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Mensignac

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Mensignac
Mencinhac
Mensignac (Frankreich)
Mensignac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Saint-Astier
Gemeindeverband Le Grand Périgueux
Koordinaten 45° 14â€Č N, 0° 34â€Č OKoordinaten: 45° 14â€Č N, 0° 34â€Č O
Höhe 92–231 m
FlĂ€che 26,08 kmÂČ
Einwohner 1.521 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 58 Einw./kmÂČ
Postleitzahl 24350
INSEE-Code
Website www.mensignac.fr

Rathaus (Mairie) im ehemaligen
Schloss Mensignac

Mensignac (Aussprache [mɑ̃siˈÉČak], okzitanisch Mencinhac) ist eine französische Gemeinde mit 1521 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im DĂ©partement Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement PĂ©rigueux und zum Gemeindeverband Le Grand PĂ©rigueux. Die Einwohner werden Mensignacois und Mensignacoises genannt.

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Mensignac liegt etwa 35 Kilometer sĂŒdsĂŒdwestlich von Nontron, etwa 13 Kilometer westnordwestlich von PĂ©rigueux und etwa 42 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des PĂ©rigord central, im Teil des touristisch benannten PĂ©rigord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwĂ€ssert vom Ruisseau des Planches und verschiedenen kleineren FließgewĂ€ssern.

Das DĂ©partement Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das GelĂ€nde ist in der Tiefe in regelmĂ€ĂŸigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das DĂ©partement lĂ€sst sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Mensignac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus OberflĂ€chenformationen aus dem QuartĂ€r sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem KĂ€nozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Mensignac erstreckt sich ĂŒber eine im Norden und im Osten bewaldete HĂŒgellandschaft, deren Erhebungen nach SĂŒdwesten und nach Osten hin zunehmen und im Westen Höhen von ĂŒber 200 m erreichen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 231 m im Ă€ußersten SĂŒdosten in der NĂ€he des Lieu-dit Larcy an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Aquilin. Der tiefste Punkt mit 92 m ist im Ă€ußersten SĂŒdosten beim Austritt eines zeitweise trockenfallenden Bachs aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum liegt auf einer HĂŒgelkuppe auf etwa 191 m Höhe.

Rund 60 % der FlÀche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, inklusive ein wenig Weinbau, genutzt, rund 37 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf bebaute FlÀchen (Stand: 2018).[2]

Mensignac wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Lisle Bussac
Tocane-Saint-Apre Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt La Chapelle-Gonaguet
Saint-Aquilin LĂ©guillac-de-l’Auche Annesse-et-Beaulieu

Die klimatischen Bedingungen in Mensignac werden als warm und gemĂ€ĂŸigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in Mensignac sind bemerkenswert, da selbst in Monaten, die typischerweise trocken sind, erhebliche NiederschlĂ€ge fallen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (GemĂ€ĂŸigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Mensignac betrĂ€gt 13 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,3 °C, die höchste im Juli und im August mit 21 °C. Die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt gemĂ€ĂŸ den meteorologischen Aufzeichnungen 864 mm.[3]

NatĂŒrliche und technologische Risiken

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Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden fĂŒr Mensignac

NatĂŒrliche Risiken manifestieren sich in Mensignac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme KĂ€lte, Hitzewelle) vor allem als

  • WaldbrĂ€nde
  • Bodensetzungen
  • Bodenbewegungen

Da das Gemeindegebiet besonders im nördlichen und im östlichen Teil zu einem großen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Mensignac einer starken Gefahr von WaldbrĂ€nden ausgesetzt. Im grĂ¶ĂŸten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von GestrĂŒpp rund um HĂ€user und Zufahrten und eine zeitliche und/oder rĂ€umliche BeschrĂ€nkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von AbfĂ€llen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom DĂ©partement erstellte Plan zur VerhĂŒtung von WaldbrĂ€nden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von GĂŒtern zu verringern.[4]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden DĂŒrre- und Regenperioden betroffen. Die DĂŒrreperioden in den Jahren 1989, 1991, 1992, 1996, 2003, 2005, 2009, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Mensignac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und EinstĂŒrzen anthropogenen Ursprungs, natĂŒrlich entstandene unterirdische HohlrĂ€ume, deren Decken einsturzgefĂ€hrdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hĂ€ngt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf zweier Erdgasleitungen, die das Gemeindegebiet unterqueren. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen FÀllen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[5]

Etymologie und Geschichte

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Der Name des Dorfes ist relativ spĂ€t im 13. Jahrhundert in der latinisierten Form Mensinhacum belegt. Er erscheint auch in den Schreibweisen Mensinac (1219) und Mensinhac (1284), wobei -nh- wie -gn- ([ÉČ]) ausgesprochen wird. Ein wenig spĂ€ter wurde das Dorf 1312 in der Variante Massinhacum erwĂ€hnt. Mensignac steht fĂŒr einen gallorömischen Personennamen, Minicianus, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehĂ€ngt wurde (somit Minicianacum, Landgut des Minicianus). Er bezeichnete im Römischen Reich eine Person der Familie Minucius.

