauskapellen. Der elegant geschwungene Glockengiebel (clocher mur) ist eine HinzufĂŒgung des 17. Jahrhunderts. Die TeilstĂŒcke der beiden Altarretabel (beide als Monument historique der beweglichen Objekte eingeschrieben) im Querhaus stammen aus einem Kloster in PĂ©rigueux.[13]
- Kirche Saint-Martin
- AuĂenansicht
- Innenansicht
- Nördliches Altarretabel
- SĂŒdliches Altarretabel
- Umgebung
- Das ca. drei Kilometer sĂŒdwestlich des Zentrums gelegene Schloss Gammareix stammt aus dem 17. Jahrhundert; es ist heute Teil eines gröĂeren Landguts und befindet sich in Privatbesitz.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde ist immer noch in hohem MaĂe landwirtschaftlich geprĂ€gt, wobei der Weinbau nur noch eine Nebenrolle spielt. Dagegen sind einige Fischzuchtbetriebe neu entstanden. Im Ort selber haben sich KleinhĂ€ndler, Handwerker und Dienstleister niedergelassen.
ErwerbstÀtigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 121 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Beauregard-et-Bassac erwerbstÀtig, entsprechend 68,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 10 im Jahr 2022 höher als im Jahr 2019 (8). Die Arbeitslosenquote stieg von 7,2 % (2016) auf 8,6 % (2022).[14]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]20 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Beleymas wirtschaftlich aktiv:[14]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 20 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 8 | 40,0Â % |
| Baugewerbe | 4 | 20,0Â % |
| GroĂ- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 1 | 5,0Â % |
| Information und Kommunikation | 1 | 5,0Â % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 5,0Â % |
| Immobilien | 1 | 5,0Â % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische TĂ€tigkeiten sowie administrative und unterstĂŒtzende DienstleistungstĂ€tigkeiten | 2 | 10,0 % |
| Ăffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 5,0Â % |
| Andere Dienstleistungen | 1 | 5,0Â % |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 20 bei der LandwirtschaftszĂ€hlung von 1988 auf 12 im Jahr 2000, auf 4 im Jahr 2010 und erhöhte sich auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein RĂŒckgang von 60 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che hingegen verringerte sich von 444 Hektar im Jahre 1988 auf 302 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte FlĂ€che pro Betrieb stieg hingegen von 22,2 Hektar auf 37,8 Hektar.[16][17][18]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beleymas liegt fernab gröĂerer Verkehrsachsen. Nachgeordnete DepartementsstraĂen und lokale LandstraĂen verbinden das Zentrum mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pierre de Belleyme (1747â1819), Geograph Ludwigs XV. wurde im Schloss Gammareix geboren.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â GĂ©ologie de la Dordogne-PĂ©rigord. Ăditions Esprit de Pays, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â RĂ©partition des superficies en 15 postes dâoccupation des sols (mĂ©tropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Dossier des DĂ©partements der Hauptrisiken. (PDF) DĂ©partement Dordogne, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Les risques prĂšs de chez moi. Ministerium fĂŒr ökologischen Wandel, BiodiversitĂ€t, WĂ€lder, Meer und Fischerei, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Tanet, HordĂ©, Seite 48
- â Bernard Fournioux: La bastide oubliĂ©e. In: ArchĂ©ologie mĂ©diĂ©vale. Gemeinde Saint-Hilaire-dâEstissac, 1985, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Beleymas (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- â Parachutage de Lagudal. DĂ©partement Dordogne, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Notice Communale Beleymas. EHESS, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Populations lĂ©gales 2006 Commune de Beleymas (24034). INSEE, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Populations lĂ©gales 2013 Commune de Beleymas (24034). INSEE, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Populations lĂ©gales 2020 Commune de Beleymas (24034). INSEE, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Beleymas â Kirche ( vom 21. MĂ€rz 2018 im Internet Archive)
- 1 2 Dossier complet Commune de Beleymas (24034). INSEE, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Beleymas. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
- â Gesamte landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Oktober 2025 (französisch).