Eine Niederlassung des Templerordens wurde am Ende des 12. Jahrhunderts in Chante-GĂ©line (auch Chantepoule genannt) auf dem heutigen sĂŒdwestlichen Gemeindegebiet eingerichtet, deren romanische Kirche umfassend umgebaut wurde. Ein Priorat bei Mille-Graules unterstand der Benediktinerabtei von Ligueux. Am Lieu-dit les Vignes existierte ein Haus, das zur Kommende von Andrivaux gehörte und 1837 zerstört wurde. Dort gibt es auch eine FundstĂ€tte der Altsteinzeit.[6]

Bevölkerungsentwicklung

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Mensignac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
1.250
1800
  
1.219
1806
  
1.174
1821
  
1.376
1831
  
1.381
1836
  
1.281
1841
  
1.281
1846
  
1.279
1851
  
1.291
1856
  
1.293
1861
  
1.281
1866
  
1.280
1872
  
1.144
1876
  
1.177
1881
  
1.186
1886
  
1.095
1891
  
1.075
1896
  
970
1901
  
956
1906
  
895
1911
  
853
1921
  
773
1926
  
795
1931
  
706
1936
  
720
1946
  
739
1954
  
774
1962
  
786
1968
  
762
1975
  
902
1982
  
1.034
1990
  
1.127
1999
  
1.136
2006
  
1.298
2013
  
1.513
2020
  
1.520
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

SehenswĂŒrdigkeiten

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  • Kirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert, Chor aus dem 15. Jahrhundert
  • Kirche von Chante-GĂ©line (bzw. Chantepoule) aus dem 12. Jahrhundert mit Umbauten aus dem 14. und 19. Jahrhundert
  • Ehemaliges Schloss Mensignac aus dem 19. Jahrhundert, heutiges Rathaus
  • Villa Les Glycines

Die Gemeinde verfĂŒgt ĂŒber eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) „Jean Nectoux“ mit 154 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern in sieben Klassen (2025).[9]

ErwerbstÀtigkeit

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Im Jahre 2023 waren 746 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Mensignac erwerbstÀtig, entsprechend 81,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der MÀnner (83,2 %) höher war als bei den Frauen (78,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 61 Personen im Jahr 2023 höher als im Jahr 2017 (55). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 7,8 % (2017) auf 8,2 % (2023).[10]

Branchen und Betriebe

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92 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Mensignac wirtschaftlich aktiv:[10]

BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien77,6 %
Baugewerbe1718,5 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie2223,9 %
Information und Kommunikation55,4 %
Finanzen und Versicherungen44,3 %
Immobilien33,3 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische TĂ€tigkeiten sowie administrative und unterstĂŒtzende DienstleistungstĂ€tigkeiten1010,9 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln77,6 %
Andere Dienstleistungen1718,5 %
Gesamt92

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[11] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 53 bei der LandwirtschaftszĂ€hlung von 1988 auf 37 im Jahr 2000, auf 26 im Jahr 2010 und auf 20 im Jahr 2020, ein RĂŒckgang von 62,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che verkleinerte sich von 1365 Hektar im Jahre 1988 auf 1024 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte FlĂ€che pro Betrieb stieg signifikant von 25,8 Hektar auf 52,4 Hektar.[12][13][14]

Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710 von RibĂ©rac nach PĂ©rigueux durchquert das Zentrum der Gemeinde. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Mensignac mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Mensignac mit PĂ©rigueux und mit Mussidan ĂŒber RibĂ©rac.[15]

  • Chantal Tanet, Tristan HordĂ©: Dictionnaire des noms de lieux du PĂ©rigord. Editions Fanlac, PĂ©rigueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Mensignac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ GĂ©ologie de la Dordogne-PĂ©rigord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  2. ↑ RĂ©partition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (mĂ©tropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  3. ↑ Klima Mensignac. Climate-Data.org, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. ↑ Dossier des DĂ©partements ĂŒber Hauptrisiken. (PDF) DĂ©partement Dordogne, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  5. ↑ NatĂŒrliche und technologische Risiken. Ministerium fĂŒr ökologischen Wandel, BiodiversitĂ€t, WĂ€lder, Meer und Fischerei, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  6. ↑ Siehe Tanet, HordĂ©, Seite 219
  7. ↑ Notice Communale Mensignac. EHESS, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  8. ↑ Populations lĂ©gales 2006, Populations lĂ©gales 2013, Populations lĂ©gales 2020, INSEE, abgerufen am 24. Juli 2026
  9. ↑ École primaire Jean Nectoux. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  10. 1 2 Dossier complet - Commune de Mensignac (24266). INSEE, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  11. ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  12. ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Mensignac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  13. ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  14. ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
  15. ↑ Cars rĂ©gionaux Dordogne. (PDF) Region Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).